CHRISTLICHE

 

GLAUBENSLEHRE

 

 

Inhaltsverzeichnis

I. Von der Bibel 3

II. Von der natürlichen Gotteserkenntnis  7

III. Vom dreieinigen Gott 8

IV. Von den Engeln  10

V. Von der Schöpfung allgemein und der des Menschen  10

VI. Vom Menschen vor und nach dem Fall 11

VII. Von der Sünde  12

VIII. Vom Gesetz  14

IX. Von der Person Jesu Christi 23

X. Von Christi Amt und Werk

XI. Von Christi Erniedrigung und Erhöhung  31

XII. Von der Person und dem Wirken des Heiligen Geistes  34

Von der Person des Heiligen Geistes                                                   

Vom Wirken des Heiligen Geistes im Kreatürlichen                               

Das Wirken des Heiligen Geistes durch die Gnadenmittel                      

Das Wirken des Heiligen Geistes zum Heil des Einzelnen                     

Das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde                                

Die Christen unter dem Heiligen Geist                                                  

XIII. Von Buße und Bekehrung  43

XIV. Vom Glauben  50

XV. Von der Erlösung oder Rechtfertigung  53

XVI. Von der Einwohnung des dreieinigen Gottes im an Christus Gläubigen  56

XVII. Von der Bewahrung im Glauben zur ewigen Seligkeit 58

XVIII. Von der Gnadenwahl 59

XIX. Von der Heiligung oder dem christlichen Leben in der Nachfolge Jesu Christi 62

Von den guten Werken                                                                       

Von den Mitteldingen und vom Ärgernis                                                

Von der Jüngerschaft oder Nachfolge                                                    

Von der Fremdlingschaft                                                                     

Vom Kreuz im Christenleben                                                               

Vom Gebet                                                                                        

XX. Von den Gnadenmitteln im allgemeinen  76

XXI. Von Gesetz und Evangelium   79

XXII. Von den Sakramenten im allgemeinen  81

XXIII. Von der heiligen Taufe  82

        Die Konfirmation                                                                            

XXIV. Vom heiligen Abendmahl 88

XXV. Von der Kirche oder Gemeinde Jesu Christi 93

Von der Kirchenzucht und von der Beichte                                            

Vom Sonntag und der rechten Sonntagsheiligung                                  

Bekenntnis und Bekennen                                                                   

Die Gemeinde Jesu Christi und die Juden                                             

Die Kirche unter dem Kreuz                                                                 

Die Wolke der Zeugen                                                                         

Vom Kirchenregiment oder der Regierung der Gemeinde durch Christus

Jesus allein durch das Wort                                                                

Von der Kirchengemeinschaft und Trennung                                          

Von der Stellung von Mann und Frau in der Gemeinde                           

XXVI. Vom Amt der Kirche oder dem heiligen Predigtamt 99

XXVII. Von den drei Ständen in der Welt 99

Von der Ehe und dem Hausstand                                                         

    Geschlechtlichkeit                                                                          

    Geburtenkontrolle, Abtreibung                                                         

    Elternschaft                                                                                   

    Christus das Haupt des Hausstandes                                               

    Ehelosigkeit

    Eigentum                                                                                       

    Arbeit                                                                                            

Von der Obrigkeit oder dem Staat                                                        

    Das Schwertamt der Obrigkeit                                                         

    Vom Eid                                                                             

    Von Staatenbünden                                                                        

Von der Trennung von Kirche und Staat (Zwei-Reiche-Lehre)                   

    Religionsfreiheit                                                                              

XXVIII. Vom Antichristen und der Gemeinde Jesu Christi in der Endzeit 99

XXIX. Vom Tod und vom Zustand der Seelen nach dem Tod  99

XXX. Von der Wiederkunft Jesu Christi 99

XXXI. Von der Auferstehung der Toten  99

XXXII. Vom Jüngsten Gericht und dem Ende der Welt 99

XXXIII. Vom ewigen Tod und vom ewigen Leben  99

 

 

 

I. Von der Bibel

 

1. Die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes ist im Grundtext im Gegensatz zu allen anderen Büchern in jedem Teil und Wort das eingegebene (geistgehauchte, inspirierte) Wort Gottes, Gott also der einzige Autor, Urheber und Verfasser der einzelnen Wörter wie auch der Gedanken der Schrift ist.

    2. Die heiligen Schreiber haben nicht aus eigenem Wollen, nicht aus eigenen Kenntnissen, nicht nach eigenem Planen die heiligen Bücher der Bibel geschrieben, sondern sie haben allein aus Gottes Wollen und Leiten als Gottes Mund und Feder gehandelt, wobei Gott ihnen allerdings auch gab, dass sie sich Kenntnisse dessen aneigneten und planten, worüber er sie dann wollte schreiben lassen (Lukas) und Gott der Heilige Geist sich der jeweiligen Art zu schreiben und dem Stil der Schreiber angepasst hat, da sie ja seine Geschöpfe sind. Auch darum ist es richtig, dass die Heilige Schrift allein Gotteswort und nicht ein Ineinander von Gottes- und Menschenwort ist.

2 Tim. 3,15-17: Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, dass ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

1 Kor. 2,13: Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich.

    3. Die Bibel ist das klarste Buch, das je geschrieben wurde, und jeder kann unter der Leitung des in Gottes Wort gegenwärtig wirkenden Heiligen Geistes ihre Lehre verstehen und darinnen den Weg des Lebens finden und daraus ein Gott wohlgefälliges Leben führen. Sie bedarf dazu keiner Auslegung durch die Tradition, durch Bischöfe oder Päpste, um verstanden zu werden. Die Bibel kann nicht gleichgesetzt werden mit der weltimmanenten Menschheitsliteratur, denn sie ist eben nicht Menschenwort oder Ineinander von Gottes- und Menschenwort, sondern einzig und allein Gottes Wort. Dass dieses Gotteswort uns in menschlicher Sprache, menschlicher Redeweise gegeben ist, hat nur instrumentalen Charakter und meint kein von Gott unabhängiges Mitwirken des Menschen bei der Entstehung der Schrift. Die Heilige Schrift ist unaufspaltbar allein Gottes Wort, durch die Geistgehauchtheit, und wirkt auch fortwährend durch die fortlaufend begleitende wirkende Gegenwart des Heiligen Geistes als solches, das ist sie ist Geist und Leben, eine Kraft Gottes, zu retten alle, die daran glauben.

Ps. 119,105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Apg. 1,16:

2 Tim. 3,15-17: Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, dass ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

2 Petr. 1,20.21: Und das sollt ihr für das erste wissen, dass keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist.

Joh. 6,63.68: Der Geist ist's, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. ... Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Röm. 1,16: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

4. Die Bibel, als die Offenbarung Gottes, ist absolut irrtumslos, absolut richtig, absolut unfehlbar, absolut wahr und widerspruchslos, unveränderbar und vollständig, bedarf keiner menschlichen Erklärung und erlaubt nicht, dass irgendwelche Lehren aus irgendwelchen anderen Quellen dazugetan oder Schriftlehren davongetan werden. Die Heilige Schrift ist nicht nur in denen unser Heil betreffenden Aussagen, sondern auch in Aussgen etwa der Geschichte, Geographie oder anderen Aussagen absolut richtig, absolut wahr und darum verbindliche Lehre für uns. Wir haben es nicht mit zwei Ebenen zu tun haben, so, als ob man Aussagen der Schrift als ‚wahr’ bezeichnen könnte und gleichzeitig behaupten, sie drückten nicht historische Wirklichkeit und Richtigkeit aus, so, als habe Gott nicht in der Geschichte seiner Geschöpfe sich offenbart.

5. Es gibt allerdings Stellen der Schrift gibt, die für uns dunkel sind, aber Gott der Heilige Geist hat jeden Lehrartikel an zumindest einer klaren Stelle (Sitz der Lehre, sedes doctrinae) ausgesagt, aus der sie ohne weitere Interpretation zu entnehmen ist. Da die Heilige Schrift sich nicht widerspricht, so sind daher die dunkleren Stellen aus diesen hellen, klaren Stellen (analogia fidei, Analogie des Glaubens) zu erklären.

    6. Die Heilige Schrift ist die einzige und alleinige Quelle, aus der alle Lehre der Kirche zu entnehmen ist, und daher die einzige Regel und Richtschnur, nach welcher alle Lehre und Lehrer beurteilt werden müssen und damit die einzige und alleinige Autorität in der Gemeinde Christi für Lehre und Leben. Sie ist vollkommen und enthält alles, was zum Glauben, zur Erlangung des ewigen Lebens und zu einem gottgefälligen Wandel nötig ist.

Joh. 10,35: Und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.

Joh. 17,20: Ich bitte aber nicht alleine für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden.

Joh. 20,31: Diese sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.

2 Tim. 3,15-17: Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

Eph. 2,20: Erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.

Offenb. 22,18.19: Ich bezeuge aber allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, was in diesem Buch geschrieben stehet.

    7. Kern und Stern der Heiligen Schrift ist Jesus Christus, und zwar der Christus für uns, der um unserer Sünden willen Gekreuzigte und um unserer Rechtfertigung willen Auferweckte. Christus, unser Heiland, bringt sich als DER Prophet selbst in dem prophetischen und apostolischen Offenbarungswort, ist Sprecher und Inhalt zugleich. Die Zentrallehre der Heiligen Schrift, ohne die sie dunkel und verschlossen bleibt, ist die Rechtfertigungslehre, nämlich dass der durch Gottes Zorn verdammte Sünder errettet wird allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst für uns willen, allein durch den Glauben.

    8. Es gibt zwar in gewissen Grenzen Analogien zwischen der Menschwerdung des Sohnes Gottes und dem Eintritt des Wortes des Heiligen Geistes in die Geschichte, aber diese Analogie ist nicht Grundlage der Schriftlehre, sondern ergibt sich vielmehr nur aus dem Vergleich der aus der Schrift erhobenen Lehre von der Schrift und von Christus. Die Schrift selbst ist nicht göttliche Person, ebenso auch die göttliche Herablassung im Werk des Heiligen Geistes nicht in einen Christus in seiner Erniedrigung ähnlichen Stand zugegangen ist, denn dieser Stand Christi war ein einmaliger, unserer, mit dem Tod am Kreuz vollendeter, Erlösung dienend (Joh. 19,30). Die Herablassung im Werk des Heiligen Geistes besteht nicht in Irrtumsfähigkeit des Wortes, sondern darin, daß Gottes Wort in menschlichem Wort, durch Menschen verkündigt, auftritt und ihm so widerstanden und widersprochen werden kann. Dennoch aber ist es Gottes Wort, in dem Gott uns begegnet, um uns durch sein Evangelium zu retten.

Joh. 5,39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist's, die von mir zeuget.

1 Kor. 1,18.23: Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gotteskraft. Wir aber predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.

1 Kor. 2,2: Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch ohn' allein Jesum Christum, den Gekreuzigten.

   9. Wir verstehen Gottes Wort nur recht, wenn wir die beiden Predigten oder Redeweisen Gottes recht unterscheiden, nämlich Gesetz und Evangelium: Das Gesetz als Riegel, der groben Sünde zu wehren; als Spiegel, was seine Hauptaufgabe ist, nämlich die Sündenerkenntnis zu erwecken und damit die rechte Reue zu wirken; als Regel für den Christen, damit er weiß, wie er nach Gottes Willen sein Leben führen soll; das Evangelium aber, das dem durch das Gesetz geschlagenen Sünder gilt, keine Bußpredigt ist, sondern Gottes Trost, Vergebung der Sünden nicht nur redet, sondern als Gottes Gnadenmittel wahrhaft zueignet, gibt.

2 Tim. 2,15: Befleißige dich, Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit.

Röm. 3,20: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Röm. 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

    10. Die Heilige Schrift - und durch sie auch das aus ihr gepredigte Wort, hat mitsamt den anderen Gnadenmitteln, Taufe und Abendmahl - in sich lebendig- und seligmachende Kraft, da der Heilige Geist stets wirkend gegenwärtig ist, und ihr Kraft nicht erst durch den Prediger oder den, der es hört gegeben wird oder es zusätzlicher Unterstützung durch andere Faktoren (Psychologie, Soziologie, Musik, Theater u.a.) bedürfe.

Joh. 6,63: Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben.

Röm. 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben.

1 Petr. 1,23: Als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet.

Jak. 1,21: Nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen.

Joh. 17,20: Ich bitte nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden.

    11. Falsch ist daher eine Lehre, die von einer 'menschlichen Seite' der Heiligen Schrift spricht in dem Sinne, daß ihr Irrtumsfähigkeit, Widersprüchlichkeit, Anpassung an den Zeitgeist, Weltbilder, Ideologien innewohnen bzw. innewohnen könnten.

    12. Falsche Lehreist auch: dass Gott nur den Anstoß zum Schreiben der heiligen Bücher gegeben habe; dass die heiligen Schreiber aus eigenem Antrieb, Wollen, Planen geschrieben hätten ohne direkte Leitung und Führung des Heiligen Geistes; dass der Heilige Geist die Heiligen Schreiber nur bewahrt habe vor Irrtum, aber nicht die Wörter selbst eingegeben; dass die Heilige Schrift ein Ineinander von Gottes- und Menschenwort sei; dass die Heilige Schrift, wie wir sie vorliegen haben, nicht des Heiligen Geistes Werk durch die Propheten, Apostel und Apostelschüler sei, sondern Produkt der Gemeinde oder einer Redaktion, Zusammensetzung aus verschiedensten Urkunden oder Berichten.

    13. Falsch ist eine Lehre, die leugnet, dass wir mit der Heiligen Schrift Gottes Offenbarung selbst haben, an die wir uns halten können und dagegen behauptet, dass wir auf eine ‚punktuelle Gottesmitteilung’, die durch die Schrift (oder anderes) geschehen könnte, warten müssten; eine Lehre, die behauptet, die Heilige Schrift sei nicht wirklich Gottes Offenbarung und Gottes Wort, sondern sie werde nur in der Gegenwart uns zu solchem; eine Lehre, die behauptet, die Schrift sei nicht Gottes Wort, sondern enthalte es nur. 

    14. Falsch ist daher jegliche Lehre, die einen Erkenntnisgrund außerhalb der Heiligen Schrift Gottes zur Grundlage, Autorität oder Mitgrundlage oder Mitautorität der Theologie, der kirchlichen Lehre macht, sei es die Philosophie, sei es die Natur- oder Sozialwissenschaft oder andere Wissenschaften, sei es eine Ideologie, sei es den Zeitgeist, sei es das fromme Ich des Menschen oder sein Gefühl und Erlebnis, sei es die Tradition der Kirche oder das Lehramt oder den Papst oder die menschliche Vernunft oder die Zeitumstände der heiligen Schreiber oder die Apokryphen. Falsch ist die Behauptung, das Verständnis der Schrift müsse sich mit der Zeit und dem Betrachter ändern. Falsch ist eine Lehre, die neben dem Grundtext Bibelübersetzungen in gleicher Weise als authentisch, inspiriert, erklärt.

    15. Falsch ist auch eine Lehre, die behauptet, die Heilige Schrift sei dunkel und bedürfe deshalb der Auslegung durch ein Lehramt

    16. Falsch ist ebenso jegliche Lehre, die behauptet, dass es neben oder außerhalb der Schrift neue Offenbarungen Gottes geben könnte.

    17. Falsch ist eine Lehre, die leugnet, dass die Schrift in sich selbst, durch den Heiligen Geist, der in ihr wirkend gegenwärtig ist, Kraft hat, den Glauben zu bewirken, wann und wo der Geist es will.

    18. Falsche Lehre ist daher: dass die Aussagen der Schrift zeitbedingt und daher dem jeweiligen ‚Weltbild’ der Zeit unterworfen und darum irrtumsfähig seien; dass nur die ‚Heilsaussagen’ irrtumslos seien, andere Aussagen aber Irrtümer enthalten könnten; dass die Schrift die Grundlagen ihres Verstehens von außerbiblischen Kriterien nehmen müsse; daß die Irrtumslosigkeit nur eine ‚relative’ (nicht in allen Aussagen ‚richtig’ aber ‚wahr’), nicht eine absolute (in allen Aussagen wahr und richtig) sei.

    19. Falsche Lehre ist weiter: dass alle Aussagen der Schrift, als Gottes Wort, auf einer Linie säßen und es keine geordnete Beziehung unter ihnen gäbe; dass die Rechtfertigungslehre nicht Kern und Stern der Schrift sei und das rechte Licht zum Verständnis der Schrift; dass mit Herablassung Gottes in der Schrift eine Irrtumsfähigkeit oder Irrtumshaftigkeit der Schrift gemeint sein könnte; dass wir Christus, das Wort, anders als allein durch das Wort der Heiligen Schrift haben könnten.

    20. Falsche Lehre ist außerdem: dass das Wort Gottes nicht lebendigmachende Kraft in sich habe, sondern nur eine Verkündigung sei, neben und bei der der Heilige Geist seine Kraft äußere; dass erst der Glauben (des Verkündigers oder des Empfängers) das Wort lebendig mache; dass das Wort nur äußerlich lehre, der Geist Gottes aber im Inneren wirke; dass nicht die Gnadenmittel, im Zentrum das Wort des Evangeliums, die Herzen, und zwar allein, bekehre und erhalte, sondern dass menschlicherseits zumindest mitgeholfen werden müsse durch andere Mittel (Entscheidung und was eine solche fördere, etwa Psychologie, Soziologie, Musik, Theater).

 

 

II. Von der natürlichen Gotteserkenntnis

 

    1. Alle Menschen haben von Natur eine natürliche Erkenntnis Gottes, nämlich können Gott sowohl erkennen aus seinen Werken in der Natur als auch aus ihrem Gewissen, denn der HERR hat sein Gesetz in unser Herz geschrieben. Diese natürliche Gotteserkenntnis aber offenbart uns nur die Existenz Gottes, sie sagt aber nicht, wie dieser Gott zu uns steht, wie er über uns gesonnen ist, insbesondere offenbart sie nichts vom Evangelium in Christus Jesus und ist daher nicht ausreichend für die Errettung. Für die Bußpredigt aber ist die natürliche Gotteserkenntnis eine Grundlage, da hier das von Gott anerschaffene Gewissen getroffen wird.

Röm. 1,19-20: Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben.

Röm. 2,14.15: Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie sich selbst ein Gesetz damit, dass sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, umsomehr ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird laut meines Evangeliums.

    2. Falsch ist die Behauptung, der Mensch wisse natürlicherweise nichts von Gott.

    3. Falsch ist die Lehre, dass der Mensch auch ohne die Erkenntnis des Evangeliums und dadurch gewirkten Glauben an Jesus Christus als dem einzigen Heiland gerettet werden könnte.        

 

 

III. Vom dreieinigen Gott

 

    1. Gott ist ein göttliches, geistliches, unmaterielles Wesen in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist, alle drei gleich allwissend, allgegenwärtig, unendlich, ewig. Diese Lehre ist im Alten wie im Neuen Testament zu finden. Wer die Dreieinigkeit insgesamt oder die wahre Gottheit einer Person der Dreieinigkeit leugnet, der hat einen anderen Gott und steht außerhalb der Christenheit.

Matth. 28,19: Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

2 Kor. 13,13: Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

1 Mose 1,26 a: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen.

1 Mose 3,22a: Und Gott der Herr sprach: Siehe, ist geworden wie unsereiner.

1 Mose 11,6a.7a: Und der Herr sprach: Wohlauf, lasset uns herniederfahren.

Jes. 6,6: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll!

Jes. 6,8: Und ich hörete die Stimme des Herrn, daß er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?

Gott spricht von/zu Gott: 1 Mose 19,24; 2 Mose 16,7; 4 Mose 14,20.21; Ps. 45,7.8; Ps. 110,1; Jer. 23,5.6; 33,14-16; Mal. 3,1.

Apg 17,27.28: Er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir.

Joh. 3,13: Niemand fähret gen Himmel, als der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

Joh. 5,23: Auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

1 Joh. 2,23: Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht.     

    2. Alle drei Personen sind einander gleich in der Gottheit, sind gleich im Wesen, gleich in der Kraft und Macht und Ewigkeit, und es besteht keine Rangordnung zwischen.

    3. Es ist ein Gott, nicht nur dem Wesen, sondern auch der Zahl und Substanz nach: ein Wesen, ein Wille, ein Schöpfer, ein Herr. Dieses Wesen aber ist mitteilbar, insofern der Vater den Sohn von Ewigkeit geboren hat und der Heilige Geist von Ewigkeit vom Vater und dem Sohn ausgeht.

    4. Mit „Person“ ist nicht eine bloße Erscheinungsweise, auch nicht nur eine Verkündigungsform gemeint, sondern eine Seinsweise, die nicht mitteilbar ist, und  jede Person ist damit unabhängig von der anderen, ein unteilbares Ganzes, nicht nur ein Stück von etwas. Darum haben die drei Personen auch eine innertrinitarische Beziehung zu einander.

5 Mose 6,4: Höre, Israel, der Herr unser Gott, ist ein einiger Herr.

1 Kor. 8,4: Es ist kein anderer GOtt als der einige.

    5. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, ist vom Vater in Ewigkeit geboren, ist wahrer, wesentlicher, natürlicher Gott, eines ewigen göttlichen Wesens mit dem Vater.

Jer. 23,6: Dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.

Joh. 20,28: Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott.

Röm. 9,5: Welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleische, der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit.

1 Joh. 5,20: Dieser [Jesus Christus] ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Joh. 14,9: Philippus, wer mich siehet, der siehet den Vater.

Joh. 10,30: Ich und der Vater sind eins.

    6. Auch der Heilige Geist ist wahrer, wesentlicher und natürlicher Gott, eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn, und von Ewigkeit vom Vater und dem Sohn ausgeht.

Joh. 15,26: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir.

Joh. 20,22: Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist!

Gal. 4,6: Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater!

Apg. 5,3.4: Petrus sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du den Heiligen Geist belügest? ... Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.

1 Kor. 3,16: Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet?

Göttliche Eigenschaften des Heiligen Geistes: Ps. 139,7-12; 1 Kor. 2,10; 12,11.

Göttliche Werke des Heiligen Geistes: 1 Mose 1,2; Ps. 33,6; Hiob 33,4.5; Matth. 12,28; Joh. 3,5; Tit. 3,5; Röm. 8,26.

    7. Falsche Lehre ist: jegliche Leugnung der Dreieinigkeit Gottes; die Leugnung, dass der Heilige Geist auch vom Sohn ausgeht; die Behauptung, die Personen seien nur Ausdrucks- oder Erscheinungs- oder Offenbarungsformen des einen Gottes; die Leugnung der drei Personen; die Behauptung, die Personen seien nur Kräfte; die Behauptung, der Himmel sei ein gewisser Ort, eine räumliche Wohnung.

    8. Falsche Lehre ist weiter: die Behauptung, Christus sei nicht von Ewigkeit wahrer Gott mit aller göttlichen Vollmacht; er habe einen Teil seiner Gottheit während seines Erdenlebens abgelegt; er sei Gottes Sohn nicht von Ewigkeit, sondern durch Annahme (Adoption); die Behauptung, der Heilige Geist sei nicht Person, sondern nur eine Kraft; die Behauptung, es gäbe neben Gott noch andere ewige Wesen.

 

IV. Von den Engeln

 

    1. Die Engel sind von Gott erschaffene, unsichtbare Geister, die ursprünglich alle gut waren, von denen aber ein Teil mit dem Teufel abgefallen ist.

    2. Die guten Engel Gottes sind heilige dienstbare Geister, bereits bestätigt in ihrer Seligkeit, von großer Kraft, die Gott preisen, seine Befehle ausführen, den Menschen, insbesondere den Gläubigen, dienen. Die bösen Engel aber sind Gottes und der Menschen bittere Feinde, ewiglich verdammt, darauf aus, die Werke Gottes zu zerstören. Gerade in der kleinen Zeit, Offenb. 20,7-9, werden Satan und seine Mächte noch einmal alle Christus und seiner Gemeinde feindlichen Mächte sammeln, um ein letztes Mal mit dem Antichristen gegen die Gemeinde anzurennen (heute vorallem: römischer Katholizismus/Papismus; Ökumene, Allianzen; Unionismus; übernationale Staatenbünde und Vereinigungen). Diese bösen Mächte haben aber an der in Christus geborgenen Gemeinde keinen Rechtsanspruch mehr haben, Röm. 8,33.38 f, und müssen bei der im Glauben aufgenommenen missionarischen Proklamation des Sieges Christi weichen, Luk. 10,17.

Ps. 103,20.21: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

Hebr. 1,14: Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?

Kol. 1,16: Durch ihn [Jesus Christus] ist alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beide, die Throne und Herrschaften und Fürstentümer und Obrigkeiten.

Eph. 6,12: Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

1 Petr. 5,8: Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge.

Judas 6: Auch die Engel, die ihr Fürstentum nicht behielten, sondern verließen ihre Behausung, hat er behalten zum Gericht des großen Tages mit ewigen Banden in Finsternis.

    3. Falsche Lehre ist daher: die Leugnung der Existenz der Engel allgemein oder des Teufels im besonderen; die Behauptung, die Engel seien Geschlechtswesen; die Behauptung, die Engel seien abgeschiedene Menschenseelen oder vollkommener entwickelte Menschen; die Behauptung, Satan und seine Dämonen seien nicht mehr die Fürsten der Welt, deren endgültige Entmachtung erst mit Christi Wiederkunft am Jüngsten Tag geschehe, sondern seien schon machtlos.

 

 

V. Von der Schöpfung allgemein und der des Menschen

 

    1. Der Mensch ist nicht das Ergebnis einer Entwicklung (Evolution), sondern von Gott am sechsten Tag als ein intelligentes und moralisches, lebendiges Wesen aus Körper und Seele (Geist), geschaffen wurde. Alles, was ist, wurde von Gott in sechs Vierundzwanzigstundentagen geschaffen aus Nichts. Die Welt und mit ihr alle Pflanzen und Tiere sind nicht Ergebnis einer Entwicklung, sondern ein jegliches wurde von Gott durch sein Wort jeweils nach seiner Art erschaffen und alles, was Gott erschaffen hatte, war sehr gut. Der Tod ist daher nicht von Anfang in der Schöpfung gewesen, sondern ist vielmehr Folge des Sündenfalls.

1. Mose 1,1: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

1 Mose 1,26.27: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kreucht. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und eine Frau.

1 Mose 1,31: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut.

2 Mose 20,11: Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist.

2. Falsche Lehre ist: die Welt insgesamt bzw. der Mensch im besonderen sei Ergebnis eines Urknalls, einer langen Entwicklung (Evolution) oder einer von Gott angestoßenen Entwicklung (theistische Evolution); die Wirklichkeit trage wesentlich geisthaften Charakter, die sichtbare Welt könne von dem, der aus ‚geistigen Kräften schöpfe’ umgestaltet werden; der Mensch sei ein Geist, der nur, als Zugabe, eine Seele habe und in einem Leib wohne; Tod, Selektion sei von vornherein in der Natur; das Leugnen, dass Gott alles in sechs Vierundzwanzigstundentagen erschaffen hat; die Behauptung, die ersten beiden Kapitel der Heiligen Schrift seien nicht historische Tatsachenberichte, sondern bildhafte oder poetische Rede oder es sei nicht wichtig, ob sie naturwissenschaftlich richtig wären, nur der Skopus sei von Interesse.

 

 

VI. Vom Menschen vor und nach dem Fall

 

    1. Der Mensch wurde heilig und unschuldig geschaffen - seine ursprüngliche völlige Gerechtigkeit, Heiligkeit und Vollkommenheit in Gottes- und Naturerkenntnis war anerschaffen (Gottebenbildlichkeit), nicht bloße Zugabe, daher war nicht nur die Seele, sondern auch der Leib ursprünglich unsterblich -, aber er ist in seinem jetzigen gefallenen Zustand seit dem Sündenfall völlig und abgrundtief verdorben und versklavt in den Sündendienst. Daher ist der natürliche Mensch geistlich wahrhaft tot und hat in geistlichen Dingen nur einen unfreien Willen, das ist, er ist gänzlich der Herrschaft Satans unterworfen und kann nichts irgendwie zu seinem Heil tun, kann daher auch Gott weder fürchten, lieben noch ihm vertrauen oder sein Wort aus natürlichem Verstand verstehen und erkennen, noch sich bekehren oder auf seine Bekehrung vorbereiten, zubereiten, den Widerstand gegen Gott mildern. Das ursprüngliche Ebenbild Gottes ist durch den Sündenfall völlig verloren und zerrüttet. (Erbsünde und Erbverderben). Durch diese von Adam auf alle natürlich gezeugten Menschen überkommene Sünde (Erbsünde) sind wir alle Sünder seit unserer Zeugung und darum unter dem Verdammungsurteil Gottes und der Errettung durch unseren Heiland Jesus Christus unbedingt bedürftig, denn aus diesem unserem abgrundtiefen Verderben und Verdammnis können wir uns nicht durch eigene Anstrengungen, Werke, Fortschritte, Kultur, Erziehung erretten.

1 Mose 1,31: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.

Röm. 5,12: Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist kommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben.

Joh. 3,6: Denn was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Röm. 3,10-12: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden; da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer.

Eph. 2,1.3: Und auch euch, die ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, unter welchen wir auch weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches, und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern.

1 Kor. 2,14: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein.

2 Kor. 3,5: Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. 

Eph. 4,24: Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

    2. Falsche Lehre ist: das Ebenbild habe nur im freien Willen bestanden und in der Herrschaft der Vernunft über die Begierden, während die ursprüngliche Gerechtigkeit eine übernatürliche Zugabe gewesen sei; das Ebenbild sei nur dies, dass Gott uns seinen Geist gegeben habe; Adam habe keine ursprüngliche Heiligkeit gehabt; der Leib sei ursprünglich nur durch hinzukommende göttliche Gnade unsterblich gewesen; das Leugnen der Unsterblichkeit der Seele und der ursprünglichen Unsterblichkeit des Leibes; das Leugnen der abgrundtiefen Verdorbenheit der menschlichen Natur; das Leugnen, dass das Ebenbild Gottes bzw. der freie Wille durch den Sündenfall verloren ist; der Mensch habe noch Reste eines freien Willens in geistlichen Dingen, die nur durch Gottes Gnade bestärkt und erweckt werden müssten; der nichtwiedergeborene Mensch hätte noch eine Freiheit oder Möglichkeit, sein Widerstreben gegen Gott zu mindern oder sich für Christus zu entscheiden; der nichtwiedergeborene Mensch könne noch vor Gott gute Werke tun; das Heil eines Menschen hänge ganz oder zumindest zu irgendeinem Teil von seinem Verhalten gegenüber Gott und seinem Wort ab, bzw. der natürliche Mensch habe noch die Freiheit, sich durch die ihm angebotene Gnade Gottes erlösen zu lassen.

 

 

VII. Von der Sünde

 

    1. Die Sünde, durch den Sündenfall unserer ersten Eltern Adam und Eva in die Welt gekommen, ist eine Übertretung des göttlichen Gesetzes, nicht nur mit der bewussten, sondern auch der unbewussten Tat und unserem ganzen Zustand. Der Mensch ist dem Tod und der ewigen Verdammnis aufgrund der Schuld, die er durch die Sünde hat, unterworfen. Der Mensch ist nicht deshalb Sünder, weil er sündigt, sondern er sündigt vielmehr deshalb, weil er ein Sünder ist seit seiner Zeugung, Kinder des Zorns von Natur, in Gottes Ungnade (Erbsünde); auch bei unmündigen Kindern findet sich schon wirkliche Sünde.

    2. Die Ursache der Sünde ist nicht Gott, sondern der Teufel und der verkehrte Wille des Menschen, der sich vom Teufel hat verblenden lassen.

    3. Auch die böse Lust, die in den Wiedergeborenen nach der Taufe bleibt, ist wahrhaft und eigentlich Sünde.

1 Joh. 3,4: Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht.

Gal. 3,10: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue!

Röm. 6,23 a: Der Tod ist der Sünde Sold.

Ps. 5,5: Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir.

Jak. 1,13.14: Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen; er versucht niemand; sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird.

1 Joh. 3,8: Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündiget von Anfang.

Röm. 7,7: Aber die Sünde erkannte ich nicht als durchs Gesetz; denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Laß dich nicht gelüsten!

Gal. 5,17: Das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt.

Jak. 1,15: Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebieret sie die Sünde.

    4. Falsche Lehre ist: Gott habe diejenigen, die verloren gehen, dazu geschaffen, dass sie sündigen und verloren gehen; Gott sei der Ursprung des Bösen; nur die bewusste Tat sei Sünde, nicht auch die unbewusste oder unser Zustand; Maria sei ohne Sünde gewesen bzw. sündlos von ihrer Mutter empfangen und geboren; das Leugnen, dass auch die Erblust im Wiedergeborenen wirkliche Sünde ist; die Leugnung, dass wir um Adams Ungehorsam willen alle Sünder sind; das Leugnen, dass die Sünde durch den Sündenfall unserer Ureltern in die Welt gekommen ist; das Leugnen der Historizität des Sündenfalls gemäß 1 Mose 3.

    5. Keine Sünde ist an sich, ihrer Natur nach, läßlich, sondern, nach dem Gesetz betrachtet, ist jede Sünde eine tödliche oder Todsünde. Bei dem, der an Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland glaubt, wird die Sünde allerdings durch Christi Blut bedeckt und ist vergeben und kann als ‚läßlich’ angesehen werden, solange sie nicht wieder eine herrschende Sünde geworden ist. Bei Nichtchristen ist dagegen jede Sünde eine herrschende.

    6. Die Sünden werden zeitlich und ewig gestraft, wenn nicht durch die Vergebung, die der Glaube um Christi Blut willen empfängt, die zeitlichen und ewigen Strafen erlassen werden.

Röm. 6,23 a: Der Tod ist der Sünde Sold.

Joh. 3,36: Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Jes. 53,5: Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet.

7. Falsche Lehre ist: es gäbe an sich läßliche Sünden; unmündige Kinder hätten noch keine wirkliche Sünde; Kinder christlicher Eltern seien zunächst um ihrer Eltern willen geheiligt und bedürften nicht schon der Erlösung; das Leugnen, dass alle Sünden an sich zeitlich und ewig gestraft werden.

 

 

VIII. Vom Gesetz

 

1. Gott hat uns seinen Willen, sein Gesetz, zwar schon in der Schöpfung ins Herz geschrieben, aber seit dem Sündenfall ist die natürliche Gottes- und Sündenerkenntnis verzerrt. Darum hat der dreieinige Gott sein Gesetz uns verkündigt und in der Heiligen Schrift schriftlich offenbart. Das Gesetz hat eine dreifache Aufgabe: Es dient zunächst einmal dazu, den gröbsten Auswüchsen der Sünde zu wehren (Riegel, Röm. 2,14.25). Sein Hauptgebrauch aber ist derjenige, den Sünder davon zu überführen, dass er Sünder ist, dass er weit davon entfernt ist, mit dem Willen Gottes überein zu stimmen und daher unter dem Zorn Gottes und der Verdammnis steht (Spiegel, Röm. 3,20; 7,7). Das Ziel dieses zweiten Gebrauches des Gesetzes ist es, eine herzliche Sündenerkenntnis und Reue zu bewirken, ein geängstetes und zerschlagenes Herz, das vorbereitet ist, die frohe Botschaft von der Rettung des Sünders allein durch den Heiland Jesus Christus aufzunehmen. Schließlich benötigt der Christ außerdem das Gesetz aber noch, dass es ihm zeigt, was der Wille Gottes für sein Leben, Denken, Tun, Handeln ist (Regel, Ps. 119,9; 1. Joh. 5,3).

2. Kein natürlich gezeugter Mensch kann das Gesetz vollkommen halten. Vielmehr ist es dem gefallenen Mensch völlig unmöglich, irgendetwas Gutes vor Gott zu tun, denn was nicht aus Glauben kommt, das ist Sünde. Röm. 14,23. Aber auch der wiedergeborne Christ kann das Gesetz in diesem Leben nicht vollkommen erfüllen, denn die Sünde ist immer noch in ihm. Darum braucht auch er über allem, was er tut und unterlässt, stets die gnädige Vergebung seines Heilandes.

Ps. 14,3: Sie sind allesamt abgewischen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.

Jes. 64,5: Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid.

Ps. 143,2: Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

2. Die konzentrierteste Zusammenfassung des Gesetzes finden wir in den zehn Geboten (die allerdings in der Fassung in 2. Mose 20 auch noch zeremonialgesetzliche Elemente enthalten), ausgelegt durch unseren Herrn Jesus Christus in der Bergpredigt und zusyammengebunden in dem Doppelgebot: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

a) Der erste Teil dieses Doppelgebotes ist zugleich eine Auslegung und Unterstreichung des ersten Gebotes – Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Christus macht deutlich, dass Gott unsere gesamte Person haben will, unser Herz, unsere Seele, unser Gemüt, unsere Kräfte – kurz: uns selbst, in totaler Beschlagnahme. Gott duldet keinen zweiten neben sich. Weder andere Götter im gröbsten Sinne, wie sie die Heiden haben, noch in einem feineren Sinne, sei es Geld, Reichtum, Besitz, Macht, Ansehen, Familie, Erfolg, Beruf, Firma, seien es andere Menschen oder eine Ideologie oder Wissenschaft oder was sonst unser Denken, Handeln, unsere Wünsche, Ziele, Sehnsüchte, Begierden, unseren Willen, unser Wollen, unser Hoffen bestimmt. Wenn da irgendeine Macht oder Kraft ist, die neben den lebendigen Gott tritt, so ist das bereits Götzendienst und ein Bruch des ersten Gebotes. Wenn die Grundlinie unseres Lebens etwas anderes ist als dies, Gott in Christus Jesus zu dienen, ihm zu gefallen, aus seiner Gnade in seinem Reich zu leben, Matth. 6,33, so ist das ein Bruch des ersten Gebotes, weil wir dann einen anderen Gott haben. Das, was unser Leben, unser Denken, unsere Hoffnung ausmacht, das, was wir von Herzen lieben, das wovor wie Ehrfurcht haben, das worauf wir unser Vertrauen setzen – das ist unser Gott. Darum ist es absolut nötig für Zeit und Ewigkeit, den wahren, den dreieinigen Gott lebendig zu erkennen, was nur in Jesus Christus möglich ist, Joh. 17,3.

Matth. 4,10: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.

Matth. 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.

Spr. 3,5: Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.

Jer. 17,5: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom Herrn.

1. Mose 17,1: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.

Ps. 33,8: Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet.

Ps. 37,5: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen.

Ps. 118,8: Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.

Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Matth. 6,33: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.

b) Im zweiten Gebot geht es um unseren Umgang mit dem lebendigen Gott: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz führen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Der Name Gottes ist dabei nicht zu verstehen als ein Rufname, wie dies bei Menschen der Fall ist, sondern er beschreibt das Wesen des lebendigen Gottes, weshalb wir in der Bibel vielerlei Namen für den dreieinigen Gott haben, im Neuen Testament in erster Linie Jesus Christus, Apg. 4,12. Der Name Gottes wird missbraucht, wenn wir ihn gedankenlos nennen, wenn wir ihn zu Lügen, Irrlehren missbrauchen oder in seinem Namen fluchen, falsch oder unnütz schwören, zaubern, betrügen.

Dagegen gebrauchen wir den Namen Gottes recht, wenn wir ihn, den dreieinigen Gott, im herzlichen, kindlichen Vertrauen anrufen, beten, loben, danken, also im Gebet mit ihm verbunden sind, Matth. 7,7. Der Eid ist nicht grundsätzlich verboten, auch Jesus Christus hat unter Eid ausgesagt, Matth. 26,63.64. Er soll aber nur da verwendet werden, wo er zum Wohl des Nächsten hilfreich ist oder durch staatliche Ordnung gefordert wird, soweit mit dem Eid nichts Unrechtes gelobt oder bekräftigt wird (Problem des Eides in totalitären Systemen, die einen bedingungslosen Eid fordern oder einen Eid auf die Ideologie, beides gegen das erste Gebot gerichtet).

Ps. 48,11: Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

Apg. 4,12: Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.

Gal. 6,7: Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist das ewige Leben ernten.

3. Mose 24,15: Wer seinem Gott flucht, der soll seine Schuld tragen.

2. Kor. 1,23: Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele.

Hebr. 6,16: Die Menschen schwören ja bei einem Größeren als sie sind; und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende.

Matth. 26,63.64: Aber Jesus schwieg stille. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu  ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob  du seiest Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an wird’s  geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten  der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.

5. Mose 18,10-12: Dass nicht unter dir funden werde, der seinen Sohn oder Tochter durchs  Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder ein Tagewähler, oder der auf  Vogelgeschrei achte, oder ein Zauberer, oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter, oder der die Toten  frage. Denn wer solches tut, der ist dem Herrn ein Gräuel, und um solcher Gräuel  willen vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir her.

Matth. 7,21: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Matth. 15,8: Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.

Jer. 23,31: Siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die ihr eigenes Wort führen und sprechen: Er hat’s gesagt.

Ps. 50,15: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.

Matth. 7,7: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Ps. 103,1: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen.

Ps. 118,1: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte wäre ewiglich.

c) Im dritten Gebot geht es, wenn wir das zeremonialgesetzliche Beiwerk des Alten Bundes hinweg tun, um Gott und sein Wort an uns: Du sollst den Feiertag heiligen. Gott hat im Neuen Testament keinen Tag besonders gesetzt, Röm. 14,5.6, aber der Kirche Jesu Christi die Freiheit gelassen, besondere Tage und Zeiten für die Verkündigung des Wortes Gottes zu bestimmen. Geheiligt werden Tage und Orte, wird unser Tagesablauf, unser Leben durch das Wort Gottes. Darum versündigen wir uns an Gott, wenn wir sein Wort nicht oder nur unregelmäßig lesen, es nicht betend bedenken und für uns anwenden, den Gottesdienst grundlos versäumen oder unaufmerksam in ihm sind, die missionarische und evangelistische Arbeit der eigenen Kirche nicht unterstützen. In diesem Gebot werden wir aufgefordert, Gottes heiliges Wort, die Bibel, als sein geistgehauchtes, irrtumsloses Wort anzunehmen, eifrig und betend darinnen zu lesen, es auf uns anzuwenden, Gottesdienst und Bibelstunden fleißig zu besuchen und die missionarische und evangelistische Arbeit zu unterstützen.

Röm. 14,5.6: Einer hält einen Tag vor dem andern; der andere aber hält alle Tage  gleich. Ein jeglicher sei seiner Meinung gewiß. Welcher auf die Tage hält, der tut’s dem Herrn; und welcher nichts darauf  hält, der tut’s auch dem Herrn. Welcher isset, der isset dem Herrn; denn  er danket Gott. Welcher nicht isset, der isset dem Herrn nicht und danket Gott.

Kol. 2,16.17: So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank  oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate, welches ist der Schatten von dem, was zukünftig war; aber der Körper  selbst ist in Christo.

Matth. 12,8: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbath.

Apg. 2,42: Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

Luk. 11,28: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Luk. 10,16: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

Pred. 4,17: Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehest, und komm, dass du hörest.

Ps. 26,8: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

Jak. 1,22: Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.

Matth. 28,18-20: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

1. Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

d) Während die ersten drei Gebote den direkten Umgang mit Gott beschreiben, geht es ab dem vierten Gebot um unser Leben mit unseren Mitmenschen, unseren Nächsten, die wir lieben sollen wie uns selbst. Die Bibel kennt kein Gebot der Selbstliebe, denn der lebendige Gott weiß, dass jeder Mensch seit dem Sündenfall sich sowieso zuerst und vor allem liebt. Nächstenliebe ist mehr als Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Es geht darum, den anderen in allen Dingen auf eine Stufe mit mir zu stellen, ihm in allen Dingen sein Glück zu gönnen, ja, zu fördern, und in allem, wo es möglich ist, ihm sein Unglück zu wehren, für ihn einzutreten. Dies kann auch anfangsweise nur gelebt werden, wenn wir durch den Heiligen Geist gefördert sind in der Demut, der Selbstverleugnung, der Hingabe, dem Dienen, Phil. 2,1-5. Nächste sind dabei diejenigen Menschen, die Gott in unser Leben hinein stellt, dass wir mit ihnen leben und an ihnen Gottes Willen üben. Auch die Feinde gehören dazu, Matth. 5,44.

Der engste Lebensbereich ist dabei die Familie, der Ausgangspunkt zugleich des Volkes und des Staates. Ihrem Schutz und ihren Ordnungen dient daher das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren; damit es dir wohl geht und du lange lebest auf Erden. In erster Linie geht es dabei um das Verhältnis von Eltern und Kindern. Elternschaft ist gemäß diesem Gebot ein göttliches Amt, ein göttlicher Stand und hat eine von Gott verliehene Autorität, die auch dann zu achten ist, wenn die Personen „wunderlich“ sein mögen, ja, selbst immer wieder gegen Gottes Gebote verstoßen. Es geht hier auch nicht nur darum, sie zu lieben, sondern auch, sie in ihrem Amt zu ehren, um der Autorität willen. Gott will, dass Kinder ihren Eltern gehorchen, sie lieben, ihnen dienen, sie auch in ihrem Alter achten und ihnen helfen. Die Eltern sollen dabei aber auch nicht über Gebühr gehorsam verlangen, auch nicht über Gebühr die Kinder einschränken, sie nicht zum Zorn reizen, Eph. 6,4, haben aber das Recht zur Züchtigung, wo es wirklich nötig ist.

Aus der elterlichen Autorität, dem Elternamt, leitet sich auch alle weitere Autorität in Volk und Staat ab, die des Lehrers, der Vorgesetzten im Arbeitsbereich, die der staatlichen Einrichtungen auf allen Ebenen (Gemeinde, Kreis, Bezirk, Land, Staat) und Bereichen (Behörden). Auch die staatliche Obrigkeit ist eine göttliche Ordnung, Röm. 13,1-7, der wir Gehorsam schuldig sind. Jeglicher Gehorsam gegen jegliche Autoritäten findet aber da seine Grenze, wo etwas gegen Gottes Gebot, Ordnung und willen befohlen wird (clausula Petri), Apg. 5,29. Dem Christ erwächst daraus aber kein aktives, sondern nur ein passives Widerstandsrecht, ja, eine passive Widerstandspflicht. Aufstand, Umsturz, Revolution sind mit Röm. 13 unvereinbar.

Gal. 6,10: Darum, so lange wir noch Zeit haben, lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Matth. 5,44.45: Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut  wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und  verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel Denn er läßt seine Sonne  aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässet regnen über Gerechte  und Ungerechte.

Spr. 30,17: Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

Kol. 3,20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn.

Spr. 23,22: Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

3. Mose 19,32: Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Alten ehren.

Röm. 13,1-7: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es  ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von  Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung;  die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu  fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue  Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben; denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte  dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin,  eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. So seid nun aus Not untertan, nicht allein um der Strafe willen, sondern  auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die  solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoße dem der Schoß  gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht dem die Furcht gebührt;  Ehre, dem die Ehre gebührt.

1. Petr. 2,18: Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren; nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.

Kol. 3,22-4,1: Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht  mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit  Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den  Menschen; und wisset, daß ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des  Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber unrecht tut, der wird empfangen; was er unrecht getan hat; und  gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten und  wisset, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt.

Jer, 29,7: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn.

Apg. 5,29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

e) Das fünfte Gebot betrifft uns selbst und alle unsere Nächsten, und zwar an ihrem kostbarsten irdischen Gut nach dem Heil in Christus, ihrem Leben, das Gott schützt: Du sollst nicht töten. Gemäß der Auslegung durch unseren Heiland verstößt nicht nur derjenige gegen das Gebot, der einen anderen willentlich umbringt, sondern bereits der, der in seinem Herzen Bitterkeit, Groll, Zorn, Hass, Bosheit gegen den Nächsten hegt oder es auch noch in Worte kleidet. Vielmehr sollen wir darauf bedacht sein, unserem Nächsten weder körperlich noch seelisch zu schaden, sondern ihm zu helfen, zu dienen, zu fördern. Matth. 5,21-26.

Es ist eindeutig, dass Abtreibung; aktive und passive Sterbehilfe (wo es wirklich darum geht, Leben zu retten oder zu beenden, nicht nur, einen tatsächlichen Todeskampf nicht zu verlängern); eine Forschung, die durch künstliche Befruchtung erzeugte Menschen tötet (embryonale Stammzellenforschung, soweit kein Nabelschnurblut verwendet wird) damit Mord ist.

Auch Selbstmord ist ein eindeutiger Verstoß gegen dieses Gebot.

Dagegen ist Wehr- und Kriegsdienst erlaubt, wie die Beispiele christlicher Soldaten in der Bibel zeigt (Hauptmann Cornelius, der Hauptmann zu Kapernaum), soweit damit kein Angriffskrieg unterstützt oder sonst die Soldaten zu kriminellen Handlungen missbraucht werden.

Auch die Todesstrafe ist gemäß der Bibel nicht einfach verworfen, sondern zugelassen, 1. Mose 9,6; Röm. 13,4. Auch hier gilt aber, dass die Bibel den Bereich dafür sehr eingeschränkt hat und ihn nur bei offenkundigem, bewiesenen Mord kennt.

Matth. 5,21-26: Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten;  wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts  schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats  schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken,  daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne  dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem  Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte  dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest  in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du  auch den letzten Heller bezahlest.

Röm. 12,19: Rächet euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.

1. Joh. 3,15: Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und ihr wisst, dass ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei sich bleibend.

Matth. 15,19: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.

Jer. 1,5: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleib bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest.

Jes. 58,7: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

1. Mose 9,6: Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen nach seinem Bilde gemacht.

f) Mit dem sechsten Gebot schützt Gott den von ihm selbst bereits im Paradies eingesetzten heiligen Stand der Ehe: Du sollst nicht ehebrechen. Auch hier macht Jesus Christus in der Bergpredigt deutlich, dass dieses Gebot nicht erst da gebrochen wird, wo es Ehepartner außerhalb der Ehe Geschlechtsbeziehungen haben, sondern vielmehr bereits in den begehrenden Gedanken beginnt und alles umfasst, was die Beziehung von Mann und Frau in der Ehe herabsetzt, beschmutzt, schädigt, sei es in Gedanken, in Worten, in Bildern, in Taten. Das sechste Gebot macht zugleich deutlich, dass die Ehe unauflöslich ist, außer bei Ehebruch, und sie nur zwischen einem Mann und einer Frau eingegangen werden kann. Vielehe wie auch Homosexualität widersprechen Gottes Ordnungen, Homosexualität ist Gräuelsünde und fordert Gottes Gericht heraus, Röm. 1,26.27.

Matth. 5,27-32: Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat  schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Ärgert dich aber dein rechtes Auge; so reiß es aus und wirf’s von dir.  Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze  Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir. Es  ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze  Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr  geben einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um  Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene  freiet, der bricht die Ehe.

1. Mose 2,18.24: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei...Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seiner Frau hangen; und werden die beiden sein ein Fleisch.

Matth. 19,6: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

1. Kor. 7,2.9: Aber um Hurerei zu vermeiden, habe ein jeder seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann... Es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren.

Eph. 5,3.4: Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt  werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht  ziemen, sondern vielmehr Danksagung.

Eph. 5,12: Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich.

Hebr. 13,4: Die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.

Röm. 13,13: Lasset uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Eifersucht.

Eph. 4,29: Lasset kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern redet, was nützlich zur Besserung ist, wo es not tut, damit es Segen bringe denen, die es hören.

1. Kor. 6,19: Wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, und den ihr von Gott habt, und das ihr nicht euch selbst gehört?

1. Kor. 6,19: Fliehet die Hurerei!

Röm. 1,25-32: Die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge und haben geehret und  gedienet dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in  Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre  Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen Desselbigengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch  des Weibes und sind aneinander erhitzet in ihren Lüsten, und haben Mann  mit Mann Schande gewirket und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein  sollte) an sich selbst empfangen. Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie  Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Hasses,  Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche,  den Eltern ungehorsam, Unvernünftige, Treulose, störrig, unversöhnlich, unbarmherzig die GOttes Gerechtigkeit Wissen (daß, die solches tun, des Todes würdig  sind), tun sie es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen,  die es tun.

g) Mit dem siebenten Gebot wird das Eigentum geschützt: Du sollst nicht stehlen. Auch hier geht es nicht nur um die verschiedenen Formen wie Diebstahl, Betrug, Raub, sondern bereits um die begehrliche Herzenshaltung, den Neid, die Missgunst, die Habsucht, dann überhaupt um alle unrechte Weise, an Besitz zu kommen, auch etwa das Vorenthalten des gerechten Lohnes.

Dagegen sollen wir dem Nächsten helfen, dass er sein Eigentum behält, dass es vor Schaden geschützt wird, dass er das, was ihm zusteht, auf rechtliche Weise bekommt.

Hab. 2,6: Wehe dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut – wie lange wird’s währen? – und häuft viel Pfänder bei sich auf.

Jer. 22,13: Wehe dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.

Luk. 6,35: Leihet, dass ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein.

1. Thess. 4,6: Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über alles.

2. Thess. 3,10: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.

Luk. 12,15: Sehet zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Luk. 12,16-21: Es war ein reicher Mensch,  des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe  nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und  größere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und  meine Güter. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat  auf viel Jahre; habe nun Ruhe, iß trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von  dir fordern, und wes wird’s sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer sich Schätze sammelt und ist nicht reich in Gott.

1. Tim. 6,6-10: Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden  auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke  und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen  ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels, welches hat etliche gelüstet, und  sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen.

Eph. 4,28: Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf dass er habe, zu geben dem Bedürftigen.

Matth. 5,42: Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

Spr. 19,17: Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.

Hebr. 13,16: Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.

h) Mit dem achten Gebot schützt Gott unseren guten Namen: Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten. Im engsten Sinne geht es um den Zeugenstand bei Gericht, bei dem keinerlei Unwahrheit gesagt werden darf. Aber es geht weit darüber hinaus, nämlich darum, dass wir überhaupt nichts Unwahres sagen sollen; dass wir auch prüfen sollen, warum wir Dinge sagen, etwa um andere Menschen schlecht zu machen, ihren Ruf zu ruinieren. Alles üble Nachreden, alles Tratschen ist damit untersagt; ebenso aller Verrat, alle Lüge. Dagegen sind wir nicht verpflichtet, immer die Wahrheit vollständig zu sagen, wenn wir dadurch jemandem schaden würden.

Wir sollen dagegen uns für den guten Ruf des Nächsten einsetzen, soweit es möglich ist, und deshalb gerade auch seine guten Seiten hervorkehren.

Sach. 8,17: Keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten.

Eph. 4,25: Leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.

Spr. 19,5: Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

Spr. 11,13: Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer treuen Herzens ist, verbirgt es.

Matth. 18,15: Sündiget aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein.

Spr. 31,8.9: Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.

1. Petr. 4,8: Die Liebe deckt auch der Sünden Menge.

i) Das neunte und zehnte Gebot ähneln einander, sind aber bei der Aufzählung der Gebote im 5. Buch Mose als zwei Gebote aufgeführt: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh, noch alles, was er hat  Das neunte geht dabei vor allem auf den materiellen Besitz, das zehnte auf alles, was zum Nächsten gehört. Lag der Schwerpunkt bei den anderen Geboten, 5.-7. Gebot, stärker auf der Handlung selbst, so ist im neunten und zehnten Gebot mehr das Motiv im Blickfeld, also die böse, die begehrende Lust, wie sie auf verschiedene Dinge gerichtet ist. Sie ist Sünde, auch dann, wenn sie nicht zur Ausführung kommt.

Jes. 5,8: Wehe denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken, bis kein Raum mehr da ist, und sie allein das Land besitzen.

Phil. 2,4: Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was des andern ist.

Gal. 5,13: Durch die Liebe diene einer dem andern.

Röm. 7,7: Die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Lass dich nicht gelüsten.

Jak. 1,14.15: Ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde, die Sünde aber,wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod.

Ps. 37,4: Habe deine Lust am Herrn; de wird dir geben, was dein Herz wünschet.

Matth. 5,48: Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Gal. 3,10: Verflucht sei jedemann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue.

 

 

IX. Von der Person Jesu Christi

 

    1. Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, ist unser Herr, der uns verlorene und verdammte Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen teuren Blut und seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf dass wir sein eigen seien und in seinem Reich unter ihm leben und ihm dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Toten, lebet und regieret in Ewigkeit. (Kleiner Katechismus Dr. Martin Luthers, Erklärung zum zweiten Glaubensartikel.)

    2. Jesus Christus ist also wahrhaftiger Gott, ewiger Sohn des ewigen Vaters, vom Vater in Ewigkeit geboren, gleich ewig und wesenseins mit dem Vater, ihm an Herrlichkeit, Macht, Ehren, Gewalt völlig gleich, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, auch nicht der Erstling der Schöpfung, sondern vielmehr ihr Ursprung, ihre Ursache (so Offenb. 3,14 richtig verstanden nach dem griechischen Grundtext). Darum führt er in der Schrift den Namen Gottes; sagt sie von ihm göttliche Eigenschaften, göttliche Werke und göttliche Ehre aus: Er ist von Ewigkeit, alle Gewalt ist ihm gegeben; er weiß alles und ist alle Tage bei uns, ist allgegenwärtig; ist der allgewaltige Schöpfer und Richter, erhält, trägt alle Dinge durch sein Wort; er vergibt die Sünden; darum soll er auch angebetet und geehrt werden wie der Vater und mit dem Vater.

Jer. 23,6: Und dies wird sein Name sein, dass man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist [Jahwe Zedakah].

Matth. 17,5: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.

Joh. 20,29: Mein Herr und mein Gott!

Röm. 9,5: Christus, ... der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit.

1 Joh. 5,20: Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Matth. 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt, im Himmel und auf Erden.

Joh. 1,1-3: Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Joh. 8,58: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich.

Joh. 10,30: Ich und der Vater sind eins.

Joh. 21,17: Herr, du weißt alle Dinge!

Hebr. 13,8: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Hebr. 1,3: Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.

Joh. 5,22: Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben, auf dass sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Hebr. 1,6: Es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

    3. Dass Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist, ist für unsere Erlösung unabdingbare Voraussetzung, denn ein bloßer Mensch hätte uns nicht erlösen können, auch nicht ein Engel oder sonst irgendein Geschöpf Gottes, denn alle Geschöpfe Gottes sind den Gesetzen Gottes unterworfen und müssen sie als Gottes Forderung für sich halten: Jesus Christus allein als der lebendige Gott konnte sie um unseretwillen erfüllen. Nur als der lebendige Gott konnte er ohne Sünde sein, rein, unschuldig und uns so durch seinen Gehorsam, Leiden und Sterben den Freispruch im Jüngsten Gericht, die Gerechtsprechung erwerben und volle Genüge für unsere Sünde und Schuld tun.

Ps. 49,8: Kann doch ein Bruder niemand erlösen noch Gott jemand versöhnen.

Hebr. 7,26: Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der Himmel ist.

    4. Jesus Christus ist zugleich, in einer Person, wahrhaftiger Mensch, empfangen von dem Heiligen Geist und geboren von der Jungfrau Maria, uns in allem gleich geworden, ausgenommen die Sünde: mit unserem Leib, mit unseren Gefühlen (z. B. Hunger, Durst, Müdigkeit, Traurigkeit), mit menschlicher Seele und Willen.

1 Tim. 2,5: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.

1 Petr. 2,22.23: Welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden, welcher nicht widerschalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet.

Luk. 24,39: Sehet meine Hände und meine Füße.

Matth. 26,38: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod.

    5. Dass Jesus Christus wahrer Mensch wurde, geschah allein um unseretwillen, zu unserer Errettung, denn er ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen. Damit er aber dies tun konnte, musste er unter das Gesetz getan werden, damit er es stellvertretend für uns erfüllte, damit er dann, als der Sündlose, mit unserer Sünde beladen für uns am Kreuz sterbe, als wahrer Gott und wahrer Mensch, durch die menschliche Natur.

Gal.4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, dass wir die Kindschaft empfingen.

Kol. 1,22: Nun aber hat er euch versöhnet mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod.

Hebr. 2,14: Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er's gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Gewalt nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel.

    6. Falsche Lehre ist daher: Christus habe auf Erden nicht die volle Gottheit gehabt bzw. habe sich dem Zeitgeist angepasst, sei nicht allwissend, allmächtig gewesen; Christus sei wohl Gottessohn, aber darum nicht wesenseins mit dem Vater wahrer Gott; Christus sei der Erste der Geschöpfe; Gott habe Jesus von Nazareth erst nachträglich als Sohn aufgenommen (Adoption); Christus habe sich selbst nicht als wahren Gott angesehen; die Bezeichnungen in der Bibel für ihn seien nur Ehrentitel, keine Wesensbeschreibungen; Christus Jesus sei nicht auch wahrer Mensch zugleich; Christus habe nur einen Scheinleib gehabt; Christus habe nicht auch nach seiner menschlichen Natur eine Seele, Willen, Gefühle, Empfindungen gehabt.

    7. Jesus Christus ist wahrer Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, ohne Anfang und Ende, und zugleich wahrer Mensch, seitdem Maria ihn durch den Heiligen Geist empfangen hat. Diese beiden Naturen sind nicht zu einer neuen Natur vermischt oder vermengt worden, ebensowenig aber stehen sie zusammenhanglos nebeneinander, wie etwa einandergeklebte Bretter, sondern es ist wahrhaft nur eine Person. Die göttliche Person hat die menschliche Natur dabei in die eine Person aufgenommen, was unter dem Bild des glühenden Eisens, im Blick auf die Gemeinschaft von Feuer und Eisen, verstanden werden kann. Seit der Empfängnis durch Maria dürfen darum die beiden Naturen in der einen Person nicht mehr getrennt werden. Was daher im Blick auf die eine Natur ausgesagt wird, da ist immer die andere auch dabei, da stets die eine, ganze Person Jesus Christus gemeint ist. Dabei behalten zwar einerseits die Naturen die ihnen besonderen Eigenschaften, aber ihnen werden zugleich die Eigenschaften der anderen Natur wunderbarerweise mitgeteilt, und zwar seit der Empfängnis. Wir haben daher die innigste Gemeinschaft und gegenseitige Durchdringung der beiden Naturen in der einen Person, 2 Sam. 7,10. Diese Gemeinschaft besteht nicht nur dem Namen nach, sondern real, weshalb hier, nur bei Christus, gesagt werden kann: Gott ist Mensch, und: Mensch ist Gott.

    8. Die Folge dieser Vereinigung der beiden Naturen und ihrer innigsten Gemeinschaft in der einen Person ist die gegenseitige Mitteilung der Eigenschaften. A) Was von einer Natur ausgesagt wird, wird der ganzen Person beigelegt, 1 Joh. 1,7; B) die Mitteilung der göttlichen Majestät, die von Christus auch nach seiner göttlichen Natur ausgesagt wird, Matth. 28,18; C) die Mitteilung der Amtswerke, nämlich dass Christi Werke nicht nur einer Natur zugeschrieben werden können, sondern immer der ganzen Person, also beide Naturen daran beteiligt sind, etwa auch bei unserer Erlösung, Gal. 4,4.5; 1 Joh. 1,7, nämlich eine jede Natur wirkt, was ihr eigen ist, in Gemeinschaft mit der anderen, 1 Joh. 3,8; Hebr. 2,14; Gal. 4,4.5.

    9. Darum wird Maria auch von Elisabeth die ‚Mutter meines Herrn’ genannt, Luk. 1,43, oder, wie die Kirche seit früher Zeit auch sagt, Gottesmutter. Darum predigte Petrus auch, daß die Juden nicht nur einen Menschen, Jesus von Nazareth, getötet haben, sondern ‚den Fürsten des Lebens’, Apg. 3,15, also Gott. Darum bekennen wir auch recht, dass Gott selbst für uns am Kreuz gestorben ist, obwohl er eigentlich nicht sterben kann.

    10. Wenn wir daher im Neuen Testament lesen, dass Jesus Christus vom Vater etwa das Gericht empfangen habe oder die Macht, lebendig zu machen, so ist dies immer im Blick auf die menschliche Natur ausgesagt, denn im Blick auf die göttliche Natur hat er solche Vollmacht von Ewigkeit.

2 Sam. 7,10: Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der Herr ist.

Joh. 1,14: Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Röm. 9,5: ... welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleische, der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit! Amen.

Kol. 2,9: In ihm wohnet die Fülle der Gottheit leibhaftig.

1 Tim. 3,16: Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist geoffenbaret im Fleisch.  

Matth. 28,18.20: Und Jesus trat zu ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. ... Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

Eph. 4,10: Christus ist aufgefahren über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete.

1 Joh. 1,7: Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.

Apg. 3,15: Den Fürsten des Lebens habt ihr getötet.   

Apg. 20,28: ... zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigen Blut erworben hat.

    11. Falsche Lehre ist daher: aus den beiden Naturen sei eine neue, besondere Natur entstanden mit einem Willen, Seele, Empfindung; die beiden Naturen seien nur dem Namen in Gemeinschaft, tatsächlich aber weit voneinander getrennt; die menschliche Natur sei gar nicht fähig, die göttliche Natur in sich zu tragen (das Endliche sei unfähig, das Unendliche zu tragen); die göttliche Natur sei nicht nur in der einen Person, zusammen mit der menschlichen Natur, sondern auch außerhalb davon bzw. getrennt von der menschlichen Natur; Christus besitze nach seiner menschlichen Natur nicht die göttliche Majestät, sondern nur begrenzte Macht und erschaffene Gaben; daß die menschliche Natur Christi Teil an der Herrlichkeit erst im Stande der Erhöhung bekommen habe; die Naturen würden unabhängig von einander wirken.

 

 

X. Von Christi Amt und Werk

 

    1. Jesus Christus ist unser Prophet, Hoherpriester und König, welche drei Ämter er allesamt zu unserem Heil und der Erhaltung seiner Gemeinde ausführt.

    2. Christi prophetisches Amt: Er ist, im Anschluss an Moses Vorhersage 5 Mose 18,15, als DER Prophet gekommen, als DER Lehrer, der die frohe Botschaft von der Erlösung bringt, die in seiner Person und seinem Tun selbst besteht, hat sich also selbst als der Sohn Gottes und Erlöser der Welt geoffenbart. Darum verweist uns Gott selbst immer wieder an seinen Sohn, dass wir ihn hören sollen, Matth. 17,5, und Jesus Christus selbst bindet uns unbedingt und absolut an sein Wort, Joh. 8,31.32; Matth. 28,19. Dieses prophetische oder Lehramt führt Christus auch nach seiner Himmelfahrt weiter aus, nämlich durch seine Gemeinde, der er dazu die Gnadenmittel, insbesondere sein Wort, gegeben hat, und in der er das heilige Predigtamt zur öffentlichen Verwaltung der Gnadenmittel, insbesondere der öffentlichen Verkündigung von Gesetz und Evangelium, eingesetzt hat. Die Hirten der Gemeinde, die Evangelisten und Missionare bitten an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. Das Zentrum von Christi prophetischem Amt ist also das Evangelium, nicht das Gesetz. Denn er ist nicht als ein neuer Gesetzgeber gekommen, sondern als der Heiland, der Erretter.

5 Mose 18,15: Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen.

Matth. 17,5: Dies ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören!

Matth. 28,19: Darum gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehret  halten alles, was ich euch befohlen habe.

Joh. 1,17.18: Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

2 Kor. 5,18.20: Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnet hat durch Jesus Christus und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. ... So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott!

    3. Das Zentrum der Lehre, die Jesus Christus in seinem prophetischen Amt gelehrt hat, ist die, dass er als der Sünderheiland oder Hoherpriester gekommen ist. So ist auch das hohepriesterliche Amt sein eigentlichstes und vornehmstes.

    4. In diesem hohenpriesterlichen Amt hat er alles erfüllt, was zu unserer Erlösung nötig ist und hat eine vollkommene Erlösung uns erworben, eine volle Genugtuung dem Vater gebracht und so für alle Welt die Gerechtsprechung erworben, das ist: alle Welt mit Gott versöhnt, 2. Kor. 5,17-21. Dieses sein hohepriesterliches Amt bestand dabei zum einen darinnen, dass er an unserer Statt, stellvertretend, sich unter das Gesetz getan hat, sich dem Gesetz uns zugut unterworfen hat, um es an unserer Statt vollkommen zu erfüllen und unseren Ungehorsam zu büßen, Gal. 4,4.5. Zum anderen aber ist er dann, als wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person - denn nur als solcher konnte er wirklich das Gesetz vollkommen erfüllen -, als der wahrhaft Unschuldige, Reine auch unser Hoherpriester und Lamm zugleich geworden, nämlich dass er die Sünde der Welt, aller Menschen aller Zeiten auf sich genommen und an seinem Leibe auf dem Kreuz sich dafür geopfert hat als das Lamm Gottes, Joh. 1,29; 1. Petr. 2,24.25. Damit musste er auch die völlige Gottverlassenheit, die Hölle, erdulden und starb am Kreuz für alle Menschen, hat also die Strafe für die Sünde aller Menschen getragen und so allen Menschen die Rechtfertigung verdient, erworben hat auf Golgatha. Dadurch sind wir tatsächlich schon grundsätzlich gerechtgesprochen, geheilt, mit Gott versöhnt, 2. Kor. 5,17-21; Röm. 5,18.19 - und Christus eignet uns dies zu, die Vergebung, die Gerechtsprechung, das neue Leben aus Gott, durch das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl und erhält uns dadurch auch darinnen auf den Tag seiner Wiederkunft, Phil. 1,6; 1. Kor. 1,9. Der Gerechtigkeit Gottes ist durch Christi Leiden und Sterben volle Genüge getan worden, wir sind dadurch von Schuld und Strafe erlöst. Wer zu unserer Erlösung oder Errettung von Strafe noch eigene Werke oder Maria oder Heilige und deren Verdienst hinzufügt, es sei zu einem größeren oder kleineren Teil, der lästert Christus und stößt sein Verdienst um.

    5. Aber auch dieses sein hohepriesterliches Amt hat nicht aufgehört mit seiner Himmelfahrt. Auch jetzt tritt Christus als unser einziger Mittler für uns ein und vertritt die Seinen bei seinem Vater und sorgt durch die Weiterführung seines prophetischen Amtes in der Gemeinde, in dessen Zentrum das Evangelium von der Errettung allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, allein durch den Glauben steht, dafür, dass Menschen aus dem Reich der Finsternis versetzt werden in sein Gnadenreich, dass Menschen also errettet werden aus der Verdammnis zum seligmachenden Glauben an Christus, die durch ihn erworbene Vergebung ergreifen.

Matth. 1,21: Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.

1 Joh. 4,10: Darinnen stehet die Liebe, nicht daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.

Luk. 19,10: Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen.

Matth. 20,28: Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Hebr. 7,26: Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, als der Himmel ist.

Hebr. 10,10.12.14: In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.... Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes ... Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden.

Jes. 53,4-6: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn.

2 Kor. 5,19.21: Denn Gott war in Christus und versöhnete die Welt mich ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. ... Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.   

Röm. 3,24: [Wir] werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christus JEsus geschehen ist.

Röm. 5,18.19: Wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen. Denn gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder geworden sind, also auch durch eines Gehorsam werden viel Gerechte.

1 Petr. 1,18.19: Wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

1 Tim. 2,5.6: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde.

1 Joh. 2,1.2: Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöhnung für unsere Sünde, nicht allein aber für die unsere, sondern auch für die der ganzen Welt.

Röm. 8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

    6. Jesus Christus hat ein königliches Amt, nämlich er ist der Herr aller Herren, ihm ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, Matth. 28,18, er sitzt zur Rechten des Vaters, gesetzt  über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft in dieser und der zukünftigen Welt, Eph. 1,20.21.

    7. Hinsichtlich der Herrschaftsweisen und der Bereiche unterscheiden wir dabei zwischen dem Machtreich, dem Gnadenreich und dem Herrlichkeitsreich, deren Wesen und Weisen wohl zu unterscheiden sind. Im Machtreich regiert er über alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden, erhält sie mit all dem, was sie zum alltäglichen Leben benötigen; ist der Herr der Geschichte. Wir sprechen hier auch von seinem Reich zur Linken, in dem er u.a. auch durch die Obrigkeit, also den Staat, die Regierungen, die Autoritäten auf Erden, regiert, die ihre Autorität, Amt allein von ihm haben, Röm. 13,1-7. In diesem Reich regiert er nicht durch sein Heiliges Schriftwort, sondern durch die natürlichen Ordnungen, die er durch seine Engel erhält („Naturgesetze“), durch das natürliche Recht, die Gewissen und die Vernunft.

    8. Das Gnadenreich ist die Gemeinde Jesu hier auf Erden, die verborgene Gemeinschaft des Glaubens an ihn als dem alleinigen Erlöser oder Gemeinschaft der Heiligen, die er herausgerufen hat aus dem Reich der Finsternis und versetzt hat in sein Reich durch das Evangelium in Wort und Taufe und erhält in diesem seinem Gnadenreich auf den Tag seiner Wiederkunft durch eben dieses Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl. Um dieses Reich geht alle Herrschaft unseres Heilandes, auch im Machtreich, das letztlich der Gemeinde dienen muss, wenn auch die Wege des Herrn uns oft unerforschlich und vor unseren Augen verborgen sind, Eph. 1,22.23; Röm. 8,28. In diesem Reich regiert er also allein durch seine Gnadenmittel, gebraucht das Gesetz als Vorbereitung, damit Erkenntnis der Sünden, Reue, Buße geweckt werde, hernach der Erlöste wisse, was der Wille Gottes ist, wenn er in der Liebe zu Gott und zum Nächsten aus Glauben wandeln will. Chrisuts herrscht aber vor allem durch das Evangelium als der eigentliche Leiter seiner Gemeinde, deren Erzhirte er ist, 1 Petr. 5,4, der er Prediger, Hirten (Pastoren) gibt, die in seinem Namen, durch ihn berufen durch die Gemeinde, die Gemeinde weiden und den Verlorenen nachgehen sollen. Dieses Reich ist nicht von dieser Welt, Joh. 18,36, sondern ist aus der Wahrheit, Joh. 18,37; 17,17, und kann daher auch nicht mit den Mitteln dieser Welt regiert werden und muss mit dem Machtreich unverworren bleiben. Das Gnadenreich ist ein verborgenes Reich in dieser Welt, Luk. 17,20.21, und besteht im Glauben, nicht im Schauen, Joh. 1,12; 2 Kor. 5,7, und bleibt ein Kreuzesreich, Apg. 14,22; 2 Tim. 3,12, angefochten, gehasst, verfolgt, eine kleine Schar, denn viele widerstreben dem Wort.

    9. Wer in diesem Gnadenreich durch Gottes Gnade beharrt bis an das Ende, der geht dann ein in das Herrlichkeits- oder Ehrenreich, wo die Gläubigen für alle Zeit mit Christus vereint sein werden und ihm dienen ohne Sünde, ohne Krankheit, ohne Tod, in Herrlichkeit und Reinheit, ohne Ende.

Matth. 28,18: Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Eph. 1,20.21: ... und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.

Joh. 18,36.37: Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. ... Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.

Eph. 1,22.23: Und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet.

1 Petr. 5,4: So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Ehren empfangen.

Luk. 17,20.21: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier oder da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.

Apg. 14,22: Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen.

2 Tim. 3,12: Und alle, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.

2 Kor. 5,1: Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel.

Phil. 1,23: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein, welches auch biel besser wäre.

2 Tim. 4,18: Der Herr aber wird mich erlösen von allem Übel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

1 Thess. 5,17: ... und werden also bei dem Herrn sein allezeit.

Offenb. 21,4.7: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. ... Wer überwindet, der wird's alles ererben; und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.       

    10. Falsche Lehre ist: Christus sei ein neuer Gesetzgeber; auch in Christi Amt stehe das Gesetz im Mittelpunkt;  Christus würde auch jetzt noch unmittelbar sein prophetisches Amt ausüben;  Christus sei nur ein besonderer Prophet, nicht wahrer Gott und Gottes Sohn; Christus habe sich selbst nicht als wahrer Gott gewusst; Christus sei nicht für die Sünden aller Menschen gestorben, habe nicht für die Sünden aller Menschen volle Genüge getan und nicht allen Menschen die Gerechtsprechung erworben; Christus sei in seiner Gesetzeserfüllung nur unser Vorbild gewesen, habe dies nicht an unserer Statt getan; Christus habe nur für die Erbsünde genuggetan und die ewigen Strafen getragen, für die nach der Tafe begangenen Sünden und deren zeitliche Strafen müsse der Mensch selbst genugtun; Christus habe nur äußerlich die Erlösung gebracht, innerlich müssten wir sie noch vollenden; um im Jüngsten Gericht bestehen zu können, müssten noch Anstrengungen, besonderes Verhalten, gute Werke von unserer Seite hinzukommen; Christus sei nicht der einzige Mittler, vielmehr würden wir noch andere Mittler, etwa Maria und Heilige, benötigen; Christus habe keine vollkommene Erlösung vollbracht, sie sei vom Vater nur so zugerechnet worden; Christus habe uns in erster Linie als wahrer Gott erlöst; das Opfer Christi müsse unblutig wiederholt werden.

    11. Falsche Lehre ist weiter die, die an die Stelle des Kreuzes die Herrlichkeit, an die Stelle der Kreuzestheologie eine Herrlichkeitstheologie setzt; die das Gnadenreich, die verborgene Gemeinschaft des Glaubens, sichtbar machen will; die der Kirche an die Stelle von oder neben Jesus Christus andere Herren und Autoritäten geben will aus göttlichem Recht, etwa einen Papst, Konzile, Synoden, Tradition; die in der Gemeinde Jesu Christi noch eine andere Gewalt als allein die des Wortes Gottes haben will;  die den Staat zu einer Dienerin der Kirche erniedrigen will; die den Staat nach der Bibel insgesamt oder der Bergpredigt regieren will; die das alttestamentliche Gesetz als für uns heute noch verbindliches Staatsgesetz einführen will; die dem Staat einen Einfluß auf die Gemeinde und ihr Amt einräumt; die den Staat als einen Stand in der Kirche behauptet; die ein Friedensreich Christi auf Erden vor dem Jüngsten Tag erwartet, sei es unter der Herrschaft Christi direkt oder der Frommen (Tausendjähriges Reich); dass das Reich Gottes schon vor dem Jüngsten Tag anbreche und die Herrschaft Satans schon davor völlig beseitigt werde; die leugnet, dass die Gemeinde vor dem Jüngsten Tag allezeit Gemeinde unter dem Kreuz ist.

 

 

XI. Von Christi Erniedrigung und Erhöhung

 

    1. Unser Herr und Heiland Jesus Christus hat sich um unseretwillen erniedrigt, um an unserer Statt dem Gesetz unterworfen sein zu können, Gal. 4,4.5, an unserer Statt zu leiden und zu sterben. Die Erniedrigung bestand nicht in der Menschwerdung selbst, denn auch da hatte er sogleich, aufgrund der Gemeinschaft der beiden Naturen in der einen Person, die ganze Herrlichkeit der göttlichen Majestät an sich und war auch an Gestalt Gott gleich, sondern darinnen, dass er den Gebrauch der göttlichen Herrlichkeit zumeist während seines Erdenlebens verborgen gehalten hat, so dass nur immer wieder Strahlen seiner göttlichen Herrlichkeit und Majestät durchgedrungen sind, etwa durch die Wunder, Phil. 2,5-8. In diesen Stand der Erniedrigung gehört, dass er empfangen ist von dem Heiligen Geist, Luk. 1,35; geboren von der Jungfrau Maria, Jes. 7,14; Matth. 1,18-25; Luk. 1,31;  in großer Armut, Luk. 2,7; in äußerer Unscheinbarkeit und Armut gelebt hat, Luk. 4,22, und Zeit Lebens nichts Eigenes hatte, wo er sein Haupt hinlegte, Luk. 9,58; dass ihm und seiner Verkündigung widerstanden und widerstrebt wurde, Matth. 23,37, und die Seinen ihn nicht erkannten und nicht annahmen, Joh. 1,10.11; er vielmehr schließlich verraten, gefangen genommen, gepeinigt wurde und am Kreuz wie ein Verbrecher starb und begraben wurde, Passionsgeschichte Matth. 26;27; Mark. 14;15; Luk. 22;23; Joh. 18;19. Dies alles nahm Jesus Christus allein um unseretwillen auf sich und litt dies an unserer Statt stellvertretend, denn um seinetwillen musste er, der lebendige Gott, das Gesetz nicht erfüllen, um seinetwillen er, der Reine und Unschuldige, nicht leiden und sterben. All dies tat er, um uns die Gerechtigkeit zu erwerben, die vor Gott gilt, damit wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, 2 Kor. 5,21. Die Erniedrigung hängt also auf das engste zusammen mit Christi hohepriesterlichem Amt, das er während seines Erdenlebens ausübte, nämlich dass er als das Lamm Gottes der Welt Sünde trägt, Joh. 1,29: Er wurde arm um unseretwillen, damit wir durch ihn, geistlicherweise, reich würden, 2 Kor. 8,9.

Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen.

Phil. 2,5-8: Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden, erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Luk. 1,35: Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. 

Jes. 7,14: Darum wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.

Luk. 1,31: Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen.              

Luk. 4,22: Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn?

Luk. 9,58: Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.

Matth. 23,37: Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

Joh. 1,10.11: Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

2 Kor. 5,21: Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

Gal. 3,13: Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget!)

Röm. 4,25: Welcher ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket.

2 Kor. 8,9: Denn ihr wisset die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dass, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.

    2. Falsche Lehre ist: Christus sei nach beiden Naturen erniedrigt und erhöht worden; die Erniedrigung bestehe in der Menschwerdung Christi an sich; die Erhöhung bestehe in einem allmählichen Durchkommen der göttlichen Herrlichkeit in der menschlichen Natur Christi in endlichen Gaben; Christus sei im Stand der Erniedrigung irrtumsfähig gewesen bzw. habe sich auch geirrt oder dem Zeitgeist angepaßt; Christus habe nicht auch an seiner ganzen Seele den Zorn Gottes und die Angst der Hölle empfunden; Christus sei nicht wahrhaft gestorben; es dürfe nicht gesagt werden, daß Gott für uns gelitten habe und gestorben sei.

 

    3. Mit seiner Lebendigwerdung oder Auferstehung aber hat Jesus Christus aufgehört, die göttliche Majestät und Herrlichkeit zumeist im Verborgenen zu halten, sondern ist nun verklärt und in der vollen Herrlichkeit, in welcher er, ehe er aus dem Grabe hervorging, im Triumphzug, nach Leib und Seele, in die Hölle gefahren ist, den Geistern derer, die verloren gehen, das Gericht zu predigen, wofür die Menschen der Noahzeit das besondere Vorbild sind, 1 Petr. 3,19.20. Danach aber ist er auferstanden und hat durch den das Grab verschließenden Stein die Grabstätte verlassen, erschien erst etlichen der Frauen, dann Simon Petrus, den Emmausjüngern und schließlich allen Jüngern, auch Thomas und einer großen Schar von Jüngern, um sie durch seine Auslegung des göttlichen Wortes des Alten Testamentes auf ihn, Christus Jesus, zu stärken und sie zu senden als Apostel und Gemeinde zu predigten Buße (Gesetz) und Vergebung der Sünden (Evangelium) zum Heil der Menschen, damit durch Taufe und Lehre viele herausgerettet werden aus der Verlorenheit zum ewigen Leben, Luk. 24,46.47; Matth. 28,18-20; Mark. 16,15.16; Joh. 20,21-23; Apg. 1,8. Danach ist er gen Himmel gefahren, nämlich unserer Sichtbarkeit genommen, hat dabei das Gefängnis, nämlich den Teufel, gefangen geführt, und sitzt nun auch nach der menschlichen Natur zur Rechten des Vaters (nämlich herrscht nun allgegenwärtig, in der ganzen Person, nach göttlicher und menschlicher Natur, allmächtig über alles und erfüllt alles), leitet als der Erzhirte seine Gemeinde auf Erden und ist der Herr aller Herren, also auch der Weltgeschichte, und wird einst am Jüngsten Tag sichtbar mit großer Macht und Herrlichkeit und den Heerscharen seiner Engel wiederkommen, den Seinen zur ewigen Erlösung, den nicht an ihn Glaubenden aber zum endgültigen Gericht, der ewigen Verdammnis, Matth. 25.

1 Petr. 3,18-20: Denn auch Christus einmal für unsere Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns Gott opferte; und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In demselbigen ist er auch hingegangen und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubeten, da Gott einstmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche rüstete, in welcher wenig, das ist, acht Seelen, behalten wurden durchs Wasser.

1 Kor. 15,4-7: ... dass er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln.

Joh. 20,19: Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam JEsus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

Matth. 28,18-20: Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Mark. 16,15.16: Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

Luk. 24,46.47: Und sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem.

Ps. 68,19: Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, daß Gott der Herr dennoch daselbst bleiben wird.

Eph. 4,10: Der hinuntergefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete.

Mark. 16,19: Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes.

Apg. 1,11: Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.

Matth. 24,31: Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels zu dem andern.

Mark. 13,32: Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.

2 Petr. 3,10: Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen.

    4. Falsche Lehre ist: dass Christus nicht in die Hölle gefahren sei, sondern dies nur von seinem Leiden zu verstehen sei oder von einer Predigt, die seine Boten gehalten; dass Christus in einem Totenreich das Evangelium verkündigt habe; dass Christus nur nach seiner Seele in ein Totenreich hinabgestiegen sei; dass Christus die vor seiner Ankunft entschlafenen Frommen aus deren Behausung bei seiner Höllenfahrt geholt habe; dass Christus nicht aus eigener göttlicher Kraft auferstanden sei; dass nur die göttliche Natur in Christus die menschliche auferweckt habe, nicht die menschliche sich selbst; dass Christus nicht leiblich auferstanden sei; dass das Grab nicht leer gewesen sei; dass Christus sich nicht wahrhaftig, real, leibhaftig seinen Jüngern gezeigt habe; dass die Himmelfahrt Christi eine Auffahrt zu einem bestimmten lokalen Ort gewesen sei; dass Christus, nach seiner menschlichen Natur, an einem bestimmten Ort sitze; dass Christus nur im übertragenen Sinne allgegenwärtig sei, etwa durch sein Wort und seinen Geist aber nicht selbst, in der einen Person, mit göttlicher und menschlicher Natur; dass Christus nach seiner menschlichen Natur nur mit beschränkter Gewalt herrsche; dass wir errechnen könnten, wann Christus wiederkommt; dass noch zwei Wiederkommen Christi zu erwarten seien; dass Christus wiederkomme vor dem Jüngsten Tag, um ein Friedensreich aufzurichten.             

 

 

XII. Von der Person und dem Wirken des Heiligen Geistes

 

    1. Von der Person des Heiligen Geistes: Der Heilige Geist ist von Ewigkeit wahrer Gott mit dem Vater und dem Sohn (denn er ist auch der Geist Christi), von Ewigkeit vom Vater und dem Sohn ausgehend und von ihnen ausgesandt, gleich ewig, gleich allmächtig, gleich allwissend, gleich allgegenwärtig wie der Vater und der Sohn, nicht unter dem Vater oder dem Sohn dem Range nach. Der Heilige Geist ist damit wahrhaft auch Person, nicht bloß eine unpersönliche Kraft Gottes oder ein Machtstrom, und auch als Person hat er Teil an den göttlichen Werken der Schöpfung und Heiligung und der göttlichen Verehrung und Anbetung.

    2. Der Heilige Geist ist ebenso zu unterscheiden von dem Geist des Menschen, ist also nicht etwas in uns Menschen, und von den guten und bösen Geistern in den Lüften, die allesamt Geschöpfe des dreieinigen Gottes (also auch des Heiligen Geistes) sind.

    3. Der Heilige Geist ist auch zu unterscheiden von den Gaben, die er den Gläubigen gibt, und den Wirkungen, die er in den Menschen hat. Aber diese Unterscheidung kann und darf nicht dergestalt sein, daß diese Gaben und Wirkungen vom Heiligen Geist getrennt werden, also ob sie unabhängig von der Person des Heiligen Geistes verfügbar wären. Sie bleiben vielmehr immer an den Geber gebunden, der weiterhin souverän über sie bleibt.   

Matth. 28,19: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: sie taufend auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrend zu halten alles, was ich euch befohlen habe.

2 Kor. 13,13: Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Joh. 15,26: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir.

Röm. 8,9: Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

1 Kor. 3,16: Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet?

Apg. 5,3.4: Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du den Heiligen Geist belügest? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.

Ps. 33,6: Der Himmel ist durchs Wort des Herrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.

1 Kor. 2,10: Der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit.

1 Petr. 4,14: Denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen.

1 Kor. 2,11: Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, außer der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß niemand, was in Gott ist, außer der Geist Gottes.

1 Kor. 12,7.11: In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen... Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen zu, nachdem er will.   

    4. Falsche Lehre ist: dass der Heilige Geist nicht wahrer Gott sei mit dem Vater und dem Sohn; dass der Heilige Geist nur eine Kraft Gottes sei, nicht Person der einen Gottheit; dass der Heilige Geist nur vom Vater, nicht auch vom Sohn ausgeht; dass die Gaben oder Wirkungen des Geistes dem Menschen verfügbar seien, unabhängig von der Person des Heiligen Geistes; dass der Heilige Geist ein Machtstrom sei, der vom Menschen Besitz ergreife und ihm außerordentliche Kräfte zuführe; dass der Heilige Geist als eine Kraft oder Macht dem Menschen verfügbar sei.

 

    5. Vom Wirken des Heiligen Geistes im Kreatürlichen: Dass der Heilige Geist wahrer Gott ist mit dem Vater und dem Sohn, zeigt sich auch darinnen, dass er den Geschöpfen das Leben schenkt und auch erhält.

    6. Der Heilige Geist hat seine Wirkung auch im abgefallenen Menschen dergestalt weiter, dass Gott in der Schöpfung dem Menschen das Gewissen gegeben hat, auch wenn es durch den Sündenfall sehr verfälscht ist, und dadurch der Heilige Geist im Menschen auch eine, wenn auch durch den Sündenfall undeutliche, Sehnsucht des Menschen nach Gott erhält, woran die missionarische und evangelistische Verkündigung anknüpfen kann.

    7. So, wie der Heilige Geist (Mit-)Schöpfer war bei der ersten Schöpfung, so wird er auch mitwirken bei der Auferweckung aller Menschen und der Neuschöpfung von Himmel und Erde am Jüngsten Tag.

Ps. 33,6: Der Himmel ist durchs Wort gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.

Ps. 104,29.30: Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem so vergehen sie und werden wieder zu Staub. Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und erneuerst die Gestalt der Erde.

Apg. 17,27.28: Daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten. Und zwar er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir.

 

    8. Das Wirken des Heiligen Geistes durch die Gnadenmittel: Der Heilige Geist Gottes schenkt uns Menschen das natürliche Leben und erhält es gerade darum, dass wir durch Gottes Gnadenmittel zu Kindern Gottes werden. Darum hat er uns auch Gottes Wort gegeben und in Schriftform fassen lassen, denn die Heilige Schrift ist ‚geistgehaucht’, wie 2 Tim. 3,16 sagt. Die Heiligen Schreiber, die Propheten Gottes, haben nicht aus sich selbst gereden und geschrieben, sondern getrieben von dem Heiligen Geist, 2 Petr. 1,20 f.; Apg. 1,16. Darum ist die Bibel nicht irgendein Buch, sondern tatsächlich des Heiligen Geistes Buch und ist Gottes Wort Geist und Leben, Joh. 6,63, weil der Geist Gottes nicht erst von außen hinzukommen muss, auch dem gelesenen oder gepredigten Wort nicht erst durch den Prediger oder andere Kraft und Vollmacht verliehen werden muss, sondern der Heilige Geist ist selbst im Wort (und Sakrament) stets wirkend gegenwärtig. Darum können wir auch in Mission und Evangelisation wie in der Gemeindearbeit auf die bekehrende, umgestaltende und erneuernde Kraft von Wort und Sakrament vertrauen und bedürfen keiner menschlichen Mittel, um sie wirkkräftig zu machen. Auch hier gilt, dass wir bedenken müssen, dass wir dem Heiligen Geist nicht vorschreiben können und dürfen, wann er was durch das Wort wirkt, wann er etwa bei einem Menschen mit dem Wort zum Ziele kommt und alles Widerstreben überwindet. Auch hier gilt, dass er, der Heilige Geist, Herr der Mission, Evangelisation und Gemeindearbeit bleibt und wir nur Gottes Werkzeuge sind.

    9. Das Wirken des Heiligen Geistes ist also ordentlicherweise kein unmittelbares, direktes, sondern geschieht durch die von Gott gesetzten Mittel, nämlich Wort, Taufe und Abendmahl. Darinnen ist er gegenwärtig, darinnen wirkt er, an sie hat Gott uns auch verwiesen, wenn es darum geht, dass wir errettet werden, befestigt im Glauben und darinnen wachsen. Nicht in außerordentlichen Erlebnissen und Erfahrungen, nicht in Sensationen, nicht in besonderen Gaben sollen wir Gottes Geist suchen, sondern in Wort, Taufe und Abendmahl. Denn anders empfangen wir den Geist Gottes auch nicht als eben durch Wort und Taufe, im vom Geist gewirkten Glauben ergriffen. An andere Mittel hat Gott keine Verheißungen gebunden.

    10. Das Wirken des Heiligen Geistes ist dabei stets zutiefst christozentrisch, nicht anthropozentrisch, also auf die Verherrlichung der Person und des Werkes unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus ausgerichtet, Joh. 16,13.14, nicht auf menschliche Erlebnisse, Erfahrungen.

2 Tim. 3,16.17: Alle Schrift, von Gott gegeben [theopneustos, d.i. von Gottes Geist hervorgebracht], ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

Röm. 1,16: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft GOttes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

Joh. 6,63: Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben.

1 Thess. 1,5: Daß unser Evangelium ist bei euch gewesen nicht allein im Wort, sondern beide, in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewißheit.

Apg. 1,16: Ihr Männer und Brüder, es musste die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der Heilige Geist durch den Mund Davids.

Jes. 34,16: Suchet in dem Buch des Herrn und leset! Es wird nicht an einem derselbigen fehlen; man vermißt auch nicht dieses noch des. Denn er ist's, der durch meinen Mund gebietet, und sein Geist ist's, der es zusammenbringet.     

Joh. 3,5: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Tit. 3,5.6: Er machte uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesus Christus, unsern Heiland.

Apg. 2,38: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Gal. 3,2.14: Das will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? .. und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

Joh. 16,14: Derselbige wird mich [Christus] verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.

    11. Falsche Lehre ist: dass die Wirkkraft der Predigt abhänge von der Person, die sie predige oder den Umständen, die geschaffen werden (Atmosphäre), und nicht vom Wort; dass die Frucht in Mission, Evangelisation und Gemeindearbeit in der Verfügbarkeit von uns Menschen läge oder durch besondere Methoden machbar, planbar sei; dass wir den Geist Gottes und seine Gaben anders als durch das Evangelium in Wort und Sakrament empfingen, etwa durch eine besondere ‚Geistestaufe’ oder Handauflegung; dass wir das Wirken des Geistes in anderem als in Wort und Sakrament suchen sollen, etwa in Erlebnissen, Erfahrungen, Wundern, Zeichen (Erlebnisse, Erfahrungen kann der Herr dem Glaubenden dazugeben, aber darauf beruht der Glaube nicht); dass im Wirken des Heiligen Geistes nicht Christus und sein Werk im Mittelpunkt stünden, sondern Zeichen, Wunder, Gaben; dass das Wirken des Heiligen Geistes von Person und Werk Christi getrennt werden könnte; dass wir jenseits der Schrift neue Offenbarungen, ‚Erkenntnisse’, ‚Eindrücke’ erfahren könnten; dass das Wirken des Heiligen Geistes eine ‚Überwältigung’ des Menschen mit Kraftströmen sei; dass ‚Erfahrungen’ neben die Heilige Schrift gestellt werden.

 

    12.  Das Wirken des Heiligen Geistes zum Heil des Einzelnen: Das Ziel des Wirkens des Heiligen Geistes ist es, dass er uns zu Gottes Kindern macht. Darum liegt das Schwergewicht seines Wirkens auch darauf, dass er rechte Sündenerkenntnis - und damit auch Herzensbuße - und rechte Gnadenerkenntnis - und somit Glauben an Jesus Christus als den alleinigen Heiland - schenkt, Apg. 2,37 ff.; Röm. 8,14-17, kurz: Jesus Christus verherrlicht, Joh. 16,14.

    13. Der natürliche Mensch kann nicht aus eigener Vernunft oder Kraft an Jesus Christus als seinen Heiland glauben oder von sich aus, oder unter Beihilfe der Gnade, zu Jesus Christus kommen, sondern er muss vielmehr vollständig vom Heiligen Geist berufen, erleuchtet, geheiliget und in Jesus Christus im rechten einigen Glauben erhalten werden und müssen auch durch den Heiligen Geist dann die Christen gesammelt werden zur Gemeinde.

    14. Zu diesem Werk gehört, dass er durch das Gesetz von Sünde überführt, rechte Sündenerkenntnis gibt, Erkenntnis der Heiligkeit Gottes und seines Zornes über die Sünde und den Sünder mitsamt des Verdammungsurteils über den Sünder gibt und so ein geängstetes Herz und einen zerschlagenen Geist bewirkt durch die Erkenntnis der eigenen Verlorenheit. Durch das Evangelium aber beruft und erleuchtet der Heilige Geist uns dann recht, dass wir Jesus Christus erkennen als unseren alleinigen Heiland, der schon alle Sünde getragen, die Strafe vollständig bezahlt, eine vollkommene Erlösung vollbracht, Gott mit allen Menschen und damit auch mir versöhnt und somit grundsätzlich alle Welt und damit auch mich gerechtfertigt, freigesprochen hat und weckt und wirkt den Glauben, das Vertrauen in Christus, das dies allein ergreifen kann und damit den von Christus erworbenen Schatz der Errettung hat und macht uns so zu Gottes Kindern.

    15. Aber damit ist des Heiligen Geistes Werk an und in uns nicht beendet, sondern er heiligt und erneuert fortwährend die Gläubigen, damit die sühnende und erneuernde Kraft des Blutes Christi alle Lebensbereiche erfasst und durchdringt, weshalb der alte Mensch täglich in den Tod gegeben, der neue Mensch täglich neu hervorgehen muss, und so das ganze Leben des Christen immer mehr zu einer innigen Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott wird und die Früchte des Geistes sich zeigen. 1 Kor. 6,11; Eph. 4,22-24; 5,1-20; Gal. 5,22; Matth. 5,16; Eph. 5,9. Dies aber geschieht nicht anders, als dass er uns durch das Gesetz immer neu Gottes Willen und unsere Sünde zeigt; durch das Evangelium aber unser Leben als Christen gründet in der Taufe, Röm. 6,3 ff.; Gal. 3,26.27, erbaut im Wort allein, 2 Tim. 3,14-17; stärkt im Heiligen Abendmahl, 1 Kor. 10,15.16; 11,23 ff. und durch das Evangelium führt ins Gebet und die rechtgläubige Gemeinschaft. Dadurch will er in uns versiegeln die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, Röm. 8,23-25; 2 Kor. 1,22; Eph. 1,13 f. Darüber kommen wir als Christen nie hinaus, Röm. 7.

Apg. 2,37: Da sie aber das höreten, ging's ihnen durchs Herz und sprachen zu Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?

Röm. 8,14-16: Denn welche der Geist GOttes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ich habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir GOttes Kinder sind.

2 Kor. 3,6: Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Ps. 51,12: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.

Joh. 16,8: Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht.

1 Kor. 2,12: Wir aber haben nicht empfangen den Geist der welt, sondern den Geist aus GOtt, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist.

Eph. 4,22-24: So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Röm. 8,13: Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.

1 Kor. 6,11: Und solche sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unsers GOttes.    

Gal. 5,16: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.

Gal. 5,22: Die Frucht aber des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

Eph. 1,13.14: Durch welchen [Christus] ihr auch, da ihr glaubetet, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unserer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zu Lob seiner Herrlichkeit.

 

    16.  Das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde: So, wie es der Herr ist, der da lebendig macht, 1 Kor. 12,13; wie es auch der Herr ist, der zur Gemeinde hinzutut, so ist es auch der Heilige Geist, durch den der Herr, Jesus Christus, die Gemeinde leitet und regiert, Apg. 15,28, und zwar durch das Wort, 2 Tim. 3,16-17; Apg. 2,42; Eph. 2,19-22.

    17. Seit Pfingsten ist die Gemeinde bevollmächtigt durch den Heiligen Geist, der gesandt und ausgegangen ist vom Vater und vom Sohn, dass sie das Zeugnis, die Frohe Botschaft von Jesus Christus, in alle Welt hinaustrage und Gemeinde Christi baue, Apg. 1,8. Der Heilige Geist begabt auch die Glieder der Gemeinde in vielerlei Hinsicht, im heiligen Christenleben, Gal. 5,22, wie auch mit den Gaben und Menschen, die die Gemeinde braucht, Röm. 12,6; 1 Petr. 2,5.9, vor allem der Gabe der Lehre oder Weissagung (Schriftauslegung), 1 Kor. 14,1. Insbesondere aber rüstet er aus, sendet und bevollmächtigt diejenigen Männer, die er in das von Christus gestiftete Amt des Wortes und der Lehre in der Gemeinde und Mission beruft, Apg. 13,2; 1 Tim. 4,14; 2 Tim. 1,6, wie er insgesamt Männer und Frauen in die vielfältigen Dienste sendet.

    18. Wir müssen dabei aber auch unterscheiden zwischen den außerordentlichen Zeichen und Wundern der Apostelzeit (2 Kor. 12,12; Hebr. 2,4; Zungenrede z.B. tritt normalerweise nur im Zusammenhang mit dem Wirken der Apostel auf) und der sonstigen neutestamentlichen Gnadenzeit, für die wir keine solchen Verheißungen haben, und den schon angeführten Gaben und Ämtern für den Bau der Gemeinde. Der Herr warnt uns ja ausdrücklich für die letzte Zeit vor den den falschen Christussen und den Irrlehrern und dem Antichristen, die mit falschen Zeichen und Wundern die Gemeinde und die Menschen zu verführen suchen, Matth. 24,24; 2 Thess. 2,9-12.

    19. Weder der einzelne Christ noch die Gemeinde insgesamt kann damit über den Heiligen Geist und seine Gaben und Wirkungen verfügen, sondern Er ist und bleibt der Herr und wir sind als Einzelne und Gemeinde aufgerufen, immer wieder auch um die Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes zu bitten, Luk. 11,13; Apg. 4,29,31.  

Apg. 15,28: Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch keine Beschwerung mehr aufzulegen als nur diese nötigen Stücke.

Eph. 2,19-22: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf dem Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau, ineinandergefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung GOttes im Geist.  

Röm. 12,6: Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.

1 Kor. 12,4: Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist.

1 Kor. 14,1: Strebet nach der Liebe! Fleißiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber, dass ihr weissagen möget.

Apg. 13,2: Da sie aber dem Herrn dieneten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe.

1 Tim. 4,14: Lass nicht außer Acht die Gabe, die dir gegeben ist durch die Weissagung mit Handauflegung der Ältesten.

2 Tim. 1,6: Um welcher Sache willen ich dich erinnere, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.

Luk. 11,13: So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten.

Apg. 4,29.31: Und nun, Herr, siehe an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit aller Freudigkeit zu reden dein Wort... Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren, und wurden alle des Heiligen Geistes voll und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.

2 Kor. 12,12: Denn es sind ja eines Apostels Zeichen unter euch geschehen mit aller Geduld, mit Zeichen und mit Wundern und mit Taten.

Hebr. 2,4: Und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen. [Die Zeitform im Griechischen macht deutlich, daß dieses Wirken abgeschlossen ist].

Matth. 24,24: Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum, (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten.

    20. Falsche Lehre ist: dass die Gemeinde Jesu Christi, als Ortsgemeinde oder in Verbindung mit anderen Gemeinden, einen anderen Herrn habe als Jesus Christus, der durch seinen Geist die Gemeinde leitet; dass der Heilige Geist die Gemeinde anders als durch die von Gott eingesetzten Mittel, Wort und Sakrament, regiere, etwa durch neue Offenbarungen; dass Erneuerung oder Erweckung geschehe durch besondere Gaben oder Erlebnisse oder Methoden und nicht allein durch Buße und Glauben; dass es ein Hinauskommen über die tägliche Buße und Umkehr gebe zu einer ‚vollen Heilserfahrung’, etwa durch eine zweite oder dritte Segnung oder Geistestaufe; dass das Pfingstereignis aus Apg. 2 nicht einmalig und für die Kirche aller Zeiten ausreichend sei, sondern immer wiederholt werden müsse; dass es beim Wirken des Geistes um Machtzuwachs, Hochstimmung oder vor allem körperliche Heilung gehe und nicht um Überführung von Sünde und Schuld, um Buße und Glauben an das Evangelium; dass die Zeichen und Wunder der Apostel in der letzten Zeit wieder auftreten würden; dass Zeichen und Wunder den Menschen verfügbar seien und nicht allein in Gottes Souveränität stehen; dass es bei den Gaben des Geistes in der Gemeinde hauptsächlich oder in erster Linie um übernatürliche, überrationale Gaben (Wunderheilung, Prophetie, Zungenrede) gehe.

 

    21. Die Christen unter dem Heiligen Geist: Wir stehen als Christen nur recht, wenn wir unter dem Heiligen Geist als dem Herrn stehen im immer neuen Bitten um seine Gegenwart und sein Wirken an unseren Herzen und durch uns, Apg. 15,28; Luk. 11,13; Eph. 5,18, und seinem Wirken durch Gesetz und Evangelium in Buße und Glauben und Erneuerung daraus nicht widerstreben, also den Geist nicht dämpfen, 1 Thess. 5,19, sondern im Kampf bleiben gegen unsere Feinde, die Welt, den Teufel und unser Fleisch (sündige Begierden), 1 Joh.2,12-17.

    22. Im Leben des Einzelnen wie der christlichen Gemeinde ist aber immer wieder dies das Werk des Heiligen Geistes, dass er die Sünde straft, zu rechter Sündenerkenntnis und Reue und Herzensbuße führt, den Glauben neu weckt, stärkt und vertieft und noch tiefer in die Heiligung hineinführt, Joh. 16,8; Eph. 4,23; 1 Kor. 6,11; 1 Petr. 3,21; Kol. 3,1-17. Dies geschieht aber nicht anders als durch den rechten Gebrauch der Taufe im täglichen Glaubensleben, durch ständiges Bleiben am Wort in Gesetz und Evangelium, rechten evangelischen Gebrauch von Beichte und Absolution und stiftungsgemäßem Empfang des heiligen Abendmahls, wodurch wir bleiben an Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen.

    23. Dann kann er uns immer tiefer in Gottes heiliges Wort hineinführen, damit er uns leite in aller Wahrheit, Joh. 14,26; 16,13; uns helfe, die Geister zu unterscheiden und den bösen Geistern im allgemeinen und der Irrlehre im besonderen zu widerstehen, 1 Kor. 12,10; 1 Joh. 4,1; 1 Petr. 5,9; Eph. 6,10 ff, die Wahrheit zu bekennen und zu verteidigen, Luk. 12,11.12, und uns von aller falschen Lehre und schriftwidrigen Kirche zu trennen, Röm. 16,17.18, und wachsen im geistlichen Leben, Eph. 4,15; Kol. 1,11; 2 Petr. 3,18; Eph. 3,16; 4,16; Kol. 2,19.

    24. Rechtes Leben in Wort und Sakrament sucht daher nicht besondere Erlebnisse und Erfahrungen, nicht das Sensationelle, nicht außerordentliche Geisterfahrungen, trennt nicht den Geist Gottes von Christi Person und Wirken oder macht Gottes Geist zu einer neutralen Kraft, sondern wird immer wieder zum Kreuz Christi und dadurch zu Buße und Glauben geleitet und erneuert. Dadurch kann der Christ auch unterscheiden bei scheinbar gleichen Phänomenen zwischen Wirken des Geistes in der Gemeinde und der Dämonen in den nichtchristlichen Religionen und auch erkennen, wo falsche Geister in die Gemeinde einzudringen suchen und die Grenze verwischen (was umso eher dort geschieht, wo die Erfahrung betont wird im Gegensatz zur Lehre, die den gekreuzigten Christus im Zentrum hat).

Eph. 5,18: Werdet voll Geistes!

1 Thess. 5,19: Den Geist dämpfet nicht!

Joh. 14,26: Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wir in meinem Namen, derselbige wird's euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.

Joh. 16,13: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

1 Joh. 4,1: Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von GOtt sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. 

Luk. 12,11.12: Wenn sie euch aber führen werden in ihre Synagogen und vor die Obrigkeit und vor die Gewaltigen, so sorget nicht, wie odeer was ihr antworten oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch zu derselbigen Stunde lehren, was ihr sagen sollt.

Eph. 3,16: Dass er auch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen.

Eph. 4,15: Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.

2 Petr. 3,18: Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus.

    25. Falsche Lehre ist: dass Wunder und Zeichen aussagen würden, ob Gottes Geist gegenwärtig sei und nicht umgekehrt die Wunder und Zeichen an der Lehre zu prüfen seien; dass die Gaben des Geistes Gottes auch in nichtchristlichen Religionen als Gaben Gottes zu finden seien (und dort nicht vielmehr dämonischer Natur sind); dass es eine gemeinsame Quelle oder Dimension in der menschlichen Seele gebe für außerordentliche Kräfte, aus der alle Religionen schöpften; dass die ‚Fülle des Geistes’ eine besondere, über die Wiedergeburt hinausgehende ‚Erfahrung’ oder ‚Segnung’ sei und nicht eine unter Buße und Umkehr durch Wort und Sakrament geschenkte Zurüstung zu Glauben und Dienst; dass der Geist Gottes immer neue ‚Erfahrungen’ geben wolle; dass böse Geister Länder oder Orte besetzt hätten und vertrieben werden müssten (‚geistliche Kampfführung’); dass wir die bösen Geister offensiv angreifen müssten; dass die Einheit, in der der Geist Gottes uns erhalte, eine andere Einheit als allein die in der Wahrheit sei, etwa eine Einheit in Vielfalt; dass die Einheit in  gemeinsamen ‚Geisterfahrungen’ oder sonstigen ‚Erfahrungen’ vorgegeben sei.

 

 

 

 

XIII. Von Buße und Bekehrung

 

    1. Die Buße im engeren Sinne ist das der Bekehrung voraufgehende Wirken Gottes im Sünder, nämlich dass er ihm durch das Gesetz seine abgrundtiefe Verdorbenheit und Verdammnis zeigt, dass er vor Gott als ein verlorener Sünder dasteht und ihm gar nichts bringen kann. Dadurch wirkt Gott einen geängsteten Geist und ein zerschlagenes Herz, nämlich rechte Sündenerkenntnis, daraus folgt herzliche Reue, das ist wahrhaftige Traurigkeit des Herzens und Betrübnis über die begangene Sünde, nämlich ein tiefes Erschrecken über die eigene Verdorbenheit und Verlorenheit angesichts des Zornes und Gerichtes Gottes; ein Gott Rechtgeben über seinen Zorn über die Sünde und seine Strafe, nicht nur zeitliche, sondern vor allem und gerade die ewige; rechte Demut vor Gott, dass der Mensch nicht mehr Gott etwas bringen wolle zur Seligkeit, sondern alles Heil allein bei Jesus Christus, dem Heiland aller Menschen, sucht (Glaube). Diese Buße und Reue aber ist nicht etwas, das wir Menschen Gott bringen, als Vorausleistung, als Vorbedingung für die Bekehrung, sondern ist Gottes vorbereitendes Werk im Menschen. Der Glaube gehört nicht zur Buße im engeren Sinne (Mark. 1,15). Im weiteren Sinne wird der Begriff ‚Buße’ auch verwandt für Reue und Glauben, also synonym für ‚Bekehrung’. 

2. Die Wiedergeburt oder Bekehrung oder Umkehr des unter die Sünde verkauften Menschen ist weder ganz noch zu irgendeinem Teil das Werk des Menschen, er kann sich darauf auch in keiner Weise vorbereiten, noch seinen Widerstand mindern, noch sonst irgendetwas zu seiner Errettung tun, sondern kann nichts als widerstreben. Vielmehr ist die Bekehrung des Sünders, das ist, das Anzünden des Glaubens an Jesus Christus, nachdem Gott zuvor durch das Gesetz rechte Sündenerkenntnis, Traurigkeit und Abscheu über die Sünde gewirkt, allein Gottes Werk durch das Evangelium, nämlich eine Auferweckung aus den geistlich Toten (erste Auferstehung), eine Lebendigmachung, die eine Bekehrung des Willens und der Vernunft mit einschließt. Dieses rettende Werk will der Heilige Geist nicht nur in einigen, sondern ernsthaft in allen Hörern des Wortes Gottes wirken. Dass viele nicht selig werden, liegt nicht daran, daß Gott sie gar nicht bekehren wolle oder mit seiner Gnade an ihnen vorübergehe, sondern daß sie hartnäckig der Gnade Gottes widerstreben, Hos. 13,9.

3.. Das Werk des Heiligen Geist zur Errettung und Bewahrung eines Menschen zur ewigen Seligkeit kann auch mehr ins Einzelne gehend beschrieben werden durch die Heilsordnung. Sie stellt keine zeitliche Reihenfolge dar – zeitlich können die verschiedenen Stadien durchaus zusammen fallen, sondern beschreibt logische Stadien des Wirkens des Heiligen Geistes am und im Menschen.

Die Berufung umfaßt im weiteren Sinne zunächst das Werk  des Gesetzes, das dem Sünder seine Sünde, seine Schuld vor die Augen stellt und da, wo das Widerstreben des Sünders überwunden wird, ihn erweckt und dann erleuchtet, so dass er durch das Gesetz klar sein Sündenelend und Gottes Zorn darüber sowie die angedrohte Strafe, die ewige Verdammnis, erkennt, auch tiefe Reue über seine Sünde empfindet, Luk. 15,7; 17,3.4, sie gerne ungeschehen machen würde, sie verabscheut, ein geängstetes und zerschlagenes Herz über seine Sünde und Verlorenheit hat, Ps. 51,15.19. Das ist die Buße im eigentlichen Sinne, die Abkehr von der Sünde:  eine tiefgreifende Erkenntnis der eigenen Sündenverdorbenheit, des Zornes Gottes und seiner Strafe und somit der eigenen Verlorenheit (Erleuchtung durch das Gesetz), Ps. 51,3, was Voraussetzung ist für die grundsätzliche Bekehrung, so dass ein solcherart Erweckter fragt: Was muß ich tun, damit ich errettet werde? Apg. 16,30.31. Die Berufung im engeren Sinne arbeitet auf diesem durch das Gesetz zuvor gepflügten Boden und ist dasjenige Werk des Heiligen Geistes durch das Evangelium in Wort und Taufe, wodurch er dem Sünder die in Christus erschienene und durch den Heiland ihm erworbene Heilsgnade verkündigt, zur gläubigen Annahme ruft und zugleich durch diesen Ruf den rettenden Glauben weckt, Joh. 6,44; 1 Petr. 1,23; Röm. 10,14-17.

    Durch diese äußeren Mittel arbeitet der Heilige Geist am Herzen des Menschen, um ihn zu Christus zu bekehren. Dieser Ruf ist immer ernst gemeint, Luk. 14,23.24; 1 Tim. 2,4 - aber ihm kann durch den Menschen widerstanden werden. Er gilt allen Menschen gleichermaßen, da Gottes Gnade universell ist und Christus der Heiland der Welt, Joh. 4,42, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Joh. 1,29. Der Grund der Berufung ist nicht menschliches Verdienst, sondern allein Gottes Erbarmen in Christus, Eph. 1,9; Röm. 8,28.29; 2 Tim. 1,9.

    Falsch ist die Lehre, die behauptet, der Mensch könne, müsse sich auf das berufende, bekehrende Werk des Heiligen Geistes vorbereiten, etwa sein Widerstreben brechen, mildern. Falsch ist die Lehre, die behauptet, der Gnadenruf gelte nicht allen Menschen gleichermaßen. Falsch ist auch die Lehre, dass Gottes Gnadenruf unwiderstehlich sei. Falsch ist die Meinung, dass das richtende und verdammende Gesetz nicht der Berufung durch das Evangelium vorangehen müsse.

    Der natürliche Mensch steht unter der Gewalt der Finsternis, Kol. 1,13, und kann daher von sich aus weder Gottes Wort verstehen, 1 Kor. 2,14, noch dem Evangelium glauben, 2 Kor. 3,5. Darum erleuchtet der Heilige Geist den Sünder mit dem Licht der Gnade, 2 Kor. 4,6, damit er nicht nur eine bloß wissensmäßige Kenntnis hat, sondern zu einer rechten, lebendigen Erkenntnis Christi als seines Retters kommt und somit in Gewißheit des Glaubens das Heil ergreift (Erleuchtung durch das Evangelium), Apg. 26,18; Eph. 5,8.9.14. Wer aber dem Ruf Gottes widerstrebt, den kann der Heilige Geist nicht erleuchten, er steht in der Gefahr, auf Dauer verblendet zu werden, 2 Kor. 4,3.

    Falsch ist die Ansicht, dass die Finsternis und das Nichtverstehen beim unbekehrten Menschen durch psychologische oder soziokulturelle Methoden (keine Liturgie, kein Kreuz, moderne Musik, Theater) überwunden werden könnten oder solche Methoden den Gnadenmitteln zusätzliche Kraft verleihen könnten oder müssten.

    Da, wo der Mensch durch das Gesetz erweckt, zu einer gründlichen, tiefen Buße, Reue geführt und durch den Heiligen Geist durch das Evangelium erleuchtet ist, dass er Jesus Christus als seinen Sünderheiland erkennt und im Glauben ergreift, da ist er vom Heiligen Geist bekehrt worden von der Finsternis zum Licht, von den Abgöttern zu dem lebendigen Gott, 1 Thess. 1,9, ist zurückgebracht worden in die Gottesgemeinschaft, Ps. 51,12; Jer. 31,18 - kurz: der Glaube an Jesus Christus als den eigenen Sünderheiland wurde entzündet. Sie, die Bekehrung, schließt dabei in sich die von Gott gewirkte Sinnesänderung, die recht nun aus dem Evangelium kommt und in Reue über die Sünde und Glauben an Christus, den Heiland für Sünder, sich äußert, Mark. 1,15; Apg. 20,21.

    Die Wiedergeburt ist der Akt des Heiligen Geistes, durch den er den geistlich toten Menschen geistlich lebendig macht, nämlich durch das Evangelium im Wort allein oder in der Taufe, dem Bad der Wiedergeburt, Tit. 3,5. Er weckt dabei in dem Menschen den rettenden Glauben an Jesus Christus, 1 Petr. 1,23; 1 Joh. 3,9; 4,7; 5,1.4; Joh. 1,13; 3,6; Tit. 3,5. Diese Wiedergeburt kann verloren gehen, sei es, dass der Mensch sie von vornherein hindert, sei es, dass er im Laufe der Zeit sich wieder der Sünde zuwendet, sei es, dass er ihrer Erneuerung widerstrebt.

    Wiedergeburt und Bekehrung sind einzig und allein Gottes Werk, das der Mensch an sich aus Gnaden um Christi Verdienst willen erfährt, Joh. 1,13; 3,3; Ps. 100,3.

    Falsch ist die Lehre, dass Gott und Mensch in der Bekehrung zusammenwirken würden; dass der Mensch auch etwas in der Bekehrung tun müsse, etwa den Glauben (als eigene Leistung oder Antwort) bringen, die Tür des Herzens für Gott öffnen, sich für Jesus Christus entscheiden, sich ihm übergeben.

    Falsch ist die Ansicht, es sei nicht nötig, dass jeder zu einer tiefgreifenden Sündenerkenntnis und Erkenntnis seiner Verlorenheit und seiner Rettung allein durch Christus, also zu einem bewussten persönlichen Glauben, kommen müsse, um im rettenden Glauben an Christus beharren zu können.

    Falsch ist die Ansicht, dass die Taufe die Wiedergeburt nur darstelle, nicht aber sie darreiche, schenke.

    Falsch ist die Lehre, dass die Wiedergeburt unverlierbar sei.

    Zur Bekehrung, Wiedergeburt genügt es also nicht, dass ein Mensch in der Berufung erweckt wurde und zu einer lebendigen Erkenntnis seiner Sündenverdorbenheit und -verlorenheit gekommen ist, denn auch in diesem Zustand der Reue ist er noch nicht wiedergeboren, bekehrt, sondern noch geistlich tot (siehe Judas), wenn auch der Heilige Geist schon an ihm arbeitet, sondern es ist unabdingbar notwendig, dass er nun, gewirkt durch das Evangelium, im Glauben das Verdienst Jesu Christi für sich, die Vergebung der Sünden, die Versöhnung Gottes, den Freispruch im Jüngsten Gericht ergreift und so das ewige Leben erlangt, Apg. 11,21; 26,18.

    Der Glaube ist das durch das Evangelium Gottes gewirkte persönliche Vertrauen auf Gottes Wort, insbesondere die Zusage der Vergebung der Sünden in Christus; ist also das persönliche (subjektive) Ergreifen der objektiven Heilstat Christi als auch für mich geschehen, Röm. 10,14.9.10; Joh. 8,33; Apg. 17,11.12. Obwohl der rechte Glauben die guten Werke als natürliche Folge hat, haben sie in der Frage nach der Errettung im Jüngsten Gericht keinerlei Platz, Röm. 3,28; 4,5.

    Die Rechtfertigung ist der richterliche Akt Gottes, durch den er aus freier Gnade, allein um des Verdienstes Christi willen, ohne irgendein Verdienst oder Voraussetzung des Menschen, den tatsächlich sündigen, der ewigen Strafe verfallenen Sünder freispricht, für gerecht erklärt, ihm die durch Christi Gehorsam, Leiden und Sterben erworbene Gerechtigkeit zurechnet. Diese Rechtfertigung ist für alle Menschen grundsätzlich auf Golgatha geschehen, wo Gott durch Christus mit der Welt versöhnt wurde, 2 Kor. 5,18.19 (allgemeine Rechtfertigung). Durch die Berufung und Erleuchtung ruft der Heilige Geist den Sünder dazu, diesen Freispruch allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, im Glauben auf sich persönlich zu beziehen, zu ergreifen und so persönlich im Glauben das Losgesprochensein von aller Sündenschuld ergreift (persönliche oder subjektive Rechtfertigung), gerade auf dem Hintergrund der Tatsache, dass er allerdings der Anklage des Gesetzes recht geben muss, aber dann gegen das Gesetz Christi Gerechtigkeit hält, Röm. 5,6.8.10; 2 Kor. 5,21; Jes. 53,4-6.

    Die Wirkung der Rechtfertigung ist der Eintritt in den Gnadenstand, das Versöhntsein mit Gott, somit die Gewißheit des Heils, Röm. 8,37-39; 1 Joh. 5,12.

    Falsch ist die Lehre, dass der rettende Glauben zumindest zum Teil eine menschliche Leistung sei; dass der Glaube rechtfertige, weil oder insoweit er in der Liebe tätig sei.

    Falsch ist die Lehre, dass die Gnade Gottes vor allem eine Kraft sei, die dem Menschen eingegossen werde, um Gott gehorsam zu sein oder in der Rechtfertigung mitzuwirken; dass die Rechtfertigung ein Prozeß in dem Sinne sei, dass sie durch unser Mittun wachse; dass in die Rechtfertigung die Veränderung oder Erneuerung des Menschen gehöre und somit die Rechtfertigung nicht allein ein richterlicher Akt Gottes ist; dass die Gerechtsprechung aller Menschen nicht grundsätzlich auf Golgatha schon geschehen sei; dass ein persönliches Ergreifen dieses Freispruches im Glauben an Christus nicht nötig sei. 

Mit dem rechtfertigenden Glauben nimmt der Sünder nicht nur Christi Gerechtigkeit an, sondern Christus selbst, ja, der dreieinige Gott macht Wohnung im Gläubigen, Joh. 14,23; 1 Kor. 3,16; 2 Kor. 6,16: Es kommt zur innigstmöglichen Gemeinschaft auf Erden, nämlich einer realen Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott durch dessen Einwohnung im Menschen, aber ohne Vermischung der Substanzen, ohne Vergottung des Menschen. Diese Gemeinschaft kommt zustande allein durch Wort, Taufe und Abendmahl und den Glauben.

    Falsch ist die Ansicht, die Einwohung geschehe nur geistlich; die Einwohnung stelle eine Vereinigung der Substanzen dar.

    Das Werk, das Gott angefangen hat, nämlich den Sünder für die Ewigkeit zu retten, das vollendet er auch, Phil. 1,6, das ist: Er will den wiedergeborenen, bekehrten Sünder auch im rettenden Glauben erhalten zum ewigen Leben aus seiner göttlichen Kraft, 1 Petr. 1,5. Dazu wendet Gott die gleichen Mittel an, durch die er uns bekehrt hat, nämlich sein Wort, vornehmlich das Evangelium, und die Sakramente: Durch das Gesetz führt er uns immer neu zur Sündenerkenntnis, Reue und Buße, durch das Evangelium aber führt er uns immer wieder unter das Kreuz, damit wir Christi Gnade und Vergebung ergreifen (tägliche Buße) und dann aus Dankbarkeit und Liebe uns anreizen lassen, in der täglichen Heiligung den alten Menschen zu töten, gegen die Sünde zu kämpfen, Röm. 12,1.2; Gal. 5,26, gute Werke zu tun, wenn auch diese Heiligung immer unvollkommen bleibt und darum auch immer wieder zu Buße und Glauben führen muß, Röm. 7.

    Falsch ist die Ansicht, dass der Mensch bei seiner Bewahrung mitwirken müsse und sie nicht allein ein Werk der Gnade Gottes sei.   

    Frucht und Folge der Wiedergeburt sind die Erneuerung und Heiligung und Vollbereitung im Glauben, nämlich dass der im Glauben neugeborene Mensch nun in täglichem Kampf gegen die Sünde, Gal. 5,14 ff., den alten Menschen in den Tod gibt, ja, aus der Kreuzigung des alten Menschen in der Taufe lebt, Röm. 6,3 ff., der Sünde widerstrebt und danach trachtet, Christus gleichförmig (d.i. immer ähnlicher) zu werden, ihm in allem zu gehorchen, ihm bewusst und konsequent nachzufolgen, Röm. 12,1.2; Kol. 3,4-12; Eph. 4,22-24; Röm. 6,11-23. Die Heiligung ist ein Kampf, ist in diesem Leben nie fertig, führt zwar auch immer wieder zu Niederlagen, aber gerade auch zum Sieg in Christus und ist ein fortschreitender Reinigungsprozeß, ein Wandel im neuen Gehorsam. Darum ist die Buße nicht beschränkt auf die grundsätzliche Bekehrung, sondern wir bedürfen der täglichen Umkehr, Abwendung von der Sünde, Hinwendung zu Christus, täglicher Erkenntnis unserer Sünde und Verdorbenheit und so des täglichen Ergreifens der Gnade und Vergebung in Christus, sonst fallen wir aus der Gnade, Joh. 13; Eph. 4,22-24. Die Heilsordnung ist also keine einmalige Abfolge im Christenleben, sondern dieses Wirken des Geistes setzt sich mit dem richtenden und heilenden Rufen, mit dem Erleuchten und Stärken des Glaubens, mit der Verherrlichung der Rechtfertigung durch Christus und dem Leiten im Kampf gegen die Sünde im gesamten Christenleben fort bis zum Tode.

    Die Heiligung ist das Werk des Heiligen Geistes in uns durch das Evangelium, Röm. 12,1; 2 Kor. 5,14.15; Tit. 2,11, wodurch der Gläubige willig mitwirkt, Kol. 3,; Eph. 4. Kennzeichen und Frucht der Heiligung sind die aus Liebe und Dank gegen Gott und Liebe zum Nächsten getanen guten Werke, die ja allein der Glaube tun kann, Röm. 14,23.

    Im Blick auf diese Heiligung bleiben wir in diesem Leben unvollkommen, Ps. 130,3; 143,2; Röm. 7, aber wir sollen in der vollen Glaubenshingabe an Christus, die Christi Gnadenhand immer fester ergreift, auch in der Heiligung in Selbstverleugnung um Kampf zu wachsen suchen. Diejenige christliche Vollkommenheit, die wir schon jetzt haben, ist die im Glauben zugerechnete Vollkommenheit Christi, Eph. 4,13, nicht eine Vollkommenheit unseres Lebens - aber sie kann nicht getrennt werden von dem ringenden, wenn auch auf Erden nie zum Ziel kommenden, Streben nach der sittlichen Vollkommenheit, Phil. 3,12-14.

    Falsch ist die Lehre, dass der Mensch schon auf Erden auch lebensmäßig vollkommen werden könnte. Falsch ist die Ansicht, dass die Heiligung eine höhere Stufe im Christenleben sei als die Rechtfertigung.

Jes. 46,8: Ihr Übertreter, gehet in euer Herz!

Jer. 3,13: Allein, erkenne deine Missetat, dass du wider den Herrn, deinen Gott, gesündiget hast.

Joel 2,12.13: So spricht nun der Herr: Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HErrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und reuet ihn bald die Strafe.

Ps. 51,5-7: Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein hab' ich gesündiget und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

Gal. 2,16: Wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird.

Ps. 6,2: Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

Ps. 51,13.19: Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir... Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

2 Kor. 7,10: Die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod.

Ps. 32,3.5: Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen... Darum bekenne ich dir meine Sünde und verhehle meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missetat meiner Sünde.

Eph. 4,18: Welcher Verstand verfinstert ist und sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens.  

Eph. 5,14: Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Eph. 2,4-9: Aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat: da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christus lebendig gemacht (denn aus Gnaden seid ihr selig worden) und hat uns samt ihm auferwecket und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christus Jesus, auf dass er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte über uns in Christus Jesus. Denn aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme.

1 Tim. 2,4: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Hos. 13,9: Israel, du bringest dich in Unglück; dein Heil stehet allein bei mir. [wörtlich: Israel, dass du verdirbest, die Schuld ist dein; dass dir aber geholfen wird, ist lauter meine Gnade.]

Sach. 7,11.12: Aber sie wollten nicht aufmerken und kehrten mir den Rücken zu und verstockten ihre Ohren, daß sie nicht höreten. Und stelleten ihre Herzen wie einen Diamant, dass sie nicht höreten das Gesetz und Worte, welche der HErr Zebaoth sandte in seinem Geiste durch die vorigen Propheten. Daher so großer Zorn vom HErrn Zebaoth gekommen ist.

    4. Von der grundsätzlichen Buße und Bekehrung als der Wiedergeburt oder Lebendigmachung zu unterscheiden ist die tägliche oder fortgesetzte Buße und Bekehrung, nämlich dass wir täglich durch Gottes Gesetz unsere Schuld und Sünde erkennen und durch das Evangelium täglich den alten Menschen in den Tod geben, die Vergebung der Sünden ergreifen und als ein neuer Mensch in Gerechtigkeit und Heiligkeit vor Gott leben, also täglich zur heiligen Taufe, in die Taufgnade zurückkehren. Über diesen Kampf mit der Sünde, das tägliche Sterben und Auferstehen, kommt kein Christ hinaus, da wir bis zu unserem Tode Sünder und Gerechter zugleich sind und täglich viel sündigen und Strafe verdienen.

    5. Gott kann auch den, der einst bekehrt war, dann aber durch herrschend gewordene Sünde wieder abgefallen ist, wieder bekehren, wie wir an David sehen.

Ps. 143,2: Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

Gal. 5,17: Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind widereinander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt.

1 Joh. 1,8.9: So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend.

Matth. 6,12: Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unsern Schuldigern vergeben.

6. Falsche Lehre ist: dass die Buße ganz oder teilweise ein Werk des Menschen sei; dass die Buße oder Reue eine Vorbedingung zur Bekehrung sei, die der Mensch erbringen müsse; dass die Buße an sich, auch ohne den Glauben, schon ein Absterben des alten und Auferstehen des neuen Menschen sei; dass die Buße bereits die Abkehr von der Sünde bei sich habe; dass es einen Mittelzustand der „Erweckung“ gebe, in dem man noch nicht bekehrt sei aber auch nicht verloren; dass Wiedergeburt und Bekehrung verschiedene, auch zeitlich auseinanderliegende Dinge seien; dass die Bekehrung eine moralische Besserung sei; dass der Bekehrung ein Bußkampf mit einem ‚lebhaften Gefühl des göttlichen Zorns’ vorangehen müsse; dass es im ‚Bußkampf’ Glauben, aber keine Gewissheit der Rechtfertigung gebe; dass die Bekehrung einen ‚Gnadendurchbruch mit dem Fühlen unaussprechlicher Seligkeit’ beschreibe; dass schon die bloße Traurigkeit über die begangene Sünde rechte Buße sei; dass der Mensch erst einen bestimmten Grad an Reue erbringen müsse, um errettet werden zu können; dass die Bekehrung ein menschliches Werk sei oder zumindest der Mensch, und sei es zu einem noch so geringen Teil, daran mitwirke; dass der unbekehrte Mensch einen, wenn auch nur geringen, freien Willen hätte, um sich auf die Bekehrung vorzubereiten oder mit der göttlichen Gnade mitzuwirken; dass die Bekehrung eine ‚Entscheidung’ des Menschen für Christus sei; dass die Hingabe an Christus, die Annahme Christi als Herrn, in die Bekehrung gehöre; dass die Bekehrung abhänge vom rechten Verhalten des Menschen gegenüber Gottes Wort; dass die Frage, wer bekehrt werde oder nicht, abhänge von der ungleichen Schuld; dass ein einmal Bekehrter nicht wieder abfallen könnte; dass kleine Kinder nicht bekehrt werden könnten; dass der Glaube nicht allein des Heiligen Geistes Werk sei; dass Gottes Gnade in der Bekehrung nicht widerstanden werden könnte; dass die Taufgnade nicht mehr helfe für Sünden nach der Taufe, sondern ein ‚zweites Brett’, das Bußsakrament, nötig sei; dass die Privatbeichte zur Buße nötig sei; dass zur Buße auch menschliche Genugtuung für die Sünden gehöre; dass zur Buße im weiteren Sinne oder Bekehrung Reue und Glauben an Christus als den Heiland der Sünder nicht ausreichten; dass zur Buße die Aufzählung aller Sünden im einzelnen gehöre; dass zur Buße im eigentlichen Sinne auch das der Sünde Absterben und die Liebe zur Gerechtigkeit, Besserung des Lebens gehören; dass die Buße auf den Glauben folge; dass die Reue auch durch das Evangelium komme.

 

 

 

 

XIV. Vom Glauben

 

    1. Alle, die in herzlichem Vertrauen und Zuversicht das ihnen verkündigte Evangelium von der Erlösung durch Jesus Christus allein, nämlich dass Christus sie durch seinen stellvertretenden Gehorsam, Leiden und Sterben mit dem heiligen Gott versöhnt hat, nach wahrer Buße ergreifen, haben Vergebung der Sünden und ewiges Leben, weil Gott diesem herzlichen Vertrauen oder Glauben Christi erworbene Gerechtigkeit zurechnet. Dieser Glaube hat, um Christus und seines Wortes willen, die Gewissheit, daß ihm seine Sünden vergeben sind, dass er im Jüngsten Gericht freigesprochen, gerecht gesprochen  wird allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen; es wäre kein biblischer Glaube, wenn nur von einer Hoffnung auf die Vergebung der Sünden die Rede wäre. (Heilsgewißheit.)

    2. Dieser Glaube ist nicht des Menschen Werk, sondern Gott der Heilige Geist begabt den Menschen in der Wiedergeburt oder Bekehrung mit dem Glauben durch das Evangelium.

    3. Der rettende, rechtfertigende, seligmachende Glaube ist keine Tugend oder Werk, das wir Gott bringen, keine Qualität, die wir - und sei es aus Gnaden oder aus Anregung der Gnade - in uns hätten, kein Gehorsamsakt, sondern wir werden gerettet allein durch den Glauben, ohne des Gesetzes Werke, in dem Sinne, dass der Glaube die Nehmehand ist, das Instrument, wodurch wir die Vergebung der Sünden empfangen. ‚Gerechtfertigt allein durch den Glauben’ schließt jegliche menschliche Mitwirkung, jegliches menschliche Verdienen, jegliche menschliche Qualität unbedingt aus, also auch Liebe und Hoffnung, die beide nur Früchte des rettenden Glaubens sind und nicht in ihn hineingehören. Wir werden nicht gerettet um unserer Liebe und Hoffnung willen, sondern allein um Christi Verdienst für uns willen, das der Glaube empfängt.

    4. Der rettende Glaube ist seinem innersten Wesen nach inniges Vertrauen des Herzens auf Christus als dem Heiland. Dazu sind auch kleinste Kinder bereits fähig gemäß dem Zeugnis der Schrift (wenn dies auch oft noch ein unbewusster Glaube ist). Damit wir die Seligkeit oder Errettung durch den Glauben erlangen, ist nicht ein besonderer Grad oder eine besondere Stärke des Glaubens erforderlich, sondern bereits der kleinste Funke Glauben genügt.

 

    5. Wenn wir vom Glauben auch sprechen als Erkenntnis, Beifall und Zuversicht, so beschreiben diese drei Punkte nicht von einander getrennte Stufen des Glaubens, meinen in Erkenntnis und Beifall oder Zustimmung auch nicht äußerliche, bloß rationale Dinge, sondern stets eine Erkenntnis des Herzens (nämlich dass das Evangelium mir persönlich gilt) und ein Beifall des Herzens (das ist bereits das vertrauende persönliche Ergreifen des Evangeliums als mich betreffend). Der rettende Glaube ist also nicht ein bloßes Kennen der Heiligen Schrift im allgemeinen und des Evangeliums Christi im besonderen, nicht ein bloßes Wissen darum, dass Jesus Christus der Heiland der Welt, der Sünderheiland ist - sondern der rettende Glaube nimmt Gott bei seinem Wort (denn daraus allein kommt der Glaube und darauf allein ist er gestützt, s. Abraham, 1 Mose 15; Röm. 4; königlicher Beamter, Joh. 4) und bezieht es ganz auf sich: Christus ist für mich in Bethlehem geboren, hat für mich das Gesetz erfüllt, hat meine Sünden auf das Kreuz getragen, ist für mich gestorben, um meiner Rechtfertigung willen auferstanden und hat so Gott mit mir versöhnt, mir den Frieden mit Gott, den Freispruch im Jüngsten Gericht, das ewige Leben erworben.   

    6. Der rettende Glaube hat als eigentlichen Gegenstand den Christus für uns oder Christus, den Sündenheiland aller Menschen oder, anders ausgedrückt, die Verheißung von der gnädigen Vergebung der Sünden um des Verdienstes Christi willen. Der Glaube rechtfertigt also allein, indem er Glaube an Jesus Christus, den Heiland der Welt, ist, was die glaubende Erkenntnis des dreieinigen Gottes, der Erbsünde und Verlorenheit aller Menschen nach der natürlichen Empfängnis und der Gottheit Christi einschließt (primäre Fundamentalartikel). Der rechtfertigende Glaube wird darum da falsch beschrieben, wo er beschrieben wird als das Glauben oder Fürwahrhalten alles dessen, was die Schrift lehrt (womit nicht gesagt wird, dass Gott die anderen Artikel freigestellt hätte oder die anderen Artikel weniger wichtig wären, sondern nur, dass der, der aus Schwachheit in den anderen Artikeln irrt, dennoch selig werden kann, wenn er den rechten Glauben in den primären Fundamentalartikeln hat, wiewohl er durch die mangelnde Erkenntnis auch in diesen Lehrartikeln gefährdet ist. Wer aber aus Bosheit gegen einen Artikel der Bibellehre streitet, der streitet gegen Gott selbst und ist aus der Gnade gefallen.)

    7. Der wahre Glaube kann nicht mit herrschender Sünde oder Todsünde zusammen bestehen bei einem Menschen.

    8. Ohne den rettenden Glauben an Jesus Christus als dem Heiland aller Sünder ist es unmöglich, gerettet, das ist: in Ewigkeit selig, im Jüngsten Gericht freigesprochen zu werden. (Der Glaube hat diesen Freispruch schon jetzt!) Außerhalb des Christentums oder der christlichen Kirche als der verborgenen Gemeinschaft des Glaubens an Christus, den Sünderheiland der Welt, gibt es kein Heil, keine Rettung, keine Erlösung. Alle Religion außerhalb des wahren biblischen Christentums ist Ausdruck der Rebellion des Menschen gegen den lebendigen Gott und steht daher unter dem Verdammungsurteil Gottes.

Joh. 3,36: Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohne nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen.

Apg. 10,43: Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Röm. 4,5: Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.

Eph. 2,8.9: Aus Gnaden seid ihr selig geworden durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme.

Gal. 2,16: Weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so glauben wir auch an Christus Jesus, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht.

Apg. 16,31: Glaube an den Herrn JEsus Christus, wo wirst du und dein Haus selig.

Joh. 8,34: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

    9. Falsche Lehre ist daher jegliche Lehre, die in irgendeiner Weise unsere Errettung und unseren Freispruch im Jüngsten Gericht von menschlichem Mittun, menschlichen Werken oder der Kirche und ihrem Amt als absolut notwendiger Heilsanstalt abhängig macht. Falsche Lehre ist weiter: dass der rettende Glaube ganz oder teilweise ein menschliches Werk sei, das wir Gott brächten, um die Errettung zu erlangen; dass der rettende Glaube derjenige sei, der in der Liebe tätig ist; dass zum rettenden Glauben auch die Unterwerfung als Christus als dem Herrn gehöre; dass zum rettenden Glauben nicht nur das Vertrauen in Christus als dem Sündenheiland gehöre, sondern auch die Liebe zu Gott, Hoffnung und der Gehorsam ihm gegenüber; dass der rettende Glaube ein bloßes Fürwahrhalten der kirchlichen Lehre sei; dass wahrer Glaube zusammen mit herrschender Sünde bei einem Menschen sein könne; dass der rettende Glaube nicht den Christus für uns allein zum Gegenstand hat, sondern der Wahrheit des Wortes Gottes allgemein oder Gottes Barmherzigkeit vertraut; dass der Mensch seines Heils nicht gewiss sein könne; dass Menschen auch in anderen Religionen, außerhalb des Christentums, gerettet werden könnten; dass auch andere Religionen als nur das biblische Christentum von Gott seien.

 

    10. Der rechte Glaube sucht und gründet sich selbst nie in Erfahrung und sucht und gründet auch Erfahrungen, die er macht, nie im Menschen selbst, sondern der Glaube ruht, wie die gesamte christliche Existenz, nicht im Inneren des Menschen, sondern vollkommen außerhalb menschlich-persönlicher Erfahrung in der objektiven Offenbarung Gottes in Christus in seinem Wort, wodurch uns eine Gerechtigkeit geschenkt wird, die außerhalb von uns ist, auch nur von außerhalb, nämlich durch das Evangelium in Wort und Sakrament, uns zugeeignet werden kann. Aller Trost und alles Vertrauen des Glaubens auf die Annahme im Gericht, auf die wahrhafte Vergebung der Sünden ruht also einzig und allein auf dem Wort Gottes, der Heiligen Schrift. Aller Glaube, der sich auf anderes als allein die Schrift Gottes gründet, ist tatsächlich noch Fleisch, setzt auf einen fremden Gott sein Vertrauen. Zu diesen objektiven Mitteln kann Gott noch, wie er will, Erfahrungen, Gefühle schenken, aber darauf gründet der Glaube nicht.

Luk. 16,29-31: Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselbigen hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde.

1 Mose 15,6: Abram glaubte dem HErrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

Spr. 7,2: Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.

Jes. 8,20: Ja, nach dem Gesetz und Zeugnis. Werden sie das nicht sagen, so werden sie die Morgenröte nicht haben.

Joh. 5,39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist's, die von mir zeuget.

Joh. 20,29-31: Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du gesehen hast, Thomas, so glaubest du. selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. 

2 Tim. 3,15-17: Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von GOtt eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

1 Joh. 5,13: Solches hab' ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes GOttes, auf dass ihr wisset, dass ihr das ewige Leben habet, und dass ihr glaubet an den Namen des Sohnes GOttes.

    11. Falsch ist daher eine Lehre, die den Glauben auf Erfahrung gründet oder den Menschen an sein frommes Ich mit seinem Denken, Fühlen, Erleben zur Vergewisserung des Heils verweist oder die behauptet, der Mensch solle in sich selbst Gott suchen und finden; eine Lehre, die behauptet, der Glaube rechtfertige als eine Tugend, als eine Qualität im Herzen oder eine Kraft, die sich an Gott halte, ihn liebe, auf ihn hoffe; eine Lehre, die den rechtfertigenden Glauben nicht als Glauben an Christus, den einzigen Erlöser beschreibt, um deswillen der Sünder gewiß sein kann, im Gericht nicht verworfen, sondern angenommen zu werden, sondern als ein bloßes Hoffen auf eine Barmherzigkeit Gottes mit dem Sünder.

    12. Falsch ist eine Lehre, die behauptet, der Glaube rechtfertige in sofern, als er eine Tugend sei oder eine Kraft in uns oder in sofern er in der Liebe tätig sei oder in sofern er Liebe und Hoffnung habe oder als Hoffnung auf Gottes künftige Barmherzigkeit um unserer Liebe und Hoffnung willen oder in sofern er Glaube an alle Aussagen der Heiligen Schrift sei. 

 

 

XV. Von der Erlösung oder Rechtfertigung

 

    1. Gott hat allein aus seiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit - das ist: Gottes Freundlichkeit und Leutseligkeit oder Gunst, barmherzige Gesinnung, ewige erbarmende Liebe zu uns - (bewirkende Ursache) vor Erschaffung der Welt beschlossen, die Menschheit aus aller Sündenschuld und Verlorenheit zu retten ohne irgendein Zutun, Mitwirken, Vorbereiten unsererseits, ohne Ansehung von irgendetwas in, an, bei uns; nämlich durch den göttlichen Erlöser, Jesus von Nazareth, dem Sohn Marias und Sohn Gottes, dem Gottmenschen, wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person, der um uns Menschen willen in diese Welt gekommen ist; der dem Gesetz Gottes, das die Menschen übertreten haben, vollkommen gehorcht hat; durch sein Leiden und Sterben, sein einmaliges und vollkommen genügendes Opfer die Strafe für die Schuld der gesamten Welt, aller Menschen aller Zeiten, bezahlt hat und durch seine Auferweckung von den Toten als der voll genuggetan habende göttliche Erlöser bestätigt wurde (verdienstliche Ursache). Durch diesen seinen stellvertretenden Gehorsam, Leiden und Sterben hat Jesus Christus Gott mit allen Menschen versöhnt, da er für die Schuld aller Menschen volle Genüge getan hat und diesem seinem Erlösungswerk nichts mehr von unserer Seite hinzuzufügen ist.

    2. Rechtfertigung heißt dabei: Allein um Christi Verdienst für uns willen rechnet Gott uns unsere Sünden nicht mehr an, obwohl wir sie doch wahrhaft haben bzw. getan haben, sondern spricht uns, die wir vor ihm Sünder, Ungerechte, Gottlose sind, gerecht, sieht uns allein um Christi willen als gerecht, heilig an, nicht, weil wir es qualitativ wären, sondern weil Christus es für uns ist, d.i. Gott rechnet uns Christi Verdienst zu, Röm. 4,4-9; 5,6-10. Sie ist also eine Handlung, Urteil Gottes nicht in uns, sondern außer und über uns. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, die er an uns sieht, ist also nicht eine eigene, in uns befindliche, sondern eine fremde, außerhalb von uns seiende, Christi für uns erworbene und uns zugerechnete (objektive Rechtfertigung; forensische Rechtfertigung.) Mit dieser Gerechtsprechung oder Vergebung der Sünden, sind alle Strafen, zeitliche und ewige, erlassen. Gerechtsprechung meint, und das ist unbedingt und ohne Abschwächung festzuhalten: Gerechtsprechung des Sünders, des Gottlosen, des Ungerechten, dessen also, der Gott nichts als seine Sünde bringen kann und so angezogen wird mit dem Kleid der Gerechtigkeit, das Christus ihm erworben hat. Es ist eine falsche, dem Evangelium Christi ins Gesicht schlagende Lehre, wenn behauptet wird, Gott spreche den gerecht, der auch gerecht sei, der schon Gerechtigkeit habe, und sei es eine ihm aus Gnaden eingegossene, angefangene Gerechtigkeit, d.i. Gott spreche nicht den Sünder gerecht, sondern den, der gerecht sei. s. Matth. 9,12; Luk. 18,9-14; Röm. 4,4-9; 5,6-10.

    3. Dieser Artikel ist der Hauptartikel und Kern und Stern der ganzen Heiligen Schrift, das pure, lautere Evangelium, an dem der gesamte christliche Glaube hängt. Hier liegt der wahre und tiefgreifende Unterschied zwischen dem Christentum und aller nichtchristlichen Religion, die Gesetzesreligion ist, nämlich der Versuch des Menschen, an seiner Erlösung mitzuwirken. Ohne das rechte Verständnis dieses Artikels ist es unmöglich, Gottes Heiliges Wort recht zu verstehen; die Rechtfertigungslehre aber tut wahrhaft die Tür auf zur ganzen Bibel. Nur durch die rechte Erkenntnis in diesem Artikel und seiner rechten Anwendung wird Christus seine wahre und höchste Ehre gegeben; nur durch die reine Rechtfertigungslehre ist es möglich, betrübte Gewissen recht zu trösten, denn sie allein gibt dem Sünder die wahre Gewissheit, dass Gott ihm gnädig ist.

Eph. 1,4: Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen [Jesus Christus], ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe.

Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe  und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, dass wir die Kindschaft empfingen.

2 Kor. 5,18-21: Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch JEsum Christum und das Amt gegeben, da die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt; denn Gott mahnet durch uns, So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott. Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

Tit. 3,4-7: Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesus Christus, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung.

Joh. 1,29: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.

Joh. 4,42: Wir haben selber gehöret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.

Röm. 3,23.24: Denn es ist hier kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christus JEsus geschehen ist.

Röm. 3,28: So halten wir es nun, daß deer Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Röm. 5,6.8.10: Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben... Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren... Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind.

Röm. 5,18.19: Wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen. Denn gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder geworden sind, also auch durch eines Gehorsam viel Gerechte.

1 Petr. 1,18.19: Wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

Hebr. 10,10.12.14.18: In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes JEsu Christi... Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes... Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden... Wo aber derselbigen Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde.

Röm. 4,5-8: Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Nach welcher Weise auch David sagt, dass die Seligkeit sei allein des Menschen, welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke, da er spricht: Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind und welchen ihre Sünden bedecket sind. Selig ist der Mann, welchem Gott keine Sünde zurechnet. 

    4. Diese von Gott allein aus Gnaden geordnete und allein durch Christus in seinem Gehorsam, Leiden und Sterben uns verlorenen und verdammten Sündern erworbene Gerechtsprechung oder Freisprechung im Blick auf das Jüngsten Gericht bietet Gott uns dar, schenkt er uns und eignet uns zu durch seine Gnadenmittel, nämlich das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, damit wir es durch den Glauben allein, als der Nehmehand, ergreifen und dadurch die Vergebung, das ewige Leben haben. Darum kann und soll der an Christus Gläubige auch gewiss sein, dass ihm seine Sünden vergeben sind und er bei Gott in Gnaden ist. Diese Gewißheit gründet sich allein fest und unerschütterlich auf die Gnadenmittel. (persönliche Rechtfertigung.)

Röm. 1,16.17: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen, da darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Röm. 3,22.28: Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen und auf alle, die da glauben... So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Röm. 10,8-10: Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Munde und in deinem Herzen. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest JEsus, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wid man selig.

    5. Falsche Lehre ist: dass unsere Rechtfertigung oder Gerechtsprechnung oder Seligmachung, das ist: unser Freispruch im Blick auf das Jüngsten Gericht, in irgendeiner Weise abhänge von unserer eigenen Gerechtigkeit, unserem Verdienst, unseren Werken, die wir Gott brächten, es sei vor oder nach unserer Bekehrung; dass wir die Rechtfertigung in irgendeiner Weise oder Hinsicht erlangen durch rechtes Verhalten, Dazutun, Vorbereiten unsererseits; dass die Gnade Gottes eine eingegossene Gnade sei oder göttliche Kraft, die dem Menschen gegeben werde, um Gottes Willen zu tun; dass die Erlösung nicht Vergebung von Schuld und Versöhnung mit Gott sei, sondern Entfaltung eines dem Menschen wesenseignen ‚geistlichen Potentials’; dass die Rechtfertigung nicht ein Urteilsspruch Gottes sei, mit dem er dem an Christus Glaubenden die Gerechtigkeit zurechnet, sondern Erneuerung und Heiligung des Sünders durch (eingegossene) Gnade; dass die Rechtfertigung nur ein Teil einer ‚Vergöttlichung’ des Menschen sei, an der der Mensch selbst mitwirke; dass die Rechtfertigung nur eine Folge (neben der Heiligung) einer durch den Glauben vollzogenen Vereinigung mit Christus sei; dass die Rechtfertigung nicht Zurechnung einer fremden (Christi) Gerechtigkeit sei, sondern Eingießung einer eigenen (innerlichen) Gerechtigkeit; dass nicht nur der Glaube, sondern auch die Rechtfertigung wachse; dass Werke nötig seien, um die Rechtfertigung zu mehren und zu bewahren; dass das Versöhnungswerk Christi noch nicht vollkommen sei; dass Rechtfertigung nicht tatsächliche Sündenvergebung sei, sondern nur Verheißung einer zukünftigen; dass mit der Vergebung der Sünden nicht alle Strafen genommen seien, sondern der Mensch stets noch zeitliche Strafen für seine Sünden tragen müsse; dass Rechtfertigung durch den Glauben nicht oder nicht allein das Vertrauen in Christi Verdienst meine, sondern auch den willigen Gehorsam gegenüber seinem Wort, Hoffnung und Liebe; dass ein Christ seines Heils nicht gewiß sein könne; dass die Heilsgewissheit darin bestehe, Gottes Vergewisserung im Herzen zu fühlen; dass die Auserwählten nicht eine Zeitlang wieder aus dem Stand der Rechtfertigung fallen können.

 

 

XVI. Von der Einwohnung des dreieinigen Gottes im an Christus Gläubigen

 

    1. Gott ist wohl in allen Menschen gegenwärtig, nämlich dass es keinen Menschen gibt, der außerhalb der Allgegenwart Gottes steht, Apg. 17,28, aber die Gegenwart des dreieinigen Gottes im an Christus Gläubigen ist von einer ganz anderen Weise und Qualität. Nur vom an Christus Gläubigen lehrt die Schrift Gottes, dass der dreieinige Gott in ihm Wohnung macht, dass damit der Gläubige, auch mit seinem (dadurch geheiligten) Leib, ein Tempel Gottes, ein Tempel des Heiligen Geistes ist, 1 Kor. 3,16; 6,19; 2 Kor. 6,16.

    2. Es handelt sich dabei nicht nur um eine rein geistige Gegenwart Gottes, um eine bloße Gegenwart durch Kräfte oder Wirkungen, sondern um eine tatsächliche, reale, substantielle Gegenwart, Wohnen des dreieinigen Gottes, Joh. 14,23; 17,21, die über all unser Begreifen und Verstehen geht und die besondere, innigste Gemeinschaft zwischen dem dreieinigen Gott und dem an Christus Gläubigen beschreibt, was auch in der Schrift dargestellt wird am Bild der Ehe zwischen Christus und seiner Braut, der Gemeinde (wie dem Gläubigen), Eph. 5,32; am Bild vom Weinstock und den Reben, dem Einpflanzen der Zweige in den Weinstock, Joh. 15,4 ff.; am Bild des Hauptes und seiner Glieder, Eph. 1,22.23, so dass die Schrift aussagt, daß der Gläubige Gemeinschaft hat mit der göttlichen Natur, 2 Petr. 1,4.

    3. Diese Einwohnung Gottes, diese innigste Gemeinschaft zwischen dem dreieinigen Gott und dem an Christus Gläubigen drückt somit aus die Teilnahme der Gläubigen am Leben Gottes, Röm. 6,8; Gal. 2,20, so dass Christus das, was eigentlich uns betrifft, an sich nimmt, Sach. 2,8; Matth. 10,40; 25,35 f.

    4. Diese innige Gemeinschaft, diese Einwohnung Gottes aber ist nicht etwas, das unmittelbar geschieht, durch Erlebnis, Erfahrung oder Betrachtung (Meditation) oder dadurch, dass wir Gott in uns hätten oder einen Kern Gottes in uns, sondern diese Gemeinschaft haben wir allein durch das Evangelium in Wort und Sakrament, das den Glauben wirkt und erhält, lebt deshalb auch allein im Evangelium und aus dem Evangelium. Ohne und außerhalb dieses Mittels, damit ohne den aus dem Evangelium kommenden und im Evangelium lebenden Glauben haben wir diese Einwohung Gottes nicht, Joh. 14,23; Eph. 3,17.

    5. Diese Einwohnung Gottes aber führt nicht zu einer Identität von Gott und Mensch - nur von Jesus Christus allein kann gesagt werden: Gott ist Mensch und Mensch ist Gott; ebenso nicht zu einer Aufhebung der menschlichen Natur oder einer Vereinigung oder Vermischung der Naturen. Die Einwohnung führt auch nicht zu einem Schauen oder Fühlen Gottes, sondern wir bleiben im Glauben; ebensowenig beschreibt die Einwohnung Gottes unsere Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ist die Gerechtigkeit, die Christus uns durch seinen Gehorsam, Leiden und Sterben erworben hat, Gal. 4,4.5; Röm. 5,6.8.10.18.19.

1 Kor. 3,16: Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet?

1 Kor. 6,19: Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst?

2 Kor. 6,16: Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Joh. 14,23: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

Joh. 17,21: Auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt.

2 Petr. 1,4: Durch welchen uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenket sind, nämlich daß ihr durch dasselbige teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt.

Gal. 2,20: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir.

Sach. 2,8: Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an.

Eph. 3,17: Und Christus zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden. 

    6. Falsche Lehre ist:  die Einwohnung Gottes führe zu einer Vergottung des Menschen, der menschlichen Natur, zu einem Ende des menschlichen Bewußtsteins; es gebe einen direkten Weg zu Gott, ohne die Mittel Wort und Sakrament und ohne den rettenden Glauben an Christus; wir könnten werden wie Gott oder Gott erleben in uns; wir könnten zu Gott, zu einer Vereinigung oder ‚Einung’ mit Gott gelangen durch Meditation, Versenkung (Mystik); wir könnten Gott in uns suchen; in der ‚Vereinigung mit Gott’ könnte der Mensch vollkommen werden, unmittelbare Offenbarungen, Visionen bekommen; die Seele werde in der ‚einenden Begegnung mit Gott’ vergöttlicht, vollkommen; wir könnten zu Gott, zu einer Schau Gottes, zur Einheit mit Gott durch Askese, gute Werke, Ekstase, Intuition gelangen; unsere Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, sei der Christus in uns oder die Christus wesenseigene Gerechtigkeit oder der in uns wirkende Christus; wir könnten Gott irgend anders finden als allein in Christus, in Wort und Sakrament, also außerhalb von uns.

 

 

XVII. Von der Bewahrung im Glauben zur ewigen Seligkeit

 

    1. Der dreieinige Gott entzündet durch das Evangelium in Wort und Sakrament nicht nur den rettenden Glauben im Herzen des Menschen, sondern es ist ebenso allein das Werk des dreieinigen Gottes durch das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, den so Erlösten auch im rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus zu erhalten, 1 Petr. 1,5; Phil. 1,6; Joh. 10,28; Röm. 16,25; 1 Kor. 1,8. Mit der gleichen gewaltigen Kraft, mit der Gott den Glauben im Herzen des zuvor geistlich toten Menschen entzündet, ihn so geistlich auferweckt hat, mit der gleichen Kraft erhält er ihn auch in diesem rettenden Glauben, 1 Thess. 5,24; 2 Thess. 3,3.

    2. Auch die Bewahrung ist also nicht, weder ganz noch zu irgendeinem Teil, ein Werk des Menschen, seines Willens, sondern allein der Gnade Gottes, wie wir es insbesondere im Galaterbrief lesen, Gal. 3,3; 5,1.4. Wen Gott erwählt hat in Christus zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus, den er hat er damit auch erwählt, dass er ihn in der Zeit durch das Evangelium in Wort und Sakrament beruft, zum Glauben bringt (rechtfertigt) und im Glauben erhält zur ewigen Seligkeit (herrlich macht), Röm. 8,29-30.

    3. Der Glaube soll wohl gute Werke tun und kann natürlicherweise auch gar nicht anders, wenn er rechter Glaube ist, Röm. 3,32; Jak. 2,17, aber dadurch wird der Glaube nicht bewahrt, umso mehr, als auch keines dieser Werke vollkommen ist. Allerdings, wenn wir keine guten Werke tun, dann fallen wir wieder aus der Gnade, weil wir den Geist Gottes hindern, durch uns die Werke zu tun, die er zuvor bereitet hat, Eph. 2,10, und weil wir dann in der Rebellion gegen Gott leben, der allerdings gute Werke von uns will. Wenn Gott uns aufruft, dass wir unsere Seligkeit mit Furcht und Zittern schaffen sollen, Phil. 2,12, so meint er damit nicht, dass wir dies aus uns könnten, sondern vielmehr können wir nur durch Gottes Gnade und Kraft durch Wort, Taufe und Abendmahl auf diesem Weg wandeln, denn er allein gibt das Wollen und Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen, Phil. 2,13, und warnt uns vor eigener falscher Sicherheit und Sorglosigkeit gegenüber der Sünde.

    4. Weil auch unsere Bewahrung oder Erhaltung im Glauben zur ewigen Seligkeit allein des dreieinigen Gottes Werk ist, darum können wir auch wahrhaft unseres Heils, unserer ewigen Erlösung, des Freispruchs im Jüngsten Gericht, gewiss sein, Röm. 8,30-39; 2 Tim. 2,13; 4,18.

1 Petr. 1,5: Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zur letzten Zeit.

Phil. 1,6: Und bin desselbigen in guter Zuversicht, dass, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi.

1 Kor. 1,8: Welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesus Christus.

Joh. 10,27-30: Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. 

1 Thess. 5,23.24: Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt der Seele und dem Leib müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesus Christus. Getreu ist er, der euch rufet, welcher wird's auch tun. 

2 Thess. 3,3: Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen.

Phil. 2,12.13: Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist's, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

    5. Falsche Lehre ist: dass die Bewahrung ganz oder zu einem Teil das Werk des Menschen sei, etwa durch gute Werke, durch den Kampf gegen die Sünde, durch den Gehorsam gegenüber Gott; dass der wahre Gläubige nie abfallen könnte.       

 

 

XVIII. Von der Gnadenwahl

 

    1. Gott hat von Ewigkeit, aus Gnaden, in Christus, Menschen zur Seligkeit durch den Glauben an Christus erwählt. Gott hat also alle diejenigen, welche in der Zeit allein aus Gottes Gnade, um Christi willen, durch die Gnadenmittel zum Glauben kommen, gerechtfertigt, geheiligt und im Glauben erhalten werden, schon von Ewigkeit aus eben demselben Grunde, also allein aus Gnaden, um Christi willen und auf dem Wege der Gnadenmittel, mit Glauben, Rechtfertigung, Heiligung und Erhaltung im Glauben bedacht, Eph. 1,3-7; 2 Thess. 2,13.14; Apg. 13,48; Röm. 8,28-30; 2 Tim. 1,9; Matth. 24,22-24.

    2. Der einzige und ewige Grund für unsere Erwählung ist also Gottes freie Gnade in Jesus Christus, Röm. 11,5.6; Joh. 15,16, und ist in keiner Weise irgendwie unsere Frömmigkeit oder Entscheidung oder Tugend oder dass Gott unseren Glauben oder unser Verhalten seinem Wort gegenüber oder sonst etwas bei uns vorausgesehen hätte. Die Erwählung ist einzig Gnadenwahl, niemals Wahl aus Verdienst. Auch der Glaube des Christen ist also nicht der Grund der Erwählung, auch geschieht sie nicht in Ansehung des zukünftigen Glaubens, sondern vielmehr gehört der Glaube, den die Erwählten in der Zeit haben, zu den geistlichen Gütern, mit denen Gott sie durch die Erwählung von Ewigkeit her bedacht hat, Apg. 13,48.

    3. Die Gnadenwahl, die ewige Erwählung in Christus Jesus zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus durch die Gnadenmittel, ist die Ursache unserer Seligkeit und alles dessen, was zu derselben gehört, und wirkt, schafft, fördert dies alles auch, Röm. 8,28-30.

    4. Es ist aber der Schrift zuwider zu lehren, dass es, wie es eine Gnadenwahl in Christus zum ewigen Leben gibt, es andererseits auch eine Zorneswahl oder Vorherbestimmung zur Verdammnis von Ewigkeit her gebe als Ursache davon, warum viele das Wort hören und dennoch verloren gehen. Gottes ernsthafter Gnadenwille betrifft vielmehr alle Menschen, 1 Tim. 2,4, und er geht an keinem mit seinem Evangelium vorüber oder verkündigt es ihm ohne ernsthaften Rettungswillen. Wer verloren geht, der geht einzig deshalb verloren, weil er Gottes rettende Gnade für sich verworfen hat, Matth. 23,37; Apg. 7,51; 13,46. Das biblische Paradoxon läßt sich nicht aufheben: dass derjenige, der selig, gerettet wird, einzig und allein aus Gnaden, um Christi willen gerettet wird ohne irgendein Hinzutun seinerseits, ohne irgendeinen Grund in ihm selbst; dass aber derjenige, der verloren geht, einzig und allein aus eigener Schuld verloren geht.

    5. Wir müssen aufgrund der Heiligen Schrift unterscheiden zwischen dem allgemeinen Gnadenwillen Gottes, der über alle Menschen geht, 1 Tim. 2,4, und der Gnadenwahl Gottes, die nur über eine bestimmte Anzahl geht, die Gott von Ewigkeit her in Christus zur Seligkeit erwählt hat, 2 Thess. 2,13, also über einen ‚Rest’, das ‚Übrige’, Röm. 9,27-29, die ‚Wahl’, Röm. 11,7. Der allgemeine Gnadenwille wird von den meisten Menschen verworfen, Matth. 22,14; Luk. 7,30, die Gnadenwahl erreicht dagegen bei allen, über die sie geht, ihr Ziel, Röm. 8,28-30.

    6. Wir bedenken diesen Artikel nur recht, wenn wir ihn als dem Artikel von der Rechtfertigung und der Heilsgewißheit dienend verstehen und unsere Erwählung nicht betrachten als eine absolute Vorherbestimmung: diejenigen sind zur Verdammnis bestimmt und jene zur Seligkeit, sondern sie betrachten in Christus, worinnen sie auch geschehen ist und der ihre Ursache ist, Eph. 1,4; 2 Tim. 1,9., und dass sie zusammenfasst das Werk des Heiligen Geistes durch die Gnadenmittel. Die Wahl sorgt also auch für die Erlösung der Gotteskinder durch Bekehrung, Rechtfertigung, Bewahrung.

    7. Aus dieser Betrachtung erwächst dann der große Trost, dass das ganze Werk unserer Seligmachung allein Gottes Werk ist und bei ihm allein die Ursache hat, also gänzlich außerhalb von uns ist, und wir zu unserer Erlösung gar nichts hinzutun können. Darum können wir, in der Betrachtung unserer Berufung durch das Evangelium Christi, in der Vergewisserung der Gnade Gottes in Christus, auch unserer Erwählung eben durch das Evangelium gewiß werden, 2 Petr. 1,10; Eph. 1,4; 1 Thess. 1,4; Röm. 8,30; 2 Thess. 2,13.

Eph. 1,3-7: Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christus; wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.

2 Thess. 2,13.14: Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, geliebte Brüder von dem HErrn, daß euch GOtt erwählet hat von Anfang zur Seligkeit in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit, darein er euch berufen hat durch unser Evangelium zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesus Christus. 

Apg. 13,48: Da es aber die Heiden höreten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn und wurden gläubig, wieviel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren.

Röm. 8,28-30: Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, dass sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohns, auf dass derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch herrlich gemacht.

2 Tim. 1,9: Der uns hat selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christus JEsus vor der Zeit der Welt.

Joh. 15,16: Ihr habet mich nicht erwählet, sondern ich habe euch erwählet und gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe.

1 Tim. 2,4: Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Matth. 23,37: Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

Apg. 7,51: Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an herzen und Ohren, ihr widerstrebet allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr!

Apg. 13,46: Euch mußte zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.      

    8. Falsche Lehre ist: dass die Erwählung geschehe in Ansehung des zukünftigen Glaubens, des Verhaltens gegenüber Gottes Wort, der Werke oder sonst etwas in, an, beim Menschen; dass die Erwählung eine absolute sei, nicht nur eine Gnaden-, sondern auch eine Zorneswahl; dass Gottes Gnade in Christus nicht für alle Menschen gelte, sondern nur für die Erwählten; dass Gott nicht ernsthaft wolle, dass alle Menschen gerettet werden; dass wir unserer Erwählung nicht gewiß werden könnten; dass wir unserer Erwählung durch eine innere Erleuchtung oder durch Erwägung äußerer Segnungen im Leben gewiss werden könnten; dass die Erwählung nicht von Ewigkeit her geschehen sei, sondern erst in der Zeit geschehe; dass der Erwählte nicht mehr aus der Gnade fallen könnte selbst bei schlimmsten Sünden; dass diejenigen, die verloren gehen, nicht aufgrund eigener Sünden, sondern aufgrund Gottes Vorherbestimmung zur Verdammnis verloren gingen.

 

 

XIX. Von der Heiligung oder dem christlichen Leben in der Nachfolge Jesu Christi

 

    1. Es ist der unbedingte Wille des dreieinigen Gottes, dass wir als von Jesus Christus Erlöste auch ein Gott wohlgefälliges, ihm, dem lebendigen Gott und dadurch auch dem Nächsten dienendes Leben führen in Gerechtigkeit und Heiligkeit vor ihm.

Matth. 22,37-40: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

1 Thess. 4,3: Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Hurerei.

Eph. 4,24: Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Röm. 12,1: Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

    2. Die Heiligung ist nicht eine neue oder weitere Stufe im Christentum nach der Rechtfertigung, sondern vielmehr die natürlich Frucht des Glaubens. Es gibt also keinen rechten rechtfertigenden Glauben, der nicht auch die Frucht, nämlich die Heiligung mit sich bringt. Aber der Glaube rechtfertigt nicht wegen der aus ihm hervorgehenden Werke, denn wir tun die Werke nicht, um erlöst zu werden oder in der Rechtfertigung zu wachsen oder in der Rechtfertigung bewahrt zu werden, sondern vielmehr weil wir durch Christus erlöst sind und dies im Glauben ergriffen haben, darum leben wir als Folge, als Frucht auch als Erlöste, nämlich durch und in Christus Geheiligte, weil Christus uns nicht nur zur Gerechtigkeit, sondern auch zur Heiligung gemacht ist, noch mehr: weil er durch den Glauben in dem Gläubigen lebt.

Gal. 5,6: Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Gal. 5,22: Die Frucht aber des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

Jak. 2,17.20: Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an sich selber... Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei?

Joh. 14,23: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten.

Gal. 5,25: So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln.

1 Kor. 1,30: Christus JEsus ist uns gemacht von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

Gal. 2,20 a: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir.

    3. Falsche Lehre ist: dass die Heiligung Teil der Rechtfertigung sei oder in den rechtfertigenden, rettenden Glauben gehöre; dass die Hingabe an Christus oder seine Annahme als Herr in den rechtfertigenden Glauben hineingehöre; dass durch die Heiligung die Rechtfertigung vermehrt oder bewahrt werde; dass wir auch aufgrund der Heiligung das Himmelreich empfingen; dass die Heiligung eine weitere Stufe im Christenleben sei nach der Rechtfertigung; dass es rettenden Glauben geben könne, der keine Frucht als Folge mit sich bringe.

 

    4. Auch die Heiligung ist nicht des Menschen Werk, sondern sie ist vielmehr Gottes Werk im Menschen und durch den Menschen, gewirkt durch Wort und Sakrament als Frucht des Glaubens.

    5. Im Gegensatz zur Rechtfertigung ist der Mensch dabei nicht völlig passiv, sondern wirkt, wenn auch nur untergeordneterweise, mit, angereizt und geführt durch das Evangelium.

Eph. 2,10: Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus JEsus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen.

Phil. 2,13: Gott ist's, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

2 Kor. 3,5: Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott.

Jer. 31,33: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein.

Röm. 5,5: Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.

    6. Die Heiligung ist das Werk Gottes des Heiligen Geistes in uns und durch uns, und zwar durch das Evangelium. Das Gesetz (in seinem dritten Gebrauch) kann uns nur sagen, was der Wille Gottes ist - und das ist uns um des alten Menschen willen auch wichtig, damit wir nicht auf eine eigene Frömmigkeit verfallen -, aber es kann uns nicht helfen, den Willen Gottes zu tun. Die Erneuerung, das Sterben des alten und Auferstehen des neuen Menschen, das ist Gottes Werk durch das Evangelium, und zwar ein Werk, das täglich und ständig an uns vollzogen werden muß.

    7. Die Heiligung geschieht im Gehorsam gegenüber dem Worte Gottes, aber die Triebfeder ist nicht ein bloß äußerer Gehorsam, also das Gesetz, sondern vielmehr die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unser Herz, die Liebe Christi, unseres Erlösers, also das Evangelium, das in uns die Liebe zu unserem Heiland entzündet, aus der wir gerne, willig und freudig ihm im Gehorsam dienen. Denn nicht das ist eine rechte christliche, evangelische Heiligung, die um des Gesetzes willen geschieht, ein äußeres Werk, sondern diejenige, die aus dem Herzen kommt, aus der Liebe zum Heiland.

Röm. 12,1: Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dssß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

2 Kor. 5,14.15: Denn die Liebe Christi dringet uns also, denn wir halten, dass, so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.

Tit. 2,11-14: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken.

Matth. 15,9: Aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebot sind.

    8. Falsche Lehre ist: die Heiligung werde durch das Gesetz gewirkt; die Heiligung sei ein menschliches Werk; die christliche Ethik sei bloße Gehorsams- und nicht Liebesethik.

        

    9. Die Heiligung wird in diesem Leben nie vollkommen sein, sondern immer ein Anfang bleiben. Auch der vom Heiligen Geist durch das Evangelium Wiedergeborene, Bekehrte bleibt Gerechtfertigter, Gerechter, und Sünder zugleich. Die Erbsünde haftet auch dem Wiedergeborenen weiter an, wodurch auch die böse Lust weiter in ihm wirkt. Das Glaubensleben des Christen ist und bleibt daher ein geistlicher Kampf zwischen dem Fleisch, das zur Sünde locken will, und dem Geist, der uns auf dem Weg der Nachfolge führen will, Gal. 5,16-24.

    10. Diesen Kampf können wir nicht anders führen, als dass wir als die Reben im Glauben durch das Evangelium in Wort und Sakrament fest mit dem Weinstock, Christus, unserem Heiland, verbunden bleiben, was geschieht dann, wenn der Heilige Geist uns regiert, Gal. 5,18, nämlich durch das Gesetz zu täglicher Reue und Buße und durch das Evangelium zu täglichem erneuten Ergreifen der Vergebung der Sünden führt. Das Gesetz kann uns darinnen nur sagen, was des Herrn Wille ist, mehr hilft es uns nicht. Allein das Evangelium führt dann zum willigen täglichen In-den-Tod-geben des alten Menschen in der Buße und zum täglichen Auferstehen des neuen Menschen im Glauben an Christus, in der Rückkehr zur Taufgnade. Über diesen Stand kommt der Christ nie hinaus. Wachstum im Glauben, in der Heiligung, in der Erneuerung ist nicht ein immer vollkommener Werden in dem Sinne, dass wir Christus und seine Vergebung immer weniger bedürften, sondern dass wir tiefer hineinkommen im Verstehen und Wollen des Willens Gottes und so der Kampf mit dem Fleisch, die Erkenntnis der eigenen Verdorbenheit, Sünde immer intensiver wird. Diesen geistlichen Kampf führt der Heilige Geist in uns und mit uns mittels des Evangeliums 1) in der Taufe (dass er uns dessen erinnert, was Christus uns in der Taufe geschenkt hat und dessen Bedeutung für unser ganzes Leben); 2) im Wort (dass er uns durch das Lesen des Wortes und die Predigt weiterführt in der Erkenntnis und unser Vertrauen auf Christus stärkt); 3) im Heiligen Abendmahl (dass er uns dort die Sünden vergibt und uns der Vergebung unserer Sünden vergewissert, uns damit zugleich anreizt, Christus noch inniger und von Herzen nachzufolgen).

Joh. 13,10: Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nicht als die Füße waschen, sondern er ist ganz rein.

1 Joh. 1,8.9: So wir sagen, wir haben eine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend.

Röm. 7,14.15.17-19: Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das tue ich... So tue nun ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. Denn ich weiß, daß in mir, das ist, in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

Gal. 5,16-18.24: Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind gegeneinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze... Welche aber Christus angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden.

Röm. 6,3.4: Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Phil. 3,13.14: Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, dass ich's ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist und strecke mich zu dem, das da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, wwelches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christus Jesus.

Phil. 2,12.13: Schaffet, dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist's, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

    11. Falsche Lehre ist: dass der Christ in diesem Leben eine relative oder absolute Vollkommenheit erlangen könne; dass der Christ ein Leben in ständigem Sieg in diesem Leben führen könne; dass die Heiligung ein Fortschreiten ist im Wachsen in der Nachfolge, getrennt von der Rechtfertigung; dass die Heiligung das Werk des Menschen sei, wenn auch unter Gottes Gnade; dass die Heiligung das Zentrum des christlichen Lebens sei, nicht die Rechtfertigung.

 

    12. Von den guten Werken: Der rechte christliche Glaube erzeigt sich natürlicherweise, als Frucht, in guten Werken. Ein gutes Werk vor Gott ist alles das, was 1) ein Kind Gottes durch den Heiligen Geist aus wahrem Glauben, 2) nach den Geboten Gottes, 3) zur Bezeugung seiner schuldigen Dankbarkeit gegen Gott, 4) allein zur Ehre Gottes und 5) zum Dienst des Nächsten denkt, redet, tut oder lässt. Daraus wird deutlich, dass ein gutes Werk nur von einem vom Heiligen Geist durch das Evangelium Wiedergeborenen getan werden kann, nicht dagegen von einem Nichtchristen, denn ein solcher kann nur Sünde tun; dass ein gutes Werk auch nicht das ist, was der Christ meint, ohne ein direktes Gebot Gottes oder nicht infolge eines Gebotes tun zu müssen, sondern als seiner Frömmigkeit förderlich tut (dies kann ein gutes Werk sein, wenn er damit der Sünde in seinem Leben wehrt, ohne damit für andere aber ebensolches Tun oder Lassen als gewissensverbindlich zu fordern und ohne es als etwas Verdienstliches anzusehen); dass ein gutes Werk oder auch rechte biblische Frömmigkeit sich nicht in äußerer Handlung oder Lassen erschöpft, sondern Gott vielmehr stets das Herz ansieht, aus dem heraus etwas getan wird.

    13. Auch die besten Werke des Christen sind noch mit Sünde behaftet, da vor Gott kein Lebendiger gerecht ist, sondern die Sünde uns anklebt bis zum Tod. Darum werden die Werke des Christen vom Herrn allein um des Glaubens der Person willen angenommen, die die Werke tut, da die Gebrechen mit dem Mantel der gänzlichen Vollkommenheit Christi bedeckt sind.

    14. Die guten Werke des Christen sind eine natürliche Frucht oder Folge des Glaubens, das ist: Der wahre christliche Glaube kann nicht ohne gute Werke sein. In diesem Sinne ist es auch richtig zu sagen, gute Werke seien nötig, nämlich um Gottes willen, damit wir seinem Befehl und Willen den schuldigen Gehorsam leisten, ihn preisen und ihm Dank erzeigen; um uns selbst willen, damit wir unseren Glauben üben, ihn vor den Menschen erzeigen, unser Leben und Stand und Beruf zieren und einst von Gott den Gnadenlohn empfangen; um des nächsten Willen, dass wir ihm dienen, durch ein gutes Vorbild erbauen, Ärgernis geben vermeiden, unseren Gegnern das Maul stopfen. Die Werke sind aber nicht nötig um unserer Seligkeit oder der Bewahrung in unserer Seligkeit willen, so, als würden wir auch erlöst oder in der Rechtfertigung bewahrt im Blick auf die Werke. Es ist vielmehr schädlich und verderblich, die Werke in den rettenden Glauben, unsere Seligmachung, Rechtfertigung hineinzumengen.

Joh. 15,5: Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Matth. 15,9: Aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebot sind.

1 Kor. 10,31: Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut, so tut es alles zu Gottes Ehre.

1 Petr. 4,10: Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.

Joh. 14,15: Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote.

Gal. 5,13: Durch die Liebe diene einer dem andern.

Hebr. 11,6 a: Aber ohne Glaube ist es unmöglich, Gott zu gefallen.

Röm. 14,23: Was aber nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde.

1 Sam. 16,7: Der Mensch siehet, was vor Augen ist, der Herr aber siehet das Herz an.

1 Petr. 2,15: Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltun verstopfet die Unwissenheit der törichten Menschen.

Röm. 12,21: Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.         

Röm. 13,10: So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Matth. 5,16: Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel preisen.

Jes. 64,6: Aber nun sind wir allesamt wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid.

Ps. 143,2: Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

Hiob 14,4: Wer will einen Reinen finden bei denen, da keiner rein ist?

    15. Falsche Lehre ist: dass dies ein gutes Werk sei, was vor Menschen als gut angesehen wird; dass jeder, auch der Ungläubige, ein vor Gott gutes Werk tun könne; dass Nächstenliebe mit Mitmenschlichkeit gleichzusetzen sei; dass wir gute Werke tun könnten über das hinaus, was Gott geboten hat (überschüssige Werke); dass wir außer dem Gebotenen etwas als ein gutes Werk bezeichnen könnten; dass es außer dem direkt oder indirekt Gebotenen gute Werke gebe, die gewissensverbindlich wären, etwa wenn die Kirche sie bestimmte; dass wir auch vollkommen gute Werke tun könnten; dass wir mit den guten Werken etwas bei Gott verdienen könnten.

 

    16. Von den Mitteldingen und vom Ärgernis: Es gibt Bereiche des christlichen Lebens, die nicht durch ausdrückliche Gebote Gottes bis ins Kleinste geregelt sind (z.B. Feiertage, Gottesdienstordnungen, Gemeindeverfassungen, Kleidung, Speise), bei denen es daher in die Freiheit des Christen oder der christlichen Gemeinde gestellt ist, wie sie es ordnen wollen. Diese Ordnungen sind dann aber menschliche Ordnungen, Gottes Gebot nicht gleichzusetzen, nicht gewissensverbindlich und auch wieder veränderbar. Sie dürfen daher auch von Pastoren oder Ältesten oder Synoden oder Konzilen nicht den Gemeinden aufgezwungen werden, sondern sind von den Gemeinden selbst in aller Freiheit zu regeln, aber in der Liebe und im Frieden. Denn die christliche Freiheit, die sich in diesen Dingen zeigt, hat ihre Grenze an der Liebe zum Bruder und zur Schwester, nämlich an einem möglichen Anstoß, der gegeben werden könnte, an der Schwachheit in der Erkenntnis, die zu geistlichen Nöten und Krisen führen könnte, wenn auf das Durchsetzen der christlichen Freiheit beharrt wird (Röm. 14; 15; 1 Kor. 8). Damit darf aber ebensowenig die Meinung des noch an Erkenntnis Schwachen zum Gesetz erhoben werden.

Röm. 15,1.2: Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns so, dass er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besserung.

Röm. 14,17-19: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste. Wer darinnen Christus dienet, der ist Gott gefällig und den Menschen wert. Darum lasset uns dem nachstreben, was zum Frieden dienet und was zur Besserung untereinander dienet.

1 Kor. 8,1: Das Wissen bläset auf; aber die Liebe bessert.

1 Kor. 8,9.12: Sehet aber zu, daß diese eure Freiheit nicht gerate zu einem Anstoß der Schwachen... Wenn ihr aber so sündiget an den Brüdern und schlaget ihr schwaches Gewissen, so sündiget ihr an Christus.

1 Kor. 10,23.24: Ich hab' es zwar alles Macht; aber es frommet nicht alles. Ich hab' es alles Macht; aber es bessert nicht alles. Niemand suche, was sein ist, sondern ein jeglicher, was des andern ist.

1 Kor. 10,32.33: Seid nicht ärgerlich weder an den Juden noch an den Griechen noch der Gemeinde GOttes, gleichwie ich auch jedermann in allerlei mich gefällig mache und suche nicht, was mir, sondern was vielen frommet, daß sie selig werden.

    17. Falsche Lehre ist: jegliche gewissensverbindliche Ordnungen in Bereichen, in denen Gott nichts direkt oder indirekt befohlen hat; dass eine Gemeinde, Pastor, Bischof, Konzil, Synode oder sonst jemand das Recht hätte, neben Gottes Gebot gewissensverbindliche Ordnungen aufzustellen; dass es keine Mitteldinge gebe.  

    18. Es gibt aber auch Situationen, in denen auch die Mitteldinge nicht mehr frei sind, nämlich dann, wenn es um die Verteidigung des christlichen biblischen Bekenntnisses geht, wo also ein Abrücken von der in Christus erworbenen Freiheit oder ein Kompromiss als Zugeständnis angesehen würde in der Lehre und damit als Abrücken von dem biblischen Bekenntnis (s. z.B. des Paulus Haltung bei der Beschneidung bei Timotheus und Titus, Apg. 16,3; Gal. 2,3).

    19. Daraus ist auch erkenntlich, dass es Ärgernisse gibt, die um des Glaubens und des biblischen Bekenntnisses willen nicht vermieden werden können, ja, deren Vermeidung eine Verleugnung der biblischen Wahrheit wäre. Solch ein Ärgernis ist dann aber nicht ein Ärgernis, das wir geben (ein unnötiger Anstoß), sondern ein Ärgernis, das ein anderer an unserem Bekenntnis nimmt.

Matth. 10,32.33: Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Matth. 11,6: Selig ist, der sich nicht an mir ärgert.

Joh. 15,18.19: So euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt.

20. Falsche Lehre ist: dass Mitteldinge auch in Bekenntnissituationen noch frei seien; dass es auch um des Bekenntnisses willen nicht zu einem Ärgernis kommen dürfe.

 

21. Von der Jüngerschaft oder Nachfolge: Christi Ruf ist ein Ruf zum Glauben, der immer auch den Ruf zur Nachfolge, zur Jüngerschaft mit einschließt, ja, es gibt keinen rechten christlichen Glauben, der sich nicht entfaltet im hingebenden Gehorsam an Jesus Christus, dem Herrn. Voraussetzung der Jüngerschaft, der Nachfolge, ist die Wiedergeburt, Bekehrung, zu der der Durchbruch der Sündenerkenntnis und der Durchbruch der Gnadenerkenntnis Jesu Christi gehört, verbunden mit einem zerschlagenen Herz und Gemüt, Ps. 38; 51, dem Tod des alten Menschen, Mark. 8.

Die Frucht dieses Erlösungshandelns Christi am Menschen ist die Hingabe des Erlösten an Jesus Christus als seinem Herrn, das Ganzopfer der ganzen Person, die ihren Leib, also ihr Werkzeug, das gesteuert wird vom Herzen, ganz Christus weiht, Röm. 12,1, um nun gänzlich für ihn in hingebender Liebe zu leben, 2. Kor. 5,14.15, nun nicht mehr der Sünde zu dienen, sondern der Sünde gestorben zu sein und Gott in Christus Jesus zu leben, Gott sich zu weihen und ihm von Herzen zu dienen, Röm. 6,6.11.13.15-23. Der Christ ist von ganzem Herzen Knecht, Sklave Christi, und Christus lebt in und durch ihn, Gal. 2,20.

22. Diese Jüngerschaft kann nur gelebt werden, wenn sie vom Kreuz herkommt und unter dem Kreuz steht, also dem täglichen Sterben des alten Menschen, dem Verlassen von all dem, was irgend das Leben für Christus hindert, ja, es ist nötig, allem abzusagen, was irgend unser Leben für Christus behindert oder gefährdet, Lui. 14,26.27.33. Das führt geradewegs zur Fremdlingschaft

23. Als Jünger leben heißt aber auch: Gerechtfertigter und Sünder zugleich zu sein. Es gibt keine Vollkommenheit in der Lebensgerechtigkeit in diesem Leben., Röm. 7,15-20. Darum steht der Jünger im täglichen geistlichen Kampf, Gal. 5,16.17, muss täglich für sich die sechste Bitte des Vaterunsers beten, wie auch intensiv die dritte Bitte, das Brechen des bösen Willens. Das fördert auch die Bereitschaft, alles loszulassen, was uns an diese Welt fesseln will, 1. Kor. 7,29-31. Jüngerschaft kann darum nur gelebt werden in täglicher Buße und Umkehr, täglicher Reinigung, Joh. 13; 1. Joh. 1,7-10, mit Gebrauch der Beichte und Absolution – und einer täglichen erneuten Hingabe, Übereignung an Jesus Christus, dem Herrn, Röm. 6,19; 12,1; Eph. 4,22-24; Kol. 3. Das Jüngerleben ist also ein Leben aus der Gnade und bedarf der vielfachen Stärkung, gerade auch durch das heilige Abendmahl.

24. Der Wandel muss vor allem ein Wandel unter dem Wort sein, ein Wachsen in der biblischen Lehre, Kol. 3,16; 2. Tim. 3,14-17; Joh. 8,31.32, weshalb auch die erste Bitte des Vaterunsers so wichtig ist.

Aus diesem Wandel folgt dann aber auch, wie uns die zweite Bitte des Vaterunsers weist, das Leben für Christi Reich: zum einen, dass der Christ selbst bewahrt wird zur ewigen Seligkeit, 1. Petr. 1,5; zum anderen, dass sein Leben missionarisch ausgerichtet ist in Gebet, Sendung und Dienst, 1. Tim. 2,1-3; Apg. 13,1-3; 1. Petr. 2,9; Matth. 5,14-16.

25. Wie aber kann der Christ so als Jünger in der Nachfolge leben? Dies ist nur möglich, wenn er in völliger Abhängigkeit von Christus lebt, also geistlich arm ist, um von Christus bereichert zu werden, Matth. 5,3; in Demut und Selbstverleugnung seinen Weg geht, Phil. 2,1-5; nicht aus eigener, sondern auch Christi Kraft lebt, 2. Kor. 12; und ausgerichtet ist auf die Wiederkunft Christi, Kol. 3,1-3. Dadurch ist er auch frei zu guten Werken, wie sie uns in den zehn Geboten dargestellt sind, und wird bereit, wenn nötig, auch zum Martyrium, Joh. 15,18-25; Apg. 14,22; 2. Tim. 3,12.

Röm. 12,1: Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

Röm. 6,3-19: Wisset ihr nicht, dass alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die  sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass,  gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit  des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir  auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, dass unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf  dass der sündliche Leib aufhöre, dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit  ihm leben werden und wissen, dass Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbt;  der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist; das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal;  das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und  lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihm  Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit,  sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig  sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit, Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, da ihr nicht  unter dem Gesetze seid, sondern unter der Gnade. Wie nun? sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern  unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des  Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode oder  dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott sei aber gedanket, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun  gehorsam worden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben  seid. Denn nun ihr frei worden seid von der Sünde, seid ihr Knechte worden der  Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches.  Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste der Unreinigkeit und  von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure  Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden.

2. Kor. 5,14.15: Denn die Liebe Christi dringet uns also, denn wir halten, dass, so  einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort  nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und  auferstanden ist.

Gal. 2,20: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt und sich ganz für mich dargegeben.

Luk. 14,26.27: So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

Luk. 14,33: Also auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

Röm. 7,15-20: Denn ich weiß nicht, was, ich tue; denn ich tue nicht, was ich will,  sondern was ich hasse, das tue ich. So ich aber das tue, was ich nicht will, so willige ich, dass das Gesetz  gut sei. So tue nun ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. Denn ich weiß, daß in mir, das ist, in meinem Fleische, wohnet nichts  Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht, Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das  ich nicht will, das tue ich. So ich aber tue, was ich nicht will, so tue ich dasselbige nicht, sondern  die Sünde, die in mir wohnet.

Gal. 5,16.17: Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind gegeneinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt.

Gal. 5,24: Welche aber Christus angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden.

1. Joh. 1,7-10: So wir aber im Licht wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft  untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein  von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und  die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er  uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner,  und sein Wort ist nicht in uns.

Eph. 4,22-24: So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der  durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in  rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

2. Tim. 3,14-17: Du aber bleibe in dem, was du gelernet hast und dir vertrauet ist, denn du weißt, von wem du gelernet hast. Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige  unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum JEsum. Denn alle Schrift, von GOtt eingegeben, ist nutze zur Lehre, zur Strafe,  zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch GOttes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

Joh. 8,31.32: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Matth. 7,15: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

Matth. 5,14-16: Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt,  nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel,  sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es denen allen, die im Hause  sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke  sehen und euren Vater im Himmel preisen.

1. Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht,das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu sseinem wunderbaren Licht.

Matth. 5,3: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihrer.

Phil. 2,1-5: Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft  des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet,  einmütig und einhellig seid, nichts tut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demut achtet euch  untereinander einer den andern höher denn sich selbst. Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was des  andern ist. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war.

2. Kor. 12,9: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

Apg. 14,22: Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen.

2. Tim. 3,12: Und alle, die da gottselig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.

    26. Von der Fremdlingschaft: Der von Christus durch den Heiligen Geist durch das Evangelium Wiedergeborene ist nicht mehr von dieser Welt, wenn auch noch in dieser Welt, sondern er ist von Gott geboren und ist somit Glied des Reiches Gottes, Kol. 1,13, des königlichen Priestervolkes, des heiligen Volks, des Volks des Eigentums, 1 Petr. 2,9, und deshalb in dieser Welt, in der er noch lebt, ein Fremdling und Pilgrim, 1 Petr. 2,11; Hebr. 11,13; Phil. 3,20; Hebr. 13,14, nämlich nicht mehr aus dem Geist dieser Welt lebend, sondern aus Gottes Geist, abgesondert von dem Geist dieser Welt, und wird immer mehr, sein ganzes Leben lang, erneuert durch Veränderung seines Sinnes, damit er prüfen und erkennen kann, was da sei der gute, wohlgefällige, vollkommene Gotteswille, Röm. 12,2.     

    22. Fremdling und Pilger Christi in dieser Welt zu sein heißt, die Welt mit den Augen Gottes zu sehen, nämlich dass die Welt im Argen liegt, 1 Joh. 5,19; dass es böse, gottwidrige Zeit ist, Eph. 5,16, und dementsprechend sich abzusondern von dem Geist der Welt, der Augenlust, Fleischeslust und dem hoffärtigen Leben, 1 Joh. 2,15.16, und durch das Evangelium Christi immer mehr im Glauben an den Heiland und in der Liebe zu ihm gefestigt werden, um aus dem Glauben heraus nüchtern, vorsichtig, wachsam und behutsam zu sein, 1 Thess. 5,6-8, und täglich mit Entschiedenheit den alten Menschen in den Tod zu geben, gegen die Sünde zu kämpfen und all das zu lassen, was zu Sünde locken und verführen kann. Darum sucht der Christ nicht danach, worin er wohl alles es der Welt noch gleich tun kann, sondern er strebt immer mehr danach, wodurch er noch inniger mit ganzem Herzen an Christus hängen und ihm nachfolgen kann, was also dem Glauben aufhilft.

    27. Fremdlingschaft heißt aber nicht, aus dieser Welt zu fliehen, sondern in dieser Welt als Glied des Reiches Gottes zu stehen, an dem Platz, an den Gott uns hingestellt hat, innerhalb der Stände und Ordnungen dieser Welt, als Untergebener oder Vorgesetzter, Untertan oder Obrigkeit, Mann oder Frau, Eltern oder Kind, in welchem Beruf auch immer, 1 Kor. 7,20.

Kol. 1,13: Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.

1 Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

1 Petr. 2,11.12: Liebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden.

Hebr. 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Phil. 3,20: Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesus Christus, des Herrn.

Röm. 12,2: Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille.

Kol. 3,1-3: Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.

1 Joh. 5,19: Wir wissen, daß wir von Gott sind; und die Welt liegt im Argen.

1 Joh. 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit.

1 Thess. 5,6: So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein.

1 Kor. 7,20: Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darinnen er berufen ist.

    28. Falsche Lehre ist: dass die Kirche sich der Welt und ihrer Art anpassen müsse („den Griechen ein Grieche sein“, auf die „Bedürfnisse“ der Menschen achten); dass die Gemeinde Jesu einen politischen oder sozialen Auftrag habe; dass die Heiligung oder Fremdlingschaft sich in bestimmten äußeren Zeichen erschöpfe und nicht eine tiefe Grundhaltung des Christen aus dem Evangelium sei; dass der Christ dieser Welt entfliehen müsse; dass der Christ kein Eigentum haben dürfe; dass der Christ nicht Glied der Obrigkeit sein dürfe; dass das Kreatürliche an sich (Schöpfung, Natur, Ehe) schlecht oder sündig sei.

 

    25. Vom Kreuz im Christenleben: Das Christenleben in dieser Welt vollzieht sich nicht in Herrlichkeit oder majestätischer Erhabenheit, sondern in Niedrigkeit, unter dem Kreuz.

    26. ‚Kreuz’ meint dabei nicht selbstgesuchtes Leid, denn das wäre der Irrweg der Selbstgerechtigkeit, sondern das von Gott in unser Leben hineingeordnete Leid, weil dies der Weg des Herrn ist, uns in die Ewigkeit zu führen, nämlich der Weg, auf dem er uns in rechter Demut erhält, alles Eigenleben und Selbstgerechtigkeit mehr und mehr ertötet, dafür aber den Glauben und das ganze Verlassen auf die Gnade stärkt, Geduld einübt, den Blick und die Sehnsucht für die Ewigkeit schenkt, weil das Kreuz uns zum Wort Gottes und daraus dann ins Gebet treiben soll.

    27. Das Kreuz im Christenleben meint dabei nicht nur Krankheit und Verfolgung, sondern ebenso auch den täglichen Kampf gegen die Sünde, das tägliche In-den-Tod-geben des alten Menschen, die tägliche Selbstverleugnung mit der Kreuzigung aller Lüste und Begierden; daraus auch den Verzicht auf all das, was die Nachfolge hindern kann, im allgemeinen (Verzicht auf menschliche Weisheit in geistlichen Dingen), wie auch im ganz persönlichen Bereich (wenn es sein muss Verzicht auf die Ehe, Verzicht auf eine weltliche Karriere, Verzicht auf Ansehen bei den Menschen, Verzicht auf Freundschaft, selbst innerhalb der Verwandtschaft, Verzicht vielleicht selbst auf irdischen Besitz); bis hin zu der Bereitschaft, das Martyrium um Christi willen auf sich zu nehmen.

    28. Diesen Weg unter dem Kreuz können wir nur dann recht, nämlich in der Nachfolge unseres Heilandes und Herrn Jesus Christus gehen, wenn wir ihn nicht als äußere Pflichterfüllung, nicht als Gehorsam gegenüber dem Gesetz gehen, sondern in der gläubigen, liebenden Hingabe an Christus und durch ihn für den Nächsten. Dies aber ist nur möglich in einem immer neuen Ringen, getragen von der Kraft des Evangeliums Jesu Christi im Wort und im Abendmahl.

    29. Das Kreuz im Christenleben ist nicht Sündenstrafe oder Zorneshandeln Gottes, sondern das erziehende Liebeshandeln des himmlischen Vaters an seinen Kindern.

Matth. 10,34: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.

Apg. 14,22: Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen.

1 Petr. 4,1: Weil nun Christus im Fleisch für uns gelitten hat, so wappnet auch euch mit demselbigen Sinn: denn wer am Fleisch leidet, der höret auf von der Sünde.

Luk. 14,27: Und wer sein Kreuz nicht trägt und mir nachfolget, der kann nicht mein Jünger sein. 

2 Kor. 4,17.18: Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

2 Kor. 12,7: Und auf dass ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe.

2 Kor. 12,9: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

1 Petr. 1,6.7: In welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit (wenn es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, als das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus.

Jes. 28,19: Denn allein die Anfechtung lehret auf das Wort merken.

Jes. 26,16: Herr, wenn Trübsal da ist, so sucht man dich; wenn du sie züchtigest, so rufen sie ängstlich. 

Matth. 16,24: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Luk. 14,33: Also auch ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

Matth. 5,3: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihrer.

Luk. 9,24: Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es erhalten.

Gal. 5,24: Welche aber Christus angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden.

1 Kor. 11,32: Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammet werden.

Hebr. 12,5-7: Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HErrn und verzage nicht, wenn du gestraft wirst; denn welchen der Herr liebhat, den züchtiget er; er stäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget?

    30. Falsche Lehre ist: dass das Christenleben schon jetzt Ausdruck der ewigen Herrlichkeit sei, etwa durch äußeren Erfolg; dass das Maß des Kreuzes Ausdruck gebe, welchen Grad man im Christentum erreicht habe; dass das Kreuz im Christenleben Gottes Strafe sei; dass der Christ durch das Kreuz etwas bei Gott verdiene; dass der Christ Kreuz suchen solle; dass Krankheit, Leid Folgen konkreter Sünde oder Zeichen für Mangel an Glauben seien; dass der Geist Gottes (oder ‚geistliche Bevollmächtigung’) dem Christen Anspruch auf Gesundheit und Wohlstand gäbe; dass jedes Leid durch ‚völlige Hingabe an Gott’ beseitigt werden könnte; dass der Sündenkampf schon in dieser Zeit überwunden werden könnte.

 

    31. Vom Gebet: Es ist Gottes herzlicher Wunsch und Wille, dass wir alles, was uns bewegt, mit Herz und Mund Gott vortragen und ihm Lob und Dank bringen.

    32. Wir sollen allein zu dem wahren Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, beten, da ihm allein die Ehre gebührt, und er allein Gebet erhören kann und will. Engel oder Heilige sollen wir auf keinen Fall anrufen, denn sie sind keine Herzenskünder, nicht allbarmherzig, allwissend, allmächtig, allgegenwärtig, können daher auch nicht das Seufzen der Herzen hören, noch hilfreich zugegen sein oder die Anrufenden erretten. Nicht an sie glauben wir, sondern allein an den dreieinigen Gott, dessen Ehre angegriffen wird, so wir irgendjemand anders anrufen oder anbeten. Es ist etwas anderes, einen lebenden Anwesenden um Fürbitte anzugehen (hier liegt keine Anrufung vor und solches Beten für den anderen ist ein Werk der Nächstenliebe und die Ursache der Erhörung solcher Fürbitte ist nicht die Fürbitte anderer heiliger Menschen selbst, sondern einzig und allein die Fürsprache Christi, der auch von den Betern angerufen wird) als einen Entschlafenen anzurufen (denn zu den Toten sollen wir keine Kontakte haben). Wir bedürfen der Heiligen nicht als Fürsprecher (auch wissen sie nichts von uns) und würden Christi Ehre und Amt angreifen, der allein der Fürsprecher und Mittler (worinnen kein Unterschied ist) ist. Ebensowenig dürfen und sollen wir Bildnisse, Ikonen, Bildsäulen oder Reliquien verehren oder von ihnen irgendwelche Hilfe erwarten. Solches ist vielmehr ein gegen das erste Gebot streitender Greuel.

    33. Wir sollen dabei im Gebet bedenken Gottes Befehl und Verheißung, unsere und unseres Nächsten Not und mit Dankbarkeit die vom Herrn empfangene Barmherzigkeit und so beten um alles, was zu Gottes Ehre und unserem und des Nächsten Wohl dient, geistliche wie leibliche Güter, aber mit dem Unterschied, dass wir um die geistlichen Güter, die uns zur Seligkeit notwendig sind, ohne Bedingung bitten, um die übrigen aber, dass Gottes Wille geschehe. Dabei sollen wir zum Herrn kommen im Namen Christi, nämlich gegründet allein auf seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit; im wahren Glauben, nämlich bauend auf dem gewissen Wort der Verheißung und der Allmacht Gottes; daher mit gewisser Zuversicht des Herzens ohne allen Zweifel und im Geist und in der Wahrheit, nämlich im herzlichen Vertrauen darauf, dass wir als die lieben Kinder zu unserem uns liebenden Vater kommen. Eine äußere Haltung und Gebärde hat Gott uns dabei nicht vorgeschrieben, aber wir sollen doch bedenken, dass wir uns dem lebendigen Gott nähern - und sollen von Herzen beten. Das heißt nicht, dass wir nicht auch vorgegebene, etwa geschriebene oder liturgische, Gebete beten könnten, aber es soll immer von Herzen gehen, nicht als Pflichterfüllung, nicht als Leistung vor Gott oder Menschen.

    34. Gott hat wohl verheißen, jedes rechte Gebet zu erhören, aber er hat es sich selbst vorbehalten, wie er erhört, nämlich Zeitpunkt, Ort und Art und Weise, und wir sollen ihm da keine Vorschriften machen. So hat solch ein Gebet keine Verheißung, das im Unglauben geschieht oder um unsinnige oder üble Dinge geht. Die in der ‚Dritten Welle’ der Pfingstbewegung propagierte Praxis der ‚Visualisation’, also durch Einsatz geistiger Energie intensiv geschaute Vorstellungen durch ‚Erfolgreiches Beten’ substantielle Wirklichkeit werden zu lassen, hat mit dem biblischen christlichen Gebet nichts mehr zu tun, sondern ist Okkultismus.

    35. Wenn wir das Vater Unser als das Muster aller Gebete uns vor Augen halten, so erkennen wir, dass wir sowohl um geistliche als auch um irdisch-leibliche Dinge bitten sollen, und zwar nicht nur für uns, sondern auch gerade für andere Menschen, auch für unsere Feinde, besonders aber auch für die Obrigkeiten, keineswegs aber für die Verstorbenen, denn sie haben ihren Lauf vollendet und bleiben, wie sie dahingefahren sind, im Glauben oder im Unglauben.  

    36. Gott will, daß wir nicht nur für uns allein beten, sondern auch in der Gemeinschaft des Glaubens, also insbesondere in der Gemeinde oder mit den Geschwistern des Glaubens. Da das Gebet aus dem Glauben fließt und nur der an Christus Gläubige recht beten kann, so kann es ein gemeinsames Gebet mit solchen, die nicht an Christus glauben, etwa Juden, Moslems oder sonstigen Heiden, nicht geben. Aber auch innerhalb der Christenheit können wir nur mit denen wirklich in allem eins werden, worum wir bitten wollen, mit denen wir auch in der Einheit des Glaubens und Bekenntnisses stehen (Kirchengemeinschaft, deren eine Weise das gemeinsame Gebet ist) und sollen uns daher auch im Gebet hüten, eine Einheit vorzutäuschen, die tatsächlich nicht besteht. Um der Schwachheit in der Erkenntnis Einzelner und um nicht ein über die Maßen gehendes Ärgernis anzurichten, kann es  im privaten Bereich Situationen geben, in denen es um der Liebe willen angeraten ist, ein gemeinsames Gebet nicht abzuweisen, wenn wir dem anderen in der Liebe wirklich das Christsein zusprechen können.

Ps. 19,15: Lass dir Wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser.

Matth. 7,7.8: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Phil. 4,6: Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.

Matth. 4,10: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.

1 Tim. 2,5: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.

Ps. 50,15: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.

Jes. 63,16: Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nicht und Israel kennet uns nicht. Du aber, Herr, bist unser Vater und unser Erlöser; von alters her ist das dein Name.

Ps. 115,4-8: Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht; sie haben Nasen und riechen nicht; sie haben Hände und greifen nicht; Füße haben sie und gehen nicht und reden nicht durch ihren Hals. Die solche machen sind gleich also, und alle, die auf sie hoffen.

Matth. 8,2: Herr, so du willst, kannst du micht wohl reinigen.

1 Joh. 5,14: Das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. 

Joh. 16,23: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben.

Matth. 21,22: Alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, so werdet ihr es empfangen.

Jak. 1,6: Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ich gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebet wird.

Joh. 4,24: Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

1 Tim. 2,1.2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.

Hebr. 9,27: Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.

Matth. 18,19.20: Weiter sage ich euch: Wo zwei unter euch eins werden auf Erden, worum es ist, dass sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Gal. 5,9: Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.

    37. Falsche Lehre ist: dass wir nicht nur den dreieinigen Gott - und jede Person der Dreieinigkeit - anrufen sollen, sondern auch Heilige oder Engel; dass wir auch Hilfe von jemand anders als dem dreieinigen Gott erwarten und erflehen könnten; dass wir Kontakte mit den Verstorbenen haben dürften; dass Maria oder andere Heilige oder deren Bildnisse Verehrung empfangen dürften; dass wir für die Verstorbenen beten sollten; dass bestimmte Orte oder die Reliquien bestimmter Personen einen besonderen Segen oder Gebetserhörung bewirken könnten; dass wir Gott Zeitpunkt oder Art und Weise der Erhörung vorschreiben könnten; dass eine bestimmte Gebetshaltung vorgeschrieben sei; dass wir auch mit Nichtchristen zusammen beten könnten; dass wir auch mit solchen, mit denen keine Einheit im Glauben und Bekenntnis da ist, gemeinsam beten könnten.

 

 

XX. Von den Gnadenmitteln im allgemeinen

 

    1. Gott bietet uns an, teilt uns mit, eignet uns zu die durch Christus für alle Menschen durch seine stellvertretende Genugtuung erworbenen geistlichen Güter, also die Vergebung der Sünden und alle damit verbundenen Güter und Gaben - auch den Heiligen Geist - nur durch die von ihm geordneten äußeren Gnadenmittel, nämlich das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, gemäß seiner Verheißung, 2 Kor. 5,19.

    2. Der dreieinige Gott hat uns damit gebunden an diese von ihm eingesetzten Mittel (wiewohl er in seiner Allmacht und Souveränität davon unabhängig wirken kann); darum sollen wir ihn und sein rettendes Heil nirgend anders suchen als allein im Evangelium in Wort und Sakrament. Ein unmmittelbares Geisteshandeln ist uns nicht verheißen, Luk. 16,29-31.

    3. Im Evangelium im Wort (hörbares Wort) und Sakrament (sichtbares Wort) wird uns die von Christus uns erworbene Vergebung der Sünden vom Heiligen Geist dargeboten, der rettende Glauben gewirkt und dann auch gestärkt und darinnen bewahrt und so auch die Früchte des Glaubens durch das Evangelium hervorgebracht. Das Evangelium hat diese Kraft in sich selbst, Jes. 55,10.11; Röm. 1,16; Luk. 24,47; Apg. 2,38; Joh. 3,3.5; Matth. 26,28; Joh. 17,20; Röm. 10,17; 1 Petr. 1,23. Die von Christus selbst eingesetzten heiligen Sakramente, Taufe und Abendmahl, geben dabei nichts anderes, als wir auch durch das Evangelium im bloßen Wort erhalten. Die Kraft und Gültigkeit des Evangeliums ist dabei unabhängig von der Person dessen, der es austeilt, wie auch von der Person dessen, dem es ausgeteilt wird, sondern sie haben ihre Kraft in sich selbst aufgrund der Einsetzung, des Befehls und der Verheißung Christi. Aber nur der hat auch wirklich die geistlichen Güter, die das Evangelium darreicht, der dieses Evangelium im herzlichen Vertrauen auf Jesus Christus als seinem alleinigen Heiland ergreift. Ohne diesen Glauben ist das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl sehr wohl gültig - denn der Glaube macht nicht Wort, Taufe und Abendmahl, sondern empfängt sie nur -, aber die betreffende Person hat das Evangelium mit seinen Gütern nicht und ist daher dann auch nicht durch das Evangelium in das Reich Christi versetzt, sondern verbleibt weiter im Reich Satans, bis sie das Evangelium im Glauben ergreift; Röm. 3,3; 2 Tim. 2,13.

    4. Diese Mittel als Gnadenmittel enthalten nicht Forderungen, sind auch nicht Forderungen an uns, sind auch im Blick auf unsere Seligkeit, ewige Errettung nicht dazu gegeben, dass wir mitwirken daran, einst den Himmel zu ererben, sondern sie sind reine Gnade, Mitteilung der gnädigen Gesinnung Gottes zu uns um Christi Gehorsam, Leiden,  Sterben und Auferstehen für uns willen, wodurch Gott uns frei, umsonst die ganze Vergebung darbietet und zueignet, schenkt und der Glaube sie frei, umsonst ergreift. Die Gnadenmittel bilden dabei nicht ein unabhängig von ihnen sich vollziehendes Handeln Gottes ab, sondern reichen das, wovon sie sprechen, tatsächlich dar und sind kräftig, den rettenden Glauben zu wirken und zu erhalten.    

    5. Das Gesetz ist wohl auch Gottes untrügliches Wort und hat auch seine Aufgabe darinnen, die rechte Herzensbuße zu wirken: aber es ist nicht Gnadenmittel, denn es kann die Vergebung der Sünden, das ewige Leben, die Seligkeit nicht geben. Darum hat auch das Gesetz mit seinen Forderungen in der Weckung und Erhaltung des rettenden Glaubens selbst kein Amt.

    6. Ebensowenig ist das Gebet ein Gnadenmittel, denn nicht durch das Gebet gibt Gott uns das Heil, die Erlösung, sondern das Gebet ist nur ein Ausdruck des Glaubens, also Wirkung der Gnadenmittel, mit dem wir die durch Wort, Taufe und Abendmahl dargereichte Vergebung in Christus ergreifen und dafür danken.

    7. Diese Gnadenmittel sind nicht nur bestimmten Personen in der Gemeinde Jesu Christi gegeben, sondern der gesamten Gemeinde Jesu Christi als der verborgenen Versammlung der an Christus Gläubigen als der eigentlichen und ursprünglichen Inhaberin aller Kirchengewalt und damit jedem einzelnen Christen, Matth. 16,18.19; 18,15-18; Joh. 20,21-23, damit durch die Bezeugung und Verkündigung des Evangeliums in aller Welt Menschen zum rettenden Glauben an Jesus Christus als ihren alleinigen Heiland kommen, Matth. 28,18-20. Jeder, der diese Gnadenmittel öffentlich verwaltet in dem von Gott selbst geordneten Amt (Dienst), der macht dies aufgrund Berufung durch die Gemeinde und der damit verbundenen Übertragung der Gewalt, diese Gnadenmittel zu verwalten anstatt und im Auftrag der Gemeinde, die auch weiterhin wirkliche Inhaberin aller Schlüsselgewalt bleibt.

    8. Weil Gott in Christus war, die Welt mit ihm selber zu versöhnen, und unter uns das Wort aufgerichtet hat von der Versöhnung, das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt, darum können und sollen wir Gott nirgendwo anders suchen als allein in Christus und daher allein in den Gnadenmitteln, in denen er uns die Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit schenkt, nämlich im Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl.

2 Kor. 5,19: Denn Gott war in Christus und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

Luk. 16,29-31: Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselbigen hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufstünde. 

Jes. 55,10.11: Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein: Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich's sende.

Röm. 1,16: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

Röm. 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.

Joh. 17,20: Ich bitte aber nicht alleine für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden.

1 Petr. 1,23: Als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet.

Joh. 3,3.5: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen... Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Matth. 26,27.28: Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus! Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Röm. 3,3: Daß aber etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube Gottes Glauben [Treue] aufheben?

2 Tim. 2,13: Glauben wir nicht, so bleibet er treu; er kann sich selbst nicht verleugnen.

Matth. 18,15-18: Sündiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Höret er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Höret er die nicht, so sage es der Gemeinde. Höret er die Gemeinde nicht, so halt ihn wie einen Heiden und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.

Joh. 20,21-23: Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 

9. Falsche Lehre ist: die Gnadenmittel seien nur äußere Zeichen für ein Handeln Gottes, das unabhängig, getrennt von ihnen stattfinde; die Wirkung der Gnadenmittel (vor allem der Sakramente) geschehe aus dem Vollzug, auch ohne das Ergreifen im rettenden Glauben an Christus; das Evangelium im Wort gebe nicht das ganze und vollständige Heil; der Heilige Geist werde unabhängig von den Gnadenmitteln durch besondere Handauflegung mitgeteilt; die verschiedenen Gnadenmittel würden unterschiedliche geistliche Güter mitteilen; die Wirkung und Gültigkeit der Gnadenmittel sei abhängig von dem, der sie austeilt; die Gültigkeit und Kraft der Gnadenmittel sei abhängig von dem Glauben oder Unglauben der sie empfangenden Person; Gott würde das Heil uns auch unmittelbar, ohne äußere Mittel, schenken; das Gesetz würde mit hineingehören in das, was den rettenden Glauben hervorbringt; das Gebet sei ein Mittel, durch das Gott und seine Gnade mitteile; der Glaube solle oder könne sich für seine Gewissheit des Heils noch an irgendetwas anderes halten und gründen als allein das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, etwa an eine innere Erleuchtung, Gefühl, Empfindung, gute Werke; die Behauptung, die Gnadenmittel seinen nur für die Auserwählten da; die Gnadenmittel, überhaupt die Kirchengewalt sei nur bestimmten Personen in der Kirche von Gott anvertraut bzw. nur sie seien die eigentlichen Inhaber; das Heil oder die Fülle des Heils sei abhängig davon, dass es von bestimmten Priestern vermittelt würde durch die Sakramente; die Kirche mit hierarchischer Organisation und dem Papstamt an der Spitze sei eine heilsnotwendige Institution; es gebe neben den Gnadenmitteln noch andere Mittel, die Gemeinde Jesu Christi zu bauen.

 

 

XXI. Von Gesetz und Evangelium

 

    1. Die ganze Lehre der Heiligen Schrift Gottes ist in diese zwei Lehren zu unterteilen: Gesetz und Evangelium, Forderung Gottes und Verheißung Gottes, Strafe und Androhung der Verdammnis sowie Gnade und Zueignung der Vergebung. Nur dann, wenn diese beiden Lehrweisen recht unterschieden werden, kann die Schrift Gottes recht verstanden werden. Es ist dringend notwendig für die Kirche und alle Verkündigung, recht zu unterscheiden, was das Gesetz ist und seine Aufgabe und was das Evangelium und sein Amt.

2 Tim. 2,15: Befleißige dich, Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit.

    2. Das Evangelium hat dabei in der Schrift den Vorrang und muss darum auch im Lehrgebäude der Kirche und in der Verkündigung der Kirche dominieren. Zentrallehre der Schrift Gottes ist die Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst für uns willen, allein durch den Glauben. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis der Heiligen Schrift Gottes.

    3. Das Evangelium Jesu Christi, das Evangelium der Heiligen Schrift hat zu seinem wesentlichen Inhalt (der nicht verwechselt werden darf mit der Frucht, die aus der Wirkung des Evangelium, der Erlösung, folgt) nicht die Erneuerung des Menschen, nicht die Hingabe an Christus als dem Herrn, nicht die moralische Besserung des Sünders, ist nicht Antwort auf die Sehnsucht, weniger zu sündigen, ein besseres Leben zu führen, frei zu werden von der Herrschaft der Sünde und dem Drang zu sündlichen Handlungen, hat auch nicht zum Ziel hat eine ‚Entscheidung für Christus’ oder eine ‚Entscheidung, von der Sünde zu lassen’, sondern das Wesen, das Eigentliche des Evangeliums ist Gottes Freispruch über dem Sünder um Christi willen, ist die Vergebung der Sünden. Im biblischen Evangelium Jesu Christi geht es darum, dass Jesus Christus für die Sünden genug getan hat, dass die Sünden vergeben sind in seinem Namen, dass Gott durch ihn mit dem Sünder versöhnt ist, dass der Sünder Frieden hat mit Gott durch Christus. Darum können wir dieses Evangelium Christi auch nicht anders ergreifen als im Glauben, im herzlichen Vertrauen auf Jesus Christus als dem Sünderheiland aller Welt, nicht in Unterstellung unter Gottes Herrschaft, nicht durch eine Entscheidung, Gott dienen zu wollen, sich von der Sünde abzukehren, Christus als den Herrn anzuerkennen (was alles vielmehr eine Folge der Erlösung, des Gerettetseins ist, also in die Heiligung gehört). Es geht, anders ausgedrückt, im Evangelium Christi um den durch Christus gnädigen Gott, nicht um das heilige Leben, das vielmehr erst daraus folgt.   

1 Kor. 2,2: Ich hielte mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.

Apg. 10,36: Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesus Christus (welcher ist ein Herr über alles).

Apg. 10,43: Von diesem [Christus Jesus] zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Röm. 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.       

    4. Es ist darum eine Vermischung von Gesetz und Evangelium und als falsche Lehre zu verwerfen, wenn nicht nur der richtige Satz bekannt wird, dass der Mensch sich durch bösen Vorsatz in Verdammnis stürzen, den Glauben von vornherein verweigern oder nachträglich verleugnen kann, sondern wenn auch der falsche Satz gelehrt wird, dass das Heil, die Errettung und ewige Seligkeit des Menschen auch, ganz oder zu irgendeinem Teil, von einer wie auch immer gearteten Selbstentscheidung des Menschen zum Guten, vom Verhalten des Menschen gegenüber Gottes Ruf, vom Willen des Menschen, abhängig sei.

Röm. 4,5-8: Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Nach welcher Weise auch David sagt, dass die Seligkeit sei allein des Menschen, welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke, da er spricht: Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind und welchen ihre Sünden bedecket sind. Selig ist der Mann, welchem Gott keine Sünde zurechnet.

    5. Falsche Lehre ist daher: dass das Evangelium vor dem Gesetz kommen müsse; dass das Evangelium das Gesetz beinhalte; dass es im Evangelium um die Erfüllung des Gesetzes gehe; dass der Mensch erlöst werde in irgendeiner Hinsicht aufgrund seiner Haltung gegenüber dem Evangelium Gottes in Christus oder indem er sich entscheide für Christus oder indem er sich Christus hingebe oder sich von der Herrschaft der Sünde trenne oder den Willen habe, sich zu bessern; dass auch das Evangelium zur Sündenerkenntnis führe; das Evangelium sei, wie das Gesetz, auch als ein inneres Licht im Menschen zu finden; dass die Verheißungen des Evangeliums auch nur an Bedingungen gebundene seien wie bei denen des Gesetzes; dass es auch im Neuen Testament Zeremonialgesetze oder von Gott gegebene Liturgien oder Gottesdienstordnungen oder Kirchenverfassungen oder kirchliche Hierarchien oder  Feiertage gebe.

 

 

XXII. Von den Sakramenten im allgemeinen

 

    1. Die von Christus eingesetzten Sakramente - Taufe und Abendmahl – sind Gnadenmittel Gottes, wirkkräftige Mittel, durch die Gott uns seine Gnade, die Vergebung der Sünden, anbietet, zueignet und versiegelt, dadurch den Glauben entzündet und stärkt, Apg. 2,38; Luk. 22,20; Tit. 3,5; Luk. 22,19.

    2. Die Sakramente als Mittel Gottes, uns die Vergebung zuzueignen und uns ihrer zu vergewissern, haben ihre Kraft nicht durch die sichtbaren Elemente, auch nicht durch den Glauben dessen, der sie austeilt oder dessen, der sie empfängt, auch nicht durch einen ordinierten Pfarrer, auch nicht durch die Liturgie, sondern allein durch das Wort Gottes, das zu den sichtbaren Elementen hinzukommt und aus ihnen ein Sakrament, ein heilsames Mittel zum ewigen Leben macht, Eph. 5,26. Die Sakramente geben dabei durch das Wort des Herrn, das wahrhaft Evangelium, Verheißung ist, auch wirklich das, was sie anzeigen und das Wort redet, sind also nicht bloß äußere Zeichen eines unabhängig davon geschehenden Wirkens Gottes sondern bieten an und reichen dar die Gnade Christi, wie die Einsetzungsworte zu Taufe und Abendmahl deutlich ausdrücken.

    3. Der Glaube macht nicht erst das Sakrament, sondern das Sakrament ist gültig und recht auch dann, wenn es nicht im Glauben empfangen wird, wie auch die Predigt recht und gültig ist, die Hörer glauben ihr oder nicht. Aber das Sakrament wird einzig und allein durch den Glauben recht, heilsam empfangen, nur im Glauben haben wir die geistlichen Gaben, die uns die Sakramente geben, tatsächlich, nämlich Vergebung der Sünden und damit Leben und Seligkeit. Ohne den Glauben bleiben die Sakramente zwar gültig, aber diejenigen, die sie ohne Glauben empfangen, haben tatsächlich die damit verbundene Gnadenverheißung nicht und nehmen sich die Sakramente zum Gericht, wenn sie nicht schließlich durch Buße und Bekehrung noch zum Glauben kommen, 1 Kor. 11,27-29.

    4. Die Sakramente sind nicht etwas, das der Mensch Gott darbringt, sind also kein Bekenntnis vor Gott und den Menschen - obwohl so etwas damit verbunden ist -, sind auch kein Opfer, das wir Gott bringen, sondern sind vielmehr Gnadenhandlungen Gottes an uns, durch die er uns selig macht bzw. die Seligkeit befestigt.

    5. Christus hat nur zwei Sakramente eingesetzt: Taufe und Abendmahl, mit von Christus verordneten sichtbaren Elementen, Befehls- und Verheißungswort. Andere von Rom behauptete Handlungen sind nicht Sakramente, nämlich Gnadenmittel, sondern von Christus entweder nicht eingesetzt oder durch Menschen verfälschte Handlungen oder ohne sichtbares Element oder allgemeines Verheißungswort gegeben.

Apg. 2,38: Petrus sprach: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Matth. 26,27.28: Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus! Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Eph. 5,26: Christus hat sie gereiniget durch das Wasserbad im Wort.

1 Joh. 5,6.8: Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut... Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. 

    6. Falsche Lehre ist: dass die Sakramente insgesamt oder zum Teil Opfer seien, die wir Gott darbrächten; dass die Sakramente in ihrer Kraft und Wirkung abhängig wären von dem, der sie austeile und der Liturgie, mit der sie ausgeteilt würden; dass die Sakramente auch unabhängig vom Glauben des Empfangenden Gnade wirkten, spendeten; dass nur der Glaubende das Sakrament empfange, der Ungläubige dagegen nur ein äußeres Zeichen; dass es über Taufe und Abendmahl hinaus noch weitere von Christus eingesetzte Sakramente, also von Christus befohlene Heilshandlungen mit sichtbaren Elementen und seinem Befehls- und Verheißungswort gebe; dass die Sakramente bloße äußere Zeichen seien, die nicht direkt Vergebung der Sünden zueigneten; dass die Sakramente den Glauben nicht wirken könnten; dass jedes Sakrament besondere Heilsgaben habe; dass nur die Sakramente das ganze Heil vermitteln würden; dass es neben den Sakramenten noch andere ‚Verordnungen’ von gleicher Verbindlichkeit gebe.

 

 

XXIII. Von der heiligen Taufe

 

    1. Die Taufe ist nicht einfach nur Wasser, sondern vielmehr Wasser in Gottes Gebot gefasst und mit Gottes Wort verbunden, , Matth. 28,19.20; Mark. 16,15.16, eben das ‚Wasserbad im Wort’, Eph. 5,26, eine von Christus eingesetzte, bis zum Jüngsten Tag gültige Ordnung, ein Gnadenmittel, das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung durch den Heiligen Geist, Tit. 3,5, durch das der Heilige Geist uns die Vergebung der Sünden und damit Leben und Seligkeit darreicht und zueignet, Apg. 2,38; 22,16, was alle die wahrhaft haben, die an Jesus Christus als ihren Heiland glauben, Mark. 16,15.16. Wo daher entweder nicht mit Wasser oder nicht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (mit dem rechten Bekenntnis der biblischen Dreieinigkeit) ‚getauft’ wird, da wird tatsächlich gar nicht getauft.

    2. Die Taufe ist nicht in erster Linie ein menschlicher Bekenntnisakt vor Gott und den Menschen, auch nicht bloß ein leeres Zeichen für etwas, das unabhängig von der Taufe geschieht, sondern Gott ist selbst der eigentlich Handelnde in der Taufe ist durch den Täufer (‚in seinem Namen’). In der Taufe werden die Sünden abgewaschen, iwrd der alte Mensch in Christi Tod hineingetauft, damit ein neuer Mensch aus der Taufe hervorgehe, der Christus angezogen hat, nämlich bekleidet ist mit Christi Kleid der Gerechtigkeit, Christi Eigentum ist, weil Christus ihn durch sein heiliges teures Blut und sein unschuldiges Leiden und Sterben erworben hat und der Mensch nun hineingetauft wurde in den Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, den Heiligen Geist empfangen hat, und somit hineingestellt in die Lebensgemeinschaft mit dem dreieinigen Gott, Glied des Leibes Christi. Das Wasser an sich hat diese Kraft nicht, sondern das Taufwasser ist ‚Wasser in Gottes Gebot gefaßt und mit Gottes Wort verbunden’, was heißt, dass Gottes Wort und Verheißung diese großen Dinge, Sündenvergebung, Leben und Seligkeit, in die Taufe hineinbringen, denn ohne Gottes Wort ist es keine Taufe, Mark. 16,15.16; Eph. 5,26; Tit. 3,5-8.

    3. Die Taufe ist die Übereignung des Täuflings an den gekreuzigten und auferstandenen Heiland und Herrn Jesus Christus, denn sie ist Taufe in Jesu Namen (das ist der Täufer handelt im Auftrage Jesu, also Jesus durch ihn, Apg. 10,48); sie ist Taufe in den Namen oder auf den Namen Jesu (Apg. 2,38; 8,16; 19,5; 1 Kor. 6,11; Röm. 6,3) und versiegelt so den Täufling als Christi Eigentum. Wird der Täufling aber Christi Eigentum, so erhält er zugleich all das, was Christus zugehört, nämlich das ganze Heil, das er uns erworben hat. Der Täufling übereignet nicht sich selbst, sondern wird übereignet, durch den lebendigen Gott aus der Herrschaft der Sünde genommen, der Herrschaft Jesu Christi unterstellt und somit gerettet vor dem künftigen Zorn, Kol. 1,13; Röm. 5,10.

    4. Wird der Täufling Christi Eigentum, so heißt dies: Er soll nun, als Frucht, auch im Glauben, aus dem Glauben seinem neuen Herrn leben und ihm dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit und in der Kraft des Heiligen Geistes gegen die Sünde kämpfen, Gal. 5,16 ff., und täglich neu sich seinem Heiland hingeben, ihm zu dienen, in täglicher Buße, Umkehr und Vergebung den alten Menschen ausziehen und den neuen Menschen anziehen, Eph. 4,22-24.

    5. Der Täufling wird in der Taufe in Christi Tod und Auferstehung hineingegeben, Röm. 6,3 ff. Übereignung an Christus ist also gerade und zuerst Hineingenommenwerden in seinen Kreuzestod, nämlich dass der alte Mensch, der Mensch der Sünde, in den Tod gegeben wird, Röm. 6,6.8, er Anteil bekommt an dem Gericht, das Christus stellvertretend für uns auf Golgatha ertragen hat. Wird aber der alte Mensch mit Christus begraben, so geht aus der Taufe der neue Mensch hervor, auf dass er als Frucht aus dem Glauben Gott lebe und diene, Röm. 6,4 ff. und hat im Glauben das Angelt der zukünftigen leiblichen Auferstehung.

    6. Die Taufe auf den Namen Jesu Christi ist Taufe durch den Heiligen Geist, 1 Kor. 6,11; 12,13 a; Tit. 3,5, und damit ist alles menschliche Wirken im Blick auf seine Wiedergeburt ausgeschlossen. In der Taufe wirkt der Heilige Geist die Geburt von oben, Joh. 3,5, als die Geburt aus dem Geist. Der Geist Gottes schafft uns neu, nicht wir selbst, wie auch David betet, Ps. 51,12, und Gott es verheißen hat, Hes. 36,26. Da nur der Christus angehört, der Christi Geist hat, Röm. 8,4, so heißt ‚in Christus sein’ zugleich immer: ‚im Geist sein’, Röm. 8,4; 1 Kor. 1,7.

    7. Durch die Taufe als dem Bad der Wiedergeburt tut der Heilige Geist den, der da glaubt an Jesus Christus, hinzu zur Gemeinde Gottes als der verborgenen Gemeinschaft des Glaubens, die nicht ein menschlicher Zusammenschluß ist, nicht aus menschlichem Willen kommt, sondern Gottes Werk ist, Apg. 2,41.47; 1 Kor. 12,13. Somit wird der Täufling durch die Taufe Teil des Leibes Christi, des heiligen Gottesvolkes. Damit ist er aber auch hineingestellt mit der Gemeinde unter Gottes Reden und Handeln an der Gemeinde durch sein Wort und Sakrament, ist gerufen unter die Verkündigung, hineingestellt in den Pilgerpfad der Gläubigen unter dem Kreuz. Ebenso aber ist er auch mit der Gemeinde hineingestellt in den Dienst und mit ihr gesandt, im Gebet und Bekenntnis die frohe Botschaft, das Evangelium Jesu Christi zu bezeugen, Matth. 28,18-20; Luk. 24,47; Mark. 16,15.16; Apg. 1,8.   

    8. Wir haben aber das, was Gott in der heiligen Taufe darreicht und zueignet allein durch den Glauben an Jesus Christus und nicht durch den bloßen Vollzug der Taufe, Mark. 16,15.16. Der Glaube macht die Taufe nicht erst zur Taufe, sie ist vielmehr gültig und darf nicht wiederholt werden, wenn der Täufling auch nicht geglaubt hat; aber der Täufling hat das, was ihm Gott in der Taufe schenken will, nur, wenn er es im Glauben ergreift, und das heißt, wenn er aufwächst und zum Bewusstsein kommt, es im bewussten Glauben für sich persönlich ergreift, und in täglicher Reue und Buße auch immer wieder in die Taufgnade zurückkriecht. Taufe und Bekehrung, wie auch Taufe und tägliche Buße sind im bewussten Leben nötig, wobei die Taufe allerdings nicht absolut heilsnotwendig ist, wo jemand sie nicht erlangen kann. Wer nicht an Jesus Christus als seinen Heiland glaubt, wenn er auch getauft ist, der ist aus der Taufgnade gefallen und steht unter dem Urteil der Verdammnis, wenn er nicht Buße tut.

    9. Die Bedeutung der Taufe betrifft nicht nur den Tauftag selbst, auch nicht nur die Zeit bis zur Taufe, sondern das ganze Leben des Täuflings, nämlich dass wir uns täglich in der Taufe üben sollen, also täglich in Reue und Buße uns reinigen von unseren Sünden, den alten sündigen Menschen in uns in den Tod geben sollen und täglich neu die Vergebung in Christus Jesus in Anspruch nehmen, uns ihm als unserem Erlöser neu hingeben, dass er auch unser Herr und Regent sei, somit täglich der Heilige Geist die Kraft unserer Taufe an uns zur Geltung bringen kann (tägliche Buße oder Erneuerung des Taufbundes). So, wie mit der leiblichen Geburt der Mensch nicht sogleich ausgewachsen und vollendet ist, sondern noch wachsen und lernen muss, so steht auch die Taufe als das Bad der Wiedergeburt am Anfang des neuen Lebens und enthält alle Kraft, dieses neue Leben nun auch zu bewahren und zu entfalten, Röm. 6,3-23, wenn es aus dem Glauben entfaltet wird. Die Wiedergeburt geschieht wohl ganz in der Taufe, aber sie ist zugleich nur der Anfang des neuen Lebens, das täglich angefochten und bekämpft wird von dem Widersacher, der versucht, die an Christus Gläubigen zu verschlingen, 1 Petr. 5,8. Außerdem hat auch der Getaufte und an Christus Gläubige die Erbsünde noch an sich und ist und bleibt Sünder und Gerechtfertigter zugleich, Röm. 7, und fällt oftmals noch in Sünde und bedarf darum täglich neu der Buße, der Bekehrung, Erkenntnis der abgrundtiefen Verdorbenheit und Verlorenheit ohne Christus, Erkenntnis der völligen Erlösung durch Christus, Abkehr von der Sünde, Ergreifen der Vergebung in Christus, erneute Hingabe an seinen Heiland, Röm. 6,3-23; 1 Tim. 6,11; Hebr. 12,10; Phil. 2,12; Eph. 4,22-24. Die Taufe ist dabei auch Mahnung und Aufruf, Christus im neuen Leben nachzufolgen. Sie wird uns zum Gericht, wenn wir sie und damit unseren Heiland Jesus Christus durch unseren Wandel verleugnen, also Abfallen von der Gnade und der Sünde wieder dienen.

    10. Taufe und Lehre gehören gemäß der Schrift Gottes, Matth. 28,18-20, zusammen, nämlich die Lehre muss die Gabe der Taufe entfalten und auch immer wieder zur Taufe zurückführen. Es ist unabdingbar, dass der Täufling, er sei nun jung oder alt, ein Säugling oder ein Erwachsener, unterwiesen wird in der Heiligen Schrift Gottes (der Säugling dann, wenn er älter wird), auf daß er immer besser erkenne, warum er getauft wurde und was er in der Taufe empfangen hat. Jeder, er sei als Säugling getauft worden oder später, muss durch die Unterweisung zur lebendigen Erkenntnis seiner Sündenverdorbenheit und seiner Verlorenheit ohne Christus geführt werden und zur lebendigen Erkenntnis der Vergebung der Sünden allein um Christi vollbrachter Erlösungstat willen, dass er im rechten, bewussten lebendigen Glauben immer wieder von neuem das Gnadengeschenk in Anspruch nimmt und aus Dankbarkeit dafür seinem Heiland und Herrn nachfolgt und bedarf dieser klaren Erkenntnis täglich neu, um täglich neu der Sünde zu sterben und aus der Vergebung im Glauben an Christus als neuer Mensch aufzustehen (tägliche Erneuerung des Taufbundes, tägliche Bekehrung). Wo die rechte biblische Unterweisung des Täuflings nicht sichergestellt ist (durch die Angehörigen oder die Gemeinde), kann die Gemeinde Jesu Christi daher die Taufe nicht gewähren.

    11. Es ist der Schrift und Ordnung Jesu Christi gemäß, dass die Gemeinde Jesu Christi auch die im Haus der Gemeinde, also in zur Gemeinde gehörenden Familien (auch wenn eventuell nur ein Glied der Familie zur Gemeinde gehört) geborene Säuglinge tauft: 1) Auch die Säuglinge sind bereits Sünder, nämlich in Sünden gezeugt und geboren, Ps. 51,7, und bedürfen daher der Wiedergeburt. 2) Gott will, dass auch nicht eines dieser Kleinen verloren gehe, Matth, 18,14. 3) Die heilige Taufe gehört mit der Lehre zu den Mitteln, wie aus allen Völkern Menschen zu Jüngern gemacht werden sollen, Matth. 28,18.19. Der Begriff ‚Völker’ umschließt dabei nicht nur Männer und Frauen, sondern auch Menschen aller Altersgruppen ohne Einschränkungen. 4) Auch die kleinen Kinder und Säuglinge (der in Luk. 18,15 gebrauchte Begriff ‚breephos’ bezeichnet Kinder, die so klein waren, dass sie getragen werden mussten) können glauben, denn Jesus Christus spricht ihnen den Glauben zu. (Der Glaube ist in seinem Kern, als rettender Glaube, nicht ein reflektierend Ding, bedarf auch nicht der ihm vielmehr im Wege stehenden Vernunft dabei, sondern ist das unbedingte Vertrauen auf Christus als den Heiland. Solches Vertrauen allerdings kann auch ein Säugling haben, wenn auch für ihn selbst nicht bewusst, reflektierend. Dass ein Mensch glaubt, ist auch nicht das Ergebnis seiner Reflexion, seiner Vernunft, sondern bleibt immer ein durch den Heiligen Geist allein durch das Wort hervorgebrachtes Wunder, es sei beim Säugling oder bei einem Erwachsenen, Eph. 2,8.9.) Es ist gerade dieser kindliche Glaube, der ohne Zweifel und Fragen der Vernunft direkt und unmittelbar glaubt, der den Erwachsenen als Vorbild vor die Augen gestellt wird Matth. 18,3; 19,14; Mark. 10,15; Luk. 18,17. 5) Die Taufe ist das der Beschneidung des Alten Testamentes entsprechende Gnadenmittel im Neuen Testament, Kol. 2,11-14. 6) Die Apostel haben ‚ganze Häuser’ getauft, Apg. 16,15.33, wobei es eher wahrscheinlich ist, daß auch Kinder dabei waren. (Der biblische ‚Haus’ (oikos)-Begriff umfasst dabei immer die Einheit des Hauses vom Hausvater her, der in Verantwortung vor Gott auch für die Seinen steht, die er zum Herrn bringt und ihm anbefiehlt.) 7) Die heilige Taufe ist das einzige Gnadenmittel, wodurch auch die Säuglinge, die, wie dargelegt, der Erlösung bedürftig sind, die Vergebung der Sünden, die Wiedergeburt erlangen können; und wir glauben, dass Gott der Herr seiner Verheißung gemäß, die ‚euch und euren Kindern’ gilt, Apg. 2,38, durch das Wort bei der Taufe auch den Glauben wirkt, der die Taufe empfängt.

    12. Wer zum Glauben durch das Wort kommt, ehe er getauft wird, der bedarf dennoch der Taufe, 1) da die gleiche Kraft des Evangeliums in der Taufe, die rettet, auch notwendig ist, den Glauben zu festigen und zu bewahren und die Taufe ihr Werk tun soll an ihm sein ganzes Leben lang, Röm. 6,3 ff; 1 Kor. 6,11; Eph. 1,19.20; 2) da sie Christi Ordnung ist, Matth. 28,18.19; Mark. 16,15.16.

    13. Wer wieder aus der Taufgnade gefallen ist, also nach der Taufe wieder vom Glauben an Christus fällt oder die Taufe nicht im Glauben empfangen hat, der bedarf, soll er tatsächlich der rettenden Gaben der Taufe teilhaftig werden, der Bekehrung, nämlich der Weckung der Herzensbuße durch rechte Sündenerkenntnis und dann der Anzündung des wahren Glaubens durch das Evangelium von der Vergebung in Jesus Christus.

    14. Es bedarf einer von der heiligen Taufe getrennten Geistestaufe nicht, da die Taufe ‚das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes’ ist, Tit. 3,5, und Gott uns seinen Heiligen Geist gibt durch das Evangelium im Wort, im bloßen Wort wie im Wort in der Taufe, Gal. 3,2.5.14. Wer allerdings die Taufe nicht im Glauben empfängt, hat auch den Heiligen Geist nicht und empfängt ihn einst, wenn er durch das Wort bekehrt wird. (Davon zu unterscheiden ist die Bitte um den Heiligen Geist, seine Bevollmächtigung, seine Zurüstung, was wir allerdings immer wieder brauchen, um in rechtem Glauben zu beharren, zu bekennen, gegen die Sünde zu kämpfen, Christus nachfolgen zu können, Luk. 11,13.) Wir bedürfen auch keiner besonderen ‚Feuertaufe’, denn der Heilige Geist kommt allerdings zu uns durch das Gesetz mit dem Feuer des Zornes Gottes und wird auch dieses Feuer, das ein verzehrendes Feuer ist, kommen lassen über die, die Christus verwerfen, Luk. 3,17; die anderen aber reinigen durch die Glut des Evangeliums, Jes. 6,6; Mark. 9,49; 1 Petr. 1,7.

    15. Die äußere Form der Taufe, nämlich Begießen oder Untertauchen, wurde von Christus nicht vorgeschrieben, sondern ist frei, wie auch das griechische Wort ‚baptizein’ jegliche Art von Waschung beschreibt, sie geschehe durch Eintauchen ins Wasser, durch Besprengen mit Wasser oder Begießen.

Eph. 5,26: Christus hat sie [die Gemeinde] gereiniget durch das Wasserbad im Wort.

Matth. 28,18-20: Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Mark. 16,15.16: Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

Apg. 2,38.39: Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzurufen wird.

Apg. 22,16: Stehe auf und laß dich taufen und abwaschen deine Sünden und rufe an den Namen des Herrn.

Röm. 6,3-6: Wisset ihr nicht, dass alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen.

1 Kor. 6,11: Ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn JEsus und durch den Geist unsers Gottes.

Gal. 3,26.27: Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christus Jesus. Denn wieviel euer getauft sind, die haben Christus angezogen.

Tit. 3,5: Nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.

Ps. 51,7: Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

Mark. 10,13-15: Und sie brachten Kindlein zu ihm, dass er sie anrührete. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfänget wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen.

Matth. 18,6: Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehänget und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist.

Matth. 18,14: Also auch ist's vor eurem Vater im Himmel nicht der Wille, daß jemand von diesen Kleinen verloren werde.

Kol. 2,11-13: In welchem [Christus] ihr auch beschnitten seid mit der Beschneidung ohne Hände, durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschneidung Christi, in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe; in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferweckt hat von den Toten und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches und hat uns geschenket alle Sünden.

Apg. 16,15.33: Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnte sie uns... Und er nahm sie zu sich in derselbigen Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufen und alle die Seinen alsobald.

Eph. 1,19.20: Welche da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christus, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel.     

    16. Falsche Lehre ist: dass die Taufe nicht Christi Befehl und Ordnung für die Gemeinde sei bis zum Jüngsten Tag; dass die Taufe kein Gnadenmittel sei, das die Vergebung der Sünden darbiete und zueigne; dass die Taufe nur ein äußeres Zeichen sei; dass die Taufe vor allem ein menschlicher Bekenntnisakt sei; dass der Täufling die Gnade habe aus dem bloßen Vollzug der Taufe, auch ohne den Glauben; dass die Taufe der Seele ein unauslöschliches Zeichen aufdrücke; dass eine nicht im Glauben empfangene Taufe ungültig sei und zu wiederholen (Wiedertaufe); dass die Taufe keine weitere Bedeutung habe für das Glaubensleben; daß die Taufe nur relevant sei für die Zeit vor der Taufe; dass die Säuglinge nicht getauft werden sollten; dass es in die Freiheit der Gemeinde gestellt werden sollte, ob Säuglinge getauft werden; dass die kleinen Kinder christlicher Eltern schon aufgrund ihrer Eltern heilig seien und der Erlösung von Sünden nicht bedürften; dass Säuglinge und kleine Kinder nicht glauben könnten; dass wir noch eine besondere Geistes- oder Feuertaufe bräuchten; dass nur die durch Untertauchen vollzogene Taufe gültig sei; dass die Taufe nur durch ordinierte Pastoren ausgeführt werden dürfte; dass die Taufe Vergebung nur wirke als ein vollzogener Gehorsamsakt.

 

    17.Die Konfirmation wurde nicht von Christus eingesetzt oder befohlen, sondern sie ist eine gute kirchliche Ordnung, in der die in ihrer Kindheit Getauften nach dem Jugendunterricht vor der Gemeinde geprüft, an ihren Taufbund erinnert und der Gnade Gottes mit Gebet empfohlen werden.

    18. Falsche Lehre ist daher: die Firmung sei ein von Christus eingesetztes Sakrament, das den Heiligen Geist mitteile und der Seele ein unauslöschliches Zeichen aufdrücke.            

 

 

XXIV. Vom heiligen Abendmahl

 

    1. Unser Heiland Jesus Christus hat während seines letzten Mahles mit seinen Jüngern vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung, nachdem er das Passahmahl mit ihnen eingenommen hatte, das heilige Abendmahl oder Brotbrechen oder Herrenmahl oder Sakrament des Altars als eine dauernde Ordnung für die Gemeinde Jesu Christi eingesetzt, Matth. 26,26-28; Mark. 14,22-24; Luk. 22,19.20; 1 Kor. 11,23-32; 10,16.17.

    2. Dieses heilige Abendmahl ist wahrhaft der wahre Leib und Blut Jesu Christi, seinen Christen zum mündlichen Essen und Trinken von Christus eingesetzt, um seine Gemeinde in der Gewissheit und dem Trost der Vergebung der Sünden zu festigen, stärken und zu bewahren (Einsetzungsworte). Im heiligen Abendmahl ist gemäß den Worten der Heiligen Schrift Gottes wahrhaft, wesentlich, substantiell, aber nicht auf natürliche, sondern auf übernatürlich-sakramentliche Weise gegenwärtig und wird ausgeteilit in, mit und unter dem Brot Christi Leib, für uns gegeben, und in, mit und unter dem Wein Christi Blut, für uns vergossen zur Vergebung der Sünden, zum mündlichen, übernatürlich-sakramentlichen (aber nicht bloß geistlichen) Genuss. Im heiligen Abendmahl sind aber nicht nur Christi Leib und Blut, sondern ebenso auch Brot und Wein vorhanden und wird Christi Leib in, mit und unter dem Brot und Christi Blut in, mit und unter dem Wein gereicht und genossen, 1 Kor. 10,16; 11,27-29. Es findet gemäß 1 Kor. 10,16 und 11,26 f. keine ‚Verwandlung’ der Elemente statt, sondern Brot und Wein sind auch weiterhin nicht nur der äußeren Gestalt, sondern wahrhaft, substantiell, real vorhanden. Die sakramentliche Vereinigung ist keine physische, bringt keine neue Substanz hervor, auch keine lokale Einschließung, sondern eine übernatürliche, für die menschliche Vernunft nicht fassbare Gemeinschaft der Elemente. Mit der Realpräsenz von Christi Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein darf nicht verwechselt werden die Gegenwart Christi als Person, die wir nicht nur im Abendmahl, sondern auch in jedem anderen Gottesdienst, ja, stets da haben, wo Christen sich versammeln, Matth. 18,20, ja, überhaupt wo Christen sind, Matth. 28,20. Es ist daher auch falsch zu sagen, im heiligen Abendmahl empfingen wir Christi Person, denn das wird nicht ausgesagt und würde nach nur einen geistlichen Empfang, im Glauben, meinen.

    3. Da unser Herr Jesus Christus bei der Einsetzung des Abendmahls im Blick auf das Brot, das er austeilte, aussagte, dass es sein Leib ist und im Blick auf den Wein (‚Gewächs des Weinstocks’ ist ein Hebraismus, der eindeutig ‚Wein’ bezeichnet und Traubensaft ausschließt), daß es sein Blut ist, ist die Gemeinde unbedingt an diese Elemente gebunden und kann sie nicht durch andere ersetzen, will sie wahrhaft des Herrn Mahl feiern. Die Art des Brotes (gesäuert oder ungesäuert) und des Weines (roter oder weißer, mit Wasser verdünnter oder unverdünnter) steht dabei frei, ebenso, ob das Brot gebrochen wird oder Oblaten verwendet werden.

    4. Die reale Gegenwart von Christi Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein ist gebunden an die unteilbare heilige Handlung im Abendmahl, nämlich die Konsekration, Austeilung und den mündlichen Genuss, denn unser Herr und Heiland Jesus Christus hat dieses Sakrament nicht eingesetzt, dass es angebetet, auch nicht, dass es herumgetragen werde, sondern dass es ausgeteilt und mündlich genossen werde zur geistlichen Stärkung und Auferbauung seiner Gemeinde in der Gewissheit der Vergebung der Sünden. Die sakramentale Vereinigung hat daher außerhalb der heiligen Handlung nicht Statt hat. 

    5. Aufgrund der übernatürlichen sakramentlichen Vereinigung im Abendmahl wird von allen, die das gesegnete Brot und den gesegneten Wein essen bzw. trinken der wahre, wesentliche Leib und Blut Christi mündlich empfangen und genossen, Brot und Wein auf natürliche, Leib und Blut Christi auf übernatürliche Weise. Die, die im Unglauben oder falschen Glauben das Abendmahl empfangen, empfangen es sich zum Gericht, die aber, die mit wahrhaftigem, bußfertigen Herzen, die Vergebung begehrend, im herzlichen Vertrauen auf Christus, ihren Heiland, seinen Leib und Blut begehren, die empfangen es sich zu dem geistlichen Heil, dazu es Christus eingesetzt hat, 1 Kor. 11,27-29.

    6. Die sakramentliche Vereinigung geschieht nicht durch den Pastor aufgrund seines Rezitierens der Einsetzungsworte - obwohl wir allerdings ohne das Sprechen der Einsetzungsworte kein Abendmahl hätten -, denn nicht Menschenworte machen das Mahl zum heiligen Abendmahl, sondern allein aufgrund des Befehls und der Verheißung Jesu Christi, seinen Leib und Blut da unter Brot und Wein uns zu geben, wo tatsächlich das von ihm eingesetzte Abendmahl gefeiert wird (‚das tut!’). Das Sprechen der Einsetzungsworte über den irdischen Elementen (Konsekration) ist dabei unerlässlich, 1) weil wir damit als Gemeinde vor dem dreieinigen Gott bekennen, dass wir Christi heiliges Abendmahl feiern wollen; 2) Christus bitten, dass er gemäß seiner Ordnung und Verheißung in, mit und unter dem Brot uns seinen Leib und in, mit und unter dem Wein uns sein Blut zum mündlichen Genuß gebe; 3) weil damit der Gemeinde bezeugt wird, was sie im heiligen Abendmahl empfängt; 4) wir aufgrund dieser Verheißung auch gewiss sind, dass wir Christi Leib und Blut mit dem irdischen Elementen empfangen; 5) dadurch die irdischen Elemente von ihrem natürlichen Gebrauch abgesondert werden; 6) Christus durch mittels dieser Worte uns seinen Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein aufgrund seines Befehls und Verheißung gibt.

    7. Zu welchem Zeitpunkt genau die sakramentliche Vereinigung beginnt und wann genau sie aufhört, ist nach der Schrift nicht eindeutig zu sagen, ob also unmittelbar nach der Konsekration, vor der Austeilung, oder erst in der Austeilung zum mündlichen Genuß. Dies ist uns aber auch nicht not zu wissen. Aufgrund der Schriftworte ist dies gewiss, dass das, was uns gereicht wird und wir mündlich genießen, wahrhaft Christi Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein ist. Mit den gesegneten Elementen, die nach der Feier übrig bleiben, ist in aller Ehrfurcht umzugehen, da sie gesegnet wurden, um Träger von Christi Leib und Blut zu sein. Sie sollten daher nur zu anderen Abendmahlsfeiern verwendet werden.

    8. Das heilige Abendmahl ist Gnadenmittel, teilt also mit und versiegelt die Vergebung der Sünden und stärkt dadurch den Glauben. Das ‚neue Testament in meinem Blut’, 1 Kor. 11,25, ist die Vergebung der Sünden, Jer. 31,31-34; Röm. 11,27; 2 Kor. 3,6, was noch dadurch bestärkt, bekräftigt wird, dass uns Christus im heiligen Abendmahl unter den irdischen Elementen denjenigen Leib und dasjenige Blut zum mündlichen Genuss anbietet und zueignet, das er für uns zur Vergebung unserer Sünden dahingegeben hat, Luk. 22,19.20 Die Vergebung der Sünden ist der Kern auch im heiligen Abendmahl. Wir bekommen dabei im heiligen Abendmahl kein anderes Evangelium, auch keine zusätzliche Gnade, verglichen mit dem Evangelium im Wort.

    9. Der rettende Glaube ist zum rechten, heilsamen Gebrauch des heiligen Abendmahles unerlässlich, Luk. 22,19.20; 1 Kor. 11,24, denn allein durch den Glauben können wir die Vergebung der Sünden empfangen, das bloße Essen und Trinken im heiligen Abendmahl gibt sie uns nicht. Wer daher ohne den rettenden Glauben das Abendmahl empfängt, der nimmt es sich zum Gericht, 1 Kor. 11,26-29. Daher sollen alle diejenigen, die das heilige Abendmahl empfangen wollen, sich zuvor prüfen, 1 Kor. 11,28, und darf daher die Gemeinde Jesu Christi es niemandem reichen, der sich nicht selbst prüfen kann.

    10. Während die heilige Taufe ein Gnadenmittel ist, wodurch der Mensch in die Gemeinde Jesu Christi gebracht oder in ihr befestigt wird, dient das Gnadenmittel des heiligen Abendmahls der Stärkung im Glauben und ist daher nicht Mittel der Mission, sondern darf nur innerhalb der Gemeinde Jesu Christi genossen werden. Zugleich ist die Gemeinschaft im Abendmahl, 1 Kor. 10,17, ein sichtbares Bekenntnis zu derjenigen Gemeinde oder Kirchengemeinschaft, innerhalb der es empfangen wird, nämlich das Bekenntnis, mit derjenigen Gemeinde in völliger Einheit des Glaubens, der Lehre und des Bekenntnisses zu stehen. Abendmahlsgemeinschaft und Kirchengemeinschaft sind daher identisch. Daraus folgt umgekehrt, s.a. Röm. 16,17.18: Wo die Einheit in Glauben, Lehren und Bekennen tatsächlich nicht vorhanden ist, kann es auch keine Gemeinschaft am Altar geben; sie wäre vielmehr Lüge vor Gott und Menschen.

    11. Die Gemeinde Jesu Christi ist daher zusammen mit denen, die sie berufen hat, das heilige Abendmahl an ihrer Statt zu verwalten, aufgerufen, ein rechter Haushalter zu sein über die Geheimnisse Gottes, 1 Kor. 4,1.2; Matth. 7,6, nämlich sorgfältig, in Treue zu Gottes Wort und seelsorgerlicher Fürsorge, zu achten, wem sie das heilige Abendmahl reicht. Gemäß der Schrift Gottes muss sie beachten und bedenken, wem sie das heilige Abendmahl nicht reichen darf: offenkundig Gottlosen und Unbußfertigen, denn sie würden es sich zum Gericht nehmen, 1 Kor. 11,26-29; Matth. 7,6; denen, die einem Mitchristen oder der ganzen Gemeinde Ärgernis gegeben haben, ohne es auszuräumen, Matth. 5,23; denen, die sich selbst nicht prüfen können; Gliedern solcher Gemeinden und Kirchen, mit denen keine Einheit im Glauben, Lehren und Bekenntnis (Kirchengemeinschaft) besteht, da mit dem heiligen Abendmahl auch die Einheit im Glauben, Lehren und Bekenntnis bezeugt wird, 1 Kor. 10,16.17; Röm. 16,17.18. Die Gemeinde soll daher auch ihre eigenen Glieder dazu anhalten, sich in täglicher Buße und Glauben auf den Empfang des heiligen Abendmahls vorzubereiten, damit sie es sich nicht zum Gericht nehmen, und Anmeldung mit Gespräch zum Abendmahl durchführen.

Matth. 26,26-28: Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus! Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Mark. 14,22-24: Und indem sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und nahm den Kelch und dankete und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, das für viele vergossen wird.

Luk. 22,19.20: Und er nahm das Brot, dankete und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

1 Kor. 10,16.17: Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist's; so sind wir viele ein Leib, dieweil wir eines Brotes teilhaftig sind.

1 Kor. 11,23-29: Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr JEsus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brach's und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis! Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut. Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis! Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn.

1 Kor. 4,1.2: Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, als dass sie treu erfunden werden.

Matth. 7,6: Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.      

    12. Falsche Lehre ist: dass das Abendmahl ein, wenn auch unblutiges, Opfer des Priesters oder der Gemeinde oder beider zusammen sei; dass in der Konsekration durch den Priester Brot und Wein in Christi Leib und Blut verwandelt würden (Transsubstantiation); dass das Abendmahl wirke aus dem bloßen Vollzug (ex opere operatum), auch ohne den rettenden Glauben; dass die sakramentale Vereinigung auch über die heilige Handlung (Abendmahlsfeier) hinaus anhalte; dass der Vollzug des Abendmahls auch Abwesenden oder Toten Segen zuteil werden ließe; daß die konsekrierten Elemente bzw. das Sakrament anzubeten seien; dass ein genauer Zeitpunkt bestimmt werden könnte, wann die sakramentale Vereinigung beginne; dass die Realpräsenz durch den Pastor oder Priester hervorgerufen werde; dass nur dasjenige Abendmahl tatsächlich Abendmahl und gültig sei, das durch einen rechtmäßig ordinierten Pfarrer verwaltet werde; dass zur notwendigen rechten Verwaltung des Abendmahls eine bestimmte Liturgie mit bestimmten Gebeten unerlässlich sei; dass nur durch das Abendmahl die Fülle des Heils gegeben werde, nicht auch durch das gelesene und gepredigte Wort; dass der Priester im Abendmahl Christus sei; dass der Priester im Abendmahl aufgrund der Worte Gewalt über Christus habe; dass in, mit und unter dem Brot auch Christi Blut und in, mit und unter dem Wein auch Christi Leib gegeben werde (Konkomitanz); die Verweigerung des Kelches für die Gemeinde; dass die Einsetzungsworte nicht wörtlich, sondern bildlich zu nehmen seien; dass wir im Abendmahl nur Brot und Wein bekämen; dass das Abendmahl ein bloßes Gedächtnismahl sei und nicht die Vergebung der Sünden anbiete; dass nur die gläubigen Abendmahlsgäste Christi Leib und Blut empfingen, und zwar allein geistlich (also im Glauben), nicht mündlich (sakramentlich); dass wir im Abendmahl ‚Christi Person’ mit den irdischen Elementen empfingen; dass das Brot während der Abendmahlsfeier gebrochen werden müsste; dass nur gesäuertes oder nur ungesäuertes Weizenbrot verwendet werden dürfte; dass mit jedem Christen oder jedem, mit dem formale (nicht tatsächliche) Einheit im Bekenntnis besteht, Abendmahlsgemeinschaft gepflegt werden könnte; dass Christus das heilige Abendmahl nicht für alle Zeit eingesetzt hat und die Gemeinde es daher nicht zu feiern brauche; dass auch andere irdische Elemente als Brot und Wein zu einer gültigen Abendmahlsfeier verwendet werden könnten; dass das heilige Abendmahl auch Kindern gereicht werden sollte; dass auch da Christi Abendmahl gefeiert würde, wo nicht das gesegnete Brot und der gesegnete Wein ausgeteilt würden.          

 

 

XXV. Von der Kirche oder Gemeinde Jesu Christi

 

    1. Als Christen bekennen wir eine heilige, christliche, apostolische Kirche auf Erden, die Gemeinde oder Gemeinschaft der Heiligen, deren einziges Haupt Jesus Christus ist und die er durch den Heiligen Geist durch das Evangelium sammelt, erhält und regiert.

    2. Die Gemeinde Jesu Christi ist eine, weil sie ein einziger geistlicher Leib ist mit nur einem Haupt, Jesus Christus, berufen von dem einen Heiligen Geist durch das eine Evangelium von der Gnade in Jesus Christus in Wort und Taufe zu dem einen rettenden Glauben, Eph. 4,3-6; 1 Kor. 3,11.

    3. Die Gemeinde Jesu Christi ist heilig, weil sie geheiligt ist durch ihren Heiland Jesus Christus, den sie im Glauben ergriffen hat und durch den sie Vergebung der Sünden und damit Leben und Seligkeit hat und darum aus lauter Heiligen besteht, Eph. 5,25-27; 1 Kor. 1,31; Röm. 1,7. Sie wird aber heilig auch deshalb genannt, weil sie, als die Schar der Erlösten, nun auch danach trachtet, unter Leitung des Heiligen Geistes durch das Wort ihrem Heiland in der Nachfolge durch heilige Werke zu dienen, die zwar immer unvollkommen bleiben, aber um Christi willen von Gott angenommen sind, 1 Petr. 2,5; Eph. 4,22-24.

    4. Die Gemeinde Jesu Christi ist christliche Gemeinde, weil sie erlöst ist durch das Blut Jesu Christi als ihres Heilandes und dadurch sein Eigentum, Eph. 1,7; 1 Petr. 1,18; weil sie unter ihm als ihrem alleinigen Haupt wandelt, Eph. 1,22; weil sie gegründet ist auf ihn, Jesus Christus und seinem Wort, allein als ihrem Felsen, 1 Kor. 3,11; Joh. 8,31.32.

    5. Die Gemeinde Jesu Christi ist apostolisch, weil sie glaubt durch das Wort der Apostel, Joh. 17,20, und gegründet ist auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, Eph. 2,20, und so in der rechten Nachfolge (Sukzession) der Apostel steht, nämlich in der Lehreinheit mit ihnen.

    6. Die Gemeinde Jesu Christi ist Gemeinde der Gläubigen, weil sie nur aus solchen besteht, die an Jesus Christus als ihrem Heiland, Erlöser glauben, Apg. 5,14; 2,47, also durch den Heiligen Geist durch das Evangelium in Wort und Taufe wiedergeboren sind, Eph. 5,26; Joh. 3,5; Tit. 3,5; 1 Petr. 1,23. Wer nicht an Jesus Christus als seinen Heiland glaubt und in täglicher Buße und Vergebung der Sünden steht, der ist daher auch nicht Glied der Gemeinde Jesu Christi, sondern immer noch Angehöriger des Reiches Satans, selbst dann, wenn er äußerlich einer Gemeinde als Versammlung um Wort und Sakrament angehört und äußerlich an den Schätzen der Gemeinde Anteil hat.

    7. Die Gemeinde ist Gemeinde oder eccleesia Jesu Christi, weil sie die von Jesus Christus durch den Heiligen Geist durch Wort und Sakrament aus der Welt herausgerufene Schar der zu Jesus Christus Bekehrten ist, die zwar noch in der Welt ist, aber doch nicht von der Welt, sondern aus Pilgern und Fremdlingen in dieser Welt besteht, Joh. 17,14; Kol. 1,13; 1 Petr. 1,1; 1 Joh. 5,19.

    8. Weil die Gemeinde Jesu Christi Gemeinde der Gläubigen ist und nur da ist, wo Herausgerufene, Gläubige sind, also der Glaube es ist, der die Schar zur Gemeinde Jesu Christi macht, darum ist die Gemeinde Jesu Christi im eigentlichen Sinne eine verborgene Gemeinschaft, weil der Glaube nicht etwas Sichtbares ist, sondern dem menschlichen Auge verborgen, Luk. 17,20.21, und wir nicht die Herzen richten und beurteilen können, sondern allein der lebendige Gott, 2 Tim. 2,19.

    9. Es ist hinsichtlich dieser Gemeinde als der Gemeinschaft oder Gemeinde der Gläubigen oder Heiligen, dass die Verheißungen für die Kirche, die eccleesia, und die Schätze oder Vollmacht gegeben sind: Die Gemeinde Jesu Christi wird bestehen bis zur Wiederkunft Jesu Christi, um dann mit ihm vereint zu sein für immer im Herrlichkeitsreich. Auch die Pforten der Hölle können die Gemeinde Jesu nicht überwinden, Matth. 16,18. Es ist von dieser Gemeinde, dass Jesus es aussagt, dass ihr die Schlüssel des Himmelreiches gegeben sind, Matth. 18,15-18; Joh. 20,21-23, sie ist die eigentliche und ursprüngliche Inhaberin; jeder, der sie anstatt der Gemeinde handhabt, kann dies nur tun, wenn ihm diese Gewalt übertragen wurde von der Gemeinde.

Eph. 4,3-6: Seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater (unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen.

1 Kor. 3,11: Einen andern Grund kann zwar niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Eph. 5,25-27: Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebet hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben, auf daß er sie heiligte, und hat sie gereiniget durch das Wasserbad im Wort, auf dass er sie sich selbst darstellete als eine Gemeinde, die herrlich sei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder des etwas, sondern dass sie heilig sei und unsträflich.

1 Petr. 2,5: Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus.

Eph. 4,22-24: So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Eph. 1,7: An welchem [Jesus Christus] wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.

1 Petr. 1,18.19: Und wisset, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

Joh. 8,31.32: Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen; und die Wahrheit wird euch frei machen.

Apg. 5,14: Es wurden aber je mehr zugetan, die da glaubeten an den Herrn, eine Menge der Männer und Frauen.

Apg. 2,47: Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.

Joh. 17,14: Ich hab' ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin.

Kol. 1,13: Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.

1 Petr. 1,1: Petrus, ein Apostel Jesu Christi: Den erwählten Fremdlingen hin und her in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien.

1 Joh. 5,19: Wir wissen, daß wir von Gott sinds; und die ganze Welt liegt im Argen.

Luk. 17,20.21: Da er aber gefragt ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier oder da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.

2 Tim. 2,19: Aber der feste Grund Gottes bestehet und hat dieses Siegel: Der Herr kennet die Seinen, und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet.

Matth. 16,18: Auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.

Matth. 18,15-18: Sündiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Höret er dich nicht, so nimm noch ein oder zwei zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Höret er die nicht, so sage es der Gemeinde. Höret er die Gemeinde nicht, so halt ihn wie einen Heiden und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel los sein.    

    10. Falsche Lehre ist: dass die Gemeinde noch andere Herren oder Häupter habe oder benötige als allein Jesus Christus, etwa den Papst; dass die Gemeinde Jesu Christi anders als durch Gottes Wort regiert werden müsse, etwa durch eine angeblich von Gott eingesetzte Hierarchie; dass nicht alle Gläubigen wahrhaft Heilige vor Gott seien, sondern nur bestimmte Personen, die vom Papst als solche erkannt würden; dass die Gemeinde ein anderes Fundament hätte oder bräuchte als Christus und sein Wort, etwa das Papsttum; dass die Sukzession oder Nachfolge (der Apostel) eine Folge von Weihehandlungen sei; dass die Gemeinde im eigentlichen Sinne die sichtbare Kirche sei oder gar mit einer sichtbaren Kirche gleichzusetzen; dass die Schätze - und damit die Fülle des Heils - nicht der Gemeinde als der Gemeinschaft der Gläubigen gegeben sei, sondern einer bestimmten Institution, gebunden an eine bestimmte Hierarchie und Ämter; dass auch nicht an Christus Glaubende Glieder der Gemeinde im eigentlichen Sinne seien; dass es Gemeinde als äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl als Gemeinde mit nur Gläubigen, Heiligen geben könne.

 

    11. Auch wenn die Gemeinde als Gemeinschaft der Gläubigen eine verborgene Gemeinschaft ist, nämlich im Blick darauf, wer alles dazugehört, kann dennoch ihre Gegenwart erkannt werden, nämlich an den Kennzeichen der Gemeinde Jesu Christi, dem Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl als den Gnadenmitteln Gottes, dem Samen der Kirche, als denjenigen Mitteln, durch die allein Gott der Heilige Geist die Gemeinde baut, Jes. 55,10.11; Röm. 1,16; 10,14-17; 1 Petr. 1,23. Da, wo Gottes Wort rein gepredigt und die Sakramente schriftgemäß verwaltet werden, haben wir gewiss auch die Gemeinde Jesu Christi als die verborgene Gemeinschaft des Glaubens. Diese der Gemeinde als der Gemeinschaft der Gläubigen anvertrauten Gnadenmittel, Matth. 18,15-18; 28,18-20; Mark. 16,15.16; Luk. 24,46.47; Joh. 20,21-23; Apg. 1,8; 1 Kor. 11,23-28, kann sie nur ausüben durch die äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl, also derjenigen Versammlung, durch die sie anhand der Kennzeichen, der Gnadenmittel, erkannt werden kann.

    12. Auch diese äußere Versammlung um Wort und Sakrament hat Gottes Mandat und ist Gottes Ordnung, Apg. 2,47; Matth. 18,17; Tit. 1,5; Hebr. 10,25, wie auch der Begriff ‚eccleesia’ in der Schrift außer für die Christenheit und die örtliche Gemeinde als verborgene Schar der Gläubigen für sichtbare Gemeinschaften im Blick auf die örtliche Versammlung um Wort und Sakrament verwendet wird, 1 Kor. 1,2; 11,18.

13. Wenn diese äußere Versammlung um Wort und Sakrament ‚Gemeinde’, ‚Kirche’ genannt wird, so geschieht dies nur in einem uneigentlichen oder übertragenen Sinne, nämlich um der Gläubigen in ihrer Mitte willen. Wenn wir unterscheiden zwischen der Gemeinde als der verborgenen Gemeinschaft der Gläubigen und der Gemeinde als der äußeren Versammlung um Wort und Sakrament, so heißt dies nicht, dass es zwei verschiedenen Weisen der Gemeinde gäbe, denn es gibt nur die eine eccleesia, die Gemeinschaft der Heiligen, Gläubigen, um deretwillen allein die äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl auch die Bezeichnung ‚Gemeinde’ trägt. Diese Unterscheidung ist aber wichtig, weil die äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl immer eine gemischte Versammlung sein wird, Matth. 13,48-50, der  auch Heuchler und Scheinchristen beigemischt sind, weshalb nicht jeder, der Glied einer äußeren Versammlung um Wort und Sakrament ist, darum auch Glied am Reich Christi ist, selbst wenn er an den Diensten und Ämtern der Gemeinde Anteil hat, sondern nur derjenige, der wahrhaft durch das Evangelium Christi wiedergeboren ist und darum Glied der verborgenen Gemeinschaft der Gläubigen. Dies muss darum die vornehmste Sorge jedes Menschen sein, dass er zur wahren Kirche oder Gemeinde als der verborgenen Gemeinschaft der an Christus Glaubenden gehört, Matth. 6,33, hinsichtlich der allein der Satz gilt: Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil. Wir können auch im Blick auf solche Gemeinden oder Kirchenkörper noch von ‚eccleesia’, ‚Kirche’ sprechen, die zwar nicht Gottes Wort und Sakrament rein und unverfälscht haben, also nicht wahre oder rechtgläubige Kirche sind, in denen aber das Evangelium noch ‚im Schwange’ geht, also um dieses Evangeliums willen doch der Herr in ihnen noch Menschen wiedergebärt.

    14. Gottes Mandat und Ordnung für die äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl schreibt aber nicht deren äußere Form oder Verfassung vor. Solch eine örtliche Gemeinde kann äußerlich faktisch ein Hauskreis (Hausgemeinde) sein oder aber eine größere Gemeinde an einem Ort oder aber auch eine Gemeinde, die das Gebiet einer größeren Region umfaßt oder eine Gemeinde, die, weil sie das Gebiet einer größeren Region umfaßt, mehrere Predigtplätze hat, Matth. 18,19; Röm. 16,5; 2 Kor. 1,1: Diese äußere Ordnung liegt völlig in der Freiheit der Gemeinde. Ebenso hat eine Gemeinde die Freiheit, sich selbst wieder neben der allgemeinen Versammlung um Wort und Sakrament besondere Versammlungen zu schaffen (Bibelkreise, Hauskreise, Jugendkreise u.ä.). Die Glieder solcher Kreise hören damit nicht auf, Glied der Gemeinde zu sein, deren Untergliederung ja solch ein Kreis ist, wie sie ebensowenig auch damit nicht aufhören, ihre Vollmacht als Christen zu haben. Solche Kreise haben also die Freiheit, im Rahmen der durch die Gemeinde für diese Kreise festgelegten Aufgaben sich eigene Leiter und Verkündiger zu berufen, allerdings in Beratung mit den von der ganzen Gemeinde berufenen Hirten der Gemeinde, deren Hirtenamt über die Glieder dieser Kreise ja nicht aufgehört hat. Diese Kreise können auch in ihrem Rahmen Zucht üben, aber das letzte Gericht kommt gemäß Matth. 18,17 der örtlichen Gemeinde zu, die in Matth. 18,15-18 ausdrücklich unterschiedenen wird von anderen Gruppen von Christen, die zuvor Seelsorge an dem Sünder geübt haben. Diese Kreise sind nicht ‚Gemeinde’, da sie Untergliederungen der Gemeinde sind und daher auch nur in bestimmtem Rahmen die Verwaltung der Gnadenmittel ausüben (z.B. nicht das Abendmahl). Dies hängt nicht mit einer ‚äußeren Form’ dieser Kreise zusammen (denn ein Hauskreis könnte, wenn er nicht Glied einer Gemeinde ist, ebensogut selbst Gemeinde sein), sondern mit ihrem Verhältnis zur Gemeinde als der äußeren, regelmäßig und verbindlich zusammenkommenden Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl, die zur Verwaltung der Gnadenmittel auch das heilige Predigtamt in ihrer Mitte aufrichtet. Soweit die Gnadenmittel aber in diesen Untergliederungen der Gemeinde oder kirchlichen Versammlungen ausgeübt werden, sind sie genau kräftig und wirkmächtig, wie in der örtlichen Gemeinde selbst. Auch in diesen kirchlichen Versammlungen wirkt die Eine Kirche Jesu Christi.

15. Aufgrund der Schrift besitzt jede örtliche Gemeinde als äußere Versammlung um Wort, Taufe und Abendmahl um der Gläubigen in ihrer Mitte willen die gesamte Kirchengewalt, die gesamten der Gemeinde Jesu Christi anvertrauten Schätze in Fülle, da sie die Eine Gemeinde Jesu Christi an dem bestimmten Ort ist (s. Briefanfänge in der Bibel). Diese Qualität kommt einer Gemeinde nicht erst zu, wenn sie Glied eines größeren Kirchenverbandes ist. Obwohl die örtliche Gemeinde die Freiheit hat, die Verwaltung dieser Kirchengewalt ganz oder in Teilen anderen Einrichtungen zu übertragen, ist sie um des gesunden geistlichen Lebens der einzelnen Glieder und der Gemeinde als Ganzem besser beraten, wenn sie stets, auch als Glied einer Vereinigung von Gemeinden, darauf achtet, dass ihre Gewalt und Rechte unangetastet bleiben. In einer geistlich gesunden Ordnung haben übergemeindliche Einrichtungen nur beratende Funktion und sind Organe der Gemeinden.

 

    16. Örtliche Gemeinden haben die Freiheit, sich mit anderen örtlichen Gemeinden, mit denen sie eins sind im Glauben und in der Lehre, zu verbinden, um bestimmte Aufgaben der Gemeinde gemeinsam auszuführen. Welcherart solch eine Verbindung ist, steht ebenfalls in der Freiheit der Gemeinden, ob es sich also um eine bloße Arbeitsgemeinschaft in bestimmten Bereichen handelt, um die Bildung bestimmter Einrichtungen für spezielle Aufgaben oder um eine organisatorische Verbindung zu einem Kirchenkörper oder Synodalverband. Solche Verbindungen haben kein direktes Mandat Gottes, sind auch in der Schrift, soweit eine organisatorische Verbindung gemeint ist, nicht erwähnt, sondern den Gemeinden völlig freigestellt. (Nicht freigestellt ist einer Gemeinde dagegen, dass sie, wenn die Einheit in der Lehre und darausfolgenden Praxis festgestellt wird, sie damit die Kirchengemeinschaft als Gemeinschaft des Glaubens und der Lehre feststellt und auch praktiziert. Solches zu unterlassen wäre Schismatismus.) Sie sind aber göttliche Versammlungen im Blick darauf, dass sie Aufgaben ausführen, die Gott seiner Kirche aufgetragen hat. Dass Christen sich zu örtlichen Gemeinden zusammenfinden, das ist eindeutig Gottes Mandat und Ordnung gemäß der Heiligen Schrift; dass sie weitere Versammlungen oder Verbände bilden, dazu liegt nicht gleicherweise Gottes Mandat vor, sondern das geschieht aus christlicher Freiheit, ohne dass damit die Kraft und Wirkmächtigkeit der Gnadenmittel in diesen anderen Einrichtungen eingeschränkt wäre.

    17. Auch wenn Gemeinden sich zu einem Kirchenkörper (Synodalverband) zusammenschließen, bleiben sie weiterhin Gemeinde Jesu Christi mit allen Vollmachten und Schätzen, die sie zuvor ebenfalls hatten. Solch ein Verband ist auch ‚Kirche’ oder ‚eccleesia’, a) da er sich aus Gemeinden zusammensetzt und damit allerdings auch in seiner Mitte die Gnadenmittel verwaltet und die volle Kirchengewalt vorhanden ist (zusammengesetzte Kirche im Gegensatz zur örtlichen Gemeinde als der einfachen Kirche); b) er versammelbar ist, einmal in den örtlichen Gemeinden, zum anderen in der Repräsentativversammlung der Kirche; c) weil er eine Gemeinschaft der Gemeinden und ihrer Prediger ist. Eine Synodalversammlung als Versammlung der Delegierten der Gemeinden ist nicht den örtlichen Gemeinde gleichsetzbar, da sie Versammlung von Beauftragten aus den Gemeinden ist und daher nur diejenige Gewalt ausüben kann, die ihr von den Gemeinden übertragen wird, nämlich in welchen Bereichen die Christen in den örtlichen Gemeinden als den äußeren Versammlungen um Wort, Taufe und Abendmahl und in welchen Bereichen sie durch den Gemeindeverband tätig werden wollen, um Gottes Reich zu bauen.

Jes. 55,10.11: Gleichwie der Schnee und Regen vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein: Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich's sende.

Röm. 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

Röm. 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.

1 Petr. 1,23: Als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet.

Matth. 13,47-50: Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fänget. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein.

1 Kor. 1,2: Der Gemeinde Gottes zu Korinth, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen samt allen denen, die anrufen den Namen unsers Herrn Jesus Christus an allen ihren und unsern Orten.

1 Kor. 11,18: Zum ersten, wenn ihr zusammenkommt in der Gemeinde, höre ich, es seien Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich's.

    18. Falsche Lehre ist: die Gemeinde habe Kennzeichen über das Evangelium in Wort und Sakrament hinaus, etwa die Hierarchie, Verfassung, Heiligung, Kirchenzucht, Liturgie; dass es zwei Kirchen gäbe, eine sichtbare und eine unsichtbare; dass eine sichtbare Kirche sich als die alleinseligmachende bezeichnen könnte oder für sich in Anspruch nehmen, nur bei ihr könne die Fülle des Heils zu finden sein; dass alle verschiedenen Kreise oder Gruppen von Christen, einschließlich örtlichen Gemeinden und Synodalversammlungen, auf einer Ebene lägen, d.i. alle gleichermaßen ein Mandat Gottes hätten oder aus Gottes Willen kämen, ‚Gemeinde’, ‚eccleesia’ wären; dass eine örtliche Gemeinde ihre Gewalt und Vollmacht erst von dem Kirchenkörper oder der Hierarchie zuerkannt bekäme; dass es eine göttlich verordnete Regierung über die örtliche Gemeinde gäbe, etwa Synoden, Bischöfe u.ä.; dass eine Gemeinschaft von Gemeinden (Synodalverband) nicht auch Kirche (eccleesia) sei.

 

    19. Die Gemeinde Jesu Christi wird nicht anders gebaut als allein durch Gottes Wort und die von Christus eingesetzten Sakramente Taufe und Abendmahl, Jes. 55,10.11; Röm. 1,16; 10,14-17; 1 Petr. 1,23; Joh. 3,3-5; Eph. 5,26; Tit. 3,5; 1 Kor. 10,16.17; 11,23-28. Dabei hat das Gesetz, das wahrhaft Gottes Wort ist, gemäß der unbedingt notwendigen Unterscheidung von Gesetz und Evangelium, aber nur vorbereitende Aufgaben; recht eigentlich gewirkt und gebaut wird die Gemeinde Jesu Christi allein durch das Evangelium, das allein den Glauben weckt und erhält. Darum es ist auch allein das Evangelium, welches das Wesen der Gemeinde ausmacht, nicht das Gesetz, das auch außerhalb der Gemeinde zu finden ist.

    20. Die Gemeinde Jesu Christi wird allein durch das Evangelium in Wort und Sakrament gebaut wird, das heißt, dass sie allein Gottes, und zwar vor allem Gottes des Heiligen Geistes Werk ist, der vom Vater und dem Sohn gesandt ist, die Welt um ihrer Sünde zu strafen und von Christus zu zeugen, Joh. 16,8-15; 15,26.27 und so die geistlich Toten lebendig zu machen, aufzuerwecken, Eph. 2,4-7 und die geistlich Lebenden am Leben zu erhalten, 2 Tim. 3,14-17. Wenn die Gemeinde Jesu Christi allein des Heiligen Geistes Werk durch Wort und Sakrament ist, so heißt das damit auch, dass alle menschlichen Versuche, durch andere Mittel als allein die unverfälschte Predigt von Gesetz und Evangelium und die schriftgemäße Verwaltung der Sakramente Gemeinde zu bauen, etwa durch den Einsatz soziologischer, psychologischer Mittel, Theater, Musik oder sonstiger, dem Wirken des Heiligen Geistes nicht angemessener Mittel, der Schrift entgegen sind und letztlich der Gemeinde Jesu schaden. Der Einsatz solcher Mittel geht davon aus, dass der natürliche, nichtwiedergeborene Mensch irgendwo doch selbst Schritte zu Gott machen könne oder moralische Ansätze hätte zu einem Gott wohlgefälligen Leben oder sich auf Gott vorbereiten könnte oder sich letztlich doch selbst für oder gegen Jesus Christus entscheiden müßte und daher ‚überzeugt’ werden müsste vom Christentum, der Gemeinde, der christlichen Botschaft. Gemäß der Schrift aber ist die Gemeinde nicht gegründet in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube bestehe nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft, 1 Kor. 2,4.5. Deshalb bezeugt Paulus auch: Und ich, liebe Brüder, da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, dass ich etwas wüsste unter euch als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch mit Schwachheit und mit Furcht und mit großem Zittern. 1 Kor. 2,1-3. Da, wo wir versuchen, durch menschliche Weisheit, menschliche Anstrengungen, menschliche Überredung Gemeinde Jesu Christi zu bauen, wird das Kreuz Christi zunichte gemacht, 1 Kor. 1,17, wird die Gemeinde mit der Welt vermischt, werden Gesetz und Evangelium abgeschwächt und sind nicht mehr theozentrisch, christozentrisch, sondern anthropozentrisch, also an den ‚Bedürfnissen’ der Menschen, am Zeitgeist orientiert.

    21. Da es der Heilige Geist ist, der die Gemeinde Jesu Christi durch das Evangelium in Wort und Sakrament baut, so heißt das auch, dass der natürliche Mensch von sich aus nichts vernimmt vom Geist Gottes, es ist ihm eine Torheit, 1 Kor. 2,14, da er Fleisch ist, vom Fleisch geboren, Joh. 3,6. Dieses Skandalon, dieses Ärgernis für den natürlichen Menschen, kann und darf nicht durch Anpassung aufgehoben werden, sondern kann nur durch die vom Geist durch das Evangelium in Wort und Taufe gewirkte neue Geburt überwunden werden. Darum muss sich jegliche evangelistische und missionarische Arbeit auch der Tatsache des Widerspruches und Widerstandes durch den natürlichen Menschen (und der dahinterstehenden widergöttlichen Mächte) bewusst sein. Es ist ein Irrweg zu versuchen, dem Ärgernis des Kreuzes, das auch Widerstand, bis hin zur Verfolgung, einschließt, aus dem Wege zu gehen, wenn man meint, durch bestimmte Methoden könne (zahlenmäßiger) ‚Erfolg’ gesichert werden.

    22. Da es der Heilige Geist Gottes ist, der die Gemeinde Jesu Christi durch das Evangelium in Wort und Sakrament baut, so heißt das auch, dass nicht Menschen oder die Gemeinde eine Verfügungsgewalt über den Heiligen Geist haben, sondern dass der Heilige Geist die Gemeinde hineinnimmt in sein Werk, dass er sie durch das schlichte Zeugnis der Gläubigen, durch die Predigt der Diener am Wort pflanze und begieße - aber es ist Gott allein, der das Gedeihen gibt, zu seiner Zeit: Als Christen sind wir Gottes Mitarbeiter, aber jede Gemeinde, und jeder Mensch, im Blick darauf, daßsser ewig selig wird, ist Gottes Ackerwerk und Gottes Bauwerk, 1 Kor. 3,6-9; Mark. 4,26-29.

Joh. 16,8-15: Und wenn derselbige [der Tröster] kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, dass sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, dass ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab' ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Joh. 15,26.27: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen.

1 Kor. 1,17: Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen, nicht mit klugen Worten, auf dass nicht das Kreuz Christi zunichte werde.

1 Kor. 2,14: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich gerichtet sein.

Joh. 3,6: Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.

1 Kor. 3,6-9: Ich habe gepflanzet, Apollo hat begossen, aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begießet, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber pflanzet und der da begießt, ist einer wie der andere. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Gebäude.

         

    23. Nicht nur der hauptsächliche, sondern der eigentliche und wahre Auftrag der Gemeinde Jesu Christi, ihr von ihrem Heiland und Herrn anvertraut und wozu er sie auch ausgerüstet hat mit seinem Heiligen Geist, ist das Zeugnis von ihm als dem alleinigen Heiland aller Menschen, Apg. 1,8, der Auftrag, in alle Welt zu gehen und das Evangelium aller Kreatur zu predigen, Mark. 16,15, alle Völker zu Jüngern zu machen durch die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Lehre alles dessen, was Christus uns anbefohlen hat, Matth. 28,19, nämlich zu predigen Buße und Vergebung der Sünden, Luk. 24,47; Apg. 10,42.43. Dieser Auftrag Jesu Christi an seine Gemeinde gilt für alle Zeiten und im Blick auf alle Menschen und Völker ohne Ausnahme, denn es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen unter dem Himmel gegeben, darin sie können selig werden, Apg. 4,12. Wahrhafte biblische Mission als Zeugnis von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, bedeutet als Botschaft vom Kreuz Kampf bedeutet, nämlich Gottes Angriff gegen Satan und sein Reich, ein Einbruch in Satans Herrschaftsbereich, Ringen mit den Mächten der Finsternis in der Gewissheit des durch Christus auf Golgatha schon vollbrachten Sieges, aber ebenso in der Gewissheit, dass die Sendung durch Jesus Christus stets auch Leiden und Trübsal mit sich bringt, Apg. 14,22; 2 Tim. 3,12.

Apg. 1,8: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

Mark. 16,15.16: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

Matth. 28,18-20: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Luk. 24,46.47: Also ist's geschrieben, und also musste Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem.

Apg. 10,42.43: Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, dass er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Apg. 4,12: Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.

    24. Die Werke der Nächstenliebe (Diakonie) sind Ausdruck des Glaubens und werden auch immer Folge des durch die rechte Mission geweckten Glaubens sein, Matth. 25,35-40 - aber sie sind nicht der eigentliche Auftrag der Gemeinde. Biblische Diakonie kann dabei auch immer nur aus dem Glauben kommen und den Glauben wieder zum Ziel haben, also kann nur missionarische Diakonie sein, verbunden mit dem zweischneidigen, dem richtenden und tröstenden Gotteswort, wofür der Diakon Stephanus leuchtendes Vorbild bleibt, Apg. 6,5.8.

    25. Auch dem Staat, den Obrigkeiten, gegenüber hat die Gemeinde Jesu Christi keinen anderen Dienst und Auftrag als den des Wortes und des Gebets, 1 Tim. 2,1.2, Matth. 22,21, nämlich des Gesetzes, das Gottes unumstößliche und natürliche Ordnungen bezeugt und fordert, des Trostes, das den Obrigkeiten, wo sie selbst sich beugen unter das Wort Gottes, Zuspruch schenkt, des Gebetes, mit dem die Gemeinde Jesu Christi und jeder Christ vor Gott eintreten soll für die Regierenden, Vorgesetzten und das Volk und den Staat, ‚der Stadt Bestes zu suchen’, Jer. 29,7. Dies aber kann die Gemeinde Jesu Christi nicht anders und besser tun, als durch das Wort in Gesetz und Evangelium, denn Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. Spr. 14,34, weshalb sie immer wieder ausrufen muss: O Land, Land, Land, höre des HErrn Wort! Jer. 22,29. Die Gemeinde Jesu Christi hat keine politischen oder politisch-sozialen Aufgaben. Sobald sie sich in diesen Bereich mengt, greift sie in ein fremdes Amt, 1 Petr. 4,15; Matth. 22,21.

1 Tim. 2,1.2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf dass wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.

Matth. 22,21: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Jer. 29,7: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum Herr; denn wenn's ihr wohlgehet, so gehet es euch auch wohl.

1 Petr. 4,15: Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greifet.      

 

26. Von der Kirchenzucht und der Beichte: Gott ist ein heiliger Gott, der die Sünde hasst, Ps. 5,5, und daher auch in der Gemeinde Jesu Christi die offenbare Sünde nicht duldet und will, dass die Gemeinde daher auch Sünde nicht in ihrer Mitte duldet, damit sie nicht mitschuldig wird und an Bann über sie käme (siehe Achans Sünde, Jos. 7). Darum soll die Gemeinde auch keine bittere Wurzel in ihrer Mitte dulden, Hebr. 12,15, sondern wenn ein Gemeindeglied bemerkt, dass ein anderes in Sünde gefallen ist, soll es dasjenige ermahnen unter vier Augen; fruchtet dies nicht, soll es weitere Geschwister aus der Gemeinde hinzunehmen; fruchtet auch dies nichts, so muss die Sache schließlich vor die Gemeindeversammlung als der Versammlung der volljährigen männlichen Gemeindeglieder gebracht werden. Lässt sich der Sünder auch da nicht weisen, sondern verhärtet sich in seiner Sünde, so soll die Gemeinde ihn ansehen wie einen Pharisäer und Zöllner, also als jemanden, der sich durch seine Sünde aus dem Himmelreich ausgeschlossen hat und daher auch in der äußeren Versammlung der Kirche um Wort und Sakrament keine Rechte mehr hat, sondern ausgeschlossen ist, bis er Buße tut. Das Ziel der Kirchenzucht oder des Bannes ist, dass der Sünder schließlich zur Besinnung kommt, umkehrt und die Gemeinde den bußfertigen Sünder dann wieder in ihrer Mitte als Glied der Gemeinde aufnimmt.

Diese Vollmacht, aus der Gemeinde auszuschließen oder aufzunehmen, steht allen Christen zu, nicht nur einem Stand in der Kirche, sondern allen, die den Heiligen Geist haben, Joh. 20,21-23; Matth. 18,15-18. Diese Vollmacht der Gemeinde Jesu Christi übt die Kirche in besonderer Weise aus durch die Absolution oder Lossprechung des bußfertigen Sünders in der Beichte. Die Beichte, sei es als allgemeine Beichte im Gottesdienst oder als Privatbeichte vor dem Seelsorger, ist keine göttliche Ordnung, sondern eine gute kirchliche evangelische Einrichtung, um damit dem Sünder die Möglichkeit zu geben, Sünden, die ihn drücken, in Gegenwart eines Seelsorgers oder anderen Christen Gott zu bekennen und dann von Gott mittels des anderen Christen die Vergebung der Sünden zugesprochen zu bekommen, die er im Glauben ergreift. Der Zuspruch der Vergebung beruht nicht auf einem richterlichen Handeln des anderen Christen, auch nicht auf einer Herzenserforschung des Sünders durch den Seelsorger, sondern allein auf Christi Rettungswerk, auf Golgatha vollbracht, und der seiner Gemeinde erteilten Vollmacht, den Himmel auf- oder zu zu schließen. Nur der Sünder aber hat auch wahrhaft die Vergebung der Sünden, der sie im Glauben ergreift als ein Wort Christi durch seinen Diener. Es kann daher keine bedingte Absolution geben.

Ps. 5,5: Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir.

Hebr. 12,15: Und sehet darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden.

Matth. 18,15-18: Sündiget aber deien Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Höret er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf dass alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Höret er die nicht, so sage er der Gemeinde. Höret er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden bindet werdet, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel los sein.

Joh. 20,21-23: Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr die Sünden behaltet, denen sind sie behalten.

1. Kor. 5,1-5: Es geht ein allgemeines Geschrei, dass Hurerei unter euch ist, und eine solche Hurerei, da auch die Heiden nicht von zu sagen wissen, dass einer seines Vaters Frau habe. Und ihr seid aufgeblassen und habt nicht vielmehr Leid getragen, auf dass, der das Werk getan hat, von euch getan würde. Ich zwar, als der ich mit dem Leibe nicht da bin, doch mit dem Geist gegenwärtig, habe schon als gegenwärtig beschlossen über den, der solches also getan hat: In dem Namen unsern Herrn Jesus Christus, in eurer Versammlung mit meinem Geist und mit der Kraft unsers Herrn Jesus Christus ihn zu übergeben dem Satan zum Verderben des Fleisches, auf dass der Geist selig werde am Tage des Herrn Jesu.

2. Kor. 2,5-11: So aber jemand eine Betrübnis hat angerichtet, der hat nicht mich betrübt, nur zum Teil, auf dass ich nicht euch alle beschwere. Es ist aber genug, dass derselbe von vielen also gestraft ist, dass ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet und tröstet, auf dass er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. Darum ermahne ich euch, dass ihr die Liebe an ihm beweiset. Denn darum habe ich euch auch geschrieben, dass ich erkennete, ob ihr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen Stücken. Welchem aber ihr etwas vergebet, dem vergebe ich auch. Denn auch ich, so ich etwas vergebe jemandem, das vergebe ich um euretwillen an Christi Statt, auf dass wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist nicht unbewusst, was er im Sinn hat.

    27. Falsche Lehre ist: dass der Bann nur durch die Pastoren oder Bischöfe ausgeübt werden dürfte; dass die Absolution eine bedingte sei, nämlich abhängig von der Herzenshaltung des Sünders; dass man keine Kirchenzucht mehr üben, sondern alles in Liebe akzeptieren solle.

 

    28. Vom Sonntag und der rechten Sonntagsheiligung: Das dritte Gebot: „Du sollst den Feiertag heiligen.“ Bindet auch die Gemeinde des Neuen Testamentes, nicht aber im Sinne einer bloßen äußerlichen Ruhe, sondern im Sinne des echten Ruhens von der Sünde, des echten Ruhens in Gott durch den Frieden in Christus Jesus. Wir sind im Blick auf Sonn- und Feiertage nicht an bestimmte Tage gebunden, die Gott uns geboten hätte, Kol. 2,16.17; Röm. 14,5.6, sondern es geht vielmehr um unsere rechte Herzenshaltung dem Herrn und seinem Wort gegenüber, Jes. 1,11-15; Amos 5,21-24; Jer. 4,4; Mal. 2,3.

    29. Der Sonntag wird noch nicht dadurch geheiligt, dass der Mensch von seiner Werktagsarbeit ruht; auch noch nicht dadurch allein, dass der Mensch fleißig und treu die Gottesdienste besucht, so wichtig das auch ist, denn allein durch Gottes Wort haben wir die rechte Heiligung des Tages, sondern dass wir, getrieben vom Evangelium Christi, ausgehen aus der Unruhe dieser argen Welt, der Sünde, und durch Christus eingehen in die Ruhe und den Frieden Gottes, s.a. Hebr. 3,7 ff.; 4,8-11, dem wahren ‚Shalom’. Zur wahren Sonntagsfeier gehört also, durch das Evangelium von allen sündlichen Begierden und Neigungen unseres Herzens, von aller Ehr- und Vergnügungs- und Habsucht zu ruhen. Da, wo dieser evangelische Sonntagsgeist anfängt zu regieren, wird ein Christ, bei allem Wissen, dass der Sonntag von Gott nicht eingesetzt und Arbeiten an diesem Tag von Gott nicht verboten ist, dennoch den Sonntag streng feiern, nicht seinem irdischen Beruf nachgehen, sich all der Werke enthalten, die nicht Not- und Liebeswerke sind; keine Vergnügungsreise machen, noch weniger öffentliche Vergnügungsorte besuchen, sondern den Gottesdienst besuchen und sich an diesem Tage zuhause und bei Freunden hauptsächlich mit Gottes Wort und göttlichen Dingen beschäftigen. Rechte Sonntagsheiligung lässt sich aber damit nicht genügen, sondern sucht dann auch, alle anderen Tage, die der Herr uns gibt, durch Gottes Wort und Gebet, durch Herzensbuße und Herzensglauben zu heiligen, trachtet etwa danach, täglich Hausandacht zu halten; kurz: Als Christen soll unsere ganze Zeit dem Herrn gehören, unser ganzes Leben und alle unsere Werke sollen Gottesdienst sein, im Namen des Herrn geschehen, zu seiner Ehre, im Glauben und in der Liebe getan, Kol. 3,17.23.24.

Röm. 14,5.6: Einer hält einen Tag vor dem andern; der andere aber hält alle Tage gleich. Ein jeglicher sei in seiner Meinung gewiss. Welcher auf die Tage hält, der tut's dem Herrn; und welcher nichts darauf hält, der tut's auch dem Herrn. Welcher isset, der isset dem Herrn; denn er danket Gott. Welcher nicht isset, der isset dem Herrn nicht und danket Gott.

Kol. 2,16.17: So lasset euch nun niemand Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate, welches ist der Schatten von dem was zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christus.

Jer. 4,4: Beschneidet euch dem Herrn und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer in Juda und ihr Leute zu Jerusalem, auf daß nicht mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, daß niemand löschen möge, um eurer Bosheit willen.

Amos 5,21-24: Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag nicht riechen in eure Versammlung. Und ob ihr mir gleich Brandopfer und Speisopfer opfert, so hab' ich keinen Gefallen daran; so mag ich auch eure feisten Dankopfer nicht ansehen. Tu nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag deines Psalterspieles nicht hören! Es soll aber das Recht offenbaret werden wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom.

Hebr. 4,8-11: Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe gekommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleichwie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf dass nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens.

Kol. 3,17.23: Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn... Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen.   

    30. Falsche Lehre ist: dass der alttestamentliche Sabbath auch heute noch verbindlich wäre; dass der Sonntag Gottes Nachfolgeordnung für den Sabbath für die neutestamentliche Zeit wäre; dass der Sonntag durch äußeres Ruhen geheiliget würde; dass es nicht not hätte, am Sonntag von irdischer Arbeit oder Vergnügen zu ruhen, um intensiv  mit Gottes Wort und Gebet umzugehen; dass es Sünde sei, am Sonntag, wenn man sich auch Zeit für Gottes Wort genommen hätte, zu arbeiten, es sei aus Not oder Verpflichtung.

 

    31. Bekenntnis und Bekennen: Die Gemeinde Jesu Christi insgesamt, aber auch jeder einzelne Christ, ist aufgerufen, ‚zu verkündigen die Tugenden des, der ihn berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht’, 1 Petr. 2,9, also ein Bote des Evangeliums, ein Bekenner der biblischen Wahrheit zu sein. Dies hängt ganz ursächlich mit dem Glauben zusammen, Ps. 116,10, und ist uns von Christus auch zur hohen Aufgabe gemacht worden, Matth. 10,32.

    32. Das Bekennen der biblischen Wahrheit, von Gesetz und Evangelium, aus der Kraft der Heiligen Geistes geschieht aber nicht nur in der evangelistischen oder unterweisenden Verkündigung, sondern ebenso auch in der Abwehr von Irrtümern, falschen Lehren, die gerade in der letzten Zeit in besonderer Stärke in die Gemeinde einbrechen, Apg. 20,29 ff., Matth. 24,24; 2 Tim. 4,2-5. Darum hat die Gemeinde Jesu Christi in ihrer Geschichte immer wieder feste Bekenntnisse aufgestellt, die keine neuen Lehren enthalten, sondern nur die biblische Lehre entfalten und gegen die falsche Lehre verteidigen und abgrenzen. Die Bekenntnisse sind Zeugnisse und Erklärungen des Glaubens, um die ungläubige Welt durch sie zu strafen, die Gemeinde aber zu stärken und zu erbauen, 1 Petr. 3,15, und die reine, unverfälschte biblische Lehre zu erhalten.

    33. Die Autorität und das Ansehen der Bekenntnisse sind immer nur abgeleitet, nämlich von der Heiligen Schrift als der alleinigen Regel und Richtschnur, nach der alle Lehre und Lehrer zu beurteilen ist, während die Bekenntnisse Zeugnis von eben dieser biblischen Lehre ablegen. Sie sind aber verbindlich, weil sie der Schrift Gottes entsprechen. Ein Bekenntnis, das nicht allein die biblische Lehre enthält, ist kein christliches, kirchliches Bekenntnis.

    34. Daher hat die Gemeinde Jesu Christi um der Bewahrung der reinen Lehre willen Recht und Pflicht, alle die, die in ihr im Amt des Wortes und der Lehre stehen, auf die Heilige Schrift und die Bekenntnisse zu verpflichten, und zwar deshalb, weil die Bekenntnisse unverfälschtes Zeugnis der Lehre der Heiligen Schrift sind.

    35. Die Bekenntnisse der Kirche dürfen aber nicht nur juristische Gültigkeit haben, sondern wollen auch in der Tat und Wahrheit bekannt werden. Das Bekennen der Gemeinde Jesu Christi und des Einzelnen kommt also von Schrift und Bekenntnis her und will wieder zu Schrift und Bekenntnis hinführen. Ein Abtrennen des Bekennens von der sonstigen Lehre der Heiligen Schrift und dem Bekenntnis ist ein Widerspruch gegen die Schrift Gottes und das Bekenntnis der Kirche.

    36. Die evangelisch-lutherische Kirche bekennt sich daher ohne Einschränkung zu folgenden Bekenntnissen: nämlich dem apostolischen, nicänischen und athanasianischen Glaubensbekenntnis, dem ungeänderten Augsburger Bekenntnis, der Apologie des Augsburger Bekenntnisses, den Schmalkaldischen Artikeln, dem Kleinen und dem Großen Katechismus Martin Luthers, der Konkordienformel und (die bibel- und bekenntnistreuen lutherischen Kirchen) zu der Kurzen Darlegung der Lehrstellung aus dem Jahre 1932.

Ps. 116,10: Ich glaube, darum rede ich.

Matth. 10,32.33: Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

1 Petr. 3,15: Heiliget aber Gott, den Herrn, in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist.

Hebr. 10,23: Lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. 

    37. Falsche Lehre ist: die Kirche bräuchte keine Bekenntnisse; die Bekenntnisse seien nicht verbindlich, weil sie Zeugnis der Schriftlehre sind, sondern nur, insoweit sie es wären; die Aussagen der Bekenntnisse seien zeitbedingt, ihre Bedeutung ändere sich daher mit der Zeit; es könne ein gemeinsames Bekennen geben, auch wenn es keine Einheit in der Lehre und dem Bekenntnis gebe. 

 

    38. Die Gemeinde Jesu Christi und die Juden: Die Gemeinde Jesu Christi als die Gemeinde der an ihren Heiland und Herrn Jesus Christus Glaubenden umfasst Menschen aus der Judenschaft und Menschen aus der Heidenschaft, die Jesus Christus als ihren Heiland im Glauben ergriffen haben. Er, Jesus Christus, ist der Friede für Menschen aus der Judenschaft wie für Menschen aus der Heidenschaft; er hat den Zaun abgebrochen, der zwischen beiden war, und hat beide miteinander versöhnt durch das Kreuz, weshalb beide, Menschen aus den Juden wie Menschen aus den Heiden in Jesus Christus, und in ihm allein, den Zugang zum Vater haben in einem Geiste, Eph. 2,14.16-18. Es gibt daher nicht eine judenchristliche und eine heidenchristliche Gemeinde, nicht ein judenchristliches und ein heidenchristliches Verständnis der Schrift, sondern nur einen Christus, einen Geist, einen Herrn, eine Taufe, einen Glauben. Wer daher aus der Judenschaft zur Erkenntnis Jesu Christi als des im Alten Testament verheißenen Messias kommt und sich einer christlichen Gemeinde anschließt, verlässt deshalb nicht Israel, sondern kehrt vielmehr heim zum wahren Israel, nämlich dem gläubigen Gottesvolk, und steht so in rechter geistlicher Einheit mit dem Gottesvolk des Alten und Neuen Testamentes, denn das ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, ... sondern das ist ein Jude, der inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht, welches Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott. Röm. 2,28.29. Denn es sind nicht alle Israeliten, die von Israel sind; auch nicht alle, die Abrahams Same sind, sind darum auch Kinder, sondern: In Isaak soll dir der Same genannt sein. Das ist: nicht sind das Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind, sondern die Kinder der Verheißung werden für Samen gerechnet. Röm. 9,6-8. Denn: die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder... Seid ihr aber Christi, so seid ihr Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Gal. 3,7.29. Solange die Juden Jesus Christus als ihren Messias ablehnen, stehen sie also, obwohl sie nach dem Fleisch sich Abrahams Kinder nennen mögen, dennoch außerhalb der Abraham gegebenen Verheißung, außerhalb damit der wahren Abrahamskindschaft, außerhalb dem wahren von Abraham, Isaak und Jakob herkommenden Israel, nämlich dem an den Messias gläubigen Gottesvolk. Die Gemeinde Jesu Christi tut darum der Judenschaft kein Unrecht, wenn sie sich als das Israel des Neuen Bundes bezeichnet, denn sie ist es, aber eben nicht unter Ausschluss der Messiasgläubigen aus der Judenschaft, sondern immer unter Einschluss derselben.

    39. Darum gilt auch im Blick auf die Menschen aus dem Judentum für die Gemeinde Jesu Christi der Auftrag des Herrn: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur; machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehret halten alles, was ich euch befohlen habe, Mark. 16,15; Matth. 28,19. Denn es gilt auch für die Menschen aus der Judenschaft, dass in keinem anderen Namen Heil, Errettung für sie ist als allein in Christus Jesus. Es gibt keinen besonderen Heilsweg für das Israel nach dem Fleisch.

    40. Das Israel nach dem Fleisch wird existieren bis zum Jüngsten Tag und die fortdauernde Existenz der Judenschaft - trotz ihrer Ablehnung des Messias – ist ein besonderes Zeichen der Treue, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Matth. 24,34. Das Israel nach dem Fleisch soll gemäß dem Willen Gottes ein Zeichenvolk sein für alle Völker, besonders auch für die christliche Gemeinde, nämlich uns zur Warnung, im Blick auf Gottes Gerichte, und zum Trost, im Blick auf Gottes Barmherzigkeit. Die Wiedergründung eines Staates Israel ist ein Zeichen eben dieser Barmherzigkeit Gottes mit dem Israel nach dem Fleisch, das sich immer noch in extremer Weise dem Messias widersetzt, nicht aus irgendeinem Verdienst der Juden kommt oder aufgrund einer Verheißung.

    41. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Röm. 11,2. Dies meint aber nicht alle die, die insgesamt in der Geschichte zum Israel nach dem Fleisch gehört haben oder zu einer bestimmten Zeit zum Israel nach dem Fleisch gehören werden, sondern, wie aus den Worten in Röm. 11 erkenntlich, die von Ewigkeit her Erwählten aus Israel nach der Gnadenwahl, Röm. 11,7. Die Aufrechterhaltung seiner ewigen Erwählung meint also nicht eine Volksrettung Israels in dem Sinne einer Errettung aller Israeliten aller Zeiten oder einer bestimmten Zeit, sondern immer nur des Restes, derer, die die Kniee nicht vor Baal gebeugt haben, der Übergebliebenen nach der Wahl, Röm. 11,4.5, während die anderen verstockt sind (und es auch bleiben), Röm. 11,7-10. Wohl sind die, die erwählt sind, auch zeitweilig noch mit Blindheit geschlagen, bis sie Jesus Christus als ihren Messias erkennen, aber dann werden sie wieder eingepfropft in den Ölbaum, dessen Wurzel Jesus Christus ist, Röm. 11,23.

    42. Mit dem „ganzen Israel“ in Röm. 11,26 haben wir daher einen parallelen Begriff zu der „Fülle der Heiden“, Röm. 11,25, nämlich beide Male die Gesamtheit der Erwählten, einmal aus der Judenschaft, das andere Mal aus der Heidenschaft, wobei auch das „ganze Israel“ „also“, auf die Art und Weise selig wird, wie die „Fülle der Heiden“, nämlich durch das Evangelium Jesu Christi, das den Glauben an den Heiland weckt, allein aus Gnaden, allein um Christi willen, allein durch den Glauben.

    43. Wenn auch die Gemeinde Jesu Christi grundsätzlich Gemeinde ist von solchen, die aus der Judenschaft und solchen, die aus der Heidenschaft zum Glauben gekommen sind, so steht es den Christusgläubigen aus der Judenschaft frei, eigene Gemeinden zu bilden, wenn sie dies um der Mission unter Israel für besser halten, solange daraus kein Gesetz gemacht wird.

Eph. 2,14.16-18: Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, in dem, dass er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft... dass er beide versöhnete mit GOtt in einem Leibe durch das Kreuz; und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst und ist gekommen, hat verkündiget im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater.

Röm. 11,4.5.7-10: Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir lassen überbleiben siebentausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal. Also gehet's auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Übriggebliebenen nach der Wahl der Gnaden... Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangt es nicht; die wahl aber erlanget es. Die andern sind verstockt, wie geschrieben stehet: Gott hat ihnen gegeben einen erbitterten Geist, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag. Und David spricht: Lass ihren Tisch zu einem Strick werden und zu einer Berückung und zum Ärgernis und ihnen zur Vergeltung. Verblende ihre Augen, daß sie nicht sehen, und beuge ihren Rücken allezeit.

Matth. 24,34: Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis dass dieses alles geschehe.

Röm. 11,23.25-27: Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; Gott kann sie wohl wieder einpfropfen... Ich will euch nicht verhalten, liebe Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel einesteils [teilweise] widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei und also [auf dieselbe Art und Weise] das ganze Israel selig werde, wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob. Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen.

 

    44. Die Kirche unter dem Kreuz: Der Pilgerweg der Gemeinde Jesu Christi geht immer fort seit der Zeit Adams bis zum Jüngsten Tag zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes.

    45. Die Gemeinde Jesu Christi, vor allem wenn sie rechtgläubige, bekennende Gemeinde ist, wird - das ist der Normalzustand, alles andere sind Ausnahmen - von der Welt wie auch von der falschgläubigen Kirche, denen gegenüber sie Salz und Licht ist, Matth. 5,13.14, gehasst und verfolgt, wie auch zuvor unser Heiland und Herr Jesus Christus gehasst und verfolgt wurde, Joh. 15,18-21. Ein Versuch, diesem Pilgerpfad unter dem Kreuz auszuweichen durch eine Anpassung an die Welt hieße, dem Ärgernis des Kreuzes die Spitze abzubrechen und den Weg der Nachfolge Jesu Christi zu verlassen, Matth. 16,24 ff. Hinter diesem Hass der Welt und der Feindschaft der falschgläubigen Kirche, insbesondere dem Antichristen, steht der Hass und die Feindschaft Satans, des Fürsten dieser Welt, der die Gemeinde Jesu Christi zu verfolgen und zu verschlingen sucht, Joh. 12,31; 14,30; 16,11; Offenb. 12,6.13-17, insbesondere in der letzten kleinen Zeit, in der wir wohl stehen, in der er die Wagenburg aus Weltmacht und antichristlicher geistlicher Macht noch einmal gegen die Gemeinde Jesu Christi sammelt, Offenb. 20,7-9.

    46. Die Gemeinde Jesu Christi ist deshalb bis Christi Wiederkunft am Jüngsten Tag immer Gemeinde unter dem Kreuz, nämlich dass wir Christen durch viel Trübsal ins Reich Gottes eingehen müssen, Röm. 14,22, und die, die Christen sein wollen, Verfolgung leiden müssen, 2 Tim. 3,12, und hat in dieser Welt keine Herrlichkeitszeit, Friedensreich zu erwarten. Darum ist die Gemeinde Jesu Christi recht verstanden immer eine Streiterschar (militia Christi), nämlich im Kampf gegen das eigene Fleisch, die gegen sie andringende Welt und den Satan, besonders auch durch ihre Verkündigung, ihr Bekenntnis und ihre Mission, kurz: ihr Zeugnis in jeglicher Weise, Eph. 6,10 ff.

    47. Zu diesem Zeugendienst gehört daher auch das Zeugnis in seiner höchsten Form, das Martyrium, da, wo der Herr es von den Seinen haben will, s. Apg. 7; 1 Kor. 11 und 12.

    48. Der Herr lässt diese Leiden zu und ordnet sie hinein in das Leben seiner Gemeinde, sie dadurch zu läutern, am Wort und im Gebet zu halten und an ihr zu wirkenden mit der erneuernden Kraft der Auferstehung, Kol. 1,24, sie tiefer und inniger hineinzuführen in die Gemeinschaft mit ihrem Heiland und Herrn Jesus Christus, besonders im täglichen Zerbruch und Sterben, Röm. 8,37; Phil. 1,29, 2 Kor. 4,16.

    49. Denn die Gemeinde Jesu Christi weiß sich gerade auch in allem Leiden und Martyrium hineingenommen in den Trost und die Verheißungen des Herrn, Matth. 5,10-12, weiß sich in der Nachfolge ihres Heilandes, der noch mehr litt und sie so erlöste, weiß, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sind, die an uns soll offenbar werden, Röm. 8,18; 2 Kor. 4,17.18. Daraus sollen wir auch lernen, diese Leiden als eine Ehre anzusehen, die uns angetan wird, daß wir um Christi willen sie tragen dürfen, 1 Petr. 4,13; Apg. 5,41.    

Joh. 15,18-21: So euch die Welt hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.

Offenb. 12,6.13-17: Und das Weib entfloh in die Wüste, da sie hatte einen Ort bereit von Gott, dass sie daselbst ernähret würde tausendzweihundertundsechzig Tage... Und da der Drache sah, dass er verworfen war auf die Erde, verfolgete er das Weib, die das Knäblein geboren hatte. Und es wurden dem Weibe zwei Flügel gegeben wie eines großen Adlers, daß sie in die Wüste flöge an ihren Ort, da sie ernähret würde eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit vor dem Angesichte der Schlange. Und die Schlange schoss nach dem Weibe aus ihrem Munde ein Wasser wie ein Strom, dass er sie ersäufete. Aber die Erde half dem Weibe und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Munde schoss. Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin, zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi.

Offenb. 20,7-9: Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird Satanas los werden aus seinem Gefängnis und wird ausgehen, zu verführen die Heiden in den vier Örtern der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln in einen Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie traten auf die Breite der Erde und umringeten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel das Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrete sie.

Apg. 14,22: Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes gehen.

Kol. 1,24: Nun freue ich mich in meinem Leiden, das ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen in Christus für seinen Leib, welcher ist die Gemeinde.

Röm. 8,35-37: Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet für Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebet hat.

Phil. 1,29: Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet.

2 Kor. 4,16: Darum werden wir nicht müde, sondern ob unser äußerlicher Mensch verweset, so wird doch der innerliche von Tag zu Tag erneuert.

1 Petr. 4,13: Freuet euch, daß ihr mit Christus leidet, auf dass ihr auch zu der Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget.

Apg. 5,41: Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesicht, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden.

 

    50. Die Wolke der Zeugen: Die Gemeinde Jesu Christi ist die verborgene Gemeinschaft des Glaubens und sie ist apostolische Gemeinde in dem Sinne, dass sie aus dem Wort der Apostel gezeugt ist und an diesem Wort hängt. Sie bekennt sich damit nicht nur zu der Gemeinschaft mit der rechtgläubigen Gemeinde unserer Zeit, sondern mit der rechtgläubigen Gemeinde aller Zeiten, seit Adam und Eva und damit auch zu der geistlichen Zusammengehörigkeit der kämpfenden und der triumphierenden Kirche. Darum tut die Gemeinde Jesu Christi gut daran, wenn sie der Heiligen auch der vorangegangenen Zeiten sich erinnert und ihrer gedenkt, zum einen, um sich an der Gnade, die ihnen widerfahren und dem Glauben, der ihnen geschenkt war, zu stärken, zum andern, um an ihren Werken aus dem Glauben, an ihrem Bekenntnis, ihrem Kampf und ihrem Sterben ein Beispiel und Vorbild zu haben.

Hebr. 13,7: Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.

1 Kor. 11,1: Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi!

Hebr. 12,1.2: Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesus, den Anfägner und Vollender des Glaubens.

    51. Falsche Lehre ist: nicht nur das Evangelium, auch das Gesetz gehören zum Proprium der Kirche; die Gemeinde werde noch durch andere Kräfte, andere Mittel gebaut als allein das Evangelium Jesu Christi; durch bestimmte Methoden könne der Heilige Geist verfügbar gemacht und ‚Erfolg’, ‚Gemeindewachstum’ garantiert werden; der Staat habe die Aufgabe, der Gemeinde zum wachsen zu helfen; Mission, Verkündigung sei durch ‚Dialog’ zu führen bzw. zu ersetzen; Mission und andere Tätigkeiten der Gemeinde seien alle in gleicher Gewichtung Aufgaben der Gemeinde; die Gemeinde Jesu Christi habe ein politisches oder sozialpolitisches Amt; es gebe für die Menschen aus Israel einen anderen Heilsweg als für die Menschen aus der Heidenschaft; es sei noch eine ‚Volksbekehrung’ Israels oder aller Juden zu erwarten; Christen aus der Judenschaft würden ihr Volk verlieren, wenn sie sich anderen als judenchristlichen Gemeinden anschlössen; die Gemeinde habe in dieser Zeit, vor dem Jüngsten Tag, ein Friedens- oder Herrlichkeitsreich auf dieser Erde zu erwarten.

 

    52. Vom Kirchenregiment oder der Regierung der Gemeinde durch Christus Jesus allein durch das Wort: Jesus Christus ist das einzige Haupt, der alleinige Herr seiner Gemeinde, Eph. 1,22 ff.; Kol. 1,18, die er durch sein Wort, als der einzig wahren Autorität in der Kirche, regiert, Matth. 28,20; 1 Tim. 6,3; 1 Petr. 4,11. Da Jesus Christus der Herr der Gemeinde ist, kann es neben ihm keinen anderen Herrn geben, auch keinen ‚Stellvertreter’, sondern die Christen, als das königliche Priestervolk, sind keiner menschlichen Gewalt in geistlich-gemeindlichen Dingen unterworfen, sondern sind eine Gemeinde von Heiligen, Brüdern, in der allein das Wort Gottes einziges Regiermittel ist, Matth. 23,7; Luk. 22,25 ff.; 1 Kor. 3,21 f.; 7,23; 2 Kor. 1,24; 8,8; 1 Petr. 5,3, mit dem die Christen selbst sich, die Gemeinde, regieren, Apg. 6,5. Wer an die Stelle der Gemeinde und ihres Lebens unter dem Wort eine Hierarchie oder ein Episkopat oder Papsttum oder eine Synode als Autorität mit bindender Gewalt setzt, beraubt die Christen der Schlüssel und damit ihres priesterlichen und königlichen Standes.

    53. Die örtliche Gemeinde ist daher nicht der Autorität oder Gerichtsbarkeit einer anderen Gemeinde oder eines kirchlichen Körpers unterworfen nach göttlicher Ordnung (wiewohl sie solches aus menschlicher Ordnung wohl beschließen kann), sondern ist frei, Matth. 18,17-20. Die Einigkeit im Geist, die die Gemeinde halten soll mit all denen, mit denen sie eins ist im Bekenntnis und der Lehre, besagt nicht, dass Gott eine bestimmte Institution, Organisation über den Gemeinden eingesetzt oder geordnet hätte. Alle solche Organisationen sind also menschlichen Rechts, wenn sie auch Aufgaben ausführen, die Gott geordnet hat und sie Verbindungen von Gemeinden (ecclesiae compositae) darstellen und, wenn sie die Gnadenmittel in ihrer Fülle haben und versammmelbar sind, Kirche sind.

    54. Da die Schrift Gottes allein Autorität hat und Herrin ist in der Gemeinde, so kann nichts anderes mit göttlicher Autorität geboten werden, als was Gott in der Schrift geboten hat; wo die Schrift schweigt, da können keine die Gewissen bindenden Ordnungen aufgestellt werden, wenn auch alle Christen bedacht sein sollen auf das, was zum Frieden und zur Ordnung dient, 1 Kor. 14,40; Röm. 14,19.

    55. Aufgrund der Schrift Gottes haben nicht nur die Hirten und Lehrer der Gemeinden, sondern alle Gemeindeglieder Recht und Pflicht, Zeugen Jesu Christi zu sein und die Lehre zu beurteilen, haben deshalb auch in Organen der Gemeinden gleichberechtigt zu sitzen (Ältestenversammlung, Synodalversammlungen), 1 Petr. 2,9; 1 Joh. 4,1; Matth. 7,15; Apg. 15,23; 17,11; 21,22.

Eph. 1,22: Und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles.

Kol. 1,18: Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde.

Matth. 28,20: Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!

1 Tim. 6,3-5: So jemand anders lehret und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unsers Herrn Jesus Christus und bei der Lehre von der Gottseligkeit, der ist verdüstert und weiß nichts, sondern ist süchtig in Fragen und Wortkriegen, aus welchen entspringet Neid, Hader, Lästerun, böser Argwohn, Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die da meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe. Tue dich von solchen!

Joh. 8,31.32: Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen; und die Wahrheit wird euch freimachen.

1 Petr. 4,11: So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort!

1 Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

Luk. 22,25.26: Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren. Ihr aber nicht also, sondern der Größte unter euch soll sein wir der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener.

1 Kor. 3,21-23: Darum rühme sich niemand eines Menschen! Es ist alles euer, es sei Paulus oder Apollos, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige: alles ist euer. Ihr aber seid Christi; Christus aber ist Gottes.

2 Kor. 1,24: Nicht daß wir Herren seien über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben.

1 Petr. 5,2.3: Weidet die Herde Christi, so euch befohlen ist, und sehet wohl zu, nicht gezwungen, sondern williglich, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, nicht als die über das Volk herrschen, sondern werdet Vorbilder der Herde.

1 Kor. 14,40: Lasset alles ehrlich und ordentlich zugehen!

1 Joh. 4,1: Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind.

Matth. 7,15: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

Apg. 17,11: Sie nahmen das Wort auf ganz williglich und forscheten täglich in der Schrift, ob sich's also verhielte.

    56. Falsche Lehre ist: dass es neben Jesus Christus noch andere, von Gott eingesetzte, Herren in der Kirche gebe, etwa gar einen ‚Stellvertreter Jesu Christi’; dass es eine von Gott eingesetzte Obrigkeit in der Gemeinde, der Kirche gebe; dass es eine von Gott eingesetzte Hierarchie von Amtsträgern in der Kirche, Gemeinde gebe; dass es ein von Gott eingesetztes Amt in der Kirche, Gemeinde gebe, das unfehlbar Lehre setzen könne und keiner irdischen Gerichtsbarkeit unterworfen sei; dass Über- und Unterordnung in Kirche, Gemeinde göttlicher Ordnung sei; dass die Einrichtung von Synoden oder Verbänden von Gemeinden in gleicher Weise Gottes Ordnung sei wie die Bildung örtlicher Gemeinden und nicht aus freier menschlicher Entscheidung erfolge; Laien hätten kein Recht, Lehre und Lehrer zu prüfen, zu beurteilen und falsche Lehre zu verwerfen, falsche Lehrer abzusetzen; Laien dürften nicht gleichberechtigte Glieder einer Synodalversammlung oder eines Konzils sein.

    57. Von der Kirchengemeinschaft und Trennung: Wiewohl es unser ersten Trachten und Streben sein muss, im seligmachenden Glauben an Jesus Christus als unserem einzigen Heiland zu stehen und somit Glied der Gemeinde Jesu als der verborgenen Gemeinschaft des Glaubens zu sein, Joh. 3,18.36, ist es Gottes Ordnung und Wille, dass ein Christ Glied einer Gemeinde als der äußeren Versammlung um Wort und Sakrament ist, und zwar einzig einer rechtgläubigen Gemeinde, Apg. 2,47.42.44; Hebr. 10,25, wenn auch die Gliedschaft in einer Gemeinde nicht absolut heilsnotwendig ist. Wer aber Glied einer rechtgläubigen örtlichen Gemeinde werden könnte und dies unterlässt, der sündigt.

    58. Nur die rechtgläubige Gemeinde ist von Gott geordnet und gewollt, falschgläubige Gemeinden bestehen dagegen nur mit Gottes Zulassung, nicht Erlaubnis, damit die rechte Lehre umso klarer herauskomme, 1 Kor. 11,19. Rechtgläubig ist eine Gemeinde dann, wenn in ihr allein die Heilige Schrift Gottes oberste und einzige Autorität ist und in Wort und Schrift und allen Äußerungen der örtlichen Gemeinde und des Gemeindeverbandes (Kirche) einzig und allein Gottes Lehre verkündigt wird, 1 Petr. 4,11; Matth. 28,20; Jer. 23,28.31.32; 2 Kor. 2,17, und somit die rechte, von Gott gewollte und geforderte Einheit, Einmütigkeit, Einsinnigkeit besteht, 1 Kor. 1,10; Röm. 15,4-6. Darum betont unser Heiland und Herr Jesus Christus auch, daß rechte Jüngerschaft ein Halten des ganzen Wortes Gottes beinhaltet, Joh. 14,23, ein Bleiben an der Rede Jesu, Joh. 8,31.32, ein Hören nur auf die gute Stimme des Hirten und Fliehen vor dem falschen Hirten, Joh. 10,5.27. Aus diesem Grunde warnt er seine Gemeinde und jeden einzelnen Christen ausdrücklich vor den falschen Propheten, Matth. 7,15, vor denen, die eine andere als Christi Lehre bringen, 2 Joh. 8-11, Gal. 1,9; 5 Mose 13,6-10.

    59. Weil die Gemeinde das Haus des lebendigen Gottes ist, 1 Tim. 3,15, so ist Gott allein der Hausherr und darf einzig sein Wort Gültigkeit haben; weil sie Christi Reich ist, Joh. 18,36, darum muss Christus durch sein Wort Herr sein. Wo aber anders gepredigt und gelehrt und gehandelt wird als es Gott befohlen und geordnet hat, da wird Gottes Hausherrnschaft, Christi Königschaft angegriffen, so läuft die Braut Christi einem anderen nach und wird Gottes Haus in dieser Beziehung, in dem betreffenden Bereich, zu einem Haus des Teufels.

    60. Es ist daher die Pflicht eines jeden Christen wie auch jeder christlichen Gemeinde, zwischen recht- und falschgläubigen Gemeinden, Kirchen, zu unterscheiden, die falschgläubigen Gemeinden, Kirchen und Lehrer zu fliehen und einzig in rechtgläubiger Gemeinde, Kirche Glied zu sein, 1 Joh. 4,1; Matth. 7,15; Röm. 16,17.18; 2 Kor. 6,10-14; 2 Joh. 8-11. Eine Gemeinde, Kirche ist rechtgläubig, wenn sie in allen Stücken einzig und allein Gottes Lehre, wie wir sie in der Heiligen Schrift finden, lehrt, auf der Kanzel wie auf dem Katheder, in Wort und in Schrift, und dementsprechend handelt. Die Rechtgläubigkeit ist nicht schon durch das formale Festhalten an einem bestimmten Namen oder bestimmten Bekenntnissen gegeben, sondern allein durch die tatsächliche Lehre und Praxis. Die Rechtgläubigkeit hört auch nicht durch gelegentlich auftretende falsche Lehre auf, wenn mit denen, die falsche Lehre verbreiten, gehandelt, und, wenn sie nicht davon lassen, Lehrzucht geübt und somit die falsche Lehre nicht geduldet wird. Die Rechtgläubigkeit einer Gemeinde, Kirche entscheidet sich nicht am Leben einer Gemeinde und ihrer Glieder, weil wir darinnen immer fehlen werden bis an den Jüngsten Tag.

    61. Nur in einer rechtgläubigen Gemeinde kann die Seele die rechte, umfassende, ihr von Gott zugedachte Pflege enthalten, Joh. 20,31; 2 Tim. 3,16, nur dort wird Gott die volle Ehre gegeben, die ihm zusteht, Joh. 14,23; Matth. 15,19. Falsche Lehre ist Sünde gegen das erste Gebot.

    62. Die Gemeinschaft des Glaubens (Kirchengemeinschaft) umfasst alle Äußerungen des Glaubens, wie sie aus Gottes Wort hervorgehen, also z.B. die Gemeinschaft des Lehrens und Verkündigens (Kanzelgemeinschaft), im Abendmahl (Abendmahlsgemeinschaft), 1 Kor. 10,16.17, in der missionarischen und evangelistischen Arbeit in Wort und Schrift, in der aus dem Glauben als Frucht kommenden diakonischen Arbeit, Apg. 6,5, in den Äußerungen des Glaubens im Gebet, Matth. 18,19.20. Dies wird deutlich aus den oben angeführten Stellen über die Einmütigkeit, die in der Kirche herrschen soll und daß Gott einzig und allein rechtgläubige Lehre will, falschgläubige Lehre aber Sünde ist und somit alle Gemeinschaft mit falscher Lehre heißt, dieser Sünde teilhaftig zu werden, Offenb. 18,4. Entsprechend bedeutet schriftgemäße Trennung oder Separation stets auch das Ende der Kirchengemeinschaft in allen ihren Äußerungen.

    63. Jegliche christliche Gemeinschaft zwischen Gemeinden oder Gläubigen, die nicht einig sind in der Lehre und Praxis, ist gemäß der Schrift Gottes sündhafter Unionismus ist.

    64. Die Aufhebung oder Nichtanerkennung der Kirchengemeinschaft bedeutet keinerlei Urteil über den Heilsstand der Glieder solcher Gemeinden, Kirchen, da Gott auch in falschgläubigen Gemeinden, wenn nur noch sein Evangelium irgendwie im Schwange ist, sich Menschen wiedergebären kann.

    65. Der ‚status confessionis’ oder Bekenntnis-, Proteststand bezeichnet eine Stellung, die von Pastoren und Gliedern einer bis dahin rechtgläubigen Kirche eingenommen wird, in die falsche Lehre eingedrungen ist und noch besteht, wogegen diese Pastoren und Glieder mit Wort und Tat protestieren und keine Gemeinschaft mehr in ihrem Kirchenkörper mit denjenigen pflegen, die solche falsche Lehre verbreiten und ihr anhängen oder mit solchen Gemeinschaft haben. Solch ein Proteststand kann aber nur von zeitweiliger Dauer sein, nämlich bis die falsche Lehre überwunden ist oder aber sie in dem Kirchenkörper faktisch geduldet wird und er somit falschgläubig geworden ist und die im Proteststand Befindlichen deshalb die Trennung vollziehen.

Joh. 3,18.36: Wer an ihn [Christus Jesus] glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes... Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Apg. 2,42.46.47: Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet... Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise und lobeten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.

Hebr. 10,25: Lasset uns nicht verlassen unsere Versammlungen, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen.

Matth. 28,20: Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Jer. 23,28.31.32: Ein Prophet, der Träume hat, der predige Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der Herr... Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HErr, die ihr eigenes Wort führen und sprechen: Er hat's gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der Herr, und predigen dieselben und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losen Teidingen, so ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der Herr.

2 Kor. 2,17: Denn wir sind nicht wie viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern als aus Lauterkeit und als aus Gott, vor Gott reden wir in Christus.

1 Kor. 1,10: Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch den Namen unsers Horrn Josus Christus, dass ihr allzumal einerlei Rede führet und lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern haltet fest aneinander in einem Sinn und einerlei Meinung.

Röm. 15,4-6: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf dass wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einerlei gesinnet seid untereinander nach Jesus Christus, auf dass ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesus Christus.

Joh. 8,31.32: Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen; und die Wahrheit wird euch frei machen.

Joh. 10,5.27: Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht... Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.

Matth. 7,15: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

2 Joh. 8-11: Sehet euch vor, dass wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen. Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen GOtt; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke.

Gal. 1,9: So jemand euch  Evangelium prediget anders, als das ihr empfangen habt, der sei verflucht!

1 Tim. 3,15: So ich aber verzöge, daß du wissest, wie du wandeln sollst in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.

Matth. 24,24: Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, dass verführet werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten.

Röm. 16,17.18: Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, dass ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denselbigen! Denn solche dienen nicht dem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem Bauche; und durch süße Worte und prächtige Rede verführen sie die unschuldigen Herzen.

2 Kor. 6,14-18: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmet Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr GOtt sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Horr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollet meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Horr.                          

    66. Falsche Lehre ist daher: dass es nicht nötig sei, zwischen recht- und falschgläubigen Kirchen zu unterscheiden; dass es nicht darauf ankomme, welcher Kirche man angehöre, sondern nur, daß man an Jesus Christus glaube; dass es nicht Gottes Ordnung sei, Glied einer rechtgläubigen örtlichen Gemeinde zu sein, soweit sie erreichbar ist; dass auch falschgläubige Gemeinden, Kirchen aus Gottes Willen seien; dass eine Gemeinde, Kirche auch dann rechtgläubig sei, wenn sie nur in den Fundamentallehren biblisch lehre; dass es Zusammenarbeit auch zwischen Kirchen, Gemeinden unterschiedlicher Lehre und Bekenntnisses in geistlichen Dingen geben könne; dass ein Christ auch mit denen, mit denen er nicht eins ist in Lehre und Bekenntnis, Gemeinschaft üben dürfe; dass es verschiedenen Stufen der Gemeinschaft geben könne, je nachdem, wie groß die Einigkeit sei.

 

    67. Die Stellung von Mann und Frau in der Gemeinde: Mann und Frau sind im Blick auf die Heilsstellung vor Gott gleich, Gal. 3,28, aber verschieden im Blick auf ihre körperliche Gestaltung, in ihrem seelischen Wesen und in ihrer Stellung und ihren Aufgaben, wie sie von Gott geordnet wurden, 1 Mose 2,18; 3,16; 1 Kor. 11,3.8.9; Eph. 5,22.23; 1 Tim. 2,12.

    68. Gott der Herr hat nicht nur den Mann vor der Frau erschaffen und die Frau aus der Rippe des Mannes, dass sie ihm eine Gehilfin sei, die um ihn sei, 1 Mose 2, sondern er hat die Stellung beider zueinander nach dem Sündenfall noch verschärft, indem er das Hauptsein des Mannes noch mehr hervorgehoben hat, 1 Mose 3,16. Dieses Hauptsein des Mannes ist eine göttliche Ordnung, die mit der Erlösung nicht aufgehoben ist, sondern auch in der neutestamentlichen Zeit weiter gilt, und zwar nicht nur, aber gerade auch, für den Bereich der christlichen Gemeinde, 1 Kor. 11,3.8.9; Eph. 5,22.23; 1 Tim. 2,12. Mit diesem Hauptsein des Mannes darf aber nicht Willkür, Tyrannei, Unterdrückung verwechselt werden, die eindeutig Sünde sind gegenüber dem gemeinsamen Schöpfer. Vielmehr wird dem Mann, insbesondere im Blick auf die innigste Beziehung in der Ehe, Christus als Spiegel vor die Augen gehalten, nämlich dass er seine Frau lieben soll, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, Eph. 5,25, und die Gemeinschaft in solcher Sanftmut und Fürsorge gestalten soll, dass die geistliche Gemeinschaft nicht verhindert wird, 1 Petr. 3,7.

    69. Diese grundsätzlichen Aussagen über die Stellung der Frau, die sie leben und üben soll aus ihrem Leben unter dem gemeinsamen Haupt, Christus, beziehen sich auch auf ihre Stellung in der christlichen Gemeinde, insbesondere, dass sie nicht des Mannes Haupt sein darf, 1 Tim. 2,12, also in keine leitenden Dienste (Älteste, Synodale) berufen werden oder am Kirchenregiment (Gemeindeversammlung, Synode) aktiv teilnehmen darf.

    70. Die Stellung der Frau in der christlichen Gemeinde wird weiter abgegrenzt dadurch, dass die Frau in der Gemeinde schweigen soll (was sich damit auch auf die Gemeindeversammlung bezieht) und in aller Untertänigkeit lernen, 1 Kor. 14,34.35, womit auch jegliche Lehrtätigkeit und damit das Predigtamt ausgeschlossen ist, s.a. 1 Tim. 2,12. (Dies meint aber nicht die Unterweisung von Kindern, was ja gerade zu den Aufgaben der Frau gehört. Auch heißt dies nicht, dass die Frau im gemeinsamen Gottesdienst nicht mitsingen oder mitbeten dürfte. Es ist hier vielmehr das hervortretende einzelne Sprechen gemeint.)

    71. Gott der Herr hat der Frau in seiner Weisheit dafür andere Dienste übertragen, für die sie weitaus besser als der Mann geeignet ist, in erster Linie die Mutterschaft, 1 Tim. 2,15, den Haushalt, 1 Tim. 5,14, dann die erzieherische Aufgabe, Tit. 2,3.4; 1 Tim. 5,10, die diakonischen Dienste, Apg. 9,39, das persönliche Bekennen, 1 Petr. 2,9, das Gebet, 1 Tim. 5,5. 

    72. Die Aufgaben und Dienste des Mannes betreffen zunächst die Familie, dass er sie am Leib und an der Seele versorge, 1 Mose 3,17-19; 1 Kor. 14,34; 1 Tim. 2,8; Ps. 78,2-5; Eph. 6,4, und ihr vorstehe, Eph. 5,22.23; 1 Kor. 11,3.8.9, vor allem: ein rechter Vater sei in Liebe, Zuwendung, Wohlwollen, Freundlichkeit aber auch Standhaftigkeit, Festigkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit; dies alles aber als der, der dem himmlischen Vater untertan ist und von ihm seine Vaterschaft empfangen hat, Eph. 3,15. In der Gemeinde beruft der Heilige Geist aus den Männern die Prediger, Hirten und Lehrer, und die Ältesten und führt durch die Männer in der Gemeindeversammlung die Gemeinde.

1 Mose 2,18: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

1 Mose 3,16: Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein.

1 Kor. 11,3.8.9: Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt... Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.

Eph. 5,22.23: Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist der Frau Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.

1 Tim. 2,11.12: Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einer Frau aber gestatte ich nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.

Eph. 5,25: Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebet hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben.

1 Petr. 3,7: Desselbengleichen, ihr Männer, wohnet bei ihnen mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden.

1 Kor. 14,34.35: Eure Frauen lasset schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden, sondern untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es stehet den Frauen übel an, in der Gemeinde zu reden.

1 Tim. 2,15: Sie wird aber selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.

Tit. 2,3-5: Den alten Frauen ..., dass sie sich stellen, wie den Heiligen ziement, ... gute Lehrerinnen, dass sie die jungen Frauen lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf dass nicht das Wort Gottes verlästert werde.

Apg. 9,39: Sie zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Rehe machte, als sie bei ihnen war.

1 Tim. 3,4: Der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit.

Eph. 3,14.15: Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers HErrn Jesus Christus, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.

    73. Falsche Lehre ist: die unterschiedliche Stellung von Mann und Frau sei zeit- und kulturbedingt; Mann und Frau seien in allem gleichberechtigt; der Frau stehe auch das heilige Predigtamt und Leitungsfunktionen in der Gemeinde zu; die Frau müsse daher Rede- und Stimmrecht in der Gemeindeversammlung haben.

 

 

XXVI. Vom Amt der Kirche oder dem heiligen Predigtamt

                                                                                

    1. Jesus Christus hat als das Haupt der Gemeinde seiner Gemeinde auch die gesamte Vollmacht und Schlüsselgewalt anvertraut, nämlich die Gewalt, Sünde zu behalten und Sünde zu lösen, was somit die gesamte Vollmacht und Kraft umfasst, die mit dem Gesetz und dem Evangelium verbunden ist, Matth. 16; 18; 28,18-20; Joh. 20,21-23. Wie aber auch in diesem Amt im Zentrum das Evangelium von Jesus Christus steht, 1 Kor. 2,2, und es nur ein Evangelium, wie auch nur einen Erlöser gibt, so ist auch recht das Amt oder der Dienst der Kirche oder Gemeinde Jesu Christi nur einer: nämlich die Verkündigung des Evangeliums in Wort, Taufe und Abendmahl, Matth. 28,18-20; Mark. 16,15.16; Luk. 24,47; Joh. 20,21-23; Apg. 1,8. Zu diesem Dienst, den der Herr seiner Gemeinde anvertraut hat, damit all die, die er von Ewigkeit her erwählt hat, auch durch das Evangelium hinzugetan werden zur Gemeinde, hat Jesus Christus seiner Gemeinde auch die nötige Ausrüstung gegeben, nämlich seinen Geist, Apg. 1,8, der sie leitet in aller Wahrheit, Joh. 16, hat ihr die Gnadenmittel anvertraut, nämlich das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, wodurch Gottes Geist durch, in und mit der Gemeinde sein Werk tut.

    2. Dieser Dienst oder Amt im allgemeinen oder in abstracto ist der gesamten Gemeinde gegeben und nicht nur einem Stand in der Gemeinde, weshalb es auch der ganzen Gemeinde zukommt, die Lehre und Lehrer zu beurteilen und nötigenfalls auch abzusetzen, Matth. 7,15 ff.; Joh. 10,5; 1 Joh. 4,1-3; Röm. 16,17.18; mit den Sündern zu handeln und sie, wenn notwendig, auch vom Himmelreich auszuschließen, bis sie Buße tun, Matth. 18,15-18; 1 Kor. 5,1-5; 2 Kor. 2,6-11; das Heil in Jesus Christus zu bekennen, Apg. 8,4; 1 Petr. 2,9; 3,15; einander mit dem Wort zu dienen, Kol. 3,16, Apg. 18,26, insbesondere im Bereich der eigenen Familie, Eph. 6,4; 1 Petr. 3,7 (allgemeines Priestertum aller Gläubigen).

 

    3. Jesus Christus hat aber den Seinen nicht nur die Gnadenmittel und den Dienst des Wortes im allgemeinen oder in abstracto gegeben, sondern er hat auch in der Gemeinde, außer dem allgemeinen Priestertum, den konkreten Dienst oder das konkrete Amt des Wortes und der Lehre eingesetzt (das heilige Predigtamt oder Hirtenamt), Matth. 10,1; Eph. 4,11; Apg. 20,28; 1 Kor. 12,28.29; Tit. 1,5. Das heilige Predigtamt wird also nicht erst durch die Gemeinde geschaffen, hat auch nicht im Handeln oder in der Übereinkunft der Gemeinde seinen Ursprung, sondern ist ebenfalls Christi Ordnung und Mandat und daher von der Gemeinde aufzurichten und dahinein zu berufen, 1 Tim. 3,1.

    4. Während ein jeglicher rechter Christ ein Priester wird durch die Taufe und Wiedergeburt, so ist er damit doch nicht ein Prediger oder im konkreten Dienstamt des Wortes oder dem Hirtenamt, Jak. 3,1, sondern darein kommt ein Christ nur durch Berufung, und zwar die Berufung Gottes mittels der Gemeinde, Apg. 14,22; Apg. 20,28. Dieses Amt aber ist keine Herrschaft über die Gemeinde, 1 Kor. 3,22.23; 1 Petr. 5,3, sondern ein Hirtenamt in der Gemeinde, 1 Petr. 5,2, unter Christus Jesus als dem Erzhirten, 1 Petr. 5,4. Der Prediger ist darum auch nicht der Menschen, sondern allein Christi Knecht, dass er nicht Menschen zu Gefallen predige, sondern Christus allein, Gal. 1,10.11.

    5. Dieses heilige Predigtamt hat seinen ersten Ursprung im Apostelamt, Matth. 10,1, in das Christus unmittelbar berief, das in dem Kern, abgesehen von den besonderen Aufgaben und Gaben dieses Apostelamtes, das Amt des Wortes und der Lehre war, Apg. 6,2; 1 Kor. 1,17. Dieses Amt soll ja auch weitergehen bis zum Ende der Erde, Matth. 28,20, was im heiligen Predigtamt geschieht. Darum haben auch die Apostel diejenigen, die mittelbar, eben durch die Gemeinde, berufen waren, mit sich auf eine Stufe gestellt, 1 Kor. 4,1; 1 Petr. 5,1; Kol. 4,7; Phil. 2,25, und sind auch Funktionen, Pflichten, Befähigungen, Autorität, Verantwortung und Ehre des Apostelamtes und des Predigtamtes gleich, 2 Kor. 5,20; Kol. 1,25; Apg. 6,2.4; 1 Kor. 4,11; 3,5; 9,9-14; Gal. 6,6; 2 Kor. 4,5; Apg. 20,17-25; 1 Petr. 51-4; 1 Tim. 3,1-17; Tit. 1,5-9.

    6. Dieses heilige Predigtamt oder Dienstamt des Wortes und der Lehre oder Hirtenamt umfaßt also die gesamte Vollmacht, die Christus auch seiner Gemeinde anvertraut hat und die sie zur öffentlichen Ausübung durch Berufung in eben dieses von Christus geordnete Dienstamt überträgt, 1 Kor. 4,1; 2 Tim. 4,1-5; 2 Kor. 5,18, und umschließt damit im engeren Sinne alles, was mit der Verkündigung des Wortes in der Gemeinde und im Auftrage der Gemeinde zusammenhängt, einschließlich der Sorge, auch andere zu diesem Dienst heranzubilden, 2 Tim. 2,2, im weiteren Sinne aber auch alles, was unmittelbar oder mittelbar durch die Predigt des Evangeliums an Diensten oder Ämtern in der Gemeinde entsteht, Apg. 6,2-4; 1 Kor. 1,17; Joh. 21,15-17. Mit dem Wort wird das gesamte Amt übertragen, da alles Wirken des heiligen Predigtamtes, auch in Absolution und Sakramenten, am Wort hängt.

 

    7. Während Jesus Christus also konkret das Dienstamt des Wortes und der Lehre oder Hirtenamt in der örtlichen Gemeinde geordnet hat und auch, mittelbar durch die Gemeinde, Männer in dieses Amt gibt, Eph. 4,11; Tit. 1,5; 1 Kor. 12,28.29, so hat er es in die Freiheit der Gemeinde gestellt, wie sie dieses heilige Predigtamt zusammen mit dem oder den Hirten der Gemeinde gestaltet. Es steht damit in der Freiheit der Gemeinde, wieviele Männer sie in dieses Amt beruft, wie sie dann die Funktionen dieses Amtes auf diejenigen, die sie berufen hat, verteilt, wie sie das Verhältnis der Prediger zueinander ordnet, in wieweit sie, ohne die Betreffenden ins Hirtenamt zu berufen, Hilfszweigämter einrichtet und in sie Gemeindeglieder entsendet, die unter der Aufsicht der Hirten ihre Aufgabe verrichten (z.B. Sonntagsschulhelfer; Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit). Nicht die Funktion an sich macht es dabei aus, ob ein Amt ein Zweig- oder Hilfszweigamt ist oder ob derjenige im Hirtenamt steht, sondern die Berufung, die die Gemeinde ausspricht, ordnet, ob die Gemeinde ins Hirtenamt beruft oder ins Hirtenamt beruft, aber die Aufgaben in Absprache mit dem Hirten einschränkt – beide Male aber haben die Dienstinhaber volle Verantwortung für ihren Dienst,, oder aber nur unter der Aufsicht des Hirtenamtes ein Hilfszweigamt einsetzt, also diese Dienstinhaber nicht in eigener Vollverantwortung stehen, sondern unter Aufsicht eines anderen. Sie stehen nicht im Predigtamt, sondern haben Teil am Predigtamt.

    8. Wenn wir sagen, daß das heilige Predigtamt das höchste Amt in der Gemeinde Jesu Christi ist, so heißt dies: a) es trägt eigentlich alle anderen Ämter in sich; b) alle anderen Ämter sind auf das Predigtamt bezogen und sollen ihm dienen; c) es ist eben dieses Amt, das das eine Evangelium Jesu Christi in Wort, Taufe und Abendmahl öffentlich austeilen soll.

 

    9. Eine besondere Form des konkreten Dienstamtes des Wortes und der Lehre stellt der Dienst des Missionars und des Evangelisten dar, der eingeschlossen ist in dem Amt der Kirche, das der Herr Jesus Christus seiner Gemeinde anvertraut hat, der aber nicht an eine Gemeinde gebunden ist, sondern vielmehr eine der Weisen der Gemeinde ist, das Wort des Heils auch denen zu bringen, die davon noch nichts gehört haben, in das aber ordentlicherweise auch die Gemeinde sendet (Sendboten), Apg. 13,1-3; Röm. 10,14-17. So wenig wie aber das heilige Predigtamt in der Gemeinde damit das allgemeine Priestertum mit seinem Dienst in der Gemeinde aufhebt, so wenig hebt der Dienst des Missionars und Evangelisten die Verantwortung der Christen auf, auch selbst zu sehen, wo und wie sie das Wort vom Heil ausbreiten können.

 

10. Die Aussage, dass das heilige Predigt- oder Hirtenamt in der örtlichen Gemeinde im Gegensatz zu allen anderen Ämtern in der Gemeinde und Kirche Gottes Mandat hat, besagt nicht, dass Gott nicht will, dass auch andere Ämter und Aufgaben eingerichtet werden, sondern dass dieses Amt unabdingbar ist und die Gemeinde in dieses von Christus geordnete Amt berufen muss, während es in ihrer Freiheit steht, ob sie weitere Ämter in Übereinstimmung mit dem Hirten der Gemeinde aufrichtet. Während wir aufgrund des klaren Zeugnisses der Schrift eindeutig wissen, dass das heilige Predigtamt Gottes Wille ist und Mandat hat, können wir dies im Blick auf die anderen Ämter nicht sagen, da die Schrift dazu schweigt. Darum ist es biblische Lehre, wenn wir sagen, daß das heilige Predigtamt göttliche Ordnung ist, alle anderen Ämter aber aus menschlicher Übereinkunft kommen. Hinsichtlich der Zweigämter, also solcher Ämter, die Teile der Funktionen des Hirtenamtes umfassen bei Berufung ins Hirtenamt (z.B. Theologieprofessoren, Pastoren mit besonderem Dienst etwa an Kranken, Alten, in Krankenhäusern, für missionarische Arbeit), können wir, da sie direkt aus dem Hirtenamt kommen, auch sagen, dass die Berufung in sie ein göttlicher Beruf ist. Die Dienste, die die Gemeinde zusätzlich einrichtet, sind göttliche Dienste in der Hinsicht, dass sie ja Aufgaben ausführen, die Gott getan haben möchte.

Die Gemeinde hat die Freiheit, die Vollmacht zur Berufung auch anderen Einrichtungen zu übertragen, etwa bei der Sendung von Missionaren oder Berufung in spezielle Dienste (Jugendpastoren, Krankenhauspastoren und ähnliches), etwa an Synodalversammlungen oder einem Missionskomitee. Auch die eccleesia composita (Synodalverband) kann Berufungen aussprechen, in Absprache mit den Ortsgemeinden, wer für welche Dienste zuständig ist.

 

    11. Die Ordination ist keine göttliche Einrichtung, sondern eine, gute, menschliche kirchliche Ordnung, durch die öffentlich die Berufung eines Mannes in das heilige Predigtamt proklamiert wird. Im Zentrum der Ordination steht dabei der Zuspruch des kräftigen Gotteswortes, der Segen und das Gebet für den Ordinierten. Durch die Ordination wird kein ‚unverlierbarer Charakter’ ausgeteilt: vielmehr verliert derjenige, der sich von Jesu Lehre trennt bzw. in öffentlicher Sünde beharrt, auch die aus seiner Berufung und Ordination kommenden Rechte.

    12. Nicht die Ordination, sondern die Berufung macht zum Pastor, die Ordination ist nur, wie später die öffentliche Einsetzung ins Amt, die öffentliche Bestätigung. Durch die Ordination bekommt der Pastor auch keine besonderen Gaben, die sonst ein Christ nicht hätte, etwa im Blick auf die Verwaltung von Taufe und Abendmahl. Da der Gemeinde die Schlüsselgewalt gegeben ist und sie ins Amt beruft, so kann sie auch, wenn keine Amtsbrüder zugegen sind, durch ihre Ältesten die Ordination selbst vollziehen. Die rechte biblische Sukzession ist nicht eine äußerliche Fortsetzung einer Reihenfolge angeblich begabender Handauflegungen von den Aposteln her, sondern das treue Stehen in der Lehre der Apostel und Propheten, da Christus der Eckstein ist, Joh. 17,20; 8,31.32; Eph. 2,20.

   

    13. Der Herr hat das heilige Predigtamt Männern vorbehalten hat und für Frauen andere Gaben und Aufgaben bereit, 1 Kor. 14,34-37; 1 Tim. 2,12 (d.i.: außerhalb des Erziehungsbereichs hat eine Frau normalerweise keine Lehrbefugnis), etwa in der Erziehung, der Diakonie.         

Matth. 18,15-18: Sündiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Höret er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf dass alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Höret er die nicht, so sage es der Gemeinde. Höret er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein.

Joh. 20,22.23: Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Matth. 7,15: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

Joh. 10,5: Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht.

Apg. 8,4: Die nun zerstreuet waren, gingen um und predigten das Wort.

1 Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, dere euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

Kol. 3,16: Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen.

Matth. 10,1: Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unsaubern Geister, dass sie dieselbigen austrieben und heileten allerlei Seuche und allerlei Krankheit. Die Namen aber der zwölf Apostel ...

Apg. 6,2.4: Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es taugt nicht, dass wir das Wort Gottes unterlassen und zu Tische dienen... Wir aber wollen anhalten am Gebet und am Amt des Worts.

1 Kor. 1,17: Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen, nicht mit klugen Worten, auf daß nicht das Kreuz Christi zunichte werde.

Eph. 4,11: Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern.

1 Kor. 12,28.29: Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andere die Propheten, aufs dritte die Lehrer, danach die Wundertäter, danach die Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Sprachen. Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertäter?

Apg. 20,28: So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzet hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat.

Apg. 14,23: Und sie ordneten hin und her Älteste in den Gemeinden, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.

1 Tim. 3,1: Das ist je gewisslich wahr, so jemand ein Bischofsamt begehret, der begehret ein köstlich Werk.

Tit. 1,5: Derhalben ließ ich dich in Kreta, dass du solltest vollends anrichten, da ich's gelassen habe, und besetzen die Städte hin und her mit Ältesten, wie ich dir befohlen habe.

1 Petr. 5,1: Die Ältesten, so unter euch sind, ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden, die in Christus sind, und teilhaftig der Herrlichkeit, die offenbaret werden soll.

Apg. 13,2.3: Da sie aber dem Herrn dieneten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen.

1 Kor. 14,34.35: Eure Frauen lasset schweigen unter der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es stehet den Frauen übel an, unter der Gemeinde zu reden.

1 Tim. 2,11.12: Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einer Frau aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.

    14. Falsche Lehre ist daher: dass nur ein Stand in der Kirche die Schlüsselgewalt hätte bzw. sie nur ausüben dürfe; dass der Pfarrerstand sich selbst fortpflanze und nicht durch Berufung durch die Gemeinde die Vollmacht übertragen werde; dass die Pastoren Herren über die Gemeinden seien; dass die Pastoren verbindliche Ordnungen der Gemeinde auferlegen dürften die nicht von Gott geordnet sind; dass das allgemeine Priestertum nur den privaten Bereich betreffe, nicht auch die Gemeinde und Verbindungen der Gemeinde; dass Christus nur die Vollmacht, das Evangelium in Wort und Sakrament zu verwalten, geordnet habe (Amt in abstracto) und nicht auch konkret das Dienstamt des Wortes in der örtlichen Gemeinde (Amt in concreto); dass das Predigtamt nur in sofern von Gott geordnet sei, als es ‚aus innerer Notwendigkeit’ um der Ordnung willen von der Gemeinde errichtet werde, bzw. als es um der Ausübung der von Christus geordneten Evangeliumsvollmacht aufgerichtet werde; dass alle Dienste in der Gemeinde am Wort mit dem heiligen Predigtamt als dem Hirtenamt in der Gemeinde auf einer Ebene lägen und alle gleichermaßen von Gott gewollt seien; dass über das heilige Predigtamt in der Gemeinde hinaus noch weitere Ämter von Gott verordnet seien; dass es eine von Gott geordnete Hierarchie der Ämter in der Kirche gebe; dass es eine von Gott verordnete Herrschaft, Regieramt, in der Kirche gebe; dass die Ordination von Christus eingesetzt, befohlen sei und nicht nur ein menschlich-kirchlicher Brauch; daß durch die Ordination ein ‚unverlierbarer Charakter’ verliehen werde; dass nur aufgrund der in bischöflicher Sukzession vollzogenen Ordination die Sakramente gültig und kräftig verwaltet werden könnten; dass die biblische Sukzession keine Lehrnachfolge sei, sondern eine Reihenfolge der begabenden Handauflegung von den Zeiten der Apostel her; dass auch Frauen in das heilige Predigtamt oder sonst ein Lehramt (ausgenommen an Kindern, wo sie aber auch nur ein Hilfszweigamt innehaben können) berufen werden könnten; dass die Gemeinde keine Hirten berufen müsste, sondern nur sorgen, daß das Wort verkündigt werde; dass auch solche, die nicht ordentlich berufen sind, öffentlich in der Kirche predigen und die Sakramente verwalten dürften; dass es auch heute noch unmittelbare Berufung zum Predigtamt gebe; dass die Kirche auch heute noch das Apostelamt in seiner außerordentlichen Gewalt haben müsste; dass eine Gemeinde nur auf bestimmte Zeit jemanden berufen könne.

 

 

XXVII. Von den drei Ständen in der Welt

 

    1. Gott hat in der Welt drei Stände oder Ordnungen gesetzt: den Hausstand; die Gemeinde oder Kirche Jesu Christi; die Obrigkeit oder den Staat, 1 Mose 1,27.28; 2,24; 1 Mose 9,6; Röm. 13,1; 1 Mose 4,26; Matth. 28,18-20; Apg. 2,47; Tit. 1,5, und auch ihr Verhältnis zueinander geordnet, 1 Petr. 4,15; Matth. 22,21; Joh. 18,36.

1 Mose 2,24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seiner Frau hangen, und sie werden sein ein Fleisch. (Ehe)

1 Mose 9,6: Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.

Röm. 13,1: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. (Obrigkeit)

Apg. 2,47: Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.

Matth. 28,18-20: Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Gemeinde)

1 Petr. 4,15: Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greifet. (Trennung der Stände)

Matth. 22,21: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Joh. 18,36: Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. (Trennung von Kirche und Staat)

    2. Falsche Lehre ist daher: daß die drei Stände nicht in der Welt, sondern in der Kirche wären; jegliche Vermengung der Stände, insbesondere von Staat und Kirche; die Aufhebung der Autonomie des Hausstandes durch einen allmächtigen Staat.    

 

    3. Von der Ehe und dem Hausstand: Die Ehe als lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau zu einem Fleisch ist nicht aus menschlicher Willkür, menschlicher Übereinkunft entstanden noch Produkt einer besonderen Kultur, sondern Gottes heilige Stiftung schon in der Schöpfung, 1 Mose 1,27.28; 2,18-24; Matth. 19,4.5. Der Zweck der Ehe liegt darin, dass die Frau dem Mann eine Gehilfin sei, die um ihn sei; dass sie innige Gemeinschaft miteinander haben, bis dahin, dass sie völlig ein Fleisch werden. Dazu gehört auch, aber nicht ausschließlich, nicht einmal primär, dass in dieser ehelichen Gemeinschaft, wenn Gott es schenkt, Kinder geboren werden sollen und so die Menschheit erhalten. Seit dem Sündenfall ist die Ehe dazu auch noch der Schutzort gegen die Hurerei, 1 Kor. 7,2.5.

    4. Die Ehe kommt vor Gott zustande kommt durch ein gegenseitiges freiwilliges bezeugtes und beurkundetes Treueversprechen der beiden Eheschließenden, das heute in der BRD durch die standesamtliche Trauung geschieht, ordentlicherweise unter Zustimmung der Eltern oder derer, die an ihrer Statt sind (s. Rebecca, 4. Gebot; 1 Kor. 7,36-38), soweit sie noch leben, wenn nicht die Eheschließenden schon gebunden sind oder aufgrund der Verwandtschaftsgrade die Ehe nicht möglich ist, 3 Mose 18,8-18; 20,11-17.19-21.

Da Kinder ihren Eltern in allen Dingen gehorsam sein sollen, Kol. 3,20, suchen sie den Rat und das Einverständnis der Eltern zur Ehre. Die Eltern haben kein Recht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter die Ehe grundsätzlich zu verbieten oder auf eine bestimmte Zeit. Ebenso können sie nicht die Ehe mit einer bestimmten Person verbieten ohne eine guten, triftigen Grund. Mit dem Verlassen von Vater und Mutter hört zwar die Gehorsamspflicht gegenüber den Eltern auf, nicht aber, sie zu ehren, zu lieben, ihnen, wo nötig, zu dienen.

    Die kirchliche Trauung, bei dem das Paar um den Segen des Herrn bittet, ist dabei kein Sakrament und auch keine göttliche Ordnung, sondern eine gute menschliche kirchliche Ordnung und macht auch die Verbindung nicht erst zur Ehe, sondern erbittet für die Ehe den Segen Gottes.

    Was die ehehinderlichen Verwandtschaftsgrade angeht, so ist gemäß 3 Mose 18 zu unterscheiden zwischen solchen Graden, in denen eine eheliche Verbindung, weil blutschänderisch, von vornherein null und nichtig ist, nämlich in der absteigenden Linie der Verwandtschaft (nämlich zwischen Eltern und Kindern und den Ehegatten der Eltern und Kinder u.s.w.) und solchen, die aus moralischer Ursache um der Nächstenliebe willen nicht eingegangen werden sollten (in der Seitenlinie der Blutsverwandtschaft und der Schwägerschaft), gleichwohl aber, wenn sie eingegangen wurden, nicht mehr zu lösen sind.

    5. Gemäß der heiligen Ordnung Gottes ist der Mann das Haupt der Frau, Eph. 5,22.23; 1 Kor. 11,3, und die Frau soll daher dem Manne untertan sein in dem Herrn, Eph. 5,22.24; Kol. 3,18; 1 Petr. 3,1.6. Der Mann seinerseits aber soll seine Frau lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat und sich für sie dahingegeben, Eph. 5,25.32.33, und soll nicht bitter gegen sie sein, Kol. 3,19, dem weiblichen Geschlecht als dem schwächsten Werkzeug die Ehre geben und mit Vernunft bei ihr wohnen, 1 Petr. 3,7, und bei allem bedenken, daß er unter Christus ist, also Christus sein Haupt ist, 1 Kor. 11,3.

    6. Die Ehe ist eine lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau und daher ist jegliche Trennung dieser Verbindung außer durch den Tod tatsächlich Sünde vor Gott, Matth. 19,6; 5,32. Scheidung ist, außer bei Ehebruch (dem böswilliges Verlassen, 1 Kor. 7,15 gleichgestellt ist), von Gott untersagt und daher Sünde und eine andere Heirat nach der Scheidung nicht erlaubt, da sie den Ehebruch fortsetzt (außer dem unschuldigen Teil bei der Scheidung wegen Ehebruch), Matth. 5,32, solange der unschuldige Teil noch nicht wieder verheiratet ist und daher die Ehe wieder fortgesetzt werden könnte. Nach der Wiederverheiratung des unschuldigen Teiles oder dessen Tod kann es dem schuldigen Teil nicht verwehrt werden, wieder zu heiraten, wenn er Buße getan hat. (Es kann aber aus seelsorgerlichen Gründen auch besser sein, eine bürgerliche Ehe zuzulasen, wenn jemand dadurch vor der Hurerei bewahrt wird.) (Dass Gott dem Staat das Recht einräumt, Ehen zu scheiden, widerspricht dem nicht, da der Staat nicht nur über Christen regiert und die Heiden nicht zwingen kann, als Christen zu leben. Die aber, die sich scheiden lassen, begehen dennoch eine Sünde, Matth. 19,8.) Wo eine andere Heirat dennoch vorkommt (etwa um der Hurerei vorzubeugen), kann daher eine kirchliche Trauung nicht erfolgen.

5 Mose 22,23.24: Wenn ein Mädchen jemandem vertraut ist, und ein Mann kriegt sie in der Stadt und schläft bei ihr, so sollt ihr sie alle beide zu der Stadt Tor ausführen und sollt sie beide steinigen, daß sie sterben: das Mädchen darum, daß sie nicht geschrieen hat, obwohl sie in der Stadt war; den Mann darum, dass er seines Nächsten Frau geschändet hat; und sollst das Böse von dir tun.

Matth. 1,18-20: Die Geburt Christi war aber so getan. Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertrauet war, ehe er sie heimholete, ... Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen.

Eph. 5,22.23: Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist der Frau Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.

1 Kor. 11,3: Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist der Frau Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.

Kol. 3,19-21: Ihr Männer, liebet eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie! Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf dass sie nicht scheu werden.

Eph. 5,25: Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebet hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben.

1 Petr. 3,7: Desselbengleichen, ihr Männer wohnet bei ihnen mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge die Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden.

Matth. 5,32: Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet (es sei denn wegen Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.

Matth. 19,5.6.8: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hangen, und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun GOtt zusammengefüget hat, das soll der Mensch nicht scheiden... Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, von eures Herzens Härtigkeit wegen; von Anbeginn an aber ist's nicht so gewesen.

 

    7. Geschlechtlichkeit: Gott der Herr hat den Menschen von Anfang an als ein geschlechtliches Wesen geschaffen, nämlich als Mann bzw. als Frau, 1 Mose 1,27, und die Geschlechtlichkeit ist an sich nichts Böses, sondern Gottes gute Gabe an den Menschen für die innige Gemeinschaft in der Ehe, 1 Mose 2,18-24. Diese Gabe ist dabei nicht nur auf Fortpflanzung als einzigem Grund oder einziger Berechtigung angelegt, sondern gehört in diese innige Gemeinschaft mit hinein. Durch den Sündenfall unserer Ureltern und die allen Menschen daher anhängenden Erbsünde und Erbverdorbenheit ist gerade dieser Bereich immer wieder von Sünde durchzogen, wie auch schon das bloße Begehren eines anderen Menschen außerhalb der Ehe oder neben der Ehe Sünde ist, Matth. 5,28-30. Gott der Herr hat darum die Ehe nach dem Sündenfall durch das sechste Gebot besonders geschützt als das bergende Haus unter Christus, in dem Mann und Frau einander in rechter Freiheit und Hingabe begegnen können, 1 Kor. 11,3.

    8. Zum Schutz der Ehe und der Geschlechtlichkeit gehört umfassende Keuschheit in Gedanken, Worten und Werken, in der Grundhaltung zum anderen Geschlecht, in rechter Scham, Zurückhaltung und Zucht, auch der Zucht der Kleidung und Gebärden, 1 Tim. 2,9; 1 Petr. 3,3.4 und die gegenseitige Liebe, Ehrerbietung und Achtung der Ehepartner.

    9. Jegliche sexuelle Betätigung außerhalb der von Gott geordneten Ehe ist Sünde und Gott der Herr sieht bestimmte Verhaltensweisungen und Handlungen als Gräuelsünden an, die auch gegen die natürliche Ordnung verstoßen und Gottes Gericht über ein Volk, das sie duldet, herabbeschwört, wie Homosexualität, Knabenliebe (Päderastie) und Zoophilie, Röm. 1,24.26.27; 3 Mose 18,22-30. Gottes Wort mahnt und ruft daher dringend zur Buße, 1 Kor. 6,9.10; Eph. 5,3-5.

1 Petr. 3,3.4: Welcher [der Frauen] Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste; das ist köstlich vor Gott.

Röm. 1,24.26.27: Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst... Darum hat sie Gott auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre Frauen haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen. Desselbengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch der Frau und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten, und haben Mann mit Mann Schande gewirket und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.

    10. Geburtenkontrolle, Abtreibung: Leibesfrucht, Kinder, sind eine Gabe, ein Segen Gottes, ein Geschenk des Herrn, Ps. 127,3-5, und die Fruchtbarkeit der Frau daher ein besonderer Segen des Herrn, Ps. 128,3, der dem Segen Gottes in der Schöpfung über Mann und Frau entspricht, 1 Mose 1,28.

    Der Hauptzweck (finis primarius) der Ehe ist allerdings nicht die Fortpflanzung, sondern die Ehe hat in ihrem Bestand, in ihrer Gemeinschaft gemäß 1. Mose 2 ihren eigentlichen Zweck, als Gehilfenschaft, Gemeinschaft, Ein-Fleisch-Sein, Totalgemeinschaft nach Leib und Seele. Kinder sind der besondere gottgewollte Segen, die gottgewollte Frucht der Ehe, Ps. 127. Gegenüber der ehelichen Gemeinschaft an sich ist aber dieser Zweck finis secundarius und im Konfliktfall (wo es um das Leben oder die physische oder seelische Gesundheit der Frau oder beider Ehepartner, um die Tragfähigkeit der Ehe geht) daher der Bewahrung der gottgestifteten Gemeinschaft der Ehe nachzuordnen.

    Dies heißt, dass Gott die eheliche Gemeinschaft nicht nur um ihrer selbst willen gestiftet hat, sondern dass er in ihr und durch sie – und zwar nur durch sie – auch die Geschlechterfolge will, 1. Mose 1,28; 3,16, und sein Segen in 1. Mose 1,28 auch die Bereitschaft der Eheleute, ihre Ehe dem gottgewollten Zweck dienstbar zu machen, einschließt. Daher ist die Verhinderung des Kindersegens, die Empfängnisverhütung, grundsätzlich ein eigenmächtiger Eingriff in Gottes Schöpferwalten. Kinder zu haben oder nicht zu haben, ist nicht unserer Willkür freigestellt. Eine Ehe, die Kinder ablehnt oder die Kinderzahl von vornherein beschränken will, hindert an ihrem Teil Gott an der Erhaltung der Welt und an seinen Zielen mit ihr, nämlich die Erde mit Menschen zu erfüllen.

    Die geschlechtliche Gemeinschaft ist nicht nur Möglichkeit, sondern gemäß 1. Kor. 7 auch Schuldigkeit ehelicher Gemeinschaft und Zuneigung. Diese geschlechtliche Gemeinschaft soll zugleich aber auch die Frau als den schwächeren Teil berücksichtigen, dass sie es ertragen kann, also ritterlich, vernünftig auf sie Rücksicht nehmen, 1 Petr. 3,7.

    Es können Situationen eintreten, in denen die beiden Mandate Gottes, die eheliche Gemeinschaft an sich und die Fruchtbarkeit der Ehe, in einen Konflikt miteinander treten können, nämlich dann, wenn die Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft durch eine größer werdende Familie oder die Schnelligkeit der Geburtenabfolge überbelastet wird. Hier kann es also Situationen geben, in denen Geburtenregelung aus Verantwortung gegenüber der Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft begründbar ist und nicht dem Mandat Gottes von vornherein widerspricht. Ritterliche Rücksicht auf die Frau und die eheliche Gemeinschaft achtet darauf, dass der Tragfähigkeit der Gemeinschaft von Mann und Frau nicht zu viel zugemutet wird.

    Dies aber ist ein Grenzfall. Denn Geburtenkontrolle zu üben mit dem Zweck, die Fruchtbarkeit überhaupt zu verhindern oder sie ohne Not für den Bestand der ehelichen Gemeinschaft einzuschränken, steht diametral gegen den Wilen Gottes mit der Stiftung der menschlichen Ehe, hindert Gott in seinem Schöpfungs- und Erhaltungswillen der Welt. Es ist also Unrecht, Sünde, eine Ehe zu schließen in der Absicht, keine Kinder haben zu wollen. Es ist ebenso Unrecht, die Zahl der Kinder von vornherein willkürlich auf ein Minimum beschränken zu wollen. Es ist auch unrecht, im Laufe der Ehe, zu irgendeinem Zeitpunkt, aus bloßer Bequemlichkeit und aus Unglauben keine weiteren Kinder haben zu wollen. Im besonderen Fall aber können die Eltern vor der Frage stehen, unter Umständen praktisch von einem Kind jeweils zum anderen, was die Ehe und die in ihr mitgestiftete Gemeinschaft noch zu tragen vermag, ohne zu scheitern.

    Freiheit und Verantwortung stehen also im Dienst der göttlichen Ordnungen und dürfen sie nicht zerstören, weder äußerlich (die Ehe durch Ehebruch, Scheidung) noch innerlich (die Ehe durch das, was ihre Gemeinschaft aufhebt und zerstört). Hier kann es also zu einem Dilemma, einen Pflichtenkollision kommen, wo der Mensch in der Verantwortung vor Gott unter Gebrauch der Vernunft unter dem Gehorsam Christi entscheiden muss.

    11. Abtreibung ist Mord, nämlich das bewusste und vorsätzliche Töten eines von Gott geschenkten Menschen im Mutterleib und darum eine schwere Sünde. (Es kann aber auch hier die Grenzsituation vorkommen, dass beim Ringen um das Leben von Mutter und Kind die Ärzte nach menschlichem Ermessen nur eine der beiden Personen retten und der anderen nicht die lebensnotwendige Hilfe geben können. Wenn dadurch das Kind stirbt, kann nicht von Abtreibung gesprochen werden.)

Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe des HErrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

    12. Elternschaft: Elternschaft ist ein von Gott gesetzter Stand und ein von Gott geordnetes Amt über den Kindern. Den Eltern sind von Gott die Kinder zu liebevoller, behutsamer, aber auch strenger und ernster Pflege und Erziehung anvertraut, damit sie auferzogen werden in Zucht und Ermahnung zum Herrn, Eph. 6,4; 5 Mose 6,7.20; Ps. 78,4; Spr. 19,18; 23,13; 29,17, damit sie Persönlichkeiten werden, die im lebendigen Glauben an Jesus Christus unter ihm als ihrem Heiland und Herrn wandeln. Die Kinder sind verpflichtet, ihre Eltern oder die, die an ihrer Statt sind, zu lieben, zu ehren, zu achten und ihnen gehorsam zu sein, soweit es nicht gegen Gottes Gebot geht, Spr. 23,22; 30,17; Eph. 6,2.3; 3 Mose 19,32; Kol. 3,20.

Eph. 6,2-4: Ehre Vater und Mutter; das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: Auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Ermahnung zum Herrn.

Spr. 19,18: Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber lass deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.

Spr. 23,22: Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird!

    13. Christus das Haupt des Hausstandes: Auch Ehe, Familie und Hausstand bekommen ihren Segen allein durch das Evangelium Jesu Christi in Wort und Sakrament, 1 Kor. 11,3; Eph. 5,30-32, und darum ist die kostbarste Zeit auch in Ehe, Familie und Hausstand diejenige unter dem Wort und darum ist jeder Christ zu regelmäßiger persönlicher und gemeinschaftlicher Bibellese anzuhalten, Kol. 3,16; Joh. 5,39, und zu regelmäßigem Besuch des Gottesdienstes seiner Gemeinde und eifriger Mitarbeit, Hebr. 10,25.

    14. Ehelosigkeit: Gott der Herr hat neben der Ehe auch etlichen die besondere Gabe der Ehelosigkeit geschenkt, nicht als einen höheren, sondern der Ehe gleichgestellten Stand, Matth. 19,12; 1 Kor. 7,37.40. Dieser Stand hat dabei die Möglichkeit des besonderen Dienstes für den Herrn in Bereichen, in denen es Verheirateten schwer fallen mag, um der notwendigen völligen Hingabe an Kraft und Zeit, 1 Kor. 7,32.34, wie es am Dienst etwa der Diakonissen sichtbar ist. Da aber dieser Stand allein Gabe des Herrn ist und er allein sie schenken und nehmen und auch die Zeit für diese Gabe bestimmen kann, so kann niemand, der in diesem Stand lebt, darüber ein Gelübde der Ehelosigkeit ablegen, denn solches liegt nicht in seiner Hand. Auch ist dieser Stand in keiner Weise besser oder Gott wohlgefälliger als die Ehe oder gar verdienstlich.

Matth. 19,12: Es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe so geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen mag, der fasse es.

1 Kor. 7,32.34.35: Ich wollte aber, daß ihr ohne Sorge wäret. Wer ledig ist, der sorget, was dem Herrn angehöret, wie er dem Herrn gefalle... Welche nicht freiet, die sorget, was dem Herrn angehöret, dass sie heilig sei, beide, am Leibe und auch am Geist; die aber freiet, die sorget, was der Welt angehöret, wie sie dem Manne gefalle. Solches aber sage ich zu eurem Nutz; nicht daß ich euch einen Strick an den Hals werfe, sondern dazu, dass es fein ist, und ihr stets und unverhindert dem Herrn dienen könnet.

 

    15. Eigentum: Es ist auch dem Christen erlaubt, Eigentum, in kleinerem oder größerem Maße, zu besitzen bzw. zu erwerben, wie wir an Abraham, Isaak und Jakob sehen, wie auch das siebente Gebot als Schutz bezeugt. Besitz an sich, auch in größerem Umfang, ist keine Sünde. Sünde wird erst der Umgang damit, wenn also Geiz, Habsucht, Geldgier, Vertrauen auf das Geld, Machtgier, Stolz, Ehrgeiz, Hochmut, Standesdünkel, Ausbeutung, Unrecht damit verbunden sind.

    16. Wie im gesamten Christenleben, so gilt gerade auch im Blick auf das Eigentum (aber auch auf alles andere, was uns fesseln, unsere Begierden, Lüste reizen kann): "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen", Matth. 6,33, und wir aus der Unterweisung durch das Predigerbuch die Vergänglichkeit auch alles Eigentums stets vor Augen haben sollen und uns daher an der Gottseligkeit genügen lassen, 1 Tim. 6,6-11.

    17. Eigentum, Besitz ist eine Gabe Gottes, 1 Sam. 2,7; Spr. 22,2 und eine dadurch gestellte Aufgabe, damit dem Nächsten zum Besten zu dienen, Spr. 22,9, und so reich zu werden an guten Werken, 2 Kor. 9,8.

Spr. 22,2: Reiche und Arme müssen untereinander sein, der Herr hat sie alle gemacht.

Spr. 22,9: Ein gutes Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.

2. Kor. 9,8: Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habet und reich seid zu allerlei guten Werken.  

 

    18. Arbeit: Die Arbeit ist kein notwendiges Übel, sondern eine gute, schon im Paradies, 1. Mose 2,15, von Gott gesetzte Ordnung, die auch in der gefallenen Welt weiter besteht, nun aber mit viel Mühe und Not verbunden ist, 1. Mose 3,17-19, aber der Christ sie dennoch als von Gott Begnadigter tut.

    19. Gott hat die Arbeit geordnet, 2. Mose 20,9, weil er dadurch uns natürlicherweise ernähren und mit den nötigen Gütern dieser Welt betrauen will, Ps. 128, 2; 1. Thess. 4,11; 2. Thess. 2,12; Spr. 14,23; andererseits er dadurch auch den Bedürftigen helfen möchte, Eph. 4,28, und wir Mittel haben sollen, um sie für das Reich Gottes einzusetzen, 2. Kor. 9; Gal. 6,6; 1. Kor. 9,7-11. Im Blick auf alle Arbeit gilt, dass sie im Herrn, unter dem Herrn, in Verantwortung vor ihm geschehen soll, Kol. 3,17.22-4,1 und daher alle Tätigkeit, die dem Worte Gottes entgegenläuft, also letztlich den Schaden von Menschen direkt oder indirekt beabsichtigt oder zumindest in Kauf nimmt, an Besitz, Leib, Seele, Gesundheit oder die Schöpfung Gottes (Umwelt) bewusst oder unbewusst oder nachlässig schädigt oder es in Kauf nimmt oder sonst gegen Gottes Gebot streitet und Sünde ist oder zur Sünde verführt böse ist und Sünde und daher unbedingt zu meiden. Nur da, wo Gott selbst, durch uns, baut, wird recht gebaut, alles andere ist umsonst, Ps. 127,1.2. Es gilt dabei, wie in unserem ganzen Leben, so auch im Blick auf unsere Arbeit, dass wir in allem täglich viel sündigen und daher täglicher Buße und Vergebung bedürfen.              

1. Thess. 4,11: Und ringet danach, dass ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben.

2. Thess. 3,10: So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.

Ps. 128,2: Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast's gut!

Eph. 4,28: Wer gestohlen hat, der stehe nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Guts, auf dass er habe, zu geben dem Dürftigen.

Gal. 6,6: Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet.

2. Kor. 9,1: Denn von solcher Steuer, die den Heiligen geschieht, ist mir nicht not, euch zu schreiben.

Kol. 3,17.22-4,1: Und alles, was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn... Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen; und wisset, dass ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christus. Wer aber unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt.

Ps. 127,1.2: Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst. Es ist umsonst, dass ihr frühe aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend.

    20. Falsche Lehre ist daher: dass die Ehe eine menschliche Einrichtung sei; dass die Ehe ein Produkt einer bestimmten Kultur sei; dass die Verbindung von Menschen zu einer Lebensgemeinschaft von Zeit, Kultur, Volk, Rasse, Stand abhänge; dass es auch außerhalb der Ehe geschlechtliche Gemeinschaft geben dürfe; dass es keine ehehinderlichen Verwandtschaftsgrade gäbe; dass die Zustimmung der Eltern oder ihrer Vertreter nicht gesucht werden sollte; dass Scheidung auch aus anderem Grund als Ehebruch zulässig sei; dass Wiederverheiratung generell auch für den zulässig sei, der nicht unschuldig um Ehebruchs willen geschieden wurde; dass der Zweck der Ehe nur die Fortpflanzung sei; dass der Mann nicht das Haupt der Frau sei; dass Homosexualität Krankheit und nicht Sünde sei; dass Abtreibung zulässig sei; dass Geburtenkontrolle und Geburtenplanung generell zulässig seien; dass die Eltern nicht von Gott über die Kinder gesetzt seien; dass die Ehe ein Sakrament sei; dass die Ehe nicht ein weltlicher, bürgerlicher, sondern ein geistlicher Stand sei; dass Pfarrer nicht heiraten dürften; dass Ehelosigkeit ein höherer geistlicher Stand wäre als die Ehe.

 

    21. Von der Obrigkeit oder dem Staat: Die Obrigkeit, und damit der Staat, ist eine göttliche, bürgerliche Ordnung, nämlich Gottes Reich zur Linken, das Machtreich, in dem er auch regiert, aber für uns oft verborgen, und dies ausübt durch Menschen. Jegliche Obrigkeit, die Gewalt über uns hat, ist als von Gottes Gnaden gegeben anzusehen und daher jeglicher Aufruhr oder Revolution gegen die Obrigkeit untersagt, Röm. 13,1.2.

    22. Auch die Obrigkeit, die auf unrechtem Wege in ihr Amt gekommen ist (z.B. Umsturz, Revolution), ist als Obrigkeit zu achten - Gott aber wird sie dereinst zur Verantwortung ziehen.

    23. Die Obrigkeit ist von Gott eigentlich gesetzt, dass sie des Landes Vater sei und Fürsorge für das ihr von Gott anvertraute Volk übe, 1 Mose 41,43, und die fördere und ihnen diene, die Gutes tun, die aber bestraft, die Böses tun, ohne aber in ein fremdes Amt (des Hausstandes oder der Kirche) zu greifen, 1 Petr. 4,15. Verlangt die Obrigkeit etwas, das gegen Gottes Ordnung und Gebot ist, so darf ihr nicht gehorcht werden, denn wir sollen Gott mehr gehorchen als den Menschen, Apg. 5,29.

    24. Auch eine solche Obrigkeit, die Unrecht tut, ist weiterhin Obrigkeit, auch wenn ihr nicht in allem gehorcht werden darf und wir darum leiden müssen, 1 Petr. 2,18.

    25. Gott hat in der Heiligen Schrift keine bestimmte Staats-, Regierungs- oder Gesellschaftsform vorgeschrieben, sondern jedes Volk in einem Staat kann dies in freier Entscheidung unter Beachtung des natürlichen Rechts ordnen.

    26. Der Staat soll oder kann weder nach der Bibel insgesamt, noch nach dem Gesetz der Bibel oder der Bergpredigt oder nach dem Evangelium regiert werden (wiewohl eine gute Obrigkeit gerne lernt von den Ordnungen und Weisen, wie sie gerade im Alten Testament auch als Vorbild für uns stehen), denn diese Dinge gehören in Christi Reich, das nicht von dieser Welt ist, Joh. 18,36, sondern nach dem Gewissen und der Vernunft, Spr. 13,16; 20,18; Röm. 2,15; 2 Mose 23,2.8; Spr. 8,15. 

    27. Auch ein Christ darf ein obrigkeitliches Amt ausüben (s. Hauptmann Cornelius, der Hauptmann von Kapernaum, Sergius Paulus als Statthalter von Zypern).

Röm. 13,1.2: Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun gegen die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.

Röm. 13,3.4: Denn die Gewaltigen sind nicht bei den guten Werken, sondern bei den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben; denn sie ist Gottes Dienerin dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.

Apg. 5,29: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

1 Petr. 2,18: Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen.

Spr. 13,16: Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Narr aber breitet Narrheit aus.

Spr. 20,18: Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führet; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

Spr. 8,15: Durch mich regieren die Könige und die Ratsherren setzen das Recht.                      

 

    28. Das Schwertamt der Obrigkeit: Die Obrigkeit hat das Recht (und die Pflicht), bewaffnete Kräfte aufzustellen, um nach innen und nach außen Ordnung und Frieden zu sichern (Polizei und Armee), wozu ihr Gott auch das Schwert gegeben hat, Röm. 13,4. In Ausübung dieses Amtes hat die Obrigkeit durch diese Kräfte auch das Recht von Gott als Gottes Dienerin verliehen bekommen zu töten.

    29. Die Obrigkeit hat auch das Recht und die Pflicht, Gerichte zu unterhalten und zu richten.

    30. Die Obrigkeit hat in Ausübung des Schwertamtes auch das Recht, einen gerechten Krieg zu führen, nämlich das eigene Land oder verbündete Staaten gegen Angriffe von außen zu verteidigen.

    31. Auch Christen dürfen Dienste in diesem obrigkeitlichen Schwertamt ausüben (s. Hauptmann von Kapernaum, Hauptmann Cornelius). Da aber, wo die Obrigkeit Sünde, Verbrechen von ihm fordert (z.B. Diskriminierung oder Verfolgung völkischer, rassischer, religiöser, sozialer Minderheiten; Teilnahme an einem Angriffskrieg), ist der Christ zu passivem Widerstand verpflichtet.

 

    32. Vom Eid: Ein Christ darf mit gutem Gewissen schwören, nämlich Gott zum Zeugen der Wahrheit und Rächer der Unwahrheit anrufen, wenn es die Ehre Gottes, die Not des Nächsten und das Gebot der Obrigkeit erfordern. Gott verbietet aber zugleich jeglichen falschen Eid und jegliche Zweideutigkeit.

Hebr. 6,16: Die Menschen schwören wohl bei einem Größeren, als sie sind; und der Eid macht ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibt unter ihnen.

Röm. 1,9: Denn GOtt ist mein Zeuge, welchem ich diene in meinem Geist am Evangelium von seinem Sohn, daß ich ohne Unterlaß euer gedenke.

2 Kor. 1,23: Ich rufe aber GOtt zum Zeugen an auf meine Seele, daß ich euer verschonet habe in dem, daß ich nicht wieder nach Korinth gekommen bin.

Matth. 5,37: Eure Rede aber sei: Ja,ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel.

 

    33. Von Staatenbünden: Gott hat in der Schrift den Zusammenschluß von Staaten in größeren Bündnissen, Gemeinschaften oder zu Staatenbünden oder Bundesstaaten nicht verboten, sondern in die Freiheit der Regierungen und Völker gestellt. Gerade in der letzten Zeit, je näher die Wiederkunft Christi und der Jüngste Tag rückt, desto mehr wird die regionale und noch mehr die globale Verbindung der Staaten und Regierungen (UNO, Neue Weltordnung, Weltgerichtshof) einen betont antichristlichen Charakter annehmen und ist Teil ist antichristlichen Machtzusammenballung, in der Verbindung von Weltmacht und antichristlicher geistlicher Macht (Papsttum und seine Verbündeten) gegen die bibeltreue Gemeinde Jesu Christi, s. Offenb. 13; 16,14; 17,14; 20,7-9.

    34. Die Völkerordnung, wie sie aus der Sprachenverwirrung 1. Mose 11 hervorgegangen ist, ist eine Notordnung gegen die Allmacht der Sünde in dieser Welt und der Versuch, sie durch globale Ordnungen (bis hin zu einer Welteinheitssprache oder Weltverkehrssprache) zu überwinden, ist Teil der endzeitlichen antichristlichen (Un-)Ordnung.

 

    35. Falsche Lehre ist: dass Obrigkeiten oder Regierungen Produkte freier menschlicher Übereinkunft (Contrat social) wären; dass ‚ungerechte’ oder ‚tyrannische’ Regierungen auch gewaltsam gestürzt werden dürften; dass aktiver Widerstand gegen die Regierung erlaubt sei; dass der Regierung in allen Dingen unbedingt zu gehorchen sei; dass ein Christ nicht Teil der Obrigkeit sein dürfe; dass ein Christ nur Teil einer solchen Obrigkeit sein dürfe, die sich Gott unterworfen habe; dass der Staat nach der Bibel, dem Gesetz der Bibel, der Bergpredigt oder dem Evangeliuim zu regieren sei; dass eine Regierung keine Armee unterhalten und keine Todesstrafe ausüben dürfe; dass ein Christ nicht Soldat sein dürfe; dass ein Christ keinen Eid leisten dürfe.

 

    36. Von der Trennung von Kirche und Staat (Zwei-Reiche-Lehre): Christus hat zwei Weisen, in dieser Welt zu regieren: nämlich sein Reich zur Rechten oder Gnadenreich (Gemeinde oder Kirche) und sein Reich zur Linken oder Machtreich (Staat), in denen er auf unterschiedliche Weise herrscht und die beide darum von ihrem Wesen und der Art, wie Christus in ihnen regiert, völlig verschieden und darum auch streng voneinander getrennt sind, Joh. 18,36; Matth. 22,21.

    37. Beide Reiche müssen daher, sowohl was die Ausübung ihrer Ämter als auch ihre äußere (institutionelle) Ordnung angeht, streng getrennt sein und dürfen nicht vermengt werden, weder zu einem Kirchenstaat noch zur Bildung einer Staatskirche, d.i. weder darf die Kirche über den Staat regieren oder seine Politik bestimmen, noch darf der Staat die Kirche regieren oder in ihr Amt, ihre Verkündigung eingreifen oder in ihre Ämter einsetzen. (Die geistliche Unterweisung z.B. der Kinder und Jugendlichen kann und darf daher in keiner Weise, direkt oder indirekt, vom Staat reguliert, ausgeführt oder mitbestimmt werden, sondern gehört in das vom Staat völlig getrennte Amt der Kirche.)

    38. Es ist nicht Aufgabe des Staates, und das Wohl und Gedeihen der Kirche auch nicht davon zu erwarten, daß der Staat die Kirche fördere (wiewohl Angehörige der Obrigkeit als Glieder der Gemeinde Jesu Christi allerdings auch in der Gemeinde tätig sein dürfen und sollen), außer dass er durch äußere Ordnung und Frieden den Rahmen für ein gutes Gedeihen stellt.

    39. Es ist ebenso nicht Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi, der Obrigkeit über das natürliche Recht hinaus und dem Aufzeigen von Sünde und Unrecht vor Gott politische Handlungen vorzuschreiben. Die Gemeinde Jesu Christi und jeder einzelne Christ soll dagegen seines Staates Bestes suchen und auch für die Obrigkeit zu Gott flehen, Jer. 29,7; 1 Tim. 2,1.2.

 

    40. Religionsfreiheit: Der Staat muss, da er strikt von der Gemeinde zu trennen ist, Religionsfreiheit gewähren. Dabei behält der Staat über die verschiedenen Religionsgemeinschaften in sofern ein Aufsichtsrecht, als sie zugleich immer Vereinigungen seiner Bürger sind.

Joh. 18,36: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dieser Welt.

Matth. 22,21: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Jer. 29,7: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn's ihr wohlgehet, so gehet es euch auch wohl.

1 Tim. 2,1.2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf dass wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.                           

    41. Falsche Lehre ist: dass Gemeinde und Staat sich wie zwei konzentrische Kreise zueinander verhielten und der Staat durch die ‚Christengemeinde’ bestimmt würde; dass Christi Königsherrschaft in seinem Reich zur Linken nach derselben Weise sich vollziehe wie im Reich zur Rechten; dass die Kirche ein politisches Amt habe; dass der Staat die Kirche regiere; dass die Gemeinde eine Kultureinrichtung des Staates oder innerhalb des Staates sei; dass die Gemeinde eine Erziehungseinrichtung im Staate sei; dass der Staat im Amt der Kirche mitbestimmen dürfe; dass die Gemeinde vom Staat ihr Wohlergehen oder Förderung erwarten solle; dass die Gemeinde Sünde und Unrecht gegen Gottes Ordnung durch den Staat nicht strafen dürfe.

 

 

XXVIII. Vom Antichristen und der Gemeinde Jesu Christi in der Endzeit

 

    1. In der letzten Zeit oder Endzeit, die mit der Himmelfahrt unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus endgültig angebrochen ist, sind nicht nur viele Einzelne, die sich gegen Christus und sein Wort stellen, die vielen Irrlehrer, 1 Joh. 2,18, die falschen Propheten und falschen Christusse, die durch große Zeichen und Wunder versuchen werden, auch die Gemeinde zu verführen und viele verführen, Matth. 24,11.24, die ‚Herr, Herr’ sagen und vorgeben, in seinem Namen Teufel auszutreiben und zu heilen und die der Herr dennoch nicht als die Seinen kennt, Matth. 7,21-23, sondern es kommt in dieser letzten Zeit der Antichrist, der sich an die Stelle Christi und gegen ihn setzt und der durch die vielen Antichristen schon angekündigt und vorbedeutet wird, 1. Joh. 2,18, ja, dessen Bosheit sich schon regte in der Apostelzeit, der damals aber noch aufgehalten wurde, 2 Thess. 2,7, der also nicht nur eine Einzelperson sein kann, sondern umfassender ist, 1 Joh. 2,18.22; 4,3; 2 Joh. 7.

    2. Der in der Schrift vor der Wiederkunft unseres Herrn und Heilandes auftretende Antichrist ist der ‚Mensch der Sünde, der Gesetzlosigkeit’, der also nicht Gottes Gesetz anerkennt, sondern neben, gegen und über Gottes Gesetz eigene setzt und eine eigene Ordnung des Heils gegen Gottes Ordnung bringt, der ein Kind ist des Verderbens und den großen Abfall hervorbringt, in die Irre führt, Sach. 14,2.6.7; 2 Joh. 7, nämlich dass er die Menschen hindert daran, durch das Evangelium von der Rechtfertigung allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst für uns willen, allein durch den Glauben selig zu werden und die, die schon im Glauben stehen, sucht, davon abzuführen auf den Weg selbstgemachter oder mitgemachter Erlösung, 2. Thess. 2,3. Darum wird er auch bezeichnet als derjenige, der den Vater und den Sohn leugnet, weil er den Christus für uns, den Kern der Schrift, nicht hat, nämlich dass Christus wahrer Gott blieb und wahrer Mensch wurde, um unser einziger Erlöser zu sein und eine vollkommene Erlösung erworben hat und sie uns frei, umsonst zueignet durch das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl, 1 Joh. 2,22; 4,3.

    3. Der Antichrist wird uns weiter beschrieben als ein ‚Widerwärtiger, der sich erhebt über alles, was Gott und Gottesdienst heißt’, 2. Thess. 2,4; Dan. 11,36, der also gegen und über Gottes Wort hinaus verbindliche Lehre setzt, gegen und über Gottes Wort hinaus gewissensverbindliche Gesetze gibt und einen neuen, von Gott nicht gebotenen, Gottesdienst einrichtet, Dan. 4,25; 11,36-38 - und vor allem: Bei all dem in der Kirche sitzt, also in der Schar derer, bei denen das Evangelium doch noch irgendwie im Schwange ist, weshalb es auch noch Gotteskinder darunter gibt, und vorgibt, er sei Gott, 2. Thess. 2,4, nämlich göttliche Ehrung haben will und auch Schriftaussagen über Gott auf sich bezieht.

    4. Äußerlich tritt er auf mit großen, aber lügenhaften Zeichen und Wundern, die aus der Kraft Satans geschehen und viele verführen, die nicht allein an der Wahrheit der Schrift Gottes bleiben, 2. Thess. 2,9-12; Offenb. 13,11 ff. Gott aber hat auch verheißen, dass er den Boshaften, den Antichristen, offenbar macht, damit die wahrhaften Christen gewarnt sind, 2 Thess. 2,8.

    5. Es handelt sich bei dem Antichristen nicht um eine nur einzelne Person, er ist auch nicht eine Person der Weltpolitik ist - wiewohl er eng mit der Politik zusammenarbeitet und Weltmacht und antichristliche Kirche verbunden sind gegen die bibelgläubige Gemeinde Jesu Christi, Offenb. 12,1-6; 13,1-10; 16,12-16; 17,7-14 -, er wird auch nicht erst noch kommen, sondern es handelt sich, wie aus den Stellen im zweiten Thessalonicherbrief und im ersten Johannesbrief deutlich wird, um eine Macht, die, teils offen, teils mehr verborgen, in der gesamten Zeit der neutestamentlichen Gnadenzeit am Wirken ist und in der letzten oder kleinen Zeit, Offenb. 20,7-9, noch einmal mit letzter Kraft und Anstrengung versuchen wird, die Gemeinde des Herrn zu vernichten. Die evangelisch-lutherische Kirche bekennt, dass es sich bei dieser Macht um das Papsttum handelt, wie es auch durch die lutherische Reformation entlarvt wurde. Das Papsttum sitzt allerdings in der Kirche, da auch innerhalb der römisch-katholischen Kirche noch die rechte Taufe in Gebrauch ist und das Evangelium zumindest verlesen wird, also noch Menschen wiedergeboren werden. Zugleich aber ist das Papsttum eine Macht, die keine Grundlage in der Bibel hat und eine unbiblische hierarchische und unumschränkte Herrschaft in der Kirche aufgerichtet hat mit gesetzgebender, ausführender und richtender Gewalt in einem (gegen Matth. 20,25-28). Vor allem aber ist es das Papsttum, das sich gegen Gott setzt und einen neuen, anderen Gottesdienst aufgerichtet hat: indem es für sich in Anspruch nimmt, ohne die Schrift Gottes Lehre zu setzen (z.B. Unfehlbarkeit des Papstes, Mariä Himmelfahrt), indem es für sich in Anspruch nimmt, jenseits der Schrift gewissensverbindliche Gesetze zu erlassen (z.B. Zölibat, Speise- und Fastengesetze, Ehegesetze, Beichtzwang, Hierarchie). Im Zentrum aber steht, dass es das Papsttum ist, das der Inbegriff ist des Abfalls von Christus, weil es Christus die Ehre nimmt und sein Erlösungswerk zerstört: weil es die Rechtfertigung, den Freispruch des Sünders im Jüngsten Gericht, nicht allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, allein durch den Glauben dem Sünder, Gottlosen zuspricht, sondern Gnade als eingegossene Kraft bezeichnet, durch die der Sünder gerecht werden soll, Glauben nicht als bloße Nehmehand, sondern als Tugend, Qualität, Werk beschreibt, das wir Gott bringen; die Bekehrung nicht allein aus Gnaden, sondern auch mit freier menschlicher Zustimmung geschehen lässt; die Bewahrung im Glauben nicht allein der Gnade Gottes, sondern auch dem menschlichen Wirken zuschreibt; leugnet, dass  der Wiedergeborene Sünder und Gerechtfertigter zugleich ist und darum stets noch der Vergebung bedarf; leugnet, dass das Evangelium im Wort das ganze Heil schenkt; die Fülle des Heils in Christus bindet an das Papsttum, die römische Hierarchie, das römische Priesteramt und die durch die Priester gespendeten Sakramente; weil es Christus lästert durch das Messopfer (Eucharistie) als einer „unblutigen“ Wiederholung des Opfers Christi am Kreuz und einer Hingabe der Gemeinde; weil es Christus lästert durch die Verehrung Marias und der Heiligen; weil es Christus lästert und sein Erlösungswerk angreift durch Ablass, Reliquien, Wallfahrten.

    6. Das Papsttum zeigt sich dabei auch bis heute mit großen lügenhaften Zeichen und Wundern, etwa besonderen Heilungen im Zusammenhang mit dem Marienkult (z.B. Mariä Einsiedel, Lourdes) oder Weissagungen im Zusammenhang mit dem Marienkult (z.B. Fatima) und tritt auf im engen Verband der Weltmächte (auch mit dem Anspruch, Oberherr aller Regierungen zu sein (Corpus Iuris Canonicum)), um so seine Herrschaft weltweit zu etablieren bzw. neu zu festigen (z.B. UNO).

    7. Wir erleben heute gerade im Zusammenhang mit dem Papsttum eine unionistische, ja, synkretistische Sammlung einer Ökumene, hin zu einer Welteinheitsreligion, als Wagenburg gegen die bibelgläubige Gemeinde Jesu Christi, eine Sammlung, die unter dem Vorzeichen der ‚Einheit’ steht und viele verführt.

1. Joh. 2,18.22: Kinder, es ist die letzte Stunde; und wie ihr gehöret habt, daß der Widerchrist kommt, und nun sind viele Widerchristen geworden; daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist... Wer ist ein Lügner, wenn nicht, der da leugnet, dass Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet.

2. Joh. 7: Denn viele Verführer sind in die Welt gekommen, die nicht bekennen Jesus Christus, dass er in das Fleisch gekommen ist. Dieser ist der Verführer und der Widerchrist.

Matth. 24,24: Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, dass verführet werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten.

2. Thess. 2,3-12: Lasset euch von niemand verführen in irgendeiner Weise! Denn er kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbaret werde der Mensch der Sünde und das Kind des Verderbens, der da ist ein Widerwärtiger und sich überhebet über alles, was Gott oder Gottesdienst heißet, also dass er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich vor, er sei Gott. Gedenket ihr nicht daran, dass ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, dass er offenbaret werde zu seiner Zeit. Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne dass, der es jetzt aufhält, muss hinweggetan werden. Und alsdann wird der Boshaftige offenbaret werden, welchen der Herr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und wird seiner ein Ende machen durch die Erscheinung seiner Zukunft, des, welches Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans mit allerlei lügenhaften Kräften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür, dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, dass sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, dass sie glauben der Lüge, auf dass gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit.

    8. Falsche Lehre ist: dass der Antichrist nur eine Einzelperson wäre; dass der Antichrist noch zukünftig sei; dass der Antichrist nicht eine kirchliche, sondern eine politische Größe sei; dass das heutige Papsttum etwas anderes sei als dasjenige zur Zeit der Reformation; dass mit dem Antichristen nicht eine bewusste und besondere antichristliche Macht gemeint sei, sondern nur allgemein Feinde der Gemeinde Jesu Christi.

 

    9. Die Gemeinde Jesu Christi steht in der gesamten Gnadenzeit des Neuen Testamentes als den tausend Jahren und der kleinen Zeit in der Endzeit und ist darum auch immer in besonderer Weise Trübsal, Anfechtung, Verfolgung ausgesetzt, insbesondere aber in der kleinen Zeit als dem letzten Höhepunkt des antichristlichen Ansturms gegen die Gemeinde des Herrn, Offenb. 20,7-9, während in der Zeit zuvor (‚tausend’ Jahre) der Satan, trotz aller Anfechtung der Gemeinde, sie nicht wesentlich hindern darf, das Wort über die ganze Welt auszubreiten, die Heiden und alle Antichristlichen nicht zu einem umfassenden Ansturm gegen die Gemeinde versammeln darf.

    10. Die Gemeinde hat teil an all dem Leid, das über die gefallene Welt kommt, wie Kriege und Kriegsgeschrei, Matth. 24,6; Offenb. 6,3.4, Teuerung, Matth. 24,7; Offenb. 6,5.6, Naturkatastrophen, Seuchen, Krankheiten, Matth. 24,7; Offenb. 6,7.8. Gerade zu diesem Leid der Welt allgemein wird dann die ungläubige Welt im allgemeinen und der Antichrist im besonderen noch den Gräuel der Verfolgung der Gemeinde setzen, Matth. 24,8.9; Offenb. 6,9-11; 12,1-6.13-17. Dennoch aber wird auch in all dieser Zeit das Wort Gottes siegreich in alle Welt hinausgehen, Offenb. 6,2; 11,3-7, bis Jesus Christus wiederkommt am Jüngsten Tag, Matth. 24,14, und wird Christus mit seinem Endgericht all der Verfolgung seiner Gemeinde ein Ende setzen und wird triumphieren, Offenb. 6,12-17; 11,15-19; 14,14-20; 18; 19. Trotz aller äußeren Not und Verfolgung wird Gott der Herr seine Gemeinde zu aller Zeit bewahren und durchtragen, Sach. 12,8-10; 14,3-5; Offenb. 7,1-8; 11,2; 14,1-13, und erhört auch das Schreien seiner Gläubigen, Offenb. 8,2-5, und sendet schon in dieser Welt seine Plagen über die Ungläubigen, nämlich viel Irrlehre, falsche Propheten und Verführung, diejenigen zu verführen, die der Wahrheit nicht gehorchen wollen, 2. Thess. 2,10-12; Offenb. 8,6-12, innere Qualen durch die falsche Lehre, Offenb. 9,1-12, äußere Not durch Feuer und Schwert, (etwa des Kommunismus oder des Islam), Offenb. 9,13-21, furchtbare Plagen und Tod, Offenb. 16,1-11. Wohl wird der Antichrist immer wieder versuchen, das unverfälschte Zeugnis von Jesus Christus auszulöschen, aber es wird ihm nicht gelingen, Offenb. 11,9-11.       

    11. Die Verfolgung der Gemeinde erfolgt nicht allein durch die geistliche Gegenmacht, sondern immer wieder auch durch die mit ihr verbündete Weltmacht, Dan. 11,36; Offenb. 13,1-10, wobei Weltmacht und Papstmacht auch immer wieder (s. Mittelalter) auf das engste verbunden sind, Offenb. 17,7-14, (aber die Weltmächte immer wieder sich auch gegen die sie beherrschen wollende Papstmacht auftreten, aber immer nur teilweise, Offenb. 17,15-18) ja, die Papstmacht, als das zweite Tier, selbst umfangreiche weltliche Macht besitzt und einsetzt, Offenb. 13,11 ff., zugleich aber geistlich ist, als Macht ‚von der Erde’ (von unten) durch höllische Künste versucht, ein dem Reich Christi täuschend ähnliches antichristliches Reich zu bauen, mit vielen lügenhaften Kräften, Zeichen und Wundern (s.o.), 2 Thess. 2,9.10. Die antichristliche Macht wächst einerseits immer stärker an - aber mit dem letzten Höhepunkt des Antichristen in der kleinen Zeit ist dann auch die Zeit des Endgerichtes gekommen, Offenb. 16,12-21.

    12. Falsche Lehre ist: dass die Gemeinde vor der großen Trübsal entrückt würde; dass es eine Zeit gäbe, in der die Gemeinde nicht mehr auf Erden sei, aber das Jüngste Gericht noch nicht stattfinde; dass es eine Zeit geben werde vor dem Jüngsten Tag, in der die Gemeinde nicht mehr unter dem Kreuz, in der Trübsal sein werde, sondern in einem umfassenden Friedensreich.

 

 

XXIX. Vom Tod und vom Zustand der Seelen nach dem Tod

 

    1. Der Tod war nicht von Anbeginn an in der Schöpfung, sondern ist vielmehr das vorhergesagte Resultat des Sündenfalls unserer Ureltern Adam und Eva, Röm. 5,12; 6,23.

    2. Nach der Schrift Gottes unterscheiden wir zwischen dem geistlichen, zeitlichen und ewigen Tod. Seit dem Sündenfall unserer Ureltern müssen alle Menschen den zeitlichen Tod erleiden (nur Henoch und Elia wurden aus Gnaden direkt in den Himmel aufgenommen), auch die an Christus Gläubigen. Alle Menschen werden nach dem Bilde des gefallenen Adams, 1 Mose 5,3, im geistlichen Tod, in Erbsünde und Erbverderben geboren, Ps. 51,7; Joh. 3,6; Eph. 2,1-3; 1 Mose 8,21, also in der Gottesferne, und stehen unter dem Zorn und Verdammungsurteil Gottes, Röm. 6,23. Alle die nun, die nicht vor dem zeitlichen Tod, also der Trennung von Leib und unsterblicher Seele, Pred. 12,7; Luk. 12,20, durch das Evangelium in Taufe und Wort durch den lebendigen Gott wiedergeboren, bekehrt wurden zum rettenden Glauben an Jesus Christus (erste Auferstehung), gehen durch den zeitlichen Tod, wie durch eine Tür, ein in den ewigen Tod, die ewige Gottesferne, die ewige Verdammnis in der Hölle, Matth. 25,46; Joh. 3,36; Mark. 9,44.

    3. Für die aber, die in diesem Leben durch das Evangelium wiedergeboren, zu Gottes Kindern werden, für die ist der zeitliche Tod nur die letzte Reinigung des Leibes und der Übergang in die ewige Herrlichkeit bei Jesus Christus.  

Röm. 5,12: Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben.

Röm. 6,23: Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe GOttes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

1 Mose 5,3: Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugete einen Sohn, der seinem Bilde ähnlich war, und hieß ihn Seth.

Joh. 3,6: Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.

Eph. 2,1-3: Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr einst gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrschet, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, unter welchen wir auch alle einst unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches, und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern.

1 Mose 8,21: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

Pred. 12,7: Denn der Staub muß wieder zu der Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.

Luk. 12,20: Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wes wird's sein, das du bereitet hast?

Matth. 25,46: Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Mark. 9,44: ... in die Hölle, in das ewige Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlischt.      

    4. Falsche Lehre ist: dass der Tod von Anfang an bei den Lebewesen gewesen sei; dass der zeitliche Tod das völlige Ende von Seele und Leib wäre, eine ‚Vernichtung’; dass der Mensch den geistlichen Tod aus eigener Anstrengung oder zumindest durch eigenes Mitwirken überwinden könne; dass der Mensch etwas dazu beitragen könne, müsse, um schließlich das ewige Leben zu erlangen; die Leugnung der Hölle als den Ort ewiger Pein und Qual; dass es schließlich für alle Menschen, ja sogar für den Teufel und seine Engel, ein Ende der Verdammnis, Pein gäbe; dass auch die Seele sterblich sei; dass es keinen Tod gebe.

 

    5. Im Augenblick des Todes treten die Seelen in ihren ewigen Wohnort ein, entweder in den Himmel, um die ewigen Segnungen zu genießen, oder in die Hölle, um die ewige Verdammnis zu erleiden, Luk. 23,43; 2 Kor. 5,8; Phil. 1,23; 1 Petr. 3,19. Einen dritten Aufenthaltsort neben Himmel und Hölle, etwa ein allgemeines ‚Totenreich’, kennt die Heilige Schrift Gottes nicht. Das mit dem Tode ausgesprochene Gerichtsurteil Gottes ist vielmehr endgültig und wird im Jüngsten Gericht öffentlich bestätigt, Luk. 2,29; 23,43; Hebr. 9,27.

    6. Die Seelen befinden sich nach dem Tode nicht in einem bewusstlosen Zustand, auch der Seelenschlaf nicht besagt, dass sie bewusst- oder empfindungslos seien, sondern erlöst von der Arbeit und dem Kummer des irdischen Lebens. Sie nehmen aber nicht Teil an dem, was auf Erden vor sich geht in dem Sinne, dass sie um uns wüssten, denn Abraham weiß von uns nicht, und Israel kennet uns nicht, Jes. 63,16, weshalb es auch von der Seite her unsinnig ist, sie anzurufen um Fürbitte. Die Seelen der Verstorbenen stehen auch nicht in Kontakt mit dieser Welt, und jeder Versuch, solch einen Kontakt herzustellen (Spiritismus), ist eine teuflische Kunst, Luk. 16,27-29 ; 5 Mose 18,10-12.

    7. Weil mit dem Tode schon das Gericht vollzogen ist, gibt es nach dem Tode keine Erlösung mehr, keine zweite Bewährungszeit, keine Reinigung (Fegfeuer), keine Möglichkeit der Umkehr, auch keine Rettungspredigt, Spr. 11,7; Pred. 11,3; Matth. 25,20; Luk. 16,26; 2 Kor. 6,2.

Luk. 23,43: Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.

2 Kor. 5,8: Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn.

Phil. 1,23: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein.

1 Petr. 3,19.20: In demselben ist er auch hingegangen und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubeten, da Gott einstmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche zurüstete, in welcher wenig, das ist, acht Seelen, behalten wurden durchs Wasser.

Luk. 2,29: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast.

Hebr. 9,27: Und wie den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.

5 Mose 18,10-12: Dass nicht unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein Wahrsager oder ein Tagewähler, oder der auf Vogelgeschrei achte, oder ein Zauberer, oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter, oder der die Toten frage. Denn wer solches tut, der ist dem Herrn ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt sie der Herr, dein Gott, vor dir her.

Spr. 11,7: Wenn der gottlose Mensch stirbt, ist Hoffnung verloren; und das Harren der Ungerechten wird zunichte.   

    8. Falsche Lehre ist: dass mit dem leiblichen Tod noch nicht das Gericht und die Scheidung eintrete, sondern zunächst ein Zwischenzustand (‚Totenreich’); dass es nach dem leiblichen Tod noch eine Zeit der Bewährung, Umkehr, Errettung gebe; dass nach dem leiblichen Tode noch eine Reinigung und Ableistung von zeitlichen Sündenstrafen stattfänden; dass die Seele zwischen Tod und Auferstehung in einem bewusstlosen Zustand sei; dass die Verstorbenen mit den Lebenden in Verbindung ständen.   

 

 

XXX. Von der Wiederkunft Jesu Christi

 

    1. Jesus Christus wird noch einmal auf diese Welt kommen, für alle sichtbar, wahrer Gott und wahrer Mensch, und in aller Herrlichkeit, mit den Heerscharen seiner Engel, nämlich zum Jüngsten oder Letzten Gericht, womit er die Geschichte im allgemeinen und die Gnadenzeit im besonderen beendet und sein Gnadenwerk an den Gläubigen vollendet, indem er sie in den Himmel aufnimmt, Matth. 25,31-46; Joh. 14,3; Apg. 1,11; 17,31; 2 Thess. 1,7-10; Offenb. 1,7 und das Gericht an den Ungläubigen vollzieht, Matth. 25,31-46.

    2. Jesus Christus kommt nicht wieder, um ein Friedensreich mit seiner Gemeinde hier auf Erden zu errichten (ebensowenig, wie er des der Gemeinde schenkt, vor seiner Wiederkunft ein solches Reich zu errichten, Postmillenialismus), sondern er kommt zum Gericht, einem Gericht, in dem Himmel und Erde im Feuer vergehen werden, 2 Petr. 3,10, ein Gericht, in dem er die Gläubigen und Ungläubigen von einander scheiden wird, Matth. 25,31-46. Christi Reich ist nicht von dieser Welt, Joh. 18,36, weshalb weder er noch seine Gemeinde ein irdisches Reich mit irdischer Herrschaft errichten werden; der Weg der Gemeinde bis zum Jüngsten Tag ist ein Weg unter dem Kreuz, nämlich durch viel Trübsal hinein ins Reich Gottes, Apg. 14,22, und dem widerspricht, dass noch auf Erden eine Zeit kommen sollte, die ohne diese Trübsal ist. Die Zeit vor dem Jüngsten Gericht ist eine Zeit der Verführung durch falsche Lehrer, eine Zeit von Kriegen und Kriegsgeschrei, Matth. 24, nicht von einem ‚Friedensreich’.

    3. Das Binden Satans, Offenb. 20,1.2, ist nicht etwas Zukünftiges, sondern etwas, was durch Jesu Sieg auf Golgatha bereits stattfand, da er dort das Gefängnis gefangen geführt hat und hat einen Triumph aus ihm gemacht öffentlich, Ps. 68,19; Eph. 4,8; Kol. 2,15, weshalb überhaupt Weltmission, trotz aller Widerstände, in dieser Weise möglich war. Die Verführung der Heiden, die in der kleinen Zeit geschieht, Offenb. 20,3, ist eine Verführung zum Streit gegen die Gemeinde, Offenb. 20,8.9. Die Herrschaft mit Christus ist für die Gläubigen ebenfalls nichts Zukünftiges, sondern Gegenwärtiges, denn als das heilige Volk sind sie auch ein königliches Priestervolk, 1 Petr. 2,9, gemacht zu Königen und Priestern, Offenb. 1,6, die schon jetzt mit Christus regieren und Fürsten mit ihm sein werden in Ewigkeit, Offenb. 5,10. (Es ist Offenb. 20,4 auch nichts gesagt von einer leiblichen Auferstehung, denn es ist von den Seelen der Enthaupteten und den Seelen derer die Rede, die das Tier nicht angebetet haben, also den treu an Christus Gläubigen.) Die erste Auferstehung, Offenb. 20,5, ist also keine leibliche Auferstehung, sondern die geistliche, nämlich die Auferweckung aus dem geistlichen Tod, Eph. 2,4-6; Kol. 2,12.13. Die Hoffnung der Christen ist kein tausendjähriges Friedensreich auf Erden, sondern die ewige Herrlichkeit und ewige Gemeinschaft mit Jesus Christus im Himmel, Tit. 2,13; 2 Petr. 3,13.

    4. Wir dürfen und sollen glauben, dass Christi Kommen nahe bevorsteht, Mark. 13,29; 1 Kor. 10,11; 1 Petr. 4,7, und wir sollen daher auch achten auf die Zeichen der Zeit, Matth. 24,33. Tag und Stunde seines Kommens sind uns aber nicht geoffenbart, sondern er kommen wird wie ein Dieb in der Nacht, Matth. 24,36; 1 Thess. 5,2.

Joh. 14,3: Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass ihr seid, wo ich bin.

Apg. 1,11: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.

Apg. 17,31: Darum, dass er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er's beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.

Offenb. 1,7: Siehe, er kommt mit den Wolken; und es werden ihn sehen alle Augen und die in ihn gestochen haben; und werden heulen alle Geschlechter auf Erden. Ja, Amen.

2 Petr. 3,10: Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen.

Eph. 4,8: Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen geführet und hat den Menschen Gaben gegeben.

Kol. 2,15: Und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst.

Offenb. 1,6: Und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater: demselbigen sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Tit. 2,13: Und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesus Christus.

2 Petr. 3,13: Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet.

Mark. 13,29: Also auch ihr, wenn ihr sehet, daß solches geschiehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist.

1 Kor. 10,11: Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist.

1 Petr. 4,7: Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.

Matth. 24,36: Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein mein Vater.

1 Thess. 5,2: Denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht.     

    5. Falsche Lehre ist daher: dass Christus noch öfter als einmal wiederkomme; dass er wiederkomme, um auf dieser Erde ein Friedensreich aufzurichten und darinnen mit der Gemeinde zu regieren; dass er wiederkommen werde, nachdem die Gemeinde solch ein Friedensreich errichtet habe; dass eine ‚allgemeine’ Judenbekehrung zu erwarten wäre; dass seine Wiederkunft somit nicht verbunden wäre mit dem Jüngsten Gericht; dass Christus gar nicht wiederkäme; dass der Zeitpunkt seiner Wiederkunft ermittelbar wäre.        

 

 

XXXI. Von der Auferstehung der Toten

 

    1. Jesus Christus wird bei seiner Wiederkunft alle Toten wieder lebendig machen, die Leiber aller Menschen wieder auferwecken, der Gerechten wie der Ungerechten, Dan 12,2; Joh. 5,28 f.; Apg. 24,25; Offenb. 20,12, die einen zur Herrlichkeit, die anderen zum Gericht. Die Seelen werden dabei wieder mit den Leibern umgeben, von denen sie im Tode getrennt wurden, aber es werden dann nicht mehr natürliche, sondern geistliche Leiber sein, Hiob 19,25-27; 1 Kor. 15,44, unverweslich, unsterblich, 1 Kor. 15,53.

    2. Diese Auferstehung wird eine gleichzeitige, weltweite Auferstehung sein, Joh. 5,28 f. Die aber, die noch leben, werden verwandelt werden und dem Herrn entgegengerückt, 1 Kor. 15,51.52; 1 Thess. 4,17.     

Dan. 12,2.3: Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, etliche zum ewigen Leben, etliche zur ewigen Schmach und Schande. Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Stne immer und ewiglich.

Joh. 5,28.29: Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

Offenb. 20,12: Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott. Und die Bücher wurden aufgetan; und ein ander Buch ward aufgetan, welches ist des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.

1 Kor. 15,44: Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib.

1 Kor. 15,42.53: Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich... Denn dies Verwesliche muss anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit.

1 Kor. 15,51.52: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen; wir werden aber alle verwandelt werden, und dasselbige plötzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

1 Thess. 4,16.17: Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst. Danach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in der Luft; und werden also bei dem Herrn sein allezeit.

    3. Falsche Lehre ist: dass es keine leibliche Auferstehung der Toten gebe; dass die Auferstehung nur eine solche in der Erinnerung sei; dass wir in der Auferstehung nicht mehr unseren Leib bekämen; dass wir in der Auferstehung keinen materiellen, sondern einen Geistleib bekämen; dass die Gerechten und Ungerechten nicht gleichzeitig auferstünden, sondern in einem Abstand von tausend Jahren.

 

 

XXXII. Vom Jüngsten Gericht und dem Ende der Welt

      

    1. Der lebendige Gott hat einen Tag festgesetzt, an dem er alle Menschen richten will, nämlich die schon gestorbenen, dann an diesem Tag auferweckten, und die noch lebenden, dann an diesem Tag verwandelten, Apg. 17,31. Dieses Gericht ist ein universales Gericht und betrifft wahrhaft die gesamte Erde und lässt keinen Menschen aus und ist ein endgültiges, dessen Urteil in Ewigkeit bestand hat und keine Änderung mehr erfährt., Matth. 25,32.34.41.46; Apg. 10,42; Röm. 2,6; 14,10; 2 Kor. 5,10; Offenb. 20,12 ff.

    2. Jesus Christus selbst wird der Richter sein, nach seiner göttlichen und menschlichen Natur in der einen, unzertrennbaren Person, Apg. 17,31; Matth. 16,27; Joh. 5,27; Dan. 7,13 f.

    3. Alle Menschen müssen vor dem lebendigen dreieinigen Gott erscheinen und werden gerichtet, die an Christus Glaubenden und die Ungläubigen. Dennoch aber besteht ein grundsätzlicher und unüberbrückbarer Gegensatz zwischen ihnen im Gericht. Denn der an Christus Gläubige erscheint nicht im Gericht, um gerichtet zu werden, sondern um seinen Freispruch und seine Annahme durch den Herrn öffentlich verkündigt zu hören, Joh. 5,24; 3,18; Jes. 43,25; Jer. 31,34; Micha 7,19. Die Sünden des Gläubigen werden auch nicht der Öffentlichkeit kundgetan, sondern sie sind vergeben und damit versenkt im Meer da, wo es am tiefsten ist. Die guten Werke der Gläubigen dagegen werden angeführt, um ihre Gotteskindschaft öffentlich zu bekräftigen. Die Ungläubigen werden dagegen aufgrund ihrer Sünde verurteilt. Die Hauptsünde aber ist der Unglaube, dass sie nicht geglaubt haben an Jesus Christus als den einzigen Retter und seine Erlösung allein aus Gnaden, allein durch den Glauben, ohne menschliche Mitwirkung, Joh. 16,8.9. Wenn die Schrift auch von einem ‚Gericht nach den Werken’ spricht, Offenb. 20,13, so ist das kein Gericht unter Absehung vom Glauben, sondern vielmehr auf der Grundlage des Glaubens, da allein durch den Glauben an Jesus Christus gute Werke getan werden können, ohne Christus aber kann der Mensch nur sündigen, denn was nicht aus Glauben kommt, das ist Sünde, Röm. 14,23.

Apg. 17,31: Darum, dass er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er's beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.

Apg. 10,42: Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, dass er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten.

Röm. 2,6: Welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken.

Röm. 14,10: Wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi dargestellt werden.

2 Kor. 5,10: Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeglicher empfange, wie er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.

Matth. 25.32.34.41.46: Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleichwie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet... Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!.. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!.. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Mark. 9,44: Da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlischt.

Joh. 5,27: Und hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum, dass er des Menschen Sohn ist.

Joh. 3,18: Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes.

Joh. 5,24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort höret und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Jes. 43,25: Ich, ich tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.

Micha 7,19: Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Missetat dämpfen und alle unsere Sünden in die Tiefe des Meers werfen.      

    4. Falsche Lehre ist: dass das Weltgericht schon in dieser Zeit, in diesem Leben stattfände; dass das Jüngste Gericht kein endgültiges sei, sondern es noch Rettung danach gebe; dass schließlich doch alle Menschen sowie der Teufel und seine Engel mit Gott versöhnt würden; dass Jesus Christus nur nach seiner göttlichen, nicht auch nach seiner menschlichen Natur der Richter sei; dass nicht alle Menschen vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssten; dass es nicht der Glaube sei, der den Unterschied mache, wer angenommen und wer verdammt würde, sondern die moralische Würdigkeit des Einzelnen; dass auch die Sünden der Gläubigen im Gericht wieder hervorgezerrt würden. 

 

    5. Am Jüngsten Tag wird Himmel und Erde, das ganze jetzige Universum, das am Anfang geschaffen wurde, vergehen im Feuer und Gott der Herr wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen.

Luk. 21,33: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht.

1 Joh. 2,17: Die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit.

2 Petr. 3,10: Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen.

Offenb. 21,1: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr.    

    6. Falsche Lehre ist: dass diese Welt ewig bestehen werde; dass das Vergehen dieser Welt nicht Gerichtshandeln Gottes sei, sondern Teil eines ewigen Kreislaufes.

 

 

XXXIII. Vom ewigen Tod und vom ewigen Leben

 

    1. Alle die, die im Unglauben sterben oder noch im Unglauben stehen, wenn Jesus Christus wiederkommt, sind ewig verdammt. ‚Ewige’ Verdammnis meint wirklich eine Verdammnis ohne Unterbrechung, ohne Erleichterung, ohne Ende, Matth. 25,46; 18,8; 2 Thess. 1,9. Die Ewigkeit der Verdammnis entspricht der Ewigkeit der Herrlichkeit der Erretteten, Dan. 12,2; Matth. 25,46; Joh. 3,36; an anderen Stellen wird durch andere sprachliche Ausdrücke in der Schrift ausdrücklich die Verdammnis ohne Ende gelehrt, Offenb. 14,11; 20,10; Mark. 9,44.46.48. Das Wesen der zukünftigen Welt, im Gegensatz zur jetzigen, ist ja gerade, dass sie ohne Ende ist.

    2. Die im Unglauben Entschlafenen haben daher keinen heilenden oder zurechtbringenden Ort zu erwarten, auch nicht eine neue Zeit der Bewährung, sondern nur Pein und Qual, Spr. 11,7; Pred. 11,3; Matth. 25,10; Luk. 16,26; Joh. 5,28 f.; 2 Kor. 5,10. Die ‚Wiederbringung aller Dinge’ meint keine schließliche Versöhnung aller, sondern die Errichtung des Reiches Gottes nach Gottes, nicht nach unseren, Vorstellungen, einem Reich, in dem die Feinde unterworfen und bestraft, nicht bekehrt werden, nachdem sie in der jetzigen Zeit die auch ihnen erworbene Gerechtigkeit, den auch ihnen erworbenen Freispruch verachtet, verworfen haben. Denn die Verdammnis ist nicht das Ergebnis eines Willküraktes Gottes, sondern dessen, dass die betreffenden Menschen die Vergebung Gottes in Christus Jesus verworfen haben, Hes. 18,20; Röm. 6,23; Gal. 3,10; Mark. 16,16.

    3. Zwar werden alle, die nicht an Jesus Christus glauben, einst in der Verdammnis sein, aber die Grade der Pein werden verschieden sein, Matth. 11,22.

Matth. 25,46: Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Matth. 18,8: So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, dass du zum Leben lahm oder als ein Krüppel einhergehest, als dass du zwei Hände oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen.

2 Thess. 1,9: Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben, von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht.

Offenb. 14,11: Und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier haben angebetet und sein Bild, und so jemand hat das Malzeichen seines Namens angenommen.

Mark. 9,43.44: So dich aber deine Hand ärgert, so haue sie ab. Es ist dir besser, dass du als ein Krüppel zum Leben eingehest, als dass du zwei Hände habest und fahrest in die Hölle, in das ewige Feuer, da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlischt.

Spr. 10,7: Wenn der gottlose Mensch stirbt, ist Hoffnung verloren; und das Harren der Ungerechten wird zunichte.

Röm. 6,23a: Denn der Tod ist der Sünde Sold.

Gal. 3,10: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue!

Matth. 11,22: Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am Jüngsten Gerichte als euch.   

    4. Falsche Lehre ist daher: dass das ‚ewig’ der Verdammnis nur ein bestimmtes Zeitalter (‚Äon’) betreffe; dass die Seelen nach dem Tod noch einmal die Möglichkeit der Bekehrung, Bewährung bekämen; dass die Seelen nach dem Tod an einen Ort der Reinigung und Heilung kämen; dass die Ungläubigen mit dem Tod gänzlich ausgelöscht würden; dass Gott einen Teil der Menschen von vornherein zur Verdammnis vorherbestimmt habe und an ihnen mit seiner Gnade vorübergehe, Christus für sie auch nicht gestorben sei, ihnen die Rechtfertigung nicht erworben habe.

 

    5. Die Gläubigen, die Kinder Gottes, werden in Ewigkeit, für immer, mit Jesus Christus, dem wahren Gott, in vollkommener Wonne und Herrlichkeit des Himmels leben und diese gewisse Hoffnung ist schon jetzt ihnen Trost und Stärkung auf ihrem Pilgerlauf auf Erden, Matth. 25,34.46; 1 Kor. 15,41 f.; 1 Thess. 4,17; Hebr. 4,9; 1 Petr. 1,4; 1 Joh. 3,2; Offenb. 21,4; Luk. 10,20.21.28; Röm. 7,24; 8,17 ff.; 1 Kor. 1,7 ff.; Phil. 1,23; 3,20 f.; 2 Tim. 4,7 ff.; Tit. 2,13; 1 Petr. 1,8; Offenb. 22,20.

    6. Das ewige Leben ist die freie Gabe der Gnade Gottes in Christus Jesus, allen Menschen angeboten durch die Gnadenmittel, empfangen aber allein durch den rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus, Matth. 25,34; Mark. 16,16; Joh. 3,15-18.36; Röm. 6,23; 2 Tim. 1,9; 4.7 f.; 1 Joh. 5,11 f. Das ewige Leben kann in keiner Weise, weder ganz noch zu irgendeinem Teil ‚verdient’ werden oder zugeeignet, angeeignet werden durch menschliches Mittun, Mitwirken, Erfüllen moralischer Vorschriften, Erbringen guter Werke, sondern es wird uns gegeben allein aus Gnaden, allein um des Verdienstes Christi für uns willen, empfangen allein durch den Glauben an Christus, der darum auch, trotz und bei aller Angefochtenheit, Gewissheit der Erlösung, des ewigen Lebens hat.

    7. Alle an Christus bis ans Ende Gläubigen haben das ewige Leben, aber unterschiedlich ist der Grad der Herrlichkeit, den sie im ewigen Leben haben, wie Dan. 12,3 und 1 Kor. 3,12-15 Hinweis geben. 

Matth. 25,34: Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!

1 Thess. 4,17: Danach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen in der Luft; und werden also bei dem Herrn sein allezeit.

1 Joh. 3,2: Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Offenb. 21,4: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Luk. 10,20: Freuet euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

Röm. 8,17.18: Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Phil. 1,23: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christus zu sein.

Phil. 3,20.21: Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesus Christus, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, dass er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm untertänig machen.

Tit. 2,13: Wir warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesus Christus.

Joh. 3,15-18.36: Auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes... Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

2 Tim. 1,9: Der uns hat selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt.

    8. Falsche Lehre ist: dass es kein ewiges Leben gäbe; dass das ewige Leben nur in der Erinnerung der Menschen stattfinde; dass Himmel und Erde noch in der jetzigen physischen Weise getrennt wären; das ewige Leben sei Belohnung oder auch Belohnung für gute Werke, moralisches Verhalten, rechtes Verhalten gegenüber Gottes Wort.

 

 

 

Gott allein die Ehre!