ABTREIBUNG UND GEBURTENBESCHRÄNKUNG

 
Unser NEIN zur Abtreibung

 

Stellungnahme der Lutheran Churches of the Reformation,

angenommen durch die Delegiertenversammlung der LCR 1989

 

(übersetzt von Roland Sckerl)

 

Weil        die Bibel gebietet, dass Christen für solche deutlich ihre Stimme erheben, die sich nicht selbst in einer gerechten Sache verteidigen können, Spr. 31,8.9,

                und

 

weil         Gott alles menschliche Leben erschaffen und dieses Leben erlöst hat in Jesus Christus, Apg. 17,26; 1. Mose 2,1.2; Röm. 5,12.19; 1. Kor. 15,22,

                und

 

weil         in der Empfängnis durch die Verbindung des Samens des Mannes und des Eies der Frau, durch die Kraft Gottes, eine neue individuelle Person hervorgebracht wird, die aus Körper, Seele und Geist besteht,

                Hiob 10,8: Deine Hände haben mich gearbeitet und gemacht alles, was ich um und um bin.

                Hiob 31,15: Hat ihn nicht aud er gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Leib ebensowohl bereitet?

                Hiob 33,4: Der Geist Gottes hat mich gemacht und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.

                Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe Gottes, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

                Ps. 139,13-16: Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest über mir in Mutterleibe. Ich danke dir darüber, dass ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, das erkennet meine Seele wohl. Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war.

                1. Mose 25,21-23a; 30,1.2; 38,27-30; Hiob 1,21a; 3,3.10-13; 10,18; Ps. 22,4.10; 51,7; 119,73; Pred. 11,5; Jes. 44,2.24; 49,1.2.5; Jer. 1,4.5; 20,17.18; 31,22; Hos. 12,4; Luk. 1,15.41.42.44; Gal. 1,15; Matth. 1,18.20.33 (Jes. 7,14); Luk. 1,31; Joh. 1,1.2,

                und

 

weil         die Heilige Bibel diejenigen verdammt, die Geld nehmen, um die Hilflosen zu schlagen, 5. Mose 27,25,

                und

 

weil         die Heilige Bibel voll ist von Beispielen, die zeigen, welch ein Übel Kindesmord ist, Matth. 2,13-20; 1. Kge 16,3; 21,6; 23,10; Jer. 19,3-8; Jes. 13,18; 2. Kge 6,24-30; 2. Mose 1,7-22,

                und

 

weil         die Heilige Schrift ohne Einschränkung und ausdrücklich den Mord an Kindern verdammt,

                2. Mose 20,13: Du sollst nicht töten.

                2. Mose 21,22-25; Matth. 19,18,

                und

 

weil         der HERR die Errettung der Kinder nicht weniger will als die der Erwachsenen, Matth. 18,14; Joh. 3,16; 1. Tim. 2,4; 2. Petr. 3,9,

                und

 

weil         die Schrift lehrt, dass alle Kinder Sünder sind und das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes benötigen, 1. Mose 8,21; 5,3; Hiob 14,14; Ps. 51,7; 58,3; 25,7; Joh. 3,6; 9,34a; Röm. 3,23; 5,12; Eph. 2,3,

                und

 

weil         die Bibel befiehlt, dass die Kinder Christus in der Taufe zu bringen sind, Matth. 28,19; Apg. 2,38.39; Kol. 2,11.12; Luk. 18,17; Mark. 10,13-16; Joh. 3,5,

                und

 

weil         die Gründe, mit denen die Abtreibung gerechtfertigt wird, aus selbstsüchtiger Haltung, humanistischer Logik und einer Entwertung des menschlichen Lebens stammen,

                wird

 

beschlossen, dass die LCR die Handlung einer gewollten Abtreibung als Mord verdammt und

                wird

 

weiter beschlossen, dass in solchen Fällen, in denen es notwendig werden kann, zwischen dem Leben des Kindes und dem Leben der Mutter zu wählen, wir unsere jeweilige Entscheidung im Gebet der Weisheit und Gnade Gottes anbefehlen (vgl. 1. Mose 35,16-19)

                und wird

schließlich beschlossen, dass wir die trostvolle Gnade und Vergebung Gottes in Christus allen denen anbieten, die es bereuen, das entsetzliche Verbrechen der Abtreibung erwogen, gefördert, daran teilgenommen oder es unterstützt zu haben.

 

 

 

STELLUNGNAHME ZU GEBURTENBE-

SCHRÄNKUNG UND FORTPFLANZUNG

 

(Angenommen durch die Lutheran Churches of the Reformation, 1991,

in: The Faithful Word, 2/1992, S. 31-33)

 

Gott ist der Schöpfer des menschlichen Lebens (1. Mose 30,2; 1. Sam. 2,5 f.; 2. Kge 5,7; Apg. 17,25.28) und will geistliches Leben in allen sündlichen menschlichen Lebewesen schaffen, damit jedermann zur Erkenntnis der Wahrheit kommt und gerettet werde (1. Tim. 2,4). Verheiratete Paare1 sollen sich fortpflanzen unter Beachtung der folgenden biblischen Grundsätze:

 

1. Der Befehl Gottes: Seid fruchtbar und mehret euch! (1. Mose 1,28; 9,1.17; 35,11; 1. Tim. 5,10.14; Augsb. Bek. XXIII, 5.82; Apol. XXIII, 7-83; Gr. Kat., 6. Gebot4)

 

2. Kinder sind ein Segen vom Herrn. (1. Mose 1,28; 15,2-5; 17,5 f; 24,60; 33,5; 48,9; 49,25; 3. Mose 26,9; 5. Mose 28,4; Jos. 24,3; Ruth 4,11 f.; Psalm 107,38; 127,3-5; 128,3-6; 147,13; Spr. 5,18; 17,6; Gr. Kat. 4. Gebot5)

 

3. Gott ist derjenige, der den Schoß der Frau öffnet oder verschließt. (1. Mose 16,1-2; 17,15-19; 20,18; 21,1-2; 25,21; 29,31; 30,2-6.23 f.; 5. Mose 32,18; 3. Mose 20,20 f.; Ri. 13,3; Ruth 4,13; 1. Sam. 1,19 f.; 2,21; Hiob 10,8-12; Psalm 22,9-10; 113,9; 139,13-16; Pred. 11,5; Jes. 8,18; 43,1.7; 44,2.24; 49,1.5; 66,9; Jer. 1,5; Luk. 1,36 f. 57 f.; Hebr. 11,11)

 

4. Kinder zu haben ist ein gutes Werk für Christen. (1. Tim. 2,15; Apol. XXIII, 326)

 

5. Christen sollten daran denken, dass sie nicht nur fruchtbar sein und die Erde bevölkern sollen, sondern ihre Kinder auch als Christen erziehen und dadurch den Himmel bevölkern. (spr. 3,21 f.; 4,3 f. 20-22; Mark. 10,13-16; Apg. 2,38 f.; Eph. 6,1.4; Hebr. 2,10)

6. In der Heiligen Schrift wird Unfruchtbarkeit als ein Kümmernis angesehen. (1. Mose 11,30; 15,2; 16,2; 18,11 f.; 25,21; 30,1.22 f.; 1. Sam. 1,2.5-7.10 f.; spr. 30,15 f.; Luk. 1,7.24 f. 58)

 

7. Es gibt viele Beispiele in der Heiligen Schrift von fruchtbaren Eltern unter den Gläubigen. (1. Mose 3,20; 4,1.25; 5,4; 24,60; 30,1-24; Ri. 13,2 f.; Hiob 1,2; 42,13-16)

 

8. Das Wort Gottes verbietet uns, die Ehe aufzulösen (Matth. 19,4-6), einschließlich ihres Zweckes (1. Kor. 7,2.5; 1. Mose 2,24).

 

9. Die Bibel zeigt Gottes Zorn an über diejenigen, die seinem Willen widerstreben. (1. Mose 38,8-10; 2. Mose 21,22; Röm. 1,18)

 

10. Gott will, dass wir ihm in allen Dingen vertrauen, auch auf seinen Willen und seine Möglichkeit, für die Kinder zu sorgen, die er uns gibt. (2. Mose 23,20.26; Psalm 30,7; 37,25 f.; Phil. 4,13; 1. Petr. 5,7)

 

Die Pastoren sollen die Familien öffentlich und privat beraten, diese Grundsätze zu beachten. Die Gemeinden und Pastoren sollen sich aber nicht von sich aus in das Privatleben ihrer Glieder eindrängen (8. Gebot). Die Verweigerung der Fortpflanzung sollte erst durch geduldige Unterweisung und Beratung behandelt werden. Wenn aber eine Situation zu einem öffentlichen Ärgernis wird, dann muss evangelische Zucht geübt werden (Matth. 18,17).

Wir lassen exegetische Unterschiede zu wie auch Sonderfälle (Kasuistik), müssen aber auf den Grundsätzen in dieser Sache bestehen und sie lehren (Matth. 28,20; Apg. 20.27). So war auch das gemeinsame Lehren Martin Luthers und der „altmissourischen“ Väter (C.F.W. Walther, F. Pieper, A.L. Gräbner; C.M. Zorn; W.H.T. Dau; J.T. Müller; W. Dallmann; F. Bente; E.W.A. Köhler; L. Fürbringer; T. Engelder; Th. Laetsch; G. Lücke; W.A. Maier, M.J. Naumann u.a.) und der Leiter der LCR wie P.E. Kretzmann und W.H. McLaughlin.

 

Die Gründe, die angegeben werden, um die Verhinderung der Schwangerschaft zu rechtfertigen, basieren oft auf Mythen, Egoismus, Materialismus, Hedonismus (Lust am Wohlleben), Bequemlichkeit, Eingriff in Gottes Vorrechte oder auf humanistischen Begründungen und zeigen allgemein ein Misstrauen gegenüber dem allmächtigen Gott und seinem Wort.

 

 

Zu Geburtenkontrolle und Abtreibung

 

Von Roland Sckerl

 

    Leibesfrucht, Kinder, sind eine Gabe, ein Segen Gottes, ein Geschenk des Herrn, Ps. 127,3-5, und die Fruchtbarkeit der Frau daher ein besonderer Segen des Herrn, Ps. 128,3, der dem Segen Gottes in der Schöpfung über Mann und Frau entspricht, 1 Mose 1,28.

    Der Hauptzweck (finis primarius) der Ehe ist allerdings nicht die Fortpflanzung, sondern die Ehe hat in ihrem Bestand, in ihrer Gemeinschaft gemäß 1 Mose 2 ihren eigentlichen Zweck, als Gehilfenschaft, Gemeinschaft, Ein-Fleisch-Sein, Totalgemeinschaft nach Leib und Seele. Kinder sind der besondere gottgewollte Segen, die gottgewollte Frucht der Ehe, Ps. 127. Gegenüber der ehelichen Gemeinschaft an sich ist aber dieser Zweck finis secundarius und im Konfliktfall (wo es um das Leben oder die physische oder seelische Gesundheit der Frau oder beider Ehepartner, um die Tragfähigkeit der Ehe geht) daher der Bewahrung der gottgestifteten Gemeinschaft der Ehe nachzuordnen.

    Dies heißt, dass Gott die eheliche Gemeinschaft nicht nur um ihrer selbst willen gestiftet hat, sondern dass er in ihr und durch sie – und zwar nur durch sie – auch die Geschlechterfolge will, 1 Mose 1,28; 3,16, und sein Segen in 1 Mose 1,28 auch die Bereitschaft der Eheleute, ihre Ehe dem gottgewollten Zweck dienstbar zu machen, einschließt. Daher ist die Verhinderung des Kindersegens, die Empfängnisverhütung grundsätzlich ein eigenmächtiger Eingriff in Gottes Schöpferwalten. Kinder zu haben oder nicht zu haben, ist nicht unserer Willkür freigestellt. Eine Ehe, die Kinder ablehnt oder die Kinderzahl von vornherein beschränken will, hindert an ihrem Teil Gott an der Erhaltung der Welt und an seinen Zielen mit ihr, nämlich die Erde mit Menschen zu erfüllen.

    Die geschlechtliche Gemeinschaft ist nicht nur Möglichkeit, sondern gemäß 1 Kor. 7 auch Schuldigkeit ehelicher Gemeinschaft und Zuneigung, wobei beide sich aber in gegenseitiger Abstimmung auch eine Zeitlang enthalten können. Diese geschlechtliche Gemeinschaft soll zugleich aber auch die Frau als den schwächeren Teil berücksichtigen, dass sie es ertragen kann, also ritterlich, vernünftig auf sie Rücksicht nehmen, 1 Petr. 3,7.

Es können Situationen eintreten, in denen die beiden Mandate Gottes, die eheliche Gemeinschaft an sich und die Fruchtbarkeit der Ehe, in einen Konflikt miteinander treten können, nämlich dann, wenn die Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft durch eine größer werdende Familie oder die Schnelligkeit der Geburtenabfolge überbelastet, besonders wenn die physische oder psychische Belastbarkeit der Frau überfordert wird. Hier kann es also Situationen geben, in denen Geburtenregelung aus Verantwortung gegenüber der Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft und aus rechter Sorge um die Frau begründbar ist und nicht dem Mandat Gottes von vornherein widerspricht. Ritterliche Rücksicht auf die Frau und die eheliche Gemeinschaft achtet darauf, dass der Tragfähigkeit der Gemeinschaft von Mann und Frau nicht zu viel zugemutet wird, denn die Sorge und der Schutz für die Angehörigen ist Gottes Gebot, 1. Tim. 5,8; Gal. 6,10. Hier ist jedes Paar aufgerufen, vor Gott seine wahren Motive zu prüfen.

    Dies aber ist ein Grenzfall. Denn Geburtenkontrolle zu üben mit dem Zweck, die Fruchtbarkeit überhaupt zu verhindern oder sie ohne Not für den Bestand der ehelichen Gemeinschaft einzuschränken, steht diametral gegen den Willen Gottes mit der Stiftung der menschlichen Ehe, hindert Gott in seinem Schöpfungs- und Erhaltungswillen der Welt. Es ist also Unrecht, Sünde, eine Ehe zu schließen in der Absicht, keine Kinder haben zu wollen. Es ist ebenso Unrecht, die Zahl der Kinder von vornherein willkürlich auf ein Minimum beschränken zu wollen. Es ist auch unrecht, im Laufe der Ehe, zu irgendeinem Zeitpunkt, aus bloßer Bequemlichkeit und aus Unglauben keine weiteren Kinder haben zu wollen. Im besonderen Fall aber können die Eltern vor der Frage stehen, unter Umständen praktisch von einem Kind jeweils zum anderen, was die Ehe und die in ihr mitgestiftete Gemeinschaft noch zu tragen vermag, ohne zu scheitern.

    Freiheit und Verantwortung stehen also im Dienst der göttlichen Ordnungen und dürfen sie nicht zerstören, weder äußerlich (die Ehe durch Ehebruch, Scheidung) noch innerlich (die Ehe durch das, was ihre Gemeinschaft aufhebt und zerstört). Hier kann es also zu einem Dilemma, einen Pflichtenkollision kommen, wo der Mensch in der Verantwortung vor Gott unter Gebrauch der Vernunft unter dem Gehorsam Christi entscheiden muss.

    Abtreibung ist Mord ist, nämlich das bewußte und vorsätzliche Töten eines von Gott geschenkten Menschen im Mutterleib und darum eine schwere Sünde. (Es kann aber auch hier die Grenzsituation vorkommen, daß beim Ringen um das Leben von Mutter und Kind die Ärzte nach menschlichem Ermessen nur eine der beiden Personen retten und der anderen nicht die lebensnotwendige Hilfe geben können. Wenn dadurch das Kind stirbt, kann nicht von Abtreibung gesprochen werden.)

Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

 



1 Unverheiratete sollen sich nicht fortpflanzen, da sie keinen legitimen Geschlechtsverkehr haben können.

2 „Denn Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen, Gen. 1,28.“ (im Lat.: zur Fortpflanzung)

3 „Erstlich ist geschrieben Gen. 1, dass Mann und Frau also geschaffen von Gott sind, dass sie sollen fruchtbar sein, Kinder zeugen usw., die Frau geneigt sein zum Mann, der Mann wieder zur Frau. Und wir reden hier nicht von der unordentlichen Brunst, die nach Adams Fall gefolgt ist, sondern von natürlicher Neigung zwischen Mann und Frau, welche auch gewesen wäre in der Natur, wenn sie rein geblieben wäre. Und das ist Gottes Geschöpf und Ordnung, dass der Mann zur Frau geneigt sei und die Frau zum Mann. So nun die göttliche Ordnung und die angeschaffene Art niemand ändern kann noch soll als Gott selbvst, so folgt, dass der Ehestand durch kein menschliches Statut oder Gelübde kann abgetan werden.

Gegen diesen starken Grund spielen die Widersacher mit Worten; sagen: Im Anfang der Schöpfung habe das Wort noch stattgehabt: ‚Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde’; nun aber, so die Erde erfüllt ist, sei die Ehe nicht geboten. Seht aber, wie weise Leute sind da die Widersacher! Durch dies göttlich Wort: ‚Wachset und mehret euch’, welches noch immer geht und nicht aufhört, sind Mann und Frau also geschaffen, dass sie sollen fruchtbar sein, nicht allein die Zeit des Anfangs, sondern solange diese Natur währt. Denn gleichwie durch das Wort Gen. im 1. Kapitel, da Gott sprach: ‚Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut’ usw. die Erde also geschaffen ist, dass sie nicht allein im Anfang Frucht brachte, sondern dass sie alle Jahre Gras, Kräuter und ander Gewächs brächte, solange diese Natur währt: Also sind auch Mann und Frau geschaffen, fruchtbar zu sein, solange diese Natur währt. Wie nun das Menschengebot und –gesetz nicht ändern kann, dass die Erde nicht sollte grün werden usw., also kann auch kein Klostergelübde, kein Menschengebot die menschliche Natur ändern, dass eine Frau nicht sollte eines Mannes begehren, ein Mann einer Frau, ohne ein besonderes Gotteswerk.“

4 „Darum will er ihn [den Ehestand] auch von uns geehrt und also gehalten und geführt haben als einen göttlichen, seligen Stand, weil er ihn erstlich vor allen andern eingesetzt hat und darum unterschiedlich Mann und Frau geschaffen (wie vor Augen), nicht zur Büberei, sondern dass sie sich zusammen halten, fruchtbar seien, Kinder zeugen, nähren und aufziehen zu Gottes Ehren.“

5 „Diesem Vater- und Mutterstand hat Gott sonderlich den Preis gegeben vor allen Ständen, die unter ihm sind, dass er nicht bloß gebietet, die Eltern lieb zu haben, sondern zu ehren. .., also, dass er Vater und Mutter ausnimmt und auswählt vor allen andern Personen auf Erden und neben sich setzt.“

6 „Paulus sagt, die Frau werde selig durch Kindergebären. Was hätte doch der heilige Apostel gegen die schändliche Heuchelei der unflätigen, erlogenen Keuschheit Trefflicheres reden können, als dass er sagt, sie werden selig durch die ehelichen Werke, durch Gebären, durch Kindersäugen und –ziehen, durch Haushalten usw.? Ja, wie meint das Paulus? Er setzt dazu mit klaren Worten: ‚So sie bleibt im Glauben’ usw. Denn die Werke und Arbeit im Ehestande für sich selbst ohne den Glauben werden hier allein nicht gelobt. So will er nun vor allen Dingen, dass sie Gottes Wort haben und gläubig seien, durch welchen Glauben (wie er denn allenthalben sagt) sie empfangen Vergebung der Sünden und Gott versöhnt werden. Danach gedenkt er des Werkes ihres weiblichen Amtes und Berufs, gleichwie in allen Christen aus dem Glauben sollen gute Werke folgen, dass ein jeder nach seinem Beruf etwas tue, damit er seinem Nächsten nütz werde; und wie dieselben guten Werke Gott gefallen, also gefallen auch Gott solche Werke, die eine gläubige Frau tut ihrem Beruf nach; und eine solche Frau wird selig, die also ihrem Beruf nach im ehelichen Stand ihr weiblich Amt tut.“